Splitterschreie
SplitterschreieIch kenne schon einige Bücher des Autors Roman Klementovic und die meisten davon konnten mich auch überzeugen, aus dem Grund habe ich mich sehr gefreut endlich wieder etwas neues von ihm lesen zu dürfen.
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Ich kenne schon einige Bücher des Autors Roman Klementovic und die meisten davon konnten mich auch überzeugen, aus dem Grund habe ich mich sehr gefreut endlich wieder etwas neues von ihm lesen zu dürfen.
In "Versagt" dem ersten Kurzkrimi in diesem Band treffen wir wieder auf Kommissar Mück, für den ich in dem Thriller "Verspielt"von 2017 hoffte das er seinen emotionalen Ballast abwerfen kann, so ganz hat er es nicht geschafft. Mück fühlt sich als Versager, die Knie machen nicht mehr mit, die Kondition ist eher schlecht und sein Privatleben, na ja schweigen wir lieber darüber. Im Moment ist die Bevölkerung in Unruhe ein Serientäter macht die Stadt unsicher, er dingt in die Häuser ein, überwältigt die Bewohner und bleibt über Stunden im Haus. Und bisher gibt es keine Spuren die auf die Identität des "Donaustadt-Casanovas" hindeuten. Mück gehen die Ideen aus und er streift durch die Stadt in der Hoffnung auf Hinweise, vergeblich bis er einen verdächtigen Mann beobachtet der vor ihm flieht. Kann Mück den "Donaustadt-Casanovas" endlich dingfest machen?
Der zweite Kurzkimi ist: Wenn die Nacht ertrinkt” in der die Investigativ Journalistin Alma Toth einer Spur aus einem nie aufgeklärten Mordfall nachgeht. Vor Jahren wurde im Nachbarhaus von Romy und Mark eine junge Frau brutal ermordet. Klementovic wechselt in dieser Story immer mal wieder zu dem was in der Vergangenheit geschehen ist, zu den Gegenwärtigen Ereignissen. Wir erfahren wie unglücklich Romy schon zur Zeit des Mordes in ihrer Ehe und in ihrem drögen, anstrengenden Job im Supermarkt war. Das hat sich in all den Jahren seit dem Mord nicht geändert, Romy und Mark leben nebeneinander her, von ihrem Sohn hört sie nur sporadisch. Alma verspricht sich einen Karriereschub von der Aufklärung des Mordes. Nach und nach enthüllt Klementovic was genau damals geschah und welch weitreichende Folgen das für die Gegenwart hat.
“Wenn der Nebel brennt” Julia ist allein zuhause als Fremde eindringen, zunächst glaubt sie das ihre Eltern von einer Feier zukamen doch auch wenn die Stimmen denen der Eltern gleichen, es sind Fremde für Julia, die aus ihr unverständlichen Gründen behaupten die Eltern zu sein. Für Julia beginnt eine Nacht voller Angst und Schrecken mit einem wirklich überraschenden Ende.
"Wenn die Stille schreit" habe ich schon 2021 gelesen und rezensiert, diese Story hat nichts von ihrer Faszination verloren:
Während zwei entflohene Mörder die Gegend unsicher machen, fegt ein gewaltiger Schneesturm über das Land. Der Strom ist ausgefallen, viele Straßen sind nicht mehr passierbar. Tim erreicht erst kurz vor Mitternacht das abgelegene Landhaus, in dem er mit seiner Frau Natalie wohnt. Doch von dieser fehlt jede Spur. Dabei hat sie eben noch am Telefon beteuert, wach bleiben und auf ihn warten zu wollen. In völliger Dunkelheit begibt Tim sich auf die Suche nach ihr. Und macht bald eine verstörende Entdeckung.
Klingt der Klappentext nicht großartig? Jeder Krimi und Thrillerfan, kriegt da dieses Kribbeln in den Fingern, das ihn zum Buch greifen lässt, um es in einer Nacht durchzulesen. Na gut, es ist eine Kurzgeschichte, da braucht man keine ganze Nacht, es genügt höchstens eine Stunde, aber diese Stunde hat es dann in sich.
Tim ist ein sehr sympathischer Mann, der alles daran setzt während eines üblen Schneesturms nach Hause zu seiner schwangeren Frau Nathalie zu kommen, als er es endlich geschafft hat, kann er sie nicht finden. Auf seiner Suche nach ihr, schafft er es zum Haus seiner Nichte, doch dort trifft er auf Fremde, sind das die zwei entflohenen Mörder?
Mit Splitterschreie beweist Roman Klementovic einmal mehr, wie viel Spannung er auch auf engem Raum erzeugen kann. Die vier Kurzkrimis sind unterschiedlich angelegt, greifen teils ernste und düstere Themen auf und leben vor allem von der dichten Atmosphäre, den glaubwürdigen Figuren und den überraschenden Wendungen. Besonders gelungen ist dabei, dass jede Geschichte ihren eigenen Ton hat und trotzdem klar die Handschrift des Autors trägt. Für mich ist dieser Band ein intensives, kurzweiliges Leseerlebnis, das deutlich macht, dass Klementovic sehr überzeugend erzählen kann.