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Veröffentlicht am 02.03.2026

Gelungene Fortsetzung

Die Rätsel meines Großvaters
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Masateru Konishi nimmt uns wieder mit nach Japan und es gibt ein Wiedersehen mit all den Charakteren, die einem schon im ersten Teil ans Herz gewachsen sind.
So ist der Aufbau auch wieder sehr vertraut: ...

Masateru Konishi nimmt uns wieder mit nach Japan und es gibt ein Wiedersehen mit all den Charakteren, die einem schon im ersten Teil ans Herz gewachsen sind.
So ist der Aufbau auch wieder sehr vertraut: Aus einer Alltagssituation entwickelt sich ein Rätsel, über das man anschließend selbst zusammen mit den Protagonisten nachdenken kann. In einem Gespräch mit Kaedes Großvater werden zuletzt mögliche Auflösungen besprochen und diskutiert.
Währenddessen gibt es immer wieder schöne Einblicke in die japanische Kultur und das Leben der Charaktere.

Eigenarten der Sprache sowie japanische Begriffe werden dabei oft im Original belassen und nicht übersetzt, was ich sehr mochte. Mit entsprechendem Vorwissen lassen sich so weiterhin kulturelle Feinheiten gut herauslesen, trotzdem sollte es auch für Neulinge überwiegend gut verständlich sein.
Nichtsdestotrotz wären vielleicht manchmal kurze Anmerkungen toll gewesen, wie beispielsweise bei der Weihnachtsthematik (Heiligabend in Japan ist quasi wie bei uns Valentinstag).

Durch ebensolche Szenen und Details wird hier auch das Love Triangle weiter vertieft, was ich sehr mochte. Die Liebesgeschichte drängt sich nicht in den Vordergrund, aber ist doch im genau richtigen Maße immer noch vorhanden.
Gleiches gilt auch für die Demenzthematik, auch hier hat man wieder interessante Einblicke erhalten.
Generell knüpft das Buch gut an den Vorgängerband an, die Charaktere werden nochmal kurz vorgestellt und vorherige Fälle entweder erwähnt oder zusammengefasst, in genau dem richtigen Maße, um die Erinnerung wieder aufzufrischen.
Aufgrund der episodenartigen Form ist es vermutlich auch möglich, mit diesem Buch zu starten, jedoch würde ich die Lektüre von Band 1 trotzdem empfehlen, da es sich so wie ein Wiedersehen mit alten Freunden und eine Rückkehr nach Japan anfühlt.

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Veröffentlicht am 22.02.2026

Das Meer gibt, das Meer nimmt

Sommer auf Perigo Island
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Pierce ist erst 9, als sein Vater nicht vom Fischen zurückkehrt, jegliche Suche bleibt erfolglos. Als drei Jahre später seine Freundin Anna ebenfalls spurlos verschwindet, versucht er zusammen mit drei ...

Pierce ist erst 9, als sein Vater nicht vom Fischen zurückkehrt, jegliche Suche bleibt erfolglos. Als drei Jahre später seine Freundin Anna ebenfalls spurlos verschwindet, versucht er zusammen mit drei Freunden die Wahrheit herauszufinden.
Dieser Roman ist nicht lang, aber beinhaltet doch so viel: Zunächst entführt er uns nach Neufundland ins Jahr 1991, genauer gesagt auf die fiktive Insel Perigo Island. Wie lebten die Menschen damals auf einer solchen Insel? Wir lernen verschiedene Jobs rund um die Fischerei kennen, begegnen allerlei besonderen Tieren und der Meeresbiologie und schauen zu, wie Kinder dort aufwachsen.
Die gut recherchierten Einblicke sind hierbei keinesfalls trocken oder langweilig, sondern fügen sich schön in die Handlung ein und ergänzen die Atmosphäre, die generell toll gelungen ist.
Man kann das Salz in der Luft fast schmecken, die Fische riechen und das Meer rauschen hören - und mittendrin die Kinderbande.

Hierzu gehören Pierce, seine zwei Freunde Bennie und Thomas sowie Bennies Cousine Emily, die in den Sommerferien zu Besuch dort ist.
Pierce ist ebenfalls der Erzähler der Geschichte und es wirkt alles erstaunlich authentisch. Immer wieder hatte ich den Gedanken, dass die Kinder gut getroffen sind - man fühlte sich in die eigene Kindheit zurückversetzt, die Dialoge, Gefühle und Handlungen wirkten realistisch. In manchen Momenten denken sie viel zu viel nach, in anderen dafür so gar nicht.
Hinzu kommen zahlreiche Gefühle, die erst mal verarbeitet werden wollen: Die ersten romantischen Gefühle, Eifersucht, Trauer, (Verlust-)Ängste, Misstrauen, Vorurteile...
Zwischendurch hatte ich auch den Gedanken, dass sich der Roman auch als Jugendbuch gut machen könnte, aber natürlich kann ich ihn auch allen Erwachsenen absolut empfehlen. Eine schöne, eher unaufgeregte Geschichte, mit leisen Tönen, einer tollen Atmosphäre und authentischen Schilderungen.

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Veröffentlicht am 13.02.2026

Durch Illusionen verborgen

Heir of Illusion
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Ivy ist eine talentierte Assassine und verfügt dazu noch über ganz besondere Illusionsmagie - und doch kann sie dem König nicht entkommen. Schuld daran ist ein Halsring, den niemand außer dem König entfernen ...

Ivy ist eine talentierte Assassine und verfügt dazu noch über ganz besondere Illusionsmagie - und doch kann sie dem König nicht entkommen. Schuld daran ist ein Halsring, den niemand außer dem König entfernen kann. Ein gestohlenes Schwert verspricht Erlösung, doch auch Seelenfänger Thorne sucht danach...
Zunächst muss ich die Gestaltung des Buches loben: Der Farbschnitt passt gut zum (ansonsten eher generischen) Cover, dazu gibt es eine farbige Karte sowie einige hübsche Illustrationen. Ein Personenregister wäre besonders am Anfang jedoch noch ganz nützlich gewesen, da man doch so einige Charaktere kennenlernt.

Die Welt und ihre verschiedenen Systeme fand ich von Anfang an echt interessant und spannend: Es gibt Götter, Göttererben, verschiedene Inseln mit unterschiedlicher Magie, dabei noch Unterarten der Magie, verzauberte Gegenstände... noch mehr Infos hierzu wären toll gewesen, hätten eventuell aber auch zu viel verraten, daher bekommen wir hierzu vermutlich im nächsten Band noch tiefere Einblicke.
Von Beginn an kann man auch gut miträtseln, es gibt viele offene Fragen und dann ist doch alles anders, als man denkt. Ich wurde schon lange nicht mehr von einem Buch so in die Irre geführt und überrascht, inklusive fiesem Cliffhanger.

In diesem ersten Band werden die Grundsteine für die folgende Handlung gelegt: Man lernt die Charaktere und die Welt kennen, lüftet schon einige Geheimnisse und trotzdem wird es nicht langweilig. Sehr spannende Szenen wechseln sich mit eher ruhigeren Momenten ab, Charaktere und ihre Beziehungen werden gleichzeitig mit der Handlung weiterentwickelt.
Ivy als Protagonistin mochte ich sehr, sie lässt sich nicht unterkriegen, hat aber auch ihre schwachen Momente, was zu schönen Interaktionen mit Thorne führt. Die Wortgefechte zwischen den Beiden waren immer amüsant zu lesen und man merkte richtig, dass da die Chemie stimmt.
Aber auch die Beziehungen zu den Nebencharakteren kamen nicht zu kurz, einige davon sind mir schon ein wenig ans Herz gewachsen.
Ein toller erster Band, ich kann die Fortsetzung kaum erwarten!

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Veröffentlicht am 09.02.2026

Die Freiheit im Himmel

Der letzte Sommer der Tauben
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Dieses Jahr ist Noahs Sommer nicht geprägt von ausgelassenen Spielen am Bach, bunten Kleidern und süßen Erfrischungen, sondern von Verboten, Angst und Unterdrückung.
Ähnlich wie damals im Irak wird auch ...

Dieses Jahr ist Noahs Sommer nicht geprägt von ausgelassenen Spielen am Bach, bunten Kleidern und süßen Erfrischungen, sondern von Verboten, Angst und Unterdrückung.
Ähnlich wie damals im Irak wird auch hier eine streng religiöse totalitäre Herrschaft ausgerufen, das Kalifat. Aus dem Nichts ist plötzlich alles anders: Frauen dürfen nur noch ihre Augen zeigen, alles Westliche wie Handys, Zigaretten oder Fernsehen ist verboten, wer sich widersetzt hat schlimme Konsequenzen zu befürchten.
Wir begleiten Noah in dieser Zeit des Wandels und erleben das Geschehen dadurch aus den Augen eines 14-jährigen Jungens - er kann nicht komplett begreifen, was passiert, aber versteht gleichzeitig auch viel mehr, als manche ihm zutrauen. Er wandelt zwischen Gehorsam und kleinen Rebellionen, ohne die Tragweite seiner Handlungen richtig abschätzen zu können.

Die Schilderungen waren bedrückend, besondern wenn man bedenkt, dass dies von wahren Geschehnissen inspiriert wurde und es theoretisch auch immer wieder passieren kann.
Gleichzeitig hat Noahs Perspektive dafür gesorgt, dass es trotzdem noch irgendwie leicht zu lesen war. Hierbei möchte ich auch besonders den Schreibstil loben, kurze Kapitel und die leicht poetische Sprache haben den Roman zu einem echten Erlebnis gemacht.

Ebenfalls sehr gut gelungen ist die Verknüpfung von Familie und Gesellschaft. Wir bewegen uns viel auf der zwischenmenschlichen Ebene, während wir gleichzeitig auch die Welt außerhalb der Familie betrachten. Man lernt Menschen kennen, die sich gegen das Kalifat auflehnen, andere die es vollkommen unterstützen und schließlich diejenigen, die sich der Gehirnwäsche beugen.
Dazu erfährt man natürlich auch viel über die Taubenzucht und das Leben der Tauben, die durchgängig eine schöne Metapher darstellen.
Ein toller und wichtiger Roman, der ernste Themen wundervoll vermittelt.

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Veröffentlicht am 31.01.2026

Schmerzende Worte

Da, wo ich dich sehen kann
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Emma ist 30, hat eine Tochter im Grundschulalter, liebende Eltern, eine tolle beste Freundin und einen Mann, der sie ermorden wird.
Dieses Buch tut mit jeder Seite weh und doch ist es so unheimlich wichtig ...

Emma ist 30, hat eine Tochter im Grundschulalter, liebende Eltern, eine tolle beste Freundin und einen Mann, der sie ermorden wird.
Dieses Buch tut mit jeder Seite weh und doch ist es so unheimlich wichtig und wundervoll geschrieben.
Emmas Geschichte wird aus vielen Perspektiven erzählt, wir verfolgen ihre eigenen Gedanken vor ihrem Tod, aber auch das Leben danach von ihrer besten Freundin, ihrer Tochter und ihren Eltern. Dazwischen gibt es auch Textabschnitte, die alles nochmal realer wirken lassen, wie ein Sektionsgutachten oder das Transkript des Notrufs, als Maja ihre tote Mutter findet.

Immer wieder habe ich beim Lesen einen Kloß im Hals bekommen, manchmal auch Tränen in die Augen, viele Sätze habe ich mehrmals gelesen oder eine Weile auf mich wirken lassen. Die Charaktere und ihre Gefühle und Gedanken wirken so authenthisch, dass man sich viel zu gut in sie hineinversetzen kann. Die Freundschaft zwischen den Frauen hat mich (trotz Unterschieden) so an meine beste Freundin erinnert, dass ich teilweise auch um Emma mitgetrauert habe und mich gefragt habe, was ich machen würde, wenn meine Freundin so plötzlich stirbt.
Der Schreibstil hat etwas ganz Besonderes, manche Sätze sind ewig lang, aber wirken dennoch nicht übertrieben oder kompliziert, sondern erinnern an einen menschlichen Gedankenfluss.
Dazu werden auch Themen des "Was wäre wenn" oder Paralleluniversen durchdacht, was passend zur Thematik der Trauer war.
Femizide sind leider ein immer noch sehr aktuelles Problem in unserer Gesellschaft, daher finde ich es umso wichtiger, dass darauf aufmerksam gemacht wird und jeder in der Weise hilft, wie es ihm möglich ist. Die Autorin trägt mit diesem Buch ihren Teil dazu bei, nun ist es an uns, auf unsere Lieben und auch auf uns selbst achtzugeben.
Absolute Leseempfehlung alleine für das Thema, aber auch Stil und Inhalt konnten mich sehr überzeugen!

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