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Veröffentlicht am 28.04.2026

Beeindruckende Mischung aus Fantasy und historischem Drama

The Poet Empress
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The Poet Empress ist eines dieser besonderen Bücher, die einen von der ersten Seite an packen und nicht wieder loslassen, weit über die letzte Seite hinaus.
Gleichzeitig ist auch von Anfang an schnell ...

The Poet Empress ist eines dieser besonderen Bücher, die einen von der ersten Seite an packen und nicht wieder loslassen, weit über die letzte Seite hinaus.
Gleichzeitig ist auch von Anfang an schnell klar, dass dies keine leichte Geschichte sein wird, sondern stattdessen von Leid und Grausamkeiten gezeichnet ist.
Yin Wei wächst als Tochter eines Reisbauern in Armut und Hunger auf, sieht aber einen Ausweg, als Konkubinen für den Thronfolger des Kaisers gesucht werden.
Leider nur ist das Leben im Palast voller Gefahren und erinnert immer wieder an historische Erzählungen über Intrigen im chinesischen Kaiserpalast.
Hier gelingt der Autorin eine tolle Mischung: Das wohlbekannte Setting wird mit Fantasy-Elementen nicht nur ergänzt, sondern wunderbar bereichert.
Die Magie wirkt nicht fehl am Platze, sondern fügt sich ganz natürlich in die Welt ein, das System dahinter ist leicht verständlich und doch außergewöhnlich.

Generell hat mich die Atmosphäre durchgängig in ihren Bann gezogen, man ist in jeder Szene mitten drin, kann sich die Kulisse gut vorstellen und fühlt mit den Charakteren mit.
Diese waren auch schön ausgearbeitet - Wei war mir schnell sympathisch, aber auch die Nebencharaktere konnten überzeugen und selbst Prinz Terren lernt man im Laufe der Geschichte besser kennen.
Vereinzelt hätte ich mir noch eine Charakterübersicht gewünscht, aber auch ohne konnte ich mir die wichtigsten Namen recht gut merken.
Auch der Schreibstil war angenehm zu lesen, wenn auch nicht super außergewöhnlich oder poetisch (wie es der Titel vielleicht vermuten lässt), dies hat mich aber gar nicht gestört.
Insgesamt ein Buch, das ich kaum aus der Hand legen wollte und das mich auf die beste Art an Werke wie "A Song to Drown Rivers" erinnert hat.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.03.2026

Eine Liebe für immer

Das White Octopus Hotel
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Eve leidet schon ihr ganzes Leben unter gewaltigen Schuldgefühlen. Als sie von der Magie des White Octopus Hotels hört, die eine zweite Chance verspricht, zögert sie daher nicht lange und bricht in die ...

Eve leidet schon ihr ganzes Leben unter gewaltigen Schuldgefühlen. Als sie von der Magie des White Octopus Hotels hört, die eine zweite Chance verspricht, zögert sie daher nicht lange und bricht in die Schweiz auf - und landet in der Vergangenheit in dem wohl faszinierendsten Hotel aller Zeiten.
Ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen, das mich emotional so mitgenommen hat. Hier liegt die Magie nicht nur in den wundersamen Gegenständen im Hotel, sondern auf jeder Buchseite und die Worte dieser Rezension können ihm nicht gerecht werden.

Zunächst zum Aufbau: Die Geschichte folgt überwiegend Eves Perspektive, springt zwischendurch aber auch mal zu Max, sodass wir von beiden Hauptcharakteren einen gelungenen Einblick erhalten. Dazu spielt das Geschehen in den unterschiedlichsten Zeiten, aber ich fand es nicht allzu schwer, den Überblick zu behalten.
Es hat großen Spaß gemacht, die einzelnen Puzzleteile und Hinweise zusammenzusetzen, um die Zeitreise und Zusammenhänge zu verstehen - und in dem Moment, in dem man es versteht, trifft die Geschichte wirklich mit Wucht alle Emotionen.
Die Zeitreise von Eve beginnt dabei erst nach einem längeren Einleitungsteil, was ich aber gut so fand, da man sie und ihr Leben so erst richtig kennenlernen kann, bevor man sich in die Hotelwelt stürzt.

Das Hotel war dabei wunderbar fantasievoll, mit vielen skurrilen Details und allerlei Merkwürdigkeiten. Jeder Raum wurde toll beschrieben, man fühlt sich selbst wie mitten drin im Hotelleben.
Auch Eve und Max haben mir richtig gut gefallen, sowohl ihre Interaktionen und langsame Liebesgeschichte, als auch ihre Charakterentwicklung und Hintergründe.
Themen wie Schuld, Trauma, Krieg, Vergebung und komplizierte (Familien-)Beziehungen wurden glaubhaft dargestellt und man konnte gut mitfühlen und teilweise auch mitleiden.
Ich liebe Zeitreisegeschichten, daher konnte mich dieses Buch echt mitreißen - Highlight des bisherigen Jahres!

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Veröffentlicht am 15.03.2026

So geht Charakterentwicklung!

Prinzessin der tausend Diebe – Chosen
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Ohne große Umschweife knüpft das Buch an den ersten Band an und wirft uns in eine ziemlich düstere Situation:
Sora wurde getötet, unheimliche Monster überrennen die Städte, die Welt steht am Abgrund.
Jia ...

Ohne große Umschweife knüpft das Buch an den ersten Band an und wirft uns in eine ziemlich düstere Situation:
Sora wurde getötet, unheimliche Monster überrennen die Städte, die Welt steht am Abgrund.
Jia wird zur Protagonistin der Geschichte und sieht nur noch eine Lösung: Eine Zeitreise in die Vergangenheit, um die Ursache der Monster zu finden und auszulöschen. Doch wird sie ihren Plan dort auch umsetzen können?

Inhaltlich ist dies zwar eine Fortsetzung, jedoch könnte man es denk ich auch gut einzeln lesen, da diesmal ja Jia im Zentrum der Handlung steht. Für das volle Erlebnis empfehle ich aber trotzdem mit Band 1 zu beginnen, einfach um Jias Charakterentwicklung noch besser verfolgen zu können. Diese ist nämlich außerordentlich gut gelungen - von der ehemaligen Gegenspielerin wandelt sie sich zur Antiheldin und schließlich irgendwie sogar zu einer richtigen Heldin. Dies findet in einem angemessenen Tempo und schleichend statt, als Leser*in kann man wunderbar verfolgen, wie sich durch besondere Begegnungen und Erlebnisse ihre Ansichten und Denkweisen ändern, wie sie mehr Gefühle zulässt und langsam zu sich selbst findet.
Ihre Gefühlswelt konnte auch mich emotional echt packen, ich habe mitgefiebert und auch ein paar Tränchen vergossen.
Dazu ist sie auch einfach ein echt cooler Charakter, sie ist quasi der Inbegriff von "Badass" - was es umso schöner macht zu beobachten, wie ihr Herz erweicht wird.

Doch nicht nur Jia konnte mich als Charakter überzeugen, auch die Nebencharaktere und der Mann an ihrer Seite waren toll geschrieben und haben mein Herz erobert. Man hat hier immer wieder Found Family Vibes gespürt, sie alle hatten ihre Eigenarten, aber waren authentisch geschrieben und hatten einen wunderbaren Zusammenhalt.
Ich war richtig traurig, als die Geschichte vorbei war und hätte noch viele Kapitel mehr über diese Gruppe und die Liebesbeziehung lesen können.
Auch das Tempo war sehr angenehm, im ersten Band konnte ich manchmal nicht so gut folgen, das Problem hatte ich hier diesmal gar nicht - also falls euch Band 1 nicht so komplett zugesagt habt, gebt diesem Buch auf jeden Fall eine Chance!
Mein einziger Kritikpunkt bezieht sich auf die Logik hinter der Zeitreise bzw. einige Fragen, die nicht so ganz beantwortet wurden.
Ich mag konkrete Antworten generell lieber als offene Fragen, daher fand ich es etwas schade, jedoch auch passend zum koreanischen Stil.
Aus emotionaler Sicht bin ich echt begeistert, daher kann ich es verschmerzen, jedoch könnte es etwas unbefriedigend sein, wenn man für alles logische Erklärungen möchte.
Insgesamt ein toller Abschluss der Dilogie, der mir sogar noch besser gefallen hat als der Vorgänger!

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Gelungene Fortsetzung

Die Rätsel meines Großvaters
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Masateru Konishi nimmt uns wieder mit nach Japan und es gibt ein Wiedersehen mit all den Charakteren, die einem schon im ersten Teil ans Herz gewachsen sind.
So ist der Aufbau auch wieder sehr vertraut: ...

Masateru Konishi nimmt uns wieder mit nach Japan und es gibt ein Wiedersehen mit all den Charakteren, die einem schon im ersten Teil ans Herz gewachsen sind.
So ist der Aufbau auch wieder sehr vertraut: Aus einer Alltagssituation entwickelt sich ein Rätsel, über das man anschließend selbst zusammen mit den Protagonisten nachdenken kann. In einem Gespräch mit Kaedes Großvater werden zuletzt mögliche Auflösungen besprochen und diskutiert.
Währenddessen gibt es immer wieder schöne Einblicke in die japanische Kultur und das Leben der Charaktere.

Eigenarten der Sprache sowie japanische Begriffe werden dabei oft im Original belassen und nicht übersetzt, was ich sehr mochte. Mit entsprechendem Vorwissen lassen sich so weiterhin kulturelle Feinheiten gut herauslesen, trotzdem sollte es auch für Neulinge überwiegend gut verständlich sein.
Nichtsdestotrotz wären vielleicht manchmal kurze Anmerkungen toll gewesen, wie beispielsweise bei der Weihnachtsthematik (Heiligabend in Japan ist quasi wie bei uns Valentinstag).

Durch ebensolche Szenen und Details wird hier auch das Love Triangle weiter vertieft, was ich sehr mochte. Die Liebesgeschichte drängt sich nicht in den Vordergrund, aber ist doch im genau richtigen Maße immer noch vorhanden.
Gleiches gilt auch für die Demenzthematik, auch hier hat man wieder interessante Einblicke erhalten.
Generell knüpft das Buch gut an den Vorgängerband an, die Charaktere werden nochmal kurz vorgestellt und vorherige Fälle entweder erwähnt oder zusammengefasst, in genau dem richtigen Maße, um die Erinnerung wieder aufzufrischen.
Aufgrund der episodenartigen Form ist es vermutlich auch möglich, mit diesem Buch zu starten, jedoch würde ich die Lektüre von Band 1 trotzdem empfehlen, da es sich so wie ein Wiedersehen mit alten Freunden und eine Rückkehr nach Japan anfühlt.

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Veröffentlicht am 22.02.2026

Das Meer gibt, das Meer nimmt

Sommer auf Perigo Island
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Pierce ist erst 9, als sein Vater nicht vom Fischen zurückkehrt, jegliche Suche bleibt erfolglos. Als drei Jahre später seine Freundin Anna ebenfalls spurlos verschwindet, versucht er zusammen mit drei ...

Pierce ist erst 9, als sein Vater nicht vom Fischen zurückkehrt, jegliche Suche bleibt erfolglos. Als drei Jahre später seine Freundin Anna ebenfalls spurlos verschwindet, versucht er zusammen mit drei Freunden die Wahrheit herauszufinden.
Dieser Roman ist nicht lang, aber beinhaltet doch so viel: Zunächst entführt er uns nach Neufundland ins Jahr 1991, genauer gesagt auf die fiktive Insel Perigo Island. Wie lebten die Menschen damals auf einer solchen Insel? Wir lernen verschiedene Jobs rund um die Fischerei kennen, begegnen allerlei besonderen Tieren und der Meeresbiologie und schauen zu, wie Kinder dort aufwachsen.
Die gut recherchierten Einblicke sind hierbei keinesfalls trocken oder langweilig, sondern fügen sich schön in die Handlung ein und ergänzen die Atmosphäre, die generell toll gelungen ist.
Man kann das Salz in der Luft fast schmecken, die Fische riechen und das Meer rauschen hören - und mittendrin die Kinderbande.

Hierzu gehören Pierce, seine zwei Freunde Bennie und Thomas sowie Bennies Cousine Emily, die in den Sommerferien zu Besuch dort ist.
Pierce ist ebenfalls der Erzähler der Geschichte und es wirkt alles erstaunlich authentisch. Immer wieder hatte ich den Gedanken, dass die Kinder gut getroffen sind - man fühlte sich in die eigene Kindheit zurückversetzt, die Dialoge, Gefühle und Handlungen wirkten realistisch. In manchen Momenten denken sie viel zu viel nach, in anderen dafür so gar nicht.
Hinzu kommen zahlreiche Gefühle, die erst mal verarbeitet werden wollen: Die ersten romantischen Gefühle, Eifersucht, Trauer, (Verlust-)Ängste, Misstrauen, Vorurteile...
Zwischendurch hatte ich auch den Gedanken, dass sich der Roman auch als Jugendbuch gut machen könnte, aber natürlich kann ich ihn auch allen Erwachsenen absolut empfehlen. Eine schöne, eher unaufgeregte Geschichte, mit leisen Tönen, einer tollen Atmosphäre und authentischen Schilderungen.

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