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Veröffentlicht am 12.04.2026

Ende, Neubeginn und der Sommer dazwischen

Little Hollywood
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Wir befinden uns im Sommer von 1999: Leo hat gerade ihr Abi gemacht, nun bleibt ein letzter Sommer zwischen Kindheit und erwachsen werden, ein Sommer um zu entscheiden, wo das Leben sie hinführen soll.
Wir ...

Wir befinden uns im Sommer von 1999: Leo hat gerade ihr Abi gemacht, nun bleibt ein letzter Sommer zwischen Kindheit und erwachsen werden, ein Sommer um zu entscheiden, wo das Leben sie hinführen soll.
Wir als Leser dürfen sie in diesem Sommer begleiten, es ist nur eine Momentaufnahme ihres Lebens, was sich auch auf die ganze Erzählung auswirkt.
Statt ihre ganze Geschichte zu verfolgen erhalten wir nur einen kleinen Einblick, statt aufregenden Ereignissen und Spannung setzt die Autorin auf die Atmosphäre und zarte Gefühle.

Die Perspektive ist auf Leo als Ich-Erzählerin beschränkt, durch kluge Beobachtungen und Beschreibungen werden aber auch die Gefühle der Nebencharaktere gut dargestellt. Hiervon gibt es auch nur eine überschauliche Menge, sodass man sich besser auf ihre Beziehungen zu Leo fokussieren kann.
Besonders gut gefallen hat mir die langsame Entwicklung der Liebesgeschichte.
Es wurde sehr authentisch dargestellt, ohne es zu überstürzen oder künstliches Drama. Eine Sache war für mich jedoch ein wenig unnötig bzw. manchmal mochte ich die Aktionen der Charaktere nicht wirklich.
Dafür wurden verschiedene Beziehungen behandelt, zu den Eltern, zum Bruder und auch zu Freunden, was ich gerne gelesen und verfolgt habe.

Generell fand ich den Schreibstil sehr schön, manche Abschnitte habe ich auch doppelt gelesen und die Worte auf mich wirken lassen.
Auch der Nostalgie-Faktor wurde getroffen: Ich war zwar noch wesentlich jünger als die Protagonisten, aber habe sehr vieles aus der damaligen Zeit wiedererkannt und mich in das Lebensgefühl zurückversetzen können.
Dazu wurde die Thematik rund um Kinofilme passend in die Handlung eingebaut, stand aber nicht im Fokus.
Es gab zwischendurch mal manche Abschnitte, die sich ein wenig gezogen haben, insgesamt war es aber ein schönes nostalgisches Leseerlebnis mit einer Coming of Age Story.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.04.2026

Rückkehr nach Japan

Wiedersehen im Kamelienhaus
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Das Buch knüpft direkt an den ersten Band an und so befinden wir uns zusammen mit Lucy wieder auf der japanischen Insel Soshima.
Im Laufe der Geschichte erfahren wir, wie es mit der Kamelienölmanufaktur, ...

Das Buch knüpft direkt an den ersten Band an und so befinden wir uns zusammen mit Lucy wieder auf der japanischen Insel Soshima.
Im Laufe der Geschichte erfahren wir, wie es mit der Kamelienölmanufaktur, ihrer Freundin Lili, ihrer großen Liebe Finn und ihrer Familie in Frankreich weitergeht.
Diese Fortsetzung hat mir sogar noch besser gefallen als Band 1 - natürlich waren die Charaktere diesmal schon etwas vertrauter, aber auch neue Personen konnten von sich überzeugen.
Die Insel wird mit jedem Kapitel lebendiger: Zusammen mit Lucy erkundet man die Natur und abgelegene Ecken, die wirklich schön beschrieben wurden, während man gleichzeitig aber auch immer mehr der Einwohner kennenlernt.
Jeder dort hat seine eigene Geschichte, besondere Stärken und eine eigene Rolle im großen Ganzen. Ich habe die kleinen Erzählungen über die Nebencharaktere genauso gerne verfolgt wie die Hauptgeschichte. Diese sind nicht immer perfekt ausgearbeitet, jedoch hat mich das nicht sonderlich gestört.

Wie schon im ersten Teil mochte ich die Einbindung der japanischen (und französischen) Kultur sehr. Man merkt hier richtig, dass die Autorin viel recherchiert und dafür mit Japanern zusammengearbeitet hat. Die Feinheiten der Kultur, der Sprache und des Zusammenlebens werden authentisch dargestellt und fügen sich perfekt in den Lesefluss ein. Obwohl ich mich bereits gut mit der Thematik auskenne, konnte ich trotzdem auch noch einiges dazulernen.
Auch empfand ich es als positiv, dass nicht immer alles ganz rund läuft und Lucy nicht auf magische Weise einfach so Erfolg hat. Probleme werden durch harte Arbeit und kluge Strategien gelöst, sodass man auch einen schönen Einblick in den Betrieb einer Manufaktur erhält.
Manchmal kommt der Zufall jedoch trotzdem noch zur Hilfe, allerdings hielt es sich hier noch so im Rahmen, dass man drüber hinweglesen kann - vor allem da es ja auch ein Wohlfühlbuch ist.
In diesem Sinne freue ich mich schon sehr auf den nächsten Band!

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.04.2026

Gefangen im Leben

Die Dinner Party
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Franca führt ein angenehmes Leben: Ihr Verlobter ist vermögend, sie planen ihre Hochzeit, sie muss nicht arbeiten gehen, nur für ein paar Gäste der Dinner Party kochen. Doch unter dem schönen Schein brodelt ...

Franca führt ein angenehmes Leben: Ihr Verlobter ist vermögend, sie planen ihre Hochzeit, sie muss nicht arbeiten gehen, nur für ein paar Gäste der Dinner Party kochen. Doch unter dem schönen Schein brodelt so einiges und ihr schickes Anwesen entpuppt sich mehr und mehr als goldener Käfig...
Dieses Buch ist alles andere als einfach. Zwischendurch musste ich es immer wieder mal weglegen und das Ende auch erstmal eine Weile sacken lassen.
Dabei ist der Schreibstil teilweise schon fast wie ein Sog, besonders wenn sich die Geschehnisse immer weiter zuspitzen. Zwischendurch gab es für mich jedoch auch vereinzelt mal kleinere Abschnitte, die sich etwas gezogen haben.

Insgesamt ist die Geschichte aber sehr atmosphärisch und geht mit jeder Seite mehr unter die Haut. Die Beschreibungen des Geschehens wirken überwiegend schon fast alltäglich, aber trotzdem hat man die ganze Zeit so ein unangenehmes Gefühl, das Grauen versteckt sich zwischen den Zeilen, ähnlich wie in einem ruhigen Horrorfilm.
Die Autorin schafft es wunderbar, Francas mentale Verfassung durch kleinste Dinge vertieft darzustellen, von Beschreibungen der Küchengeräte hin zu teilweise fast verstörenden Szenen.
Berührende Gedanken und Situationen wechseln sich ab mit unangenehmen Schilderungen, immer besteht viel Raum für eigene Interpretationen.

Wirklich sympathisch war mir dabei keiner der Charaktere so wirklich, nur mit Franca habe ich später doch etwas mitgelitten. Die Charakterisierungen waren jedoch durchaus authentisch und man konnte sich die Personen alle sehr gut vorstellen.
Jeder trägt sein eigenes Päckchen mit sich rum, jeder spielt eine Rolle, und es ist erschreckend und befreiend zugleich zu lesen, wie sich das im Laufe des Abends immer weiter auflöst.
Manche kleineren Überraschungen fand ich gut gelungen, ein größerer Plottwist hat mich sehr überrascht, jedoch im Nachhinein irgendwie nicht so ganz überzeugen können.
Ein Buch voller wichtiger Themen, das einen nachdenklich und ein wenig aufgewühlt zurücklässt.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Atmosphäre
  • Cover
Veröffentlicht am 23.03.2026

Spannender Themenmix

We Who Will Die
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Den Beginn der Geschichte hat man in ähnlicher Form vermutlich schon oft gelesen: Bruder oder Schwester der Protagonistin sind in tödlicher Gefahr, daher opfert sie sich selbst oder geht einen gefährlichen ...

Den Beginn der Geschichte hat man in ähnlicher Form vermutlich schon oft gelesen: Bruder oder Schwester der Protagonistin sind in tödlicher Gefahr, daher opfert sie sich selbst oder geht einen gefährlichen Handel ein, um ihn/sie zu retten.
Protagonistin Arvelle landet hier in einem Wettbewerb voller brutaler Arenakämpfe, die sie gewinnen muss, um anschließend den grausamen Imperator töten zu können. Irgendwie an ihrer Seite: Zwei Vampire, mit ihren ganz eigenen Motiven und Geheimnissen.

Hier wird das Rad nicht neu erfunden, viele der Tropes und Handlungselemente sind wohlbekannt, allerdings fand ich den Mix dann doch ganz interessant: Ein Setting wie in Gladiator mit Kolosseumskämpfen, aber dazu noch Vampire - und Magie!
Das Magiesystem hat mir hierbei überraschend gut gefallen, es wird immer wieder kurz erklärt bzw. weiter ausgebaut, ohne dabei zu kompliziert zu werden.
Passend dazu gibt es auch noch Götter, Religion und Fantasiekreaturen wie Zentauren und Greife.
Die Kämpfe und Prüfungen waren auch ganz spannend, kamen aber etwas unerwartet und teilweise plötzlich.

Den Schreibstil allgemein fand ich sehr angenehm, was auch seinen Teil dazu beigetragen hat, dass ich das Buch teilweise kaum aus der Hand legen konnte. Man fliegt durch die Seiten und kann dabei herrlich in diese Welt abtauchen und mitfiebern.
Arvelle als Protagonistin war mir ebenfalls sympathisch, sie kämpft nicht nur stark gegen die Herausforderungen der Gegenwart, sondern auch gegen die Dämonen ihrer Vergangenheit.
Dagegen hätte ich mir jedoch ein wenig mehr Tiefe bei einigen Nebencharakteren gewünscht, die interessant wirkten. Generell gab es zeitweise sehr viele Namen und einige davon konnte ich mir absolut nicht merken, hier wäre eine Übersicht nicht schlecht gewesen.
Wer gerne Romantasy liest, wird hier auf jeden Fall auch auf seine Kosten kommen, auch wenn manches etwas bekannt wirkt.

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Veröffentlicht am 01.02.2026

Authentische Charaktere in leicht märchenhafter Geschichte

Hazel sagt Nein
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Hazel zieht zusammen mit ihrer Familie vor ihrem letzten Schuljahr nach Riverburg, wo ihr Vater einen besseren Job bekommen hat und die Familie sich ihren Traum vom eigenen kleinen Haus erfüllen will. ...

Hazel zieht zusammen mit ihrer Familie vor ihrem letzten Schuljahr nach Riverburg, wo ihr Vater einen besseren Job bekommen hat und die Familie sich ihren Traum vom eigenen kleinen Haus erfüllen will. Blöd nur, dass Hazels Schuljahr alles andere als traumhaft beginnt: Der Direktor eröffnet ihr, dass sie die diesjährige Auserwählte ist, die eine sexuelle Beziehung mit ihm eingehen "darf". Hazel hat verständlicherweise so gar keine Lust darauf, sagt Nein und so kommt der Stein ins Rollen...

Zunächst sollte erwähnt werden, dass ich dieses Buch nicht als super realistische Erzählung des doch so wichtigen Themas aufgefasst habe, sondern vielmehr als Geschichte, die Betroffenen Mut macht. So ist der Anfang durchaus sehr erschreckend und erinnert leider sehr an das, was bei ähnlichen Fällen in der Gesellschaft passiert. Mittelteil und Ende hingegen werden zunehmend märchenhafter, was im ersten Moment vielleicht etwas befremdlich wirken kann und sich als leichter Stilbruch darstellt. Die Autorin hat generell so einiges im Buch auf die Spitze getrieben, wodurch aber auch wiederum gut deutlich gemacht wird, wie sehr kleine Situationen eskalieren können.

Ich hatte öfters das Gefühl, dass meine Kritikpunkte an der Handlung und dem Schreibstil der Autorin durchaus bewusst waren, sie dies aber gezielt ignoriert hat als Stilmittel, um das Buch zu formen.
Hierzu gehörten das bereits erwähnte leicht übertriebene Geschehen, das teilweise Ignorieren des Grundsatzes "Show, don't tell" und die Fülle an Themen. Statt sich auf Hazel zu fokussieren, werden mehr und mehr Problematiken wie Cancel Culture oder Antisemitismus eingebracht, jedoch oft nur oberflächlich und man fragt sich, ob das jetzt noch sein musste.

Sehr gelungen waren dafür zweifelsohne die Charaktere bzw. die vier Familienmitglieder, aus deren Perspektiven wir die Geschichte verfolgen können. Ihre Gefühle, Handlungen und Reaktionen haben auf mich sehr authentisch gewirkt und man konnte recht gut mitfühlen. Dies gelingt auch vereinzelt bei Nebenfiguren, jedoch bleiben diese generell eher blass. Auch dem Direktor wird keine große Bühne gegeben, was mich überrascht hat, aber wiederum gut zum Ton des Buches passt. Das Wenige, was man von ihm mitkriegt, ist dafür nur leider auch erschreckend realistisch.
Insgesamt eine gut zu lesende Erzählung über ein wichtiges Thema mit kleineren Schwächen.

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