Der Versuch die Leere zu füllen
Half His AgeWer ist Waldo? Die mit der Teenager-Mutter, die aus dem Trailerpark, die mit dem Schreibtalent oder die, die eine geheime Affäre mit ihrem doppelt so alten verheirateten Lehrer anfängt?
Waldo ist all das, ...
Wer ist Waldo? Die mit der Teenager-Mutter, die aus dem Trailerpark, die mit dem Schreibtalent oder die, die eine geheime Affäre mit ihrem doppelt so alten verheirateten Lehrer anfängt?
Waldo ist all das, aber auch so viel mehr. In diesem Buch erzählt sie ihre Geschichte aus ihrer Sicht.
Wir lernen Auszüge aus ihrer Kindheit kennen, ihre Beziehungen zu Freunden und ihrer Mutter, aber im Fokus steht natürlich die verbotene Beziehung zu ihrem Lehrer.
Zunächst hat mir der Schreibstil echt gut gefallen. Kurze Kapitel mit wechselnden kleinen Szenen halten die Aufmerksamkeit hoch und erleichtern den Lesefluss noch zusätzlich. Waldo hat immer wieder beeindruckend kluge Gedanken und Beobachtungen, die sich in tollen Zitaten widerspiegeln.
Sie drückt sich durch das Schreiben aus, verliert sich aber gleichzeitig auch schnell in eher negativen Formen des Leere Füllens.
Auf der Suche nach einer echten Verbindung und Anerkennung findet sie zu ihrem Lehrer und immer wieder lässt sich gut rauslesen, wie die Erlebnisse ihrer Kindheit ihr Verhalten geprägt haben.
Die Charakterdarstellung von Waldo fand ich dadurch echt gut gelungen, ich konnte zwar nicht mitfühlen, aber ihre Gefühle irgendwie nachvollziehen.
Als Erzählerin hat sie auch eine freche, aber gleichzeitig verletzliche Art, was ich sehr authentisch fand.
Das Thema der Affäre hingegen ist ja eher schwierig und nicht wirklich leicht zu verdauen, gerade wenn man Waldo als Charakter besser kennenlernt.
Man kann nicht mit ihr mitfiebern und hoffen, dass ihr "Auserwählter" sich meldet, weil diese ganze Beziehung einfach so falsch ist.
Auch werden oft recht explizite und teils sehr seltsame Szenen eingebaut, die ich ein wenig überflüssig fand, da sie vermutlich nur den Schockfaktor erhöhen sollten.
Mit diesen Gedanken im Hinterkopf hat mich das Buch aber auf seine ganz eigene Art unterhalten und zum Nachdenken gebracht.