Tolle Idee, aber leider für mich nicht gut umgesetzt, die Handlung und Charaktere bleiben zu flach
Yu-jins Bücherküche der großen TräumeYu-jin entflieht dem Trubel von Seoul und eröffnet in Soyangri ein Buchcafé mit einer Pension. Dort, wo die Pflaumenbäume blühen und duften, schafft sie einen Ort des Innehaltens, Nachdenkens und Zusammenkommens. ...
Yu-jin entflieht dem Trubel von Seoul und eröffnet in Soyangri ein Buchcafé mit einer Pension. Dort, wo die Pflaumenbäume blühen und duften, schafft sie einen Ort des Innehaltens, Nachdenkens und Zusammenkommens. Immer mehr Menschen finden ihren Weg in die Bücherküche mit ganz unterschiedlichen Schicksalen und Problemen. Alle eint, dass sie in der Bücherküche einen Zufluchtsort und wieder zu sich selbst finden können.
Mich konnte die Geschichte leider trotz der tollen Ausgangslage und -idee nicht abholen. Das Cover passt gut zur Geschichte, aber wäre mir in der Buchhandlung mit seinen Pastellfarben eher weniger aufgefallen. Kapitelweise wird die Geschichte einer Figur erzählt, die in die Bücherküche kommt. Dabei spielen Yu-jin und ihre Mitarbeiter meist eher eine Nebenrolle. Die Figuren werden gut beschrieben, aber das Buch erinnert insgesamt eher an eine Kurzgeschichten-Sammlung, deren Kapitel nur lose miteinander verwoben sind. Im Schnelldurchlauf werden die Figuren mit ihren Sorgen und Problemen vorgestellt bevor sie in die Bücherküche kommen. Dabei plätschert die Handlung dahin, mich konnten die Geschichten nicht fesseln und das Weiterlesen fiel mir schwer. Auch mit den Namen habe ich mich schwer getan, ein Personenregister oder -verzeichnis hätte sicherlich geholfen, die Charaktere zuordnen zu können.
Yu-jin als zentrale Figur kam mir viel zu kurz auch wenn ihre Geschichte im letzten Teil nochmal aufgegriffen wird. Die angepriesenen Buchempfehlungen und tollen Gerichte aus dem Klappentext hätten auch mehr Raum verdient. Der Erzählstil ist neutral, an vielen Stellen aber auch fast schon poetisch, so gut es mit der Übersetzung zumindest gelingt.
Ich konnte mit keiner Figur wirklich mitfiebern oder mitfühlen, allgemein bleiben sie zu blass und werden mehr "abgehandelt" als dass ich wirklich eine Bindung aufbauen konnte.
Das Buch wird mir nicht in Erinnerung bleiben und ich musste mich an einigen Stellen durch die Geschichte quälen. Es ist eine seichte Geschichte, die vor sich hin plätschert, aber mich nicht fesseln konnte. Schade!