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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.02.2026

Aufarbeitung alter Schuld

Eine vergessene Schuld
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Dies ist ein beeindruckender, vielschichtiger Roman, der zeitlose Fragen von Schuld, Erinnerung und moralischer Verantwortung in einen packenden erzählerischen Rahmen setzt. Arne Jensen gelingt eine Geschichte, ...

Dies ist ein beeindruckender, vielschichtiger Roman, der zeitlose Fragen von Schuld, Erinnerung und moralischer Verantwortung in einen packenden erzählerischen Rahmen setzt. Arne Jensen gelingt eine Geschichte, die sowohl in der Gegenwart verankert ist als auch tief in die Schatten der Vergangenheit blickt, und dabei berührt, nachdenklich macht und lange nachhallt.

Arne Jensen erzählt klar, eindringlich und ohne Effekthascherei. Seine Sprache lässt viel Platz für die Gedanken des Lesers und wirkt genau deshalb umso stärker. Die Figuren sind facettenreich und glaubwürdig – sie tragen ihre Verletzungen, Zweifel und Hoffnungen offen und ehrlich. Viele Szenen bleiben im Gedächtnis, nicht weil sie laut wären, sondern weil sie wahrhaftig sind.

„Eine vergessene Schuld“ ist kein flotter Spannungsroman, sondern vielmehr ein tiefgründiger, bewusst gestalteter Roman über Erinnerung, Verantwortung und die stillen, oft schmerzhaften Verknüpfungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Ein Buch, das nachdenklich macht, bewegt und bereichert – und eines, das man noch lange nach dem letzten Kapitel bei sich trägt, vor allem, da es auf wahren Begebenheiten beruht. Mein erstes Buch von Arne Jensen aber bestimmt nicht das letzte.

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Veröffentlicht am 26.01.2026

Starke Frauen

In der Liebe wollen wir frei sein
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Susanne Lieder ist es hier gelungen, eine fesselnde Erzählung aus den 70er Jahren zu schreiben. Vor dem Hintergrund wahrer Begebenheiten geht es hier um jungen Frauen, die endlich über sich selbst bestimmen ...

Susanne Lieder ist es hier gelungen, eine fesselnde Erzählung aus den 70er Jahren zu schreiben. Vor dem Hintergrund wahrer Begebenheiten geht es hier um jungen Frauen, die endlich über sich selbst bestimmen möchten. Gab es auf der einen Seite diejenigen, die sich nichts Schöneres vorstellen konnten, als verheiratet und Mutter zu sein, so wollten viele einfach nur das Leben genießen. Rund um den Skandal der Veröffentlichung von berühmten Frauen, die abgetrieben haben, versucht die Journalistin Juliane, ihren Platz im Leben zu finden. Frei von verschiedenen Zwängen, die damals noch vorherrschten.

Die Mischung aus Reflexion, Erzählkunst und emotionaler Tiefe macht dieses Buch zu etwas Besonderem: Es unterhält, regt zum Nachdenken an und schenkt gleichzeitig ein wohliges Gefühl von Verbundenheit. Gerade die Botschaft, dass Liebe und Freiheit keine Gegensätze sein müssen, wird hier eindrucksvoll spürbar.

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Veröffentlicht am 13.01.2026

Ohne Kruse geht es nicht...

Lügen auf Friesisch
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Auch dieser inzwischen vierte Teil überzeugt wieder vor allem durch seine starke Figurenzeichnung und eine konsequent aufgebaute Handlung . Der Autor konzentriert sich auf das Wesentliche: Geheimnisse, ...

Auch dieser inzwischen vierte Teil überzeugt wieder vor allem durch seine starke Figurenzeichnung und eine konsequent aufgebaute Handlung . Der Autor konzentriert sich auf das Wesentliche: Geheimnisse, Lügen und die psychologischen Spannungen zwischen den Beteiligten.

Im Mittelpunkt stehen Charaktere mit Ecken und Kanten, die glaubwürdig agieren und deren Motive sich erst nach und nach offenbaren. Herzberg versteht es hervorragend, innere Konflikte, Misstrauen und persönliche Verstrickungen herauszuarbeiten. Gerade dieses Zusammenspiel aus Ermittlungsarbeit und zwischenmenschlicher Dynamik sorgt für eine dichte, mitreißende Atmosphäre.

Die Spannung zieht sich konstant durch den gesamten Roman. Ohne unnötige Umwege entwickelt sich die Handlung zielgerichtet, mit gut gesetzten Wendungen und einem Tempo, das zum Weiterlesen zwingt. Die Dialoge sind pointiert und tragen maßgeblich zur Charakterentwicklung und zur Spannung bei; vor allem bei den drei ermittelnden Kollegen Michi, Ulf und Kruse kann ich mich immer wieder amüsieren. War ich beim ersten Band am Anfang skeptisch, mag ich dieses Trio inzwischen sehr gerne und möchte keinen von ihnen missen. Hoffentlich kommen noch ein paar Fälle...

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Veröffentlicht am 02.01.2026

Nichts für zarte Gemüter

Der Blutmacher
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Elias Haller liefert hier einen kompromisslosen, düsteren Thriller, der nichts beschönigt und genau dadurch seine enorme Wirkung entfaltet. Das Buch ist zum Teil brutal, verstörend und intensiv – aber ...

Elias Haller liefert hier einen kompromisslosen, düsteren Thriller, der nichts beschönigt und genau dadurch seine enorme Wirkung entfaltet. Das Buch ist zum Teil brutal, verstörend und intensiv – aber niemals selbstzweckhaft. Die Gewalt dient der Geschichte, der Charakterzeichnung und der beklemmenden Atmosphäre und macht den Roman zu einem eindringlichen Leseerlebnis.

Haller scheut sich nicht, die Grausamkeit menschlicher Abgründe offen zu zeigen. Die brutalen Szenen sind detailliert und hart, erzeugen Unbehagen und Spannung, bleiben dabei jedoch stets kontrolliert eingesetzt. Gerade diese schonungslose Darstellung verstärkt die emotionale Wucht der Handlung und lässt die Bedrohung jederzeit real und greifbar wirken.

Besonders überzeugend ist die dichte, dunkle Atmosphäre, die sich wie ein Schatten durch das gesamte Buch zieht. Der Autor versteht es, mit präziser Sprache und hohem Tempo eine permanente Spannung aufzubauen, die kaum Raum zum Durchatmen lässt. Die Figuren bewegen sich in moralischen Grenzbereichen, wirken glaubwürdig und tragen entscheidend zur Intensität der Geschichte bei.

Dieses Buch ist wie seine beiden Vorgänger kein Thriller für zarte Gemüter – aber genau das macht es so stark. Wer harte, kompromisslose Spannung mit psychologischem Tiefgang sucht, wird hier bestens bedient.

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Veröffentlicht am 30.12.2025

Hat mich sehr berührt.

Lebensbande
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Mit „Lebensbande“ hat Mechthild Borrmann einen tief berührenden Roman geschaffen, der leise erzählt wird und gerade dadurch eine enorme emotionale Wirkung entfaltet. Das Buch geht unter die Haut, ohne ...

Mit „Lebensbande“ hat Mechthild Borrmann einen tief berührenden Roman geschaffen, der leise erzählt wird und gerade dadurch eine enorme emotionale Wirkung entfaltet. Das Buch geht unter die Haut, ohne laut zu sein, und bleibt lange im Herzen der Leserinnen und Leser.

Im Mittelpunkt stehen menschliche Beziehungen, Schuld, Vergebung und die unsichtbaren Fäden, die Menschen ein Leben lang miteinander verbinden. Borrmann erzählt diese Themen mit großer Sensibilität und einem feinen Gespür für Zwischentöne. Ihre Sprache ist klar, ruhig und zugleich voller Gefühl – jedes Wort scheint bewusst gewählt, jede Szene trägt Gewicht.

Besonders beeindruckend ist die psychologische Tiefe der Figuren. Sie sind verletzlich, widersprüchlich und zutiefst menschlich. Ihre inneren Kämpfe und unausgesprochenen Gefühle werden so glaubwürdig dargestellt, dass man ihnen sehr nahekommt und ihr Schicksal mitfühlt. Die Autorin urteilt nicht, sondern lässt Raum für Verständnis und Nachdenken.

„Lebensbande“ ist kein Buch für den schnellen Moment, sondern eines, das man in Ruhe liest und nachklingen lässt. Es erzählt von den Spuren, die Entscheidungen hinterlassen, und von der Hoffnung, dass selbst zerbrechliche Bande Halt geben können. Ein stilles, intensives und wunderschönes Buch – bewegend, klug und absolut lesenswert.

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