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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.02.2026

Einblick in verschiedene Welten

Liefern
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Tomer Gardi gibt uns in seinem neuen Buch "Liefern" einen Einblick in verschiedene Welten: Tel Aviv, Dehli, Istanbul, Berlin, Buenos Aires und Kenia sind die Schauplätze. So unterschiedlich diese Orte ...

Tomer Gardi gibt uns in seinem neuen Buch "Liefern" einen Einblick in verschiedene Welten: Tel Aviv, Dehli, Istanbul, Berlin, Buenos Aires und Kenia sind die Schauplätze. So unterschiedlich diese Orte sind, sie verbindet ein gemeinsames (Titel-)Thema: das Leben von Lieferant:innen.
Diese sechs Kurzgeschichten sind sehr lose durch handelnde Personen miteinander verknüpft, funktionieren für mich aber am besten als eigenständige Erzählungen. Jedes Kapitel eröffnet eine eigene Welt mit eigenen sozialen und kulturellen Gegebenheiten. Trotz dieser Unterschiede ähneln sich die Nöte der Lieferant:innen über alle Geschichten hinweg und regen zum Nachdenken über unsere Gesellschaft an.
Ob jetzt das Schicksal mehrerer Lieferant:innen als roter Faden für das Buch reicht, kann man gerne diskutieren, ist vielleicht streng genommen zu wenig und man weiß nicht, worauf das alles hinauslaufen soll. Nimmt man jedoch jedes Kapitel als einen Ausschnitt unserer Welt an, als kleine Geschichte, so ist das Buch sehr gut lesbar und sehr kurzweilig. Ich habe das Buch wirklich gerne gelesen, für mich ein Buch, das man gerne zwischendurch zur Hand nehmen kann.

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Veröffentlicht am 03.02.2026

Ein Ermittler mit Fehlern

Minnesota
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Ein neuer Stand-alone-Krimi von Jo Nesbø – da musste ich zugreifen, obwohl ich Krimis sonst eher selten lese. Und was soll ich sagen: Das Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite überzeugt. Ich ...

Ein neuer Stand-alone-Krimi von Jo Nesbø – da musste ich zugreifen, obwohl ich Krimis sonst eher selten lese. Und was soll ich sagen: Das Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite überzeugt. Ich habe den Krimi regelrecht verschlungen.
Die kluge Erzählweise und der sehr zugängliche sprachliche Stil sorgen dafür, dass man nur so durch die Seiten fliegt. Das Buch liest sich leicht, ohne oberflächlich zu sein.
Der Protagonist Bob Oz ist nicht der perfekte Detective, aber wenn es drauf ankommt, beweist er, warum er der Richtige für diesen Job ist. Dass er dem Mörder so nahe war und es doch nicht erkannt hat, nimmt man ihm nicht krumm, das wäre wohl jedem von uns in der Situation passiert.
Jo Nesbø legt hier einen hervorragend konstruierten Krimi vor, der durchgehend spannend bleibt und nie langweilt. Die Lektüre war äußerst kurzweilig und hat definitiv Lust darauf gemacht, sich auch mit älteren Werken des Autors näher zu beschäftigen. Große Empfehlung von meiner Seite.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Zerrisenheit

Zugwind
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Zunächst konnte ich mit dem Cover wenig anfangen – und doch passt es im Nachhinein erstaunlich gut zum Ton des Buches. Die Protagonistin Mira Zehmann erzählt von ihrem Leben in Deutschland, wohin sie aus ...

Zunächst konnte ich mit dem Cover wenig anfangen – und doch passt es im Nachhinein erstaunlich gut zum Ton des Buches. Die Protagonistin Mira Zehmann erzählt von ihrem Leben in Deutschland, wohin sie aus der Ukraine, genauer aus Odesa, in die "Stadt N." gezogen ist. Sie erzählt von ihrem Leben, von ihrer Familie und ihrer Arbeit als Ärztin.
Und genau diese Arbeit ändert sich, als der Krieg in der Ukraine beginnt. Plötzlich suchen viele ukrainische Flüchtlinge ihre Praxis auf, weil sie ja "ein von ihnen" ist. Diese Situation löst eine Zerrissenheit in Mira aus, ein Zugwind in ihr setzt sich fest. Sie möchte ihr Leben leben, aber darf man auf Urlaub fahren, wenn im Heimatland Krieg herrscht? Darf man sein Leben weiterleben, wenn Freunde und Bekannte in Gefahr sind?
In einer bewusst schlichten, beinahe nüchternen Sprache wird diese innere Spannung erzählt. Dadurch wird es zu einem Buch, dass zum Nachdenken anregt. Nachdenken über die Schwere des Krieges, über die, die fliehen und die, die bleiben und ihr Leben trotzdem weiterleben. Keine einfache Situation. Ich habe dieses Buch gerne gelesen, wer etwas zum Nachdenken braucht, gerne mal zu diesem Buch greifen.

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Veröffentlicht am 30.09.2025

interessante neue Perspektive

Elyssa, Königin von Karthago
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Die Geschichte um Aeneas war mir noch aus dem Lateinunterricht bekannt, daher weckte dieses Buch mit seiner Neuerzählung sofort mein Interesse. Die Autorin wählt eine faszinierende Perspektive: Der Ich-Erzähler ...

Die Geschichte um Aeneas war mir noch aus dem Lateinunterricht bekannt, daher weckte dieses Buch mit seiner Neuerzählung sofort mein Interesse. Die Autorin wählt eine faszinierende Perspektive: Der Ich-Erzähler bzw. die Ich-Erzählerin wechselt von Kapitel zu Kapitel. Als Leser/in taucht man dadurch in die Gedankenwelten von Aeneas, Elyssa, Anna, Eros und sogar Vergil ein. Diese unterschiedlichen Blickwinkel auf die Geschichte sind erfrischend und äußerst interessant.

Besonders nachvollziehbar ist die aufblühende Liebe von Elyssa zu Aeneas, die aus Elyssas Gedanken gut herauszulesen ist. Allerdings empfand ich manche Passagen als etwas langatmig. Dennoch bleibt die Erzählung spannend, vor allem durch die geschickte Einbindung von Vergil und so einen klaren Bezug zu seinem Aeneas-Epos herstellt. Dieser literarische Kniff verleiht dem Buch eine zusätzliche Tiefe und macht es zu einer empfehlenswerten Lektüre für alle, die sich für antike Mythologie und neu interpretierte Klassiker interessieren.

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Veröffentlicht am 30.09.2025

nette kleine Weihnachtsgeschichte

Das verborgene Weihnachtskind
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Titus Müller liefert hier eine nette kleine Weihnachtsgeschichte und will damit das zentrale Wesen des Weihnachtsfestes herausstreichen.
Grundsätzlich zeigt der Text ein paar kleine Ideen wie unsere Zukunft ...

Titus Müller liefert hier eine nette kleine Weihnachtsgeschichte und will damit das zentrale Wesen des Weihnachtsfestes herausstreichen.
Grundsätzlich zeigt der Text ein paar kleine Ideen wie unsere Zukunft mithilfe von Digitalisierung und künstlicher Intelligenz aussehen könnte. Viele Dinge werden sicherlich unser Leben erleichtern, natürlich gibt es auch Tücken und man muss vorsichtig sein, sodass die Menschheit nicht nur mehr von Maschinen abhängig ist und vergisst, dass Menschsein auch beinhaltet, mit anderen Menschen zusammen zu sein. Leben kann wohl nicht nur daraus bestehen, einen (digitalen) Tagesablauf zu haben, es gibt viel mehr auf das man sich besinnen sollte.
Der Text ist insgesamt sehr leicht zu lesen und arbeitet recht schnell auf das Ende und die Aussage des Buches hin. Perfekte Lektüre für einen Weihnachtsnachmittag, für meinen Geschmack könnte man aus dem Stoff noch mehr rausholen, detaillierter und breiter in der Erzählung werden.

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