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Veröffentlicht am 26.02.2026

Wenn Loslassen wehtut und trotzdem richtig ist

Ich lass dich los und geb dir Halt
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Das Buch von Melanie Klefeldt „Ich lass dich los und geb dir Halt“ hat mich mitten ins Herz getroffen. Ich habe selbst einen Sohn, der im Sommer 18 wird und gerade wieder in einer Phase steckt, in der ...

Das Buch von Melanie Klefeldt „Ich lass dich los und geb dir Halt“ hat mich mitten ins Herz getroffen. Ich habe selbst einen Sohn, der im Sommer 18 wird und gerade wieder in einer Phase steckt, in der es um Diagnostik geht. Schon in der Grundschule waren wir beim Kinderarzt und in der Ergotherapie. Damals hieß es, es sei nichts in Richtung ADS. Heute stehen wir wieder genau an diesem Punkt. Und ich frage mich oft, wie vieles gelaufen wäre, wenn wir früher Gewissheit gehabt hätten. Nicht einfacher, aber anders.

Beim Lesen hatte ich ständig das Gefühl, verstanden zu werden. Die beschriebenen Gedanken, diese Mischung aus Sorge, Hoffnung, Müdigkeit und Liebe, das kenne ich so gut. Es tut gut, wenn jemand ausspricht, wie widersprüchlich sich Begleiten in dieser Lebensphase anfühlt. Man soll loslassen und gleichzeitig da sein. Man will vertrauen und doch schützen.

Besonders geholfen haben mir die konkreten Anregungen für den Alltag. Struktur, klare Absprachen, kleine Hilfen wie Listen oder Zeitvorgaben. Dinge, die so simpel wirken und doch viel verändern können. Auch der Blick auf uns Eltern hat mich berührt. Wir funktionieren oft nur noch. Dabei brauchen auch wir Halt.

Dieses Buch belehrt nicht mit dem erhobenen Zeigefinger. Es fühlt sich an wie ein Gespräch auf Augenhöhe mit der Autorin. Es nimmt Druck raus, und es zeigt, dass unsere Kinder nicht falsch sind. Sie ticken einfach anders. Sie haben ein anderes Betriebssystem. Und sie brauchen Eltern, die bleiben. Gerade dann, wenn sie sich lösen.

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Veröffentlicht am 25.02.2026

Der andere Arthur, ein Buch das bleibt

Der andere Arthur
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Dieses Buch hat mich leise erwischt und dann nicht mehr losgelassen.

In Der andere Arthur von Liz Moore geht es um Einsamkeit, um Abhängigkeit, um Verlust. aber vor allem geht es um Menschen. Um Arthur ...

Dieses Buch hat mich leise erwischt und dann nicht mehr losgelassen.

In Der andere Arthur von Liz Moore geht es um Einsamkeit, um Abhängigkeit, um Verlust. aber vor allem geht es um Menschen. Um Arthur Opp, einen zurückgezogenen ehemaligen Professor, der seit Jahren sein Haus nicht mehr verlässt, und um Kel, einen Jugendlichen, der mit einer kranken Mutter aufwächst und viel zu früh Verantwortung trägt. Verbunden sind sie durch eine alte Geschichte, die langsam ans Licht kommt.

Ich habe selten Figuren gelesen, die sich so echt anfühlen. Fehlerhaft., verletzlich, würdevoll. Arthur hätte leicht zu einer Karikatur werden können. Wird er aber nicht. Seine Gedanken sind klug, traurig und manchmal auch recht komisch. Kel hat mich genauso berührt. Dieser stille Kampf zwischen Hoffnung und Resignation, man spürt jede seiner Entscheidungen.

Die Geschichte ist ruhig erzählt, kein Drama um des Dramas willen. Und doch gab es Szenen, die mir den Boden unter den Füßen weggezogen haben. Genau diese schweren Momente machen die kleinen Lichtblicke so stark. Es geht um die Sehnsucht nach Nähe, um die Frage, wer für einen da ist, wenn es darauf ankommt. Und ob man sich noch traut, jemanden an sich heranzulassen.

Das Ende ist offen genug, um weiterzudenken. Für mich ist das Ende absolut stimmig. Das Leben löst auch nicht alles sauber auf.

Ich habe das Buch beendet und sofort die Figuren vermisst. Das passiert mir nicht oft. Fünf Sterne. Und eine klare Empfehlung.

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Veröffentlicht am 06.02.2026

Fünf Sterne für Robin und ihren Dämon

Kein Kuchen für Vampire
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Ich habe bisher alle Bände der Spellbound Reihe und auch den ersten Teil der Demonized Reihe gelesen. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen an Kein Kuchen für Vampire. Und ja, ich war von der ersten ...

Ich habe bisher alle Bände der Spellbound Reihe und auch den ersten Teil der Demonized Reihe gelesen. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen an Kein Kuchen für Vampire. Und ja, ich war von der ersten Seite an komplett drin.

Dieser zweite Band fühlt sich ruhiger an als die Schwesterserie. Gleichzeitig trifft er emotional viel härter. Nach zwei Büchern bin ich so stark in Robin und Zylas "vernarrt", dass es fast weh tut. Nicht nur im Hinblick auf eine mögliche Liebesgeschichte. Ihre Verbindung als Zweckgemeinschaft, als unfreiwilliges Team, als zwei Wesen aus völlig verschiedenen Welten, steht für mich im Mittelpunkt.

Robin ist keine Heldin im klassischen Sinne. Sie ist unsicher, körperlich unterlegen, oft überfordert. Aber genau darin liegt ihre Stärke. Sie ist aufmerksam, loyal, mitfühlend und bleibt selbst dann menschlich, wenn alles um sie herum eskaliert. Diese stille Art von Mut wirkt für mich echter als jede oft so überzeichnete Kämpferin.

Und dann ist da Zylas. Ich liebe alles an ihm! Seine Neugier auf banale menschliche Dinge, seine direkte Art, eine Mischung aus Arroganz, Intelligenz und unerwarteter Fürsorge. Jeder Dialog zwischen den beiden sitzt einfach. Man spürt, wie sich etwas verändert, auch wenn sie es selbst kaum greifen können.

Inhaltlich hat mich vor allem der Umgang mit Vampiren begeistert. Ein Motiv, das man schon hundertmal gelesen hat, bekommt hier eine frische und düstere Note. Es passt perfekt in die bestehende Welt und treibt die größere Handlung spürbar voran. Die Verknüpfungen zur anderen Reihe werden immer deutlicher. Die Spannung zieht spürbar an. Es gibt endlich Antworten, aber mindestens genauso viele neue Fragen.

Ich habe den Band an einem Tag verschlungen. Das war ein Fehler, weil das Warten auf Teil drei jetzt noch schwerer fällt. Für mich ist diese Reihe inzwischen auf Augenhöhe mit Spellbound, wenn nicht sogar ein klein wenig darüber.

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Veröffentlicht am 21.01.2026

Eine Königin bekommt ihr Herz zurück

Kleopatra
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Dieses Buch hat mich stärker berührt, als ich erwartet habe. Ich lese seit meiner Kindheit alles, was ich über Ägypten finden kann. Geschichte, Mythen, Fakten. Kleopatra hat mich dabei immer begleitet, ...

Dieses Buch hat mich stärker berührt, als ich erwartet habe. Ich lese seit meiner Kindheit alles, was ich über Ägypten finden kann. Geschichte, Mythen, Fakten. Kleopatra hat mich dabei immer begleitet, aber fast nie von ihrer Persönlichkeit überzeugt. Zu oft blieb sie eine Rolle, ein Bild, eine Zuschreibung. Diese Erzählung hat das Bild von ihr in meinem Kopf gewandelt.

Saara El-Arifi erzählt Kleopatra von innen heraus. Als Mädchen, als Frau, als Herrscherin. Ich habe ihre Unsicherheit gespürt, ihre Entschlossenheit, ihre Müdigkeit. Macht wirkt hier schwer. Verantwortung fühlt sich real an. Besonders berührt hat mich, wie viel Raum Freundschaft, Familie und Mutterschaft bekommen. Das ist äußerst selten und tut gut.

Der Fakt, dass hier die vierte Wand durchbrochen wird hat mich schnell abgeholt. Ich hatte das Gefühl, sie spricht wirklich mit mir. Nicht perfekt, nicht glatt, sondern ehrlich. Manche Passagen haben wehgetan. Andere waren leise und warm. Ich habe oft pausiert, um Gedanken wirken zu lassen.

Als jemand, der sich seit Jahren mit Ägypten beschäftigt, habe ich vieles wiedererkannt. Und doch habe ich Kleopatra neu gesehen. Nicht als Symbol, sondern als Frau, die in einer harten Welt ihren eigenen Weg sucht. Das Ende kannte ich. Trotzdem hat es mich getroffen.

Für mich ist das eine der stärksten literarischen Annäherungen an Kleopatra, die ich gelesen habe. Persönlich, nah und lange nachhallend.

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Veröffentlicht am 05.12.2025

Fünf Sterne für einen Sog aus Mord, Macht und Menschlichkeit

The Tainted Cup
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Dieses Buch hat mich sofort gepackt und bis zur letzten Seite nicht mehr losgelassen. Ich habe es regelrecht verschlungen und wollte direkt wieder von vorn beginnen. So selten geht mir ein Roman noch lange ...

Dieses Buch hat mich sofort gepackt und bis zur letzten Seite nicht mehr losgelassen. Ich habe es regelrecht verschlungen und wollte direkt wieder von vorn beginnen. So selten geht mir ein Roman noch lange nach dem Zuklappen nicht aus dem Kopf.

Im Kern ist es ein Mordfall in einer fremden Welt, doch daraus wächst noch so viel mehr! Eine Geschichte über ein Reich, das auf Kontrolle, Anpassung und Ausbeutung baut. Über Körper, die verändert werden, um zu funktionieren. Über Menschen, die ihren Platz in einem System finden müssen, das für sie eigentlich nie vorgesehen war. Besonders die Perspektive der neurodivergenten Figuren hat mich tief berührt. Anerkennung ist hier kein Geschenk, sondern harte Arbeit.

Die Dynamik zwischen dem Ermittlerin und ihrem Assistent trägt den Roman durch und durch. Scharf, schräg, stellenweise komisch, dann wieder still und schwer. Ich habe beide Figuren sofort in mein Herz geschlossen. Die Ermittlungen sind clever gebaut, mit echten Spuren, falschen Fährten und einem Ende, das alles neu einordnet.

Die Welt ist düster und lebendig zugleich. Mauerringe, Monster, Pflanzen als Technik, Körper als Werkzeuge. Nichts wirkt beliebig, alles greift ineinander. Die Bedrohung ist ständig spürbar, der politische Druck ebenso. sehr Vieles fühlt sich erschreckend nah an.

Besonders stark fand ich den Blick auf Macht und Klasse. Wer geschützt lebt und wer geopfert wird, ist klar verteilt. Und genau dagegen richtet sich der leise, aber beständige Widerstand dieser Geschichte.

Für mich ist das eine seltene Mischung aus Fantasy, Krimi und Gesellschaftsroman. Spannend, emotional, klug gebaut. Ich habe jede Seite genossen. Klare fünf Sterne, eigentlich sogar mehr, wenn möglich. Ich zähle die Tage bis zur Fortsetzung.

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