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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.02.2026

Toll

Bluttochter – Die Schwarzen Juwelen
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Was hatten wir es schwer miteinander. Nach 140 Seiten habe ich erstmal abgebrochen. Losgelassen hat mich das Buch jedoch nicht. Also noch mal ganz von vorn und langsam blieb auch was im Kopf hängen. So ...

Was hatten wir es schwer miteinander. Nach 140 Seiten habe ich erstmal abgebrochen. Losgelassen hat mich das Buch jedoch nicht. Also noch mal ganz von vorn und langsam blieb auch was im Kopf hängen. So viele unterschiedliche Charaktere und ein so komplexes Magiesystem. Das muss erstmal im Kopf verarbeitet werden. Irgendwann beginnen sich die Geschichten miteinander zu verbinden und ab da wurde es einfacher. Die Story ist toll, herrlich düster. Ich hab schon einige Fantasy Romane gelesen aber dieses hier ist absolut nicht vergleichbar. Die Sprache ist so sinnlich und bildhaft, manchmal roh und brutal. Das Setting ist einzigartig, absolut nicht vergleichbar. Eine dunkle Welt voller Magie und Machtspielchen. Definitiv auch nichts für schwache Nerven. Die Charaktere sehr tiefgründig und vielschichtig. Das hat mich hier besonders fasziniert. Das Buch ist eine Herausforderung aber auch eine tolle Leseerfahrung.

Ein Fantasy Buch für Erwachsene mit starken Nerven, die einfach mal in eine ganz andere Welt abtauchen wollen.

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Veröffentlicht am 06.02.2026

Toll

Vor uns die Zeit
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Vierzig Jahre lang hat Mr. Baldwin in der Versicherungsbranche gearbeitet. Jetzt durfte er in den wohlverdienten Ruhestand gehen und weiß nicht so recht was er mit der ganzen Zeit anfangen soll. Der Garten ...

Vierzig Jahre lang hat Mr. Baldwin in der Versicherungsbranche gearbeitet. Jetzt durfte er in den wohlverdienten Ruhestand gehen und weiß nicht so recht was er mit der ganzen Zeit anfangen soll. Der Garten wird neu gestaltet, länger schlafen kann er auch. Aber dann? Seine Frau und die Haushälterin müssen sich auch erst an seine Anwesenheit gewöhnen. Das gelang irgendwann besser aber dann ist da ein großes Nichts. Was soll man sich noch erzählen? Es passiert ja nichts mehr. Bei einem Ausflug schauen sie sich zufällig ein Musterhaus an und bekommen eine Idee. Was wäre nochmal neu anzufangen? An einem anderen Ort, in einem modernen Haus und neuen Nachbarn.

Dieses Buch ist das erste Mal 1936 erschienen. Das habe ich erst später bemerkt und es erklärte so einiges, zum Beispiel warum ein einfacher Versicherungsmitarbeiter eine Haushälterin hat und die Frau auch zu Hause ist. Der Schreibstil hat mir richtig gut gefallen. Sehr einfühlsam beschreibt Sherriff die Probleme, vor die Mr. Und Mrs. Baldwin gestellt werden. Manchmal fast schon niedlich wie sie umeinander rumtänzeln und den anderen beobachten. Das Thema zum neuen Haus wurde mir persönlich etwas zu sehr ausgeschmückt. Das hätte gern kürzer sein dürfen. Sonst wirkten die Protagonisten in ihren Entscheidungen manchmal etwas merkwürdig aber das erklärt eindeutig auch die vergangene Zeit. Heute würde sich so eine Anfangssituation ganz anders weitererzählen lassen. Da wäre ein neues Haus nicht mehr ganz so aufregend. Der Einblick ins Leben in England zu dieser Zeit ist wunderbar gelungen. Vor allem wie die Menschen ticken, mit welchen Ängsten und Sorgen sie zu kämpfen haben. Das hat mir hier richtig gut gefallen.

Ein warmherziger Roman, der tolle Einblicke in zwei ganz normale Menschen vor vielen Jahren gibt. Empfehle ich euch gern weiter.

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Veröffentlicht am 04.02.2026

Heftig

Gaza
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Dieses Buch umfasst 27 Erfahrungsberichte von ganz unterschiedlichen Menschen. Frauen, Kinder und Männer zwischen 13 und 65 Jahren wurden befragt: „Was haben sie am 07. Oktober 2024 gemacht?“ Das war der ...

Dieses Buch umfasst 27 Erfahrungsberichte von ganz unterschiedlichen Menschen. Frauen, Kinder und Männer zwischen 13 und 65 Jahren wurden befragt: „Was haben sie am 07. Oktober 2024 gemacht?“ Das war der Tag, an dem die islamistische Terrororganisation Hamas Israel angegriffen hat.

Dieses Buch konnte ich nicht am Stück lesen. Ich hab immer wieder ein paar Berichte gelesen, mehr ging einfach nicht. Zu groß und realistisch ist dieses Leid, dass für uns Europäer kaum vorstellbar ist. Menschen berichten von unerträglichen Verlusten und wüster Zerstörung. Menschenwürde gibt es hier kaum noch. Die Texte sind alle gut lesbar aber nur schwer zu verarbeiten. Hier geht es auch nicht um politische Hintergründe. Die können wir wahrscheinlich eh nicht komplett nachvollziehen. Die Menschen stehen im Vordergrund. Ich finde es so wichtig den Menschen eine Stimme zu geben und zu zeigen was sie ertragen müssen. Ein sehr eindringliches und wichtiges Buch. Es wird mich noch sehr lange beschäftigen.

Ich empfehle dieses Buch allen Lesern, die das aushalten können. Es ist hart aber leider auch die Realitä

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Veröffentlicht am 04.02.2026

Ok

Die Insel meiner Schwester
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Mirjam hat eine Halbschwester Nia. Die Beiden lernen sich erst kennen als sie vierzehn sind. Der gemeinsame Vater hatte jahrelang zwei Familien. Trotz dieser schwierigen Konstellation freunden sich die ...

Mirjam hat eine Halbschwester Nia. Die Beiden lernen sich erst kennen als sie vierzehn sind. Der gemeinsame Vater hatte jahrelang zwei Familien. Trotz dieser schwierigen Konstellation freunden sich die Mädchen an und werden unzertrennlich. Leider blieb das im Laufe der Jahre nicht immer so aber zu ihrem vierzigsten Geburtstag lädt Nia Mirjam ein, auf die Insel, auf der die Beiden ihre Kindheit verbracht haben. Doch nichts ist wie es scheint. Die Trauminsel wird zum Albtraum.

Langsam tasten wir uns hier an die Geschichte von Mirjam heran. Sie wurde gerade von ihrem langjährigen Freund verlassen und fühlt sich nicht gut. Weiß nichts so richtig mit sich anzufangen. Wir erfahren wie sie und Nia zueinander gefunden haben, wie die Mütter damit umgegangen sind. Interessant fand ich die Geschichte um den gemeinsamen Vater. Das hätte für mich auch noch viel mehr Platz einnehmen können. Sowas schüttelt man ja auch nicht so einfach ab. Dann ging es viel um Nias toxische Beziehung. Davon bin ich leider übersättigt. Da habe ich einfach zu viel gelesen. Ist mir manchmal auch zu schwarz/weiss. Zum Ende hin wurde aus der ruhigen Geschichte fast ein Thriller. Da ging es hoch her, war spannend und unerwartet. Leider zog sich das dann doch etwas und war mir auch einfach zu viel Drama. Der Schreibstil hat mir hier gut gefallen und auch die Atmosphäre auf der Schäreninsel war richtig toll.

Für Fans von Drama und toxischen Beziehungen definitiv lesenswert.

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Veröffentlicht am 19.01.2026

Schön

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
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Güstrow 1945: Auf der Flucht vor den Russen wird die 14jährige Marlen von Wilma gerettet. Sie versteckt sie in einer Schublade. Dort liegt auch das Porträt einer Frau, das Marlen versehentlich beschädigt ...

Güstrow 1945: Auf der Flucht vor den Russen wird die 14jährige Marlen von Wilma gerettet. Sie versteckt sie in einer Schublade. Dort liegt auch das Porträt einer Frau, das Marlen versehentlich beschädigt hat. Wilma nimmt Marlen bei sich auf. Sie ist Malerin und bringt ihr den Umgang mit Farben und Pinseln bei. Bald schon ist Marlen mehr als nur eine Unterstützung für Wilma.

Berlin 2023: Hannahs Mitbewohnerin Rubi zieht mit ihrem Freund zusammen aufs Land und hinterlässt eine spürbare Lücke. Dann taucht auch noch Hannahs Vater auf. Sie hat ihn noch nie getroffen und soll jetzt plötzlich noch eine Familie dazu bekommen. Sie weiß nicht was damals zwischen ihren Eltern passiert ist. Ihre Mama lebt nicht mehr, vielleicht kann ihr Vater ihr Antworten auf ihre Fragen geben.

Ein stiller, eindringlicher Roman über Frauen in der Nachkriegszeit und im jetzt. Das Cover ist einfach ein Traum. Finde ich so gelungen und absolut passend.
Alena Schröder kann schreiben. Das hat sie schon bewiesen und auch hier überzeugt ihr klarer Schreibstil. Die zwei Erzählstränge werden abwechselnd erzählt. Mir hat die Geschichte um Hannah etwas besser gefallen, hatte für mich etwas mehr Tiefe. Aber auch Marlenes Geschichte war toll. Die hätte für mich sogar noch mehr Raum einnehmen können. Von dem Zusammenleben der drei Frauen hätte ich sehr gern noch viel mehr erfahren. Inhaltlich hätte ich da noch Fragen, zum Beispiel was es mit dem Porträt aus der Schublade denn nun auf sich hat. Ich hab die Vorgängerromane zwar gelesen aber so ganz präsent sind sie nicht mehr in meinem Kopf. Ist aber auch nicht schlimm, da das Buch sich einfach wunderbar lesen lässt. Ganz ruhig und entspannt konnte ich die Geschichte verfolgen und in diese zwei Welten eintauchen. Alena Schröder spielt mit Klischees, lässt hier und da ein paar Lebensweisheiten einfließen und schafft so diesen Roman, der einen in seinen Bann zieht und man traurig ist, wenn er zu Ende ist.

Empfehle ich euch sehr gern weiter.

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