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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.03.2026

Sehr gelungen - Lieblingsbuchpotential

Spiegelland
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Nachdem mir „Stromlinien“ von Rebecca Frank so gut gefallen hat, war ich sehr neugierig auf ihr neuestes Buch „ Spiegelland“. Der neue Schauplatz ist die faszinierende Landschaft des Teufelsmoors, nahe ...

Nachdem mir „Stromlinien“ von Rebecca Frank so gut gefallen hat, war ich sehr neugierig auf ihr neuestes Buch „ Spiegelland“. Der neue Schauplatz ist die faszinierende Landschaft des Teufelsmoors, nahe Bremen und des Künstlerstädtchen Worpswede, welches ebenfalls eine Rolle spielen wird in dem Buch.

In der Gegenwart von 2025 wächst Elias auf und nachdem er einen großen Fehler gemacht hat, flieht er zu seiner Oma Catherina (Cato), die ein Haus in Teufelsmoor besitzt. In dieses Haus ist ihre Oma viele Jahre zuvor selbst geflohen zusammen mit Elias‘s Mutter Kira. Sie wollte das Zusammenleben mit einem gewalttätigen Ehemann nicht länger ertragen, und da bot ihr das Haus, dass sie überraschenderweise geerbt hatte eine Zuflucht und war der Start für einen Neuanfang.

Ein weiterer Erzählstrang führt weit zurück in die Vergangenheit zum Beginn der Besiedlungsgeschichte des Moors 1976. Hier lebt Aletta, die als Frau außer Heirat oder das Leben als Tante auf dem Hof ihres Bruders keine Möglichkeiten hatte zu überleben. Auch sie erlebte Gewalt als sie sich nämlich gegen die Heirat mit einem einflußreichen Bauern entschied.

Eindrücklich erzählt Rebecca Frank über die Folgen des Patriarchiats auf nachfolgende Generationen. Ich liebe Mehrgenerationen-Romane und kann nur staunen, wie einfühlsam und kunstvoll die Autorin die verschiedenen Geschichten hier miteinander verwebt. Mir hat das Buch große Freude gemacht. Ich hatte es als Hörbuch vorliegen und mochte auch die Vertonung durch Verena Wolfen, Jana Kozewa und Marian Funk sehr.

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Veröffentlicht am 27.02.2026

Hat Spaß gemacht

Verstand und Gefühl
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Schon länger hatte ich mir diesen Klassiker vorgenommen und jetzt endlich mein Vorhaben auch mal umgesetzt.

Es geht um die Schwestern Elinor und Marianne, die beide im heiratsfähigen Alter sind. Beide ...

Schon länger hatte ich mir diesen Klassiker vorgenommen und jetzt endlich mein Vorhaben auch mal umgesetzt.

Es geht um die Schwestern Elinor und Marianne, die beide im heiratsfähigen Alter sind. Beide Damen haben Verehrer, die sie umwerben, doch turbulente Verwicklungen verhindern den Gang zum Traualtar, den Mrs Dashwood , ihre Mutter, gedanklich schon durchgespielt hatte. Das ist besonders tragisch, da die Mutter mit ihren Töchtern nach dem Tod des Mannes quasi mittellos wird.

Jane Austen analysiert genau die Gefühle und Beweggründe ihrer Protagonisten und übt auch fleißig Gesellschaftskritik aus in ihrem ersten und persönlichsten Roman.

Marianne ist die emotionalere Schwester, die sich ausschließlich von ihren Gefühlen leiten lässt, die laut und ausdauernd leidet, als ihr das Herz gebrochen wird. Elenor ist da viel rationaler. Auch sie leidet, aber sie tut dies leise im Inneren,und lässt Platz für Argumente und Gegenargumente. Marianne macht aber im Laufe der Geschichte eine Entwicklung durch zu einer weniger naiven Frau, die ihre Balance zwischen Gefühl und Verstand gefunden hat, die Voraussetzung, um das eigene Glück zu finden.

Was soll ich sagen, das Buch war ein Genuss. Besonders die satirischen Passagen, in denen die Autorin die damalige Gesellschaft beschreibt, mochte ich sehr.

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Veröffentlicht am 07.02.2026

Highlight

Der gefrorene Fluss
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Dies ist die beeindruckende Geschichte einer Hebamme aus dem 18.Jahrhundert, die mich als Hörbuch knappe 16 Stunden begleitet hat und die ich von Anfang bis Ende geliebt habe.

Martha Ballard ist eine ...

Dies ist die beeindruckende Geschichte einer Hebamme aus dem 18.Jahrhundert, die mich als Hörbuch knappe 16 Stunden begleitet hat und die ich von Anfang bis Ende geliebt habe.

Martha Ballard ist eine empathische, zupackende Persönlichkeit, die mit ihren 50 Jahren einen großen Erfahrungsschatz gesammelt hat und bei den vielen Geburten, die sie begleitet hat, nie eine Frau verloren hat.

Ihr medizinisches Wissen ist umfangreich, so dass sie auch zu einer Untersuchung gerufen wird, als aus dem gefrorenen Fluss des Städtchens eine Leiche geborgen wird. Sie attestiert Mord an dem Kerl, dem Keiner im Ort eine Träne nachweint. Denn er war beteiligt an der Vergewaltigung der Pfarrersfrau, die nun zu allem Übel auch noch schwanger ist. Der aufgeblasene Arzt, Dr. Pears widerspricht ihrer Einschätzung später, doch Martha lässt sich nicht beirren.

Die Autorin baut von Anfang an Spannung auf, wobei ihr Roman auf historischen Fakten basiert, sie diese aber mit fiktiven Elementen weitererzählt. Martha Ballard war eine kluge Frau, sie konnte lesen und schreiben, kämpfte für Frauenrechte und begehrte gegen die Ungerechtigkeiten ihrer Zeit auf. Unterstützung bekam sie uneingeschränkt von ihrem Ehemann Ephraim und ihren inzwischen erwachsenen Kindern. Die Kombination zwischen historischem Roman und Kriminalgeschichte konnte mich überzeugen.

Ich könnte mir diese Geschichte so gut verfilmt vorstellen und das winterliche Setting in Maine passte gerade wunderbar in die Jahreszeit.

Eine große Empfehlung für dieses Hörbuchhighlight, welches mich nicht zuletzt durch die wunderbare Erzählstimme von Sandrine Mittelstädt begeistern konnte.

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Veröffentlicht am 22.01.2026

Eine Ehe auf dem Prüfstand

Die Liebe, später
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Kora und Anselm, zwei gestandene Persönlichkeiten, sie eine erfolgreiche Journalistin, er Biologe, stehen mit ihrer Ehe an einem Scheideweg.

Jahrelang hatten die Beiden eine Wochenendbeziehung und dieser ...

Kora und Anselm, zwei gestandene Persönlichkeiten, sie eine erfolgreiche Journalistin, er Biologe, stehen mit ihrer Ehe an einem Scheideweg.

Jahrelang hatten die Beiden eine Wochenendbeziehung und dieser Wechsel zwischen Distanz und Nähe hat ihre Beziehung jung gehalten. Jetzt hat Anselm die Rente eingereicht und träumt von mehr Zweisamkeit und einem Libellenteich, den er im Garten bauen möchte. Die einige Jahre jüngere Kora muss nach einer Herz OP verkraften, dass man sie in ihrer Redaktion gerne in den Ruhestand schicken möchte. Hält ihre Ehe soviel Nähe aus? Hält sie das aus, Anselm jetzt permanent um sich zu haben?

Kora flüchtet zunächst einmal auf die Geburtstagsfeier ihrer ehemaligen Mentorin, und auch der Hilferuf eines entfernten Bekannten, ihr bei der Suche nach seiner verschwundenen Frau zu helfen, ist für Kora ein guter Vorwand die Auseinandersetzung mit der eigenen Ehe noch ein bisschen aufzuschieben.

Doch das Nachdenken und Reflektieren setzt trotzdem ein.

Bei diesem Buch habe ich ständig gedacht, ja genau, so fühle ich auch. Gisa Klönne hat genau die richtigen Worte für ein Lebensgefühl um die 60 gefunden, ganz klar nicht mehr jung, aber in der Selbstwahrnehmung noch längst nicht alt, jedoch für die Gesellschaft halt doch schon alt. Diese Angst sich als Paar im Alter nur noch schweigend gegenüberzusitzen auch wenn das zur Zeit gar nicht der Fall ist, kann ich sehr gut nachvollziehen.

Die Autorin hat einen gut lesbaren, sensiblen und nachdenklichen Schreibstil, der mir unglaublich gut gefallen hat. Zwischendurch streut sie kleine Auflistungen ein, z.b Fünf Dinge, die Anselm nicht von ihr weiß, oder Fünf Themen, über die Anselm nicht gerne spricht, Fünf Vorteile einer langjährigen Liebe. Das ließ mich kurz innehalten und für mich selbst reflektieren: „ Wie ist es denn bei mir und meinem Partner?“

Ein ganz großer Einschnitt in Kora‘s Leben war sicherlich ihre Herzerkrankung und die notwendige OP, die ihr und ihrem Mann die Endlichkeit des Lebens nochmal ganz deutlich vor Augen geführt hat. Ich glaube nach so einer Erfahrung ist man nicht mehr der Mensch, der man vorher war.

Die Kapitel mit der Überschrift „ Orionzeit“ , die immer wieder in der Geschichte auftauchen, beinhalten Kora‘s Ringen mit dem Tod und ihr langsames Zurückfinden ins Leben.

Gisa Klönne hat wirklich eine ganz wunderbare Liebesgeschichte geschrieben. Ich mochte sehr, dass ihre Protagonisten schon etwas älter und lebenserfahrener sind. So konnte ich mich prima mit ihnen identifizieren.

Große Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 15.12.2025

Kurzweilig mit einem wunderbaren Humor geschrieben

Zwei vernünftige Erwachsene, die sich mal nackt gesehen haben
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Genau dass, was ich gerade gebraucht habe, ist mein Fazit nach der Lektüre dieses locker, leichten Unterhaltungsromans. Er ist so witzig geschrieben und wartet doch überraschenderweise mit recht vielen ...

Genau dass, was ich gerade gebraucht habe, ist mein Fazit nach der Lektüre dieses locker, leichten Unterhaltungsromans. Er ist so witzig geschrieben und wartet doch überraschenderweise mit recht vielen interessanten Themen auf, wie Age Gap, Me too, Mutter-Tochterbeziehungen, Geschwisterbeziehungen, Neuanfang und Wechseljahre.
Ich musste mehrfach laut lachen. Annika Decker hat mit ihrem Buch genau meinen Humor getroffen. Die Figuren waren authentisch und hatten ganz realistisch ihre Ecken und Kanten, und ich bin ihnen gerne durch die Geschichte gefolgt.
Das Ende ist sehr rund, was man vielleicht kritisieren könnte, weil unrealistisch , aber da es ein Wohlfühlroman ist, passt das für mich Für alle, die noch ein bisschen Lachmuskeltraining gebrauchen können und die einen guten ( auf keinen Fall seichten) Unterhaltungsroman zu schätzen wissen., ist dieses Buch eine große Empfehlung.

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