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Veröffentlicht am 20.02.2026

Mal was anderes

Ankerplatz am Meer
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Jule flieht am Wendepunkt ihres Lebens an die Küste. Geplagt von Selbstzweifeln findet sie Unterschlupf in der Pension von Luis und Anna, trifft dort auf Sophie, Philipp, Tom, Laura und Ben, die alle einen ...

Jule flieht am Wendepunkt ihres Lebens an die Küste. Geplagt von Selbstzweifeln findet sie Unterschlupf in der Pension von Luis und Anna, trifft dort auf Sophie, Philipp, Tom, Laura und Ben, die alle einen Rucksack voller Probleme mit sich tragen. Gemeinsam unternehmen sie eine Reise der Selbstfindung, lernen durch Gemeinschaft und Gespräche mit sich selbst ins reine zu kommen.

Mit ihrem Buch "Ankerplatz am Meer" begibt sich Heike Meckelmann auf einen neuen Weg, der so ganz anders ist als das, was man von ihr kennt. Hier wird es nachdenklich. Die Geschichte ist ein wenig spirituell angehaucht, darauf muß man sich einlassen können, um den wahren Sinn des Buches, den man zwischen den Zeilen findet, zu verstehen. Dann kann man dieses Buch als Leitfaden nehmen, der dem Leser in manchen Situationen helfen kann. Anhand der Charaktere in diesem Buch kann man erkennen, daß man, egal wie verfahren eine Situation erscheint, nicht aufgeben soll. Wenn man merkt, wie alles zusammenhängt, kann man gegenwirken. Dies vermittelt Heike Meckelmann in einer zwar gewöhnungsbedürftigen, poetischen Sprache, die jedoch trotzdem gut lesbar und verständlich ist. Ich mochte dieses Buch sehr, denn es war einmal ein Ausflug in eine völlig andere Welt!

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Veröffentlicht am 08.02.2026

Berührend

Die drei Leben des Maylo
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Malyo, ein außergewöhnlich intelligenter Hund, erzählt aus seinem Leben. Als er eines Tages mit der Tochter seiner Familie eine Bootstour macht, fällt er über Bord, gerät in einen Strudel und droht zu ...

Malyo, ein außergewöhnlich intelligenter Hund, erzählt aus seinem Leben. Als er eines Tages mit der Tochter seiner Familie eine Bootstour macht, fällt er über Bord, gerät in einen Strudel und droht zu ertrinken. Die Tochter springt hinterher, will Maylo retten. Während Maylo sich ans Ufer retten kann, kommt für die Tochter jede Hilfe zu spät, sie ertrinkt selbst im Strudel. Die Familie trauert sehr, gibt Maylo die Schuld und läßt ihn merken, daß besser er ertrunken wäre. Maylo würde so gern mit ihnen sprechen können, um ihnen zu sagen, daß das Leben nicht mit dem Tod endet.

"Die drei Leben des Maylo" ist eine außergewöhnliche Geschichte. Erika Kuhn läßt hier einen Hund zu Wort kommen. Maylo erzählt voller Weisheit seine Geschichte und die seiner Familie. Seine große Liebe zu seiner Familie wird hier deutlich. Auf feine Art bringt die Autorin die Gedanken Maylos zu Papier. Diese berühren in der Sichtweise und bringen den Leser zum Nachdenken. Denn Maylo spiegelt die Menschen durch seine Augen wieder, dabei bewertet er nicht - denn das würden Hunde niemals machen. Er ist seiner Familie verbunden und hält fest zu ihnen - egal, was passiert. Dieses Buch ist sehr emotional, darauf sollte man vorbereitet sein. Läßt man sich darauf ein, kann es Trost spenden und eine andere Sichtweise der Dinge vermitteln. Diese Geschichte zeigt die tiefe Verbundenheit zwischen Hunden und ihren Familien auf. Das ideale Buch für Hundeliebhaber!

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Veröffentlicht am 03.02.2026

Oma Emmi ermittelt mit Pendel und Tarot

Friesenschnack und falsche Fährten. Oma Emmi undercover
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Hagermoor in Ostfriesland wird durch einen Mord aufgerüttelt! Während der Ostermesse entdeckt ein Messdiener einen schwerverletzten jungen Mann in der Kirchentoilette, versehen mit einem Pentagramm auf ...

Hagermoor in Ostfriesland wird durch einen Mord aufgerüttelt! Während der Ostermesse entdeckt ein Messdiener einen schwerverletzten jungen Mann in der Kirchentoilette, versehen mit einem Pentagramm auf der Stirn. Dorfpolizist Redolf Puschen ist mit dem Fall überfordert, muß er doch im Kreise der Bewohner ermitteln, mit denen er aufgewachsen ist. Unterstützt wird er durch die Kripo Leer - und seiner Oma Emmi, die mit ihren kuriosen Ermittlungsmethoden für noch mehr Chaos und Unruhe sorgt. Bald muß Redolf feststellen, daß er sich in einigen Dorfbewohnern von klein auf getäuscht hat...

"Friesenschnack und falsche Fährten" ist ein wunderbar humorvoller und durchaus spannender Ostfriesenkrimi von Mirjam Wiesemann. Hier habe ich mich direkt heimisch gefühlt. Ihre Charaktere hat die Autorin zum Teil sehr skurril dargestellt. Da ist vor allem Oma Emmi, die mit ihrem Esoterik-Spleen manchmal über ihre Grenzen hinaus schießt und ordentlich Chaos erzeugt. Dabei meint sie es oft zu gut und nervt Enkel Redolf gewaltig. Er ist ebenfalls sehr aus dem Rahmen gefallen. Seine Vorliebe für alte Filme und deren Schauspielerinnen sowie das Popsternchen Sandra mutet schon kurios an und manchmal dachte ich auch, er könnte ruhig etwas freundlicher zu Emmi sein. Dazu die Kommissare Tietje Schluff und der Österreicher Leopold Winkler, der ständig Redolfs Namen falsch wiedergibt. Schon an der Namenswahl der Charaktere kann man erahnen, daß Mirjam Wiesemann einen sehr humorvollen Krimi geschaffen hat. Trotzdem bleibt es auch spannend. Denn es gilt, den Mörder zu überführen und die Identität des jungen Mannes zu klären. Hier erlebt man so manche Überraschung. Die andere bewegende Frage lautet: Muß Pferd Eisbär wirklich verkauft werden oder darf er zur Freude von Redolf doch am Hof bleiben? In diesem Buch wird es auf keinen Fall langweilig - ganz im Gegenteil! Ich würde mich freuen, wenn Redolf und Emmi noch einige Fälle auspendeln dürften, denn ich hatte hier sehr viel Spaß!

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Veröffentlicht am 01.02.2026

Etwas zu dick aufgetragen

Das Sturmhaus
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Im Jahr 1954 kauft Mila ein Haus in Cornwall. Dort will sie mit ihrer herrischen Mutter Magda und ihrer kleinen Tochter Janey ein neues Leben beginnen. Das Haus ist alt und renovierungsbedürftig. Schon ...

Im Jahr 1954 kauft Mila ein Haus in Cornwall. Dort will sie mit ihrer herrischen Mutter Magda und ihrer kleinen Tochter Janey ein neues Leben beginnen. Das Haus ist alt und renovierungsbedürftig. Schon bald bemerken die Frauen, daß sich auf ihrem Anwesen ein Fremder eingenistet hat. Er stellt sich als Jack Lord vor und vereinbart mit Mila, daß er ihr bei der Renovierung hilft. Verwundert beobachtet sie, daß die kleine Janey sofort Zutrauen zu dem Fremden faßt. Bei den Dorfbewohnern hält sich sehr hartnäckig das Gerücht, daß auf Milas Haus ein Fluch liegt, doch Genaueres will ihr keiner erzählen. Tatsächlich verhält Janey sich plötzlich ungewöhnlich und Mila hat das Gefühl, daß auch Jack ihr etwas verschweigt...

Jane Johnson verarbeitet in ihrem Roman "Das Sturmhaus" die uralten Sagen und Mythen ihrer Heimat Cornwall zu einer geheimnisvollen Geschichte. Sie beschreibt darin die unterschiedlichen Frauen so präzise, daß man die Stimmung zwischen ihnen knistern hört. Die unsichere Mila kämpft gegen ihre kalte Mutter und hat doch nur einen Wunsch: Ihre Zuneigung und Anerkennung. Dazwischen steht die kleine Janey, die mir manchmal ein bisschen zu selbstbewusst erscheint und etwas nervig wird. Die Handlung ist durch die alten Legenden spannend, obwohl die Autorin zum Ende hin etwas übertrieben hat. Zu viele haarsträubende Geschichten machen manchmal die Handlung unglaubwürdig. Weniger ist eben manchmal mehr!

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Veröffentlicht am 04.01.2026

Atmosphärisch und psychologisch ausgereift

Das Böse nebenan
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Anna Brown zieht in die idyllischen Kleinstadt St. Abel's Chapel. Doch die Idylle trügt. Anna fühlt sich beobachtet. Sie erfährt, daß in den letzten Jahren drei 16jährige Mädchen verschwunden sind. Scheinbar ...

Anna Brown zieht in die idyllischen Kleinstadt St. Abel's Chapel. Doch die Idylle trügt. Anna fühlt sich beobachtet. Sie erfährt, daß in den letzten Jahren drei 16jährige Mädchen verschwunden sind. Scheinbar weiß im Dorf jeder darüber Bescheid und versucht, dies zu verheimlichen. Als Anna von einem Mädchen um Hilfe gebeten wird, beginnt sie über das Geschehen nachzuforschen. Dabei ahnt sie nicht, wie dicht ihr das Böse bereits gekommen ist!

Sharon Bolton hat mich mit "Das Böse nebenan" absolut in seinen Bann gezogen. Auch wenn der Spannungsbogen hier etwas braucht, um hoch zu werden, war ich von Beginn an mitten in einer Geschichte, die Fragen aufwirft und fesselt. Man fragt sich dofort, wer die Geschichte erzählt und durch wessen Augen man sie sieht. Interessant war es zu verfolgen, wie die Dorfidylle langsam in sich zusammenfiel. Die Dorfbewohner erscheinen allesamt eher harmlos, fast könnte man sie übersehen. Wenn da nicht immer das Gefühl wäre, daß der Schein trügt und man letztlich dann doch niemandem traut. Anna wird hier sehr gut beschrieben. Ihr Gefühl, beobachtet zu werden, die dadurch resultierende Unruhe werden gut übertragen. Die Rückblenden in ihre Vergangenheit lassen nach und nach einiges ans Tageslicht kommen und machen viel der Spannung aus. Die Autorin schreibt wie gewohnt unheimlich flüssig, hier macht das Lesen Spaß! Sie schafft es, die düstere Atmosphäre und die psychologische Spannung perfekt an den Leser zu vermitteln, so daß man bis zum überraschenden Schluß einfach dranbleiben muß! Ich hatte mich sehr gefreut, endlich wieder etwas von Sharon Bolton lesen zu können - ich wurde nicht enttäuscht!

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