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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.04.2026

Eine zarte Ballettgeschichte der anderen Art

Pirouette into my Heart 1
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Jiang Shen stammt aus einer einfachen Bauernfamilie, doch seit er das erste Mal die Trainingsstunde der Ballettmädchen gesehen hat will er tanzen. Seine Eltern tun alles, um ihm diesen Traum zu erfüllen. ...

Jiang Shen stammt aus einer einfachen Bauernfamilie, doch seit er das erste Mal die Trainingsstunde der Ballettmädchen gesehen hat will er tanzen. Seine Eltern tun alles, um ihm diesen Traum zu erfüllen. Die intensiven Trainingsstunden, die seine Freizeit stark beschneiden, machen ihm nichts aus. Im Jugendzentrum, in dem er trainiert, finden auch Boxstunden statt. Eines Tages begegnet Jiang Shen dem wohlhabenden und sehr geradlinigen Bai Jinyi, der es sich zum Ziel gesetzt hat Profi-Boxer zu werden. Immer wieder kreuzen sich ihre Wege und immer wieder stellen sie fest, dass sie eine große Gemeinsamkeit haben: Einen großen Traum, den ihre Herkunft ihnen eigentlich nicht gestattet.

Ein traumhafter Manga, komplett in Farbe, der auf sehr ruhige und zarte Art die Geschichte von ungewöhnlichen Träumen und schwer zu erreichenden Zielen erzählt. In wundervollen großflächigen Bildern werden die Charaktere einzigartig inszeniert. Ein melancholischer Unterton schwingt mit, auch wenn die Geschichte in diesem ersten Band sehr positiv verläuft.

Ein vielversprechender Auftakt, der bisher Träume und Sport auf sehr ruhige Art in den Mittelpunkt stellt. Der Schluss deutet bereits an, dass hier außerdem Boys Love zum Thema wird.

Gefiel mir sehr gut!

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Veröffentlicht am 03.04.2026

Ein erschütterndes Zeitzeugnis mit erschreckender Aktualität

Das Tränenhaus. Roman
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Cornelia Reimann ist eine erfolgreiche Schriftstellerin im wilhelminischen Kaiserreich, die für die Gleichberechtigung der Frau und ein selbstbestimmtes Leben eintritt. Doch jetzt steht sie selbst plötzlich ...

Cornelia Reimann ist eine erfolgreiche Schriftstellerin im wilhelminischen Kaiserreich, die für die Gleichberechtigung der Frau und ein selbstbestimmtes Leben eintritt. Doch jetzt steht sie selbst plötzlich im Abseits – schwanger und unverheiratet gehört sie zu den Verstoßenen, die einer grausamen Gesellschaft ausgeliefert sind. Sie findet in der schwäbischen Provinz eines der diskreten Frauenheime, in dem sie mit Hilfe einer patenten Hebamme ohne Aufsehen ihr Kind zur Welt bringen und einer Pflegefamilie übergeben könnte. Das ist der einzige Weg, um ihr eigenes Leben weiterführen zu können und ihren Ruf zu retten. Im Frauenheim wird sie allerdings mit einer unschönen Realität konfrontiert: Die Hebamme ist geldgierig, desinteressiert und wenig am Wohlergehen ihrer Schützlinge und der Kinder interessiert. Cornelias Leidensgenossinnen stammen aus unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten: mal derb, ungebildet und gehässig, mal herzlich und hilfsbereit. Je weiter ihre Schwangerschaft fortschreitet desto mehr macht sich Cornelia Gedanken um die Situation lediger Mütter allgemein, junger Frauen grundsätzlich und nicht zuletzt um ihr eigenes Kind und was es für ihre Zukunft bedeuten kann.
Ein fesselnder Roman, der heute zu Unrecht vergessen ist. Das Buch gibt einen interessanten und auch schockierenden Einblick in die wenig bekannte Realität lediger Mütter im wilhelminischen Kaiserreich. Die meisten Romane begnügen sich die gesellschaftlichen Folgen für die Frauen in mehr oder weniger dramatischen Farben zu zeichnen. Hier wird der Fokus sehr viel intimer gelegt: Wie empfindet die Frau in der Situation? Zwischen welchen gesellschaftlichen Kräften und persönlichen Gefühlen steht sie?
Es ist wunderbar mit Cornelia selbst mitzuerleben wie sie sich von der sehr distanzierten Haltung gegenüber der Schwangerschaft als etwas Fremdes, Falsches wegentwickelt, immer andere Perspektiven einnimmt und sich quasi immer mehr der Rolle als Mutter annähert. Doch damit endet die Entwicklung nicht: Cornelia reflektiert ihre Situation und die ihrer Leidensgenossinnen und ist immer weniger gewillt sich den gesellschaftlichen Konventionen zu beugen.
Das Buch ist keine einfache Lektüre. Die gehobene Sprache hat mir gut gefallen. Viele Dialektpassagen haben die unterschiedlichen Charaktere sehr gut gesellschaftlich verortet. Das Thema ist hart. Zu wissen, dass das vor noch gar nicht so lange Zeit Alltag war, ist erschreckend. Das Nachwort unterfüttert die Geschichte dann noch mal, da klar wird, dass Gabriele Reuter hier aus persönlicher Erfahrung berichtet hat. Das erklärt die Intensität des Romans.
Ein Buch, das einen sehr wichtigen Aspekt unserer Geschichte vor dem Vergessen bewahrt. Wo die meisten Romane und Informationen enden, erzählt dieser hier weiter. Bei allem Schrecken und aller furchtbaren Details bleibt die Grundstimmung der Geschichte optimistisch und kämpferisch. Das macht die Botschaft und das Erleben des Buches noch einmal so intensiv.

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Veröffentlicht am 08.02.2026

Das Finale ist gut gelungen

Marmalade Boy Little 07
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Die Schulzeit neigt sich dem Ende zu und alle müssen sich für etwas entscheiden. Hat Aoi seine Liebe zu Rikka überwunden und ist zu seiner Ex-Freundin zurück? Hat die Fernbeziehung zwischen Rena und Shiga ...

Die Schulzeit neigt sich dem Ende zu und alle müssen sich für etwas entscheiden. Hat Aoi seine Liebe zu Rikka überwunden und ist zu seiner Ex-Freundin zurück? Hat die Fernbeziehung zwischen Rena und Shiga gehalten? Und welche Entwicklungen gab es in der Generation davor bei Miki und Yuu. Außerdem müssen sich auch Rikka und Sau entscheiden, wohin es nach der Schule gehen soll.

Der siebte und finale Band deckt einen ziemlichen großen Zeitabschnitt ab. Der erste Teil des Bandes erzählt die Hauptgeschichte zu Ende. Mit einem Sprung von zwei Jahren werden dann viele Entwicklungen sehr kompakt zusammengefasst, sodass ich mir doch gewünscht habe, dass es noch ein oder zwei Bände mehr gegeben hätte. Auf der anderen Seite bleibt auch kein Erzählstrang offen.

Alles in allem ein gelungener Abschluss dieses niedlichen Sequels.

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Veröffentlicht am 08.02.2026

Hübsche Shojo-Geschichte

Marmalade Boy Little 06
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Der Pärchenausflug zum Vergnügungspark wird von Rokutanda nachhaltig gestört. Der aufdringliche Typ drängt sich in das Quartett, verdirbt mit seinen Befindlichkeiten jedes Fahrgeschäft und sorgt dafür, ...

Der Pärchenausflug zum Vergnügungspark wird von Rokutanda nachhaltig gestört. Der aufdringliche Typ drängt sich in das Quartett, verdirbt mit seinen Befindlichkeiten jedes Fahrgeschäft und sorgt dafür, dass sich weder Rikka und Saku amüsieren können, noch dass sich Eri und Kodai aussprechen können. Rikka ist verzweifelt. Dabei hatte sie sich das neue Pärchen so schön ausgemalt.

Der vorletzte Band stellt Eri und Kodai ins Zentrum, die eine gemeinsame Vergangenheit haben. Auch Aoi bekommt gegen Ende der Serie noch mal Platz für weitere Entwicklung. Das gefiel mir sehr gut, allerdings sind Rikkas offensichtliche Verkupplungsversuche irgendwann nervig, zumal man den Eindruck bekommt, dass sie das nur tut, um ihr schlechtes Gewissen zu beruhigen oder die Welt nach ihren Vorstellungen zu gestalten.

Die Reihe ist bildschön gezeichnet und die Geschichte scheint zu einem runden Ende zu kommen, damit vergebe ich 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 08.02.2026

Faszinierend exotisch

Thousand Autumns. Buch 2
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Shen Qiaos Körper ist immer noch vom Gift geschwächt. Sein Qi und seine Augen wollen sich einfach nicht erholen, und jeder Kampf fordert von ihm einen hohen Tribut. So ist er immer noch auf den fragwürdigen ...

Shen Qiaos Körper ist immer noch vom Gift geschwächt. Sein Qi und seine Augen wollen sich einfach nicht erholen, und jeder Kampf fordert von ihm einen hohen Tribut. So ist er immer noch auf den fragwürdigen Schutz Yan Wushis, des Meisters der dämonischen Kampfschule angewiesen. Doch was hat Yan Wushi wirklich mit Shen Qiao vor, der in allem das absolute Gegenteil des dämonischen Kampfmeisters? Shen Qiaos Vertrauen und seinen Beschützer könnte ihn teuer zu stehen kommen.

Ich finde den Erzählstil immer noch nicht einfach. Er ist etwas sprunghaft und ich habe hin und wieder den Anschluss verloren. Die Übergänge fand ich nicht immer gelungen. Auch die Kampfszenen sind mir etwas sperrig erzählt. Als Manga würden sie sehr viel besser wirken, für eine erzählte Fassung ist sie mir etwas zu steif. Das Glaubenssystem ist ebenfalls äußerst komplex, sodass man sich irgendwann entscheiden muss, ob man im Anhang alles nachliest oder die erzählte Welt so hinnimmt und sich ohne Details zu kennen langsam einlebt.

Soweit meine Kritikpunkte, die das Buch den 5. Stern gekostet haben. Es bleibt eine faszinierende, exotische Welt voller Intrigen, Kampfkunst, komplexen Beziehungsgeflechten und starken Charakteren, die den Leser von Seite zu Seite überraschen, begeistern und vor den Kopf stoßen. Als Light Novel ist dieses Buch dazu immer wieder mit großformatigen Illustrationen ausgestattet, von denen man sich mehr wünscht, da sie gerade den sperrig erzählten Kampfszenen die Dynamik und den Zauber verleihen, die ihnen im Fließtext immer wieder fehlt.

Ein gelungener zweiter Band, der weitere dramatische Entwicklungen erwarten lässt.

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