Weniger Bewertung, mehr Fokus auf den eigenen Teller
Essen und essen lassenWarum meinen wir eigentlich andere Körper und das was Menschen essen ständig kommentieren und bewerten zu müssen? Diese und noch mehr spannende Fragen tauchen im Buch „Essen und essen lassen“ der Autorinnen ...
Warum meinen wir eigentlich andere Körper und das was Menschen essen ständig kommentieren und bewerten zu müssen? Diese und noch mehr spannende Fragen tauchen im Buch „Essen und essen lassen“ der Autorinnen Marlene Borchardt und Nora Burgard-Arp auf. Das Sachbuch beschäftigt sich auf eine wirklich interessante Weise mit dem Thema Ernährung und behält dabei hauptsächlich psychologische Effekte im Blick. Die einzelnen Kapiteln, drehen sich zwar um unterschiedliche Bereiche, letztlich geht es aber darum ein Bewusstsein für eigene Glaubenssätze und Bewertungen zu schaffen. Aber auch darum aufzuzeigen wie sich Diskriminierungen gegenseitig verstärken können. Durch Social Media, Fitnesswahn und ständig neuer Trends, ist es sicher nicht einfach ganz bei sich selbst zu bleiben. Nicht für jedes Problem, bieten die Autorinnen dabei eine Lösung. Aber allein durch mehr Selbstreflexion können wir uns und auch unseren Mitmenschen, das Leben deutlich leichter machen. Und auch politisch und gesamtgesellschaftlich sollte sich einiges ändern. Der Schreibstil ist durch die zwei verschiedenen Autorinnen, stellenweise etwas ungewöhnlich, gerade wenn in der Wir-Form geschrieben wird. Insgesamt liest sich der Text aber gut verständlich, keine Selbstverständlichkeit bei diesem komplexen Thema. Ich bin in die Lektüre ehrlich gesagt, ohne besondere Erwartungen gestartet und schließe das Buch nun informierter und durchaus zufrieden ab. Da mich die Umsetzung voll überzeugt hat vergebe ich gerne 5 Sterne und eine Leseempfehlung!