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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.04.2026

Sehr ausschweifend

Die Enthusiasten
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Ich liebe es, wenn man mit wenigen Worten viel sagen kann. Dieses Buch ist leider genau das Gegenteil. Der Klappentext hatte mich neugierig gemacht und auch das farbenfrohe Cover.

Markus Orths’ Roman ...

Ich liebe es, wenn man mit wenigen Worten viel sagen kann. Dieses Buch ist leider genau das Gegenteil. Der Klappentext hatte mich neugierig gemacht und auch das farbenfrohe Cover.

Markus Orths’ Roman Die Enthusiasten beeindruckt vor allem durch seine Sprache. Immer wieder finden sich schöne, fein formulierte Sätze und Beobachtungen, die zeigen, wie sorgfältig und literarisch der Autor schreibt. Einzelne Passagen haben eine große poetische Kraft und laden dazu ein, kurz innezuhalten und sie noch einmal zu lesen.

Aber ich habe schnell gemerkt, dass dieses Buch mich und meine Geduld überfordert. Markus Orths erzählt so ausschweifend, kommt immer wieder „vom Hölzchen aufs Stöckchen“ und obwohl ich gerne lese, war das einfach zu viel für mich.

Denn ich empfand das Buch über weite Strecken als recht langatmig. Die Handlung verliert sich häufig in Abschweifungen und ausführlichen Beschreibungen, die zwar stilistisch gelungen sind, den Erzählfluss aber verlangsamen. Dadurch fällt es manchmal schwer, wirklich in der Geschichte zu bleiben oder Spannung aufzubauen.

Gerade weil der Autor so gut formulieren kann, hätte ich mir stellenweise mehr Straffung gewünscht. Dennoch bleibt Die Enthusiasten ein sprachlich schönes Buch mit vielen gelungenen Formulierungen. Wer großen Wert auf literarische Sprache legt und sich Zeit für ruhigere, ausschweifendere Erzählweisen nimmt, könnte hier mehr Freude haben als ich.

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Veröffentlicht am 22.03.2026

Kalt

Moosland
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Die Sprache hat mir nicht gefallen, viel zu distanziert und konnte mich daher nicht berühren. Auch die Personen, vor allem Elsa sind mir sehr fremd geblieben. Dabei war ich so gespannt auf die Geschichte ...

Die Sprache hat mir nicht gefallen, viel zu distanziert und konnte mich daher nicht berühren. Auch die Personen, vor allem Elsa sind mir sehr fremd geblieben. Dabei war ich so gespannt auf die Geschichte der Esja-Frauen. Aber Katrin Zipse hat sich eine „besonders schweigsame junge Frau ausgesucht. Sie ist gefangen in der Trauer um ihre Freundin Sola und bemüht sich nicht wirklich, sich mit den Bauersleuten zu verständigen.

Die Landschaft hat Katrin Zipse sehr eindrucksvoll beschrieben, die Menschen leider nicht. Ich hatte bis zum Schluss kein Bild von Elsa oder den Bewohnern des Hofes.

Es ist oft kalt in Island und genau so ging es mir auch beim Lesen. Die Geschichte hat mich leider kalt gelassen und die erhofften Einblicke in das Inselleben habe ich nicht so bekommen wie erhofft.

Das Buch wird mit Sicherheit begeistern können, aber leider nicht mich.

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Veröffentlicht am 10.02.2026

Verwirrende Story

Pen Pal
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Ich habe mich von dem Cover, das mir überhaupt nicht gefällt, nicht abschrecken lassen und war sehr gespannt und die im Klappentext beschriebene Story. Aber selten hat mich ein Klappentext so sehr in die ...

Ich habe mich von dem Cover, das mir überhaupt nicht gefällt, nicht abschrecken lassen und war sehr gespannt und die im Klappentext beschriebene Story. Aber selten hat mich ein Klappentext so sehr in die Irre geführt wie bei Pen Pal. Ich habe eine völlig andere Story erwartet und war nicht positiv überrascht, sondern entsprechend enttäuscht. Pen Pal hat mit Brieffreundschaft fast gar nichts zu tun.

Kayla lebt in Washington und muss lernen, mit dem Tod ihres Mannes leben zu lernen. Dann poltert ziemlich plötzlich Aidan in ihr Leben und statt nur das Dach ihres maroden Hauses zu reparieren, ist er Balsam für ihr trauriges Herz. Kayla lässt sich auf eine sehr heftige Liebelei ein und ab da wird es sehr spicy. Die Autorin nimmt kein Blatt vor den Mund, aber leider langweilt sie mich auch mit ständigen Wiederholungen. Davon abgesehen finde ich den Schreibstil sehr gut lesbar und nicht zu platt.

Das Buch ist in 3 Abschnitte unterteilt. Der erste Abschnitt hat mir gut gefallen. Aber im 2. Abschnitt gibt es einen verwirrenden Twist, mit dem ich nicht gerechnet habe und der die ganze Geschichte für mich zerstört. Ich kann nicht näher darauf eingehen ohne zu spoilern, aber genau solche Geschichten mag ich nicht. Darauf hätte man im Klappentext hinweisen müssen.

Somit gefiel mir nur der erste Teil und ab dem 2. Teil wurde es für mich abstrus und unglaubwürdig. Sehr schade!

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Veröffentlicht am 10.01.2026

Direkt und ohne Schnörkel

22 Bahnen
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Ich habe mit hohen Erwartungen diesen Roman begonnen, wurde aber ein wenig enttäuscht.
Caroline Wahl hat mit ihrer direkten und schnörkellosen Sprache das Leben einer jungen Frau in einer deutschen Kleinstadt ...

Ich habe mit hohen Erwartungen diesen Roman begonnen, wurde aber ein wenig enttäuscht.
Caroline Wahl hat mit ihrer direkten und schnörkellosen Sprache das Leben einer jungen Frau in einer deutschen Kleinstadt eindringlich porträtiert. Tilda fristet ein Dasein zwischen Verantwortung und Sehnsucht nach Freiheit. Denn sie studiert, arbeitet an der Supermarktkasse und kümmert sich um ihre kleine Schwester Ida und ihre alkoholkranke Mutter. Die Atmosphäre ist daher oft rau und traurig. Der Autorin gelingt es gut, die Zerrissenheit von Tilda glaubhaft und authentisch darzustellen.

Ein kleiner Lichtblick für Tilda sind die Begegnungen mit Viktor, der genau wie sie 22 Bahnen schwimmt und ihre Träume von einer Zukunft in Berlin.

Der Schreibstil von Caroline Wahl ist anders: frech, direkt und ohne Umschweife. Das wirkt zunächst einmal erfrischend. Aber nach einer Weile haben mich die vielen Wiederholungen und die oft kurzen und abgehackten Sätze gestört.

Die Geschichte von Tilda hat mich berührt, aber Tilda selbst ist mir nicht nahe gekommen. Dafür wurden sie und ihr Leben zu distanziert und oberflächlich beschrieben. Da konnte einfach keine Nähe aufkommen. Sprachlich ist 22 Bahnen anders, aber mir persönlich hat es nicht so gut gefallen.

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Veröffentlicht am 08.12.2025

Winterlicher Krimi mit britischen Flair

Die Einladung – Mord nur für geladene Gäste
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„Die Einladung“ von Kelly Mullen präsentiert sich als atmosphärisch dichter Cozy Crime-Roman, der insbesondere durch sein winterliches Setting sowie das klassische Whodunit-Konzept besticht. Die Handlung ...

„Die Einladung“ von Kelly Mullen präsentiert sich als atmosphärisch dichter Cozy Crime-Roman, der insbesondere durch sein winterliches Setting sowie das klassische Whodunit-Konzept besticht. Die Handlung nimmt ihren Ausgangspunkt in einer rätselhaften Einladung, die Rosemary McLane und sieben weitere Personen verpflichtet, an einer Feier teilzunehmen. Rasch wird deutlich, dass jeder der Gäste ein Geheimnis verbirgt. Als die Gastgeberin Jane tot aufgefunden wird, verdichtet sich die Spannung: Der Täter befindet sich unter den Anwesenden, und ein Verlassen des Hauses ist unmöglich.

Das hätte richtig spannend werden können, aber der Mittelteil hat sich unnötig in die Länge gezogen. Ich wurde zwar zum Miträtseln animiert, was ich bei einem klassischen Whodunit auch erwarte. Aber die zahlreichen Nebenfiguren blieben blass und kleinere Logikfehler haben für mich das Tempo aus der Geschichte genommen. Das konnte auch die gelungene Darstellung der winterlichen und stellenweise beklemmenden Atmosphäre nicht wirklich retten.

Das Ermittlerduo Rosemary (Mimi) und ihre Enkelin Addie haben mich allerdings durch Witz und Charme überzeugt. Der Schreibstil besticht durch seine lockere, unterhaltsame Art mit einer Prise britischem Humor.
Das Buch empfiehlt sich für all jene, die einen winterlichen Kriminalroman mit feinem Humor und stimmungsvoller Kulisse zu schätzen wissen und die sich an ein paar Längen nicht stören.

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