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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.02.2025

Kupernikus ermittelt

Mord im Himmelreich
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Andreas Winkelmann ist bekannt für seine spannenden Thriller hat sich nun an ein neues Genre gewagt: Cosycrime oder besser gesagt, Campingcrime. Denn die ganze Geschichte spielt sich auf einem Campingplatz ...

Andreas Winkelmann ist bekannt für seine spannenden Thriller hat sich nun an ein neues Genre gewagt: Cosycrime oder besser gesagt, Campingcrime. Denn die ganze Geschichte spielt sich auf einem Campingplatz in der Nähe von Berlin ab. Da bekommt der ehemalige Schauspieler Björn Kupernikus die Rolle seines Lebens und ich als Leser jede Menge Schmunzelmomente. Denn Humor hat der liebe Andreas Winkelmann!

Kupernikus und seinen 30 Jahre alten Camper mag ich sofort und damit bin ich nicht alleine, denn die Künstlerin Annabelle ist auch ganz angetan von ihm. Sie lockt ihn sehr oft aus der Reserve und dann ermitteln beide in dem Mordfall, bei dem die ortsansässige Polizei nicht wirklich weiter kommt. Das Trio komplett macht Pinguin, die kleine Hündin, die Kupernikus rettet und dann auch bei sich behält.

Wie es sich für einen Cosy-Krimi gehört, geht es ganz gemächlich zu und Wortwitz und Spannung gehen einher. In der Tat ist es auch spannend, aber nicht so sehr, dass ich es kaum aushalten kann.

Mord im Himmelreich ist ein Wohlfühlbuch mit netten und auch ein paar bösen Menschen und es hat einfach Spaß gemacht, Annabelle und Björn bei ihren Annäherungsversuchen aber auch bei ihren Ermittlungen zu begleiten.

Etwas ungewöhnlich ist der Aufbau, denn die einzelnen Kapitel (insgesamt 4) sind noch mal in Szenen unterteilt. Am Ende gibt es dann noch 2 Rezepte und ein schönes Nachwort.

Mir hat es gefallen, ich wurde gut unterhalten mit einer komplexen Story und vielen lustigen und spannenden Momenten!

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Veröffentlicht am 26.04.2026

Mehr Familiendrama als Thriller

Meeresdunkel
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Till Raethers Meeresdunkel setzt auf ein vielversprechendes erzählerisches Konzept: kurze, wechselnde Kapitel aus der Perspektive von Henrike, Samuel und dem achtjährigen Juri. Gerade dieser Perspektivwechsel ...

Till Raethers Meeresdunkel setzt auf ein vielversprechendes erzählerisches Konzept: kurze, wechselnde Kapitel aus der Perspektive von Henrike, Samuel und dem achtjährigen Juri. Gerade dieser Perspektivwechsel sorgt zunächst für Dynamik und weckt Neugier. Doch was auf dem Papier spannend klingt, funktioniert nicht durchgehend. Besonders Juris Stimme wirkt oft nicht altersgerecht – seine Gedanken und Beobachtungen erscheinen zu reflektiert und konstruiert, was die Glaubwürdigkeit der Figur schwächt.

Der Roman entwickelt sich insgesamt zu einem Wechselbad der Gefühle: Einige Passagen sind durchaus packend und erzeugen eine dichte Atmosphäre, doch immer wieder wird mein Lesefluss durch langatmige Abschnitte gebremst. Die Spannung, die ein Thriller eigentlich tragen sollte, baut sich nur phasenweise auf und verpufft dann wieder.

Zwar werden im Verlauf einige Fragen aufgelöst, doch vieles bleibt im Unklaren. Dieses Offenlassen wirkt weniger wie ein bewusst eingesetztes Stilmittel, sondern eher wie eine verpasste Chance, die Handlung stringent zu Ende zu führen. Hinzu kommen mehrere unglaubwürdige und sehr konstruiert wirkende Entwicklungen, die es mir schwer machen, mich vollständig auf die Geschichte einzulassen.

Letztlich fühlt sich Meeresdunkel weniger wie ein Thriller an, sondern eher wie eine Familiengeschichte, die gerne dramatisch und spannungsgeladen gewesen wäre, dieses Ziel für mich jedoch nicht erreicht. Die Grundidee ist interessant, die Umsetzung bleibt jedoch hinter ihren Möglichkeiten zurück.

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Zwischen Spannung und viel Leerlauf

Woman Down
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Selten hat mich ein Buch so sehr enttäuscht – gerade weil ich die Romane von Colleen Hoover eigentlich sehr schätze. Schon das Vorwort hat mich stutzig gemacht, da die Autorin mehrfach betont, dass die ...

Selten hat mich ein Buch so sehr enttäuscht – gerade weil ich die Romane von Colleen Hoover eigentlich sehr schätze. Schon das Vorwort hat mich stutzig gemacht, da die Autorin mehrfach betont, dass die Geschichte nichts mit ihrem Privatleben oder ihren Moralvorstellungen zu tun habe. Rückblickend wirkte das fast wie eine vorsorgliche Distanzierung.

Die Idee klang zunächst vielversprechend: Eine Autorin in der Schaffenskrise trifft auf einen attraktiven Cop, der wie die Hauptfigur ihres eigenen Romans wirkt. Daraus hätte sich eine spannende und auch „spicy“ Geschichte entwickeln können. Leider scheitert das für mich vor allem an der Protagonistin Petra. Ihr Verhalten war für mich weder nachvollziehbar noch konsistent – mal extrem naiv, dann wieder sprunghaft in eine andere Richtung. Dadurch blieb sie mir durchgehend unsympathisch, besonders ihr ausgeprägtes Selbstmitleid war schwer zu ertragen.

Auch der Schreibstil konnte mich diesmal nicht überzeugen. Ich hatte ihn deutlich lebendiger in Erinnerung; hier wirkte vieles einfach und stellenweise repetitiv. Zwar gibt es zwischendurch spannende Momente, doch die Handlung flacht immer wieder ab und verliert sich in belanglosen Passagen. Das Ende schließlich wirkt stark konstruiert und ließ mich mehrfach nur den Kopf schütteln.

Insgesamt eine interessante Grundidee mit schwacher Umsetzung , sehr schade!

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Veröffentlicht am 07.04.2026

Sehr ausschweifend

Die Enthusiasten
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Ich liebe es, wenn man mit wenigen Worten viel sagen kann. Dieses Buch ist leider genau das Gegenteil. Der Klappentext hatte mich neugierig gemacht und auch das farbenfrohe Cover.

Markus Orths’ Roman ...

Ich liebe es, wenn man mit wenigen Worten viel sagen kann. Dieses Buch ist leider genau das Gegenteil. Der Klappentext hatte mich neugierig gemacht und auch das farbenfrohe Cover.

Markus Orths’ Roman Die Enthusiasten beeindruckt vor allem durch seine Sprache. Immer wieder finden sich schöne, fein formulierte Sätze und Beobachtungen, die zeigen, wie sorgfältig und literarisch der Autor schreibt. Einzelne Passagen haben eine große poetische Kraft und laden dazu ein, kurz innezuhalten und sie noch einmal zu lesen.

Aber ich habe schnell gemerkt, dass dieses Buch mich und meine Geduld überfordert. Markus Orths erzählt so ausschweifend, kommt immer wieder „vom Hölzchen aufs Stöckchen“ und obwohl ich gerne lese, war das einfach zu viel für mich.

Denn ich empfand das Buch über weite Strecken als recht langatmig. Die Handlung verliert sich häufig in Abschweifungen und ausführlichen Beschreibungen, die zwar stilistisch gelungen sind, den Erzählfluss aber verlangsamen. Dadurch fällt es manchmal schwer, wirklich in der Geschichte zu bleiben oder Spannung aufzubauen.

Gerade weil der Autor so gut formulieren kann, hätte ich mir stellenweise mehr Straffung gewünscht. Dennoch bleibt Die Enthusiasten ein sprachlich schönes Buch mit vielen gelungenen Formulierungen. Wer großen Wert auf literarische Sprache legt und sich Zeit für ruhigere, ausschweifendere Erzählweisen nimmt, könnte hier mehr Freude haben als ich.

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Veröffentlicht am 22.03.2026

Kalt

Moosland
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Die Sprache hat mir nicht gefallen, viel zu distanziert und konnte mich daher nicht berühren. Auch die Personen, vor allem Elsa sind mir sehr fremd geblieben. Dabei war ich so gespannt auf die Geschichte ...

Die Sprache hat mir nicht gefallen, viel zu distanziert und konnte mich daher nicht berühren. Auch die Personen, vor allem Elsa sind mir sehr fremd geblieben. Dabei war ich so gespannt auf die Geschichte der Esja-Frauen. Aber Katrin Zipse hat sich eine „besonders schweigsame junge Frau ausgesucht. Sie ist gefangen in der Trauer um ihre Freundin Sola und bemüht sich nicht wirklich, sich mit den Bauersleuten zu verständigen.

Die Landschaft hat Katrin Zipse sehr eindrucksvoll beschrieben, die Menschen leider nicht. Ich hatte bis zum Schluss kein Bild von Elsa oder den Bewohnern des Hofes.

Es ist oft kalt in Island und genau so ging es mir auch beim Lesen. Die Geschichte hat mich leider kalt gelassen und die erhofften Einblicke in das Inselleben habe ich nicht so bekommen wie erhofft.

Das Buch wird mit Sicherheit begeistern können, aber leider nicht mich.

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