Profilbild von NinaCoe

NinaCoe

Lesejury Star
offline

NinaCoe ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit NinaCoe über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.04.2026

Mehr Familiendrama als Thriller

Meeresdunkel
0

Till Raethers Meeresdunkel setzt auf ein vielversprechendes erzählerisches Konzept: kurze, wechselnde Kapitel aus der Perspektive von Henrike, Samuel und dem achtjährigen Juri. Gerade dieser Perspektivwechsel ...

Till Raethers Meeresdunkel setzt auf ein vielversprechendes erzählerisches Konzept: kurze, wechselnde Kapitel aus der Perspektive von Henrike, Samuel und dem achtjährigen Juri. Gerade dieser Perspektivwechsel sorgt zunächst für Dynamik und weckt Neugier. Doch was auf dem Papier spannend klingt, funktioniert nicht durchgehend. Besonders Juris Stimme wirkt oft nicht altersgerecht – seine Gedanken und Beobachtungen erscheinen zu reflektiert und konstruiert, was die Glaubwürdigkeit der Figur schwächt.

Der Roman entwickelt sich insgesamt zu einem Wechselbad der Gefühle: Einige Passagen sind durchaus packend und erzeugen eine dichte Atmosphäre, doch immer wieder wird mein Lesefluss durch langatmige Abschnitte gebremst. Die Spannung, die ein Thriller eigentlich tragen sollte, baut sich nur phasenweise auf und verpufft dann wieder.

Zwar werden im Verlauf einige Fragen aufgelöst, doch vieles bleibt im Unklaren. Dieses Offenlassen wirkt weniger wie ein bewusst eingesetztes Stilmittel, sondern eher wie eine verpasste Chance, die Handlung stringent zu Ende zu führen. Hinzu kommen mehrere unglaubwürdige und sehr konstruiert wirkende Entwicklungen, die es mir schwer machen, mich vollständig auf die Geschichte einzulassen.

Letztlich fühlt sich Meeresdunkel weniger wie ein Thriller an, sondern eher wie eine Familiengeschichte, die gerne dramatisch und spannungsgeladen gewesen wäre, dieses Ziel für mich jedoch nicht erreicht. Die Grundidee ist interessant, die Umsetzung bleibt jedoch hinter ihren Möglichkeiten zurück.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.04.2026

Zwischen Spannung und viel Leerlauf

Woman Down
0

Selten hat mich ein Buch so sehr enttäuscht – gerade weil ich die Romane von Colleen Hoover eigentlich sehr schätze. Schon das Vorwort hat mich stutzig gemacht, da die Autorin mehrfach betont, dass die ...

Selten hat mich ein Buch so sehr enttäuscht – gerade weil ich die Romane von Colleen Hoover eigentlich sehr schätze. Schon das Vorwort hat mich stutzig gemacht, da die Autorin mehrfach betont, dass die Geschichte nichts mit ihrem Privatleben oder ihren Moralvorstellungen zu tun habe. Rückblickend wirkte das fast wie eine vorsorgliche Distanzierung.

Die Idee klang zunächst vielversprechend: Eine Autorin in der Schaffenskrise trifft auf einen attraktiven Cop, der wie die Hauptfigur ihres eigenen Romans wirkt. Daraus hätte sich eine spannende und auch „spicy“ Geschichte entwickeln können. Leider scheitert das für mich vor allem an der Protagonistin Petra. Ihr Verhalten war für mich weder nachvollziehbar noch konsistent – mal extrem naiv, dann wieder sprunghaft in eine andere Richtung. Dadurch blieb sie mir durchgehend unsympathisch, besonders ihr ausgeprägtes Selbstmitleid war schwer zu ertragen.

Auch der Schreibstil konnte mich diesmal nicht überzeugen. Ich hatte ihn deutlich lebendiger in Erinnerung; hier wirkte vieles einfach und stellenweise repetitiv. Zwar gibt es zwischendurch spannende Momente, doch die Handlung flacht immer wieder ab und verliert sich in belanglosen Passagen. Das Ende schließlich wirkt stark konstruiert und ließ mich mehrfach nur den Kopf schütteln.

Insgesamt eine interessante Grundidee mit schwacher Umsetzung , sehr schade!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.04.2026

Sehr ausschweifend

Die Enthusiasten
0

Ich liebe es, wenn man mit wenigen Worten viel sagen kann. Dieses Buch ist leider genau das Gegenteil. Der Klappentext hatte mich neugierig gemacht und auch das farbenfrohe Cover.

Markus Orths’ Roman ...

Ich liebe es, wenn man mit wenigen Worten viel sagen kann. Dieses Buch ist leider genau das Gegenteil. Der Klappentext hatte mich neugierig gemacht und auch das farbenfrohe Cover.

Markus Orths’ Roman Die Enthusiasten beeindruckt vor allem durch seine Sprache. Immer wieder finden sich schöne, fein formulierte Sätze und Beobachtungen, die zeigen, wie sorgfältig und literarisch der Autor schreibt. Einzelne Passagen haben eine große poetische Kraft und laden dazu ein, kurz innezuhalten und sie noch einmal zu lesen.

Aber ich habe schnell gemerkt, dass dieses Buch mich und meine Geduld überfordert. Markus Orths erzählt so ausschweifend, kommt immer wieder „vom Hölzchen aufs Stöckchen“ und obwohl ich gerne lese, war das einfach zu viel für mich.

Denn ich empfand das Buch über weite Strecken als recht langatmig. Die Handlung verliert sich häufig in Abschweifungen und ausführlichen Beschreibungen, die zwar stilistisch gelungen sind, den Erzählfluss aber verlangsamen. Dadurch fällt es manchmal schwer, wirklich in der Geschichte zu bleiben oder Spannung aufzubauen.

Gerade weil der Autor so gut formulieren kann, hätte ich mir stellenweise mehr Straffung gewünscht. Dennoch bleibt Die Enthusiasten ein sprachlich schönes Buch mit vielen gelungenen Formulierungen. Wer großen Wert auf literarische Sprache legt und sich Zeit für ruhigere, ausschweifendere Erzählweisen nimmt, könnte hier mehr Freude haben als ich.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.03.2026

Kalt

Moosland
0

Die Sprache hat mir nicht gefallen, viel zu distanziert und konnte mich daher nicht berühren. Auch die Personen, vor allem Elsa sind mir sehr fremd geblieben. Dabei war ich so gespannt auf die Geschichte ...

Die Sprache hat mir nicht gefallen, viel zu distanziert und konnte mich daher nicht berühren. Auch die Personen, vor allem Elsa sind mir sehr fremd geblieben. Dabei war ich so gespannt auf die Geschichte der Esja-Frauen. Aber Katrin Zipse hat sich eine „besonders schweigsame junge Frau ausgesucht. Sie ist gefangen in der Trauer um ihre Freundin Sola und bemüht sich nicht wirklich, sich mit den Bauersleuten zu verständigen.

Die Landschaft hat Katrin Zipse sehr eindrucksvoll beschrieben, die Menschen leider nicht. Ich hatte bis zum Schluss kein Bild von Elsa oder den Bewohnern des Hofes.

Es ist oft kalt in Island und genau so ging es mir auch beim Lesen. Die Geschichte hat mich leider kalt gelassen und die erhofften Einblicke in das Inselleben habe ich nicht so bekommen wie erhofft.

Das Buch wird mit Sicherheit begeistern können, aber leider nicht mich.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.02.2026

Verwirrende Story

Pen Pal
0

Ich habe mich von dem Cover, das mir überhaupt nicht gefällt, nicht abschrecken lassen und war sehr gespannt und die im Klappentext beschriebene Story. Aber selten hat mich ein Klappentext so sehr in die ...

Ich habe mich von dem Cover, das mir überhaupt nicht gefällt, nicht abschrecken lassen und war sehr gespannt und die im Klappentext beschriebene Story. Aber selten hat mich ein Klappentext so sehr in die Irre geführt wie bei Pen Pal. Ich habe eine völlig andere Story erwartet und war nicht positiv überrascht, sondern entsprechend enttäuscht. Pen Pal hat mit Brieffreundschaft fast gar nichts zu tun.

Kayla lebt in Washington und muss lernen, mit dem Tod ihres Mannes leben zu lernen. Dann poltert ziemlich plötzlich Aidan in ihr Leben und statt nur das Dach ihres maroden Hauses zu reparieren, ist er Balsam für ihr trauriges Herz. Kayla lässt sich auf eine sehr heftige Liebelei ein und ab da wird es sehr spicy. Die Autorin nimmt kein Blatt vor den Mund, aber leider langweilt sie mich auch mit ständigen Wiederholungen. Davon abgesehen finde ich den Schreibstil sehr gut lesbar und nicht zu platt.

Das Buch ist in 3 Abschnitte unterteilt. Der erste Abschnitt hat mir gut gefallen. Aber im 2. Abschnitt gibt es einen verwirrenden Twist, mit dem ich nicht gerechnet habe und der die ganze Geschichte für mich zerstört. Ich kann nicht näher darauf eingehen ohne zu spoilern, aber genau solche Geschichten mag ich nicht. Darauf hätte man im Klappentext hinweisen müssen.

Somit gefiel mir nur der erste Teil und ab dem 2. Teil wurde es für mich abstrus und unglaubwürdig. Sehr schade!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere