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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.02.2026

Hat nicht ganz zur Bestnote gereicht ...

Honigland
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Der Erste Weltkrieg ist vorbei aber noch lange nicht vergessen, und vom Zweiten Weltkrieg wissen die Protagonistinnen Daisy und Mitzi Gott sei Dank noch nichts. Sie sind jung und leben ihre sehr unterschiedlichen ...

Der Erste Weltkrieg ist vorbei aber noch lange nicht vergessen, und vom Zweiten Weltkrieg wissen die Protagonistinnen Daisy und Mitzi Gott sei Dank noch nichts. Sie sind jung und leben ihre sehr unterschiedlichen Leben in inniger Freundschaft zueinander. Während Daisy die adlige Tochter des Guts von Tessendorf ist, verdingt sich die gleichaltrige Mitzi als Küchenmädchen auf eben diesem Hof. Daisy ist temperamentvoll und aufbrausend, doch hat das Herz am rechten Fleck und weiß genau, was sie will, beziehungsweise nicht will. Auch Mitzi hat Pläne für ihr eigenes Leben, doch setzt diese eher leise um. Als die Beiden schließlich in Berlin enden, nehmen die nicht ungefährlichen Abenteuer ihren Lauf und die Beiden bringen sich und ihr Umfeld mehr als einmal in lebensbedrohliche Situationen …
Keine neue Idee aber dennoch ganz wunderbar von der bekannten Autorin Hanni Münzer umgesetzt, habe ich diesen Roman gerne gelesen. Fast könnte man die Story als eine Art historischen Spionage Thriller bezeichnen, so spannend kommen manche Abschnitte daher. Dennoch hat das Buch auch ein paar Längen, weshalb ich mit vier Sternen diesmal nicht ganz die Bestnote vergebe. Jetzt jedoch schon neugierig geworden, habe ich mir aber auch gleich den Folgenband „Honigstaat“ besorgt und bin schon ganz gespannt darauf, wie es weitergehen wird. Nun muss ich nur irgendwie noch eine Quelle auftun, bei der ich mir auch die passende Lesezeit dazu bestellen kann!

Veröffentlicht am 09.02.2026

Nichts hält so lange wie ein Provisorium ...

In den Scherben das Licht
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Da Carmen Korn mit zu meinen Lieblingsautorinnen gehört, wenn es um eine authentische Wiedergabe historischer Gegebenheiten geht, freute ich mich natürlich riesig zu sehen, dass sie mit „In den Scherben ...

Da Carmen Korn mit zu meinen Lieblingsautorinnen gehört, wenn es um eine authentische Wiedergabe historischer Gegebenheiten geht, freute ich mich natürlich riesig zu sehen, dass sie mit „In den Scherben das Licht“ einen neuen Roman geschrieben hatte, der sich mit einem schwierigen Teil unserer deutschen Geschichte befasst, der unmittelbaren Nachkriegszeit. Wie schon so oft in ihren Geschichten, begebe ich mich lesetechnisch mal wieder nach Hamburg, einem meiner und sicher auch ihrem Lieblingsorte. Ich treffe dort zwei junge Menschen, Gert und Gisela, die durch den Krieg, wie so viele andere auch, entwurzelt und ihrer Familie beraubt wurden. Sie finden in der Tornquiststraße in einem halb zerstörten Hause eine vorübergehende Bleibe und versuchen sich dort gemeinsam mit Friede Wahrlich, einer ehemaligen Schauspielerin, ein neues Leben aufzubauen. Doch neben körperlichen Entbehrungen macht ihnen die Unwissenheit über den Verbleib ihrer Familien schwer zu schaffen. Eine Suche nachdem scheinbar Unmöglichen nimmt ihren Lauf …

Carmen Korn ist nicht die Erste und wird nicht die Letzte sein, die dieses berührende Thema um die harte Zeit nach dem verlorenen Zweiten Weltkrieg aufgreift. Fast ist man als Leser verführt dazu in Pessimismus und Trauer zu versinken, doch die Autorin schafft es der hoffnungslosen Atmosphäre eine Prise Zuversicht und Kampfgeist beizufügen, die sie erträglich machen zu scheint. Authentisch gezeichnete Charaktere, die die Wege der Drei immer wieder kreuzen, verleihen der Geschichte trotz der Kälte eine gewisse Wärme, die stets zum Weiterlesen animiert. Der bildhafte und emotionale Schreibstil veranlassen mich dazu, hier solide vier Sterne zu vergeben verbunden mit einer von Herzen kommenden Leseempfehlung. Carmen Korn nimmt selten ein Blatt vor den Mund und ist auch mit diesem Buch ihrem Stil wieder treu geblieben.

Veröffentlicht am 05.02.2026

Ich bin zu Hause zwischen Tag und Traum ...

Clara und Rilke
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Wer kennt ihn nicht, den begnadeten Lyriker und Schriftsteller Rainer Maria Rilke, der zu Lebzeiten immer wieder an seiner Rastlosigkeit und inneren Zerrissenheit zu scheitern droht. Geprägt durch eine ...

Wer kennt ihn nicht, den begnadeten Lyriker und Schriftsteller Rainer Maria Rilke, der zu Lebzeiten immer wieder an seiner Rastlosigkeit und inneren Zerrissenheit zu scheitern droht. Geprägt durch eine nicht einfache Kindheit mit einer dominanten Mutter, entwickelt er über die Jahre seine eigene Überlebensstrategie. Der sensible Dichter sucht oft die Einsamkeit, bis eines Tages die junge Clara Westhoff in sein Leben gespült wird. Die Beiden lernen sich in der mitten im Teufelsmoor gelegenen Künstlerkolonie Worbswede kennen. Clara absolviert eine für Frauen der damaligen Zeit ungewöhnliche Ausbildung zur Bildhauerin und hatte das Glück, unter anderem unter dem sehr bekannten Auguste Rodin studieren zu dürfen. Clara und Rilke nähern sich an und bald schon entsteht eine tiefe Liebesbeziehung, die schließlich in der Heirat der Beiden im April 1901 ihre Vollendung findet. Doch Rilke scheint nicht für ein bürgerliches Leben geschaffen und trotz der Geburt der kleinen Tochter Ruth, beginnt die Ehe bald zu bröckeln …

Nicht nur durfte ich dieses wunderbare Werk als Hörbuch genießen, ich hatte auch das unverschämte Vergnügen, mir den biografischen Roman in einer Lesung durch die Autorin selbst in Auszügen erzählen zu lassen. Die äußerst sympathische Autorin Lena Johannson schafft es fast spielerisch den Hörer, bzw. Leser in ihre Erzählung eintauchen zu lassen, neben der Geschichte selbst präsentiert sie auch verschiedene Kostproben der Dichtkunst Rilkes, was die Romanbiografie immer wieder auflockert. Während mich die Autorin zu 100% überzeugen konnte, bleibt das Hörbuch leider ein klein wenig hinter den Erwartungen zurück. Die große Aufgabe ihre Hörer mitzureißen, bewältigte die Sprecherin Xenia Noetzelmann nur bedingt. Dennoch vergebe ich für dieses Werk sehr gerne vier bewundernde Sterne verbunden mit einer absoluten Empfehlung an alle, die sich wie ich für das Leben und Wirken dieser beiden außergewöhnlichen Künstler begeistern können.

Veröffentlicht am 04.02.2026

Eine Heimkehr der besonderen Art ...

Nachttod
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Ich liebe es einen neuen Kriminalroman zu entdecken, der nach dem ersten Band mit noch vier weiteren Teilen aufwarten kann. So freute ich mich dann auch riesig darauf durch „Nachttod“, aus der Feder der ...

Ich liebe es einen neuen Kriminalroman zu entdecken, der nach dem ersten Band mit noch vier weiteren Teilen aufwarten kann. So freute ich mich dann auch riesig darauf durch „Nachttod“, aus der Feder der schwedischen Krimiautorin Johanna Mo, Bekanntschaft mit der Polizistin Hanna Duncker machen zu dürfen. Hanna ist nach Jahren der Abwesenheit in ihre Heimat auf die Insel Öland vor der südöstlichen Küste Schwedens zurückgekehrt, auf der sie den dortigen Polizeidienst antritt. Die Versetzung dorthin kostete sie viel Mut, denn der Name Duncker ist in der Gegend kein unbekannter. Hanna ist die Tochter eines Mörders, eine Tat, die ihr einige der Einwohner persönlich ankreiden. Gleich zum Einstieg wird der Sohn ihrer ehemals besten Freundin erstochen auf einem einsamen Parkplatz aufgefunden, und so entwickeln sich die Ermittlungen für sie zu einer sehr persönlichen Angelegenheit, bei der sie mehr als einmal an ihre Grenzen stößt. Dass sie nebenher versucht, auch ihre eigenen Dämonen im Zusammenhang mit der Tat ihres Vaters zu bekämpfen, macht die Sache nicht einfacher …

Wer hier einen rasanten und actiongeladenen Thriller sucht, wird enttäuscht werden. Wer aber eintauchen möchte in Hanna Dunckers Leben und teilhaben will an ihrer persönlichen Entwicklung sowie dem Zusammenspiel zwischen Vergangenheit und Gegenwart, ist hier bestens bedient. Von mir gibt es – mit ein ganz klein wenig Luft nach oben – vier wohlverdiente Sterne. Zudem spreche ich sehr gerne eine Empfehlung an die Krimiliebhaber und -liebhaberinnen aus, die ruhige und dafür tiefsinnige skandinavische Krimis lieben. Ich per persönlich freue mich schon sehr auf den Folgeband der Reihe um die Polizistin Hanna Duncker.

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Veröffentlicht am 22.01.2026

Eine ganz zauberhafte Geschichte ...

Das Honigmädchen
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Mitten im kalten Dezember war ich einfach noch nicht bereit, den Sommer aus meinem Leben zu verbannen und so griff ich zu „Das Honigmädchen“ der Autorin Claudia Winter, die mich direkt wieder in eben diesen ...

Mitten im kalten Dezember war ich einfach noch nicht bereit, den Sommer aus meinem Leben zu verbannen und so griff ich zu „Das Honigmädchen“ der Autorin Claudia Winter, die mich direkt wieder in eben diesen zurück katapultierte. Ich durfte mit Camilla, ihrer Tochter Marie und „surprise, surprise“, dem von Camilla als äußerst penetrant empfundenen Nachbarn Tobias eine Reise in die Provence antreten. Dort befindet sich der Honiglieferant, der den kleinen Delikatessenladen in Deutschland beliefert, der von Camilla unter den Argusaugen ihres Vaters geleitet wird. Doch schon bei der Ankunft treten Probleme auf. Die Unterkunft gestaltet sich als äußerst primitiv, Tochter Marie zeigt ihrer Mutter, dass sie auf diesen Urlaub „sowas von keinen Bock“ hat, der Nachbar wird seltsam anhänglich und die Verhandlungen mit dem König der Bienen als zäh zu bezeichnen, wäre die Untertreibung des Jahrhunderts. Wenn auch mit viel Überwindung, beißt Camilla die Zähne zusammen. Sie will sich nicht unterkriegen lassen, das wäre ja wohl gelacht …

Was hat kitschige Liebesgeschichte hätte enden können, entpuppt sich beim Hören tatsächlich als eine zauberhafte Liebeserklärung an das Leben an sich. Der Fokus liegt, neben mehr als einer Problemlösung, auf dem Leben an sich mit all seinen kleinen und großen Freuden. Hier rücken Sommer, Sonne, gutes Essen und natürlich die Bienen und ihr leckerer Honig schnell in den Vordergrund und machen den Roman zu einem lebendigen Erlebnis. Ich habe das Hörbuch genossen und meinte dabei fast die Bienen summen zu hören. Von mir gibt es deshalb sehr verdiente vier honigsüße Sterne gepaart mit einer Hör- bzw. Leseempfehlung an alle, die wie ich das Leben lieben. Das haben Sie wirklich gut gemacht, liebe Frau Winter!