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Veröffentlicht am 08.03.2026

Cozy-Fantasy mit jeder Menge Katzen

Werecat Café
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Worum geht’s?
Als Drilling hat es Dorothy noch nie besonders leicht gehabt, als eigenständige Person wahrgenommen zu werden. Gemeinsam mit ihren Schwestern führt sie eine magische Tierarztpraxis und verbringt ...

Worum geht’s?
Als Drilling hat es Dorothy noch nie besonders leicht gehabt, als eigenständige Person wahrgenommen zu werden. Gemeinsam mit ihren Schwestern führt sie eine magische Tierarztpraxis und verbringt den Großteil ihrer Freizeit mit den Hexen ihres örtliches Hexenzirkels. Als sie dann jedoch spontan beschließt, dass ein paar Veränderungen in ihrem Leben her müssen, stolpert sie im wahrsten Sinne des Wortes über eine Katze – und die stellt nicht nur ihr Leben auf den Kopf, sondern unfreiwillig auch das von Katzencafé-Besitzer Elliott, der plötzlich zur Werkatze mutiert.


Meine Meinung
Werwolfgeschichten waren zwar eigentlich noch nie mein Fall, das Konzept auf Katzen zu übertragen hat mich beim Lesen des Klappentextes allerdings tatsächlich so neugierig gemacht, dass ich der Geschichte auf jeden Fall eine Chance geben wollte.

Gut gefallen hat mir tatsächlich das Setting in Katzencafé, auch wenn die Handlung da eigentlich bloß aus Versehen landet. Gerechnet hätte ich zwar mit einem deutlich stärkeren Fokus auf dem Fluch, aber auch der Alltag im Katzencafé hatte durchaus etwas für sich und hat mir beim Lesen grundsätzlich Spaß gemacht.

Die beiden Protagonisten waren in meinen Augen ein tolles Match, auch wenn insbesondere Elliott sich nicht besonders leicht mit dem Thema Gefühle getan hat. Auch wenn die Geschichte über einen sehr langen Zeitraum kaum Fortschritte in Bezug auf die Lösung des Fluches gemacht hat, habe ich Elliott und Dorothy durchaus gerne begleitet, denn obwohl ich insgesamt mit mehr Magie gerechnet hätte, war diese Mischung insbesondere in Hinblick auf die beiden doch sehr interessant zu lesen.

Was in meinen Augen tatsächlich dann allerdings nicht ganz notwendig gewesen wäre, war die Kerkerszene. Spice auf Zwang einzubauen, wenn es eigentlich gar nicht zur restlichen Handlung passt, wirkt auf mich leider immer extrem seltsam, was auch hier leider der Fall war. Darüber hinaus hat die Begründung im Kontext der Handlung überhaupt keinen Sinn ergeben, weshalb ich vermutlich darüber hätte hinwegsehen können, wenn es einfach keinen Begründungsversuch gegeben hätte.

Insgesamt fand ich das Buch wirklich kuschelig und sehr angenehm zu lesen, was es perfekt für einen regnerischen Herbsttag macht und daher auch unglaublich gut zum Setting Halloween passt. Der Werkatzenfluch hätte allerdings durchaus eine etwas größere Rolle für die Geschichte spielen dürfen, da mich die sich entwickelnde Beziehung zwischen Dorothy und Elliott zwar grundsätzlich interessiert hat, die Magie aber eben auch ein Punkt war, der noch ein wenig mehr Potenzial gehabt hätte.


Fazit
Auch wenn die Magie in dieser Geschichte meiner Meinung nach nicht ganz so sehr im Vordergrund stand, wie man es eigentlich hätte vermuten können, hat das Lesen wirklich Spaß gemacht. Ohne die anderen Geschichten aus diesem Universum zu kennen, fehlt natürlich hier und da ein wenig Vorwissen, was mich aber nicht großartig gestört und das Buch trotzdem zu einem wirklich netten Leseerlebnis gemacht hat.

Dafür gibt es vier Bücherstapel von mir.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.02.2026

Durchaus gelungene Ansätze zur Selbstreflektion

50 Fragen, die das Leben leichter machen
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Meine Meinung
So gerne wie ich Selbsthilfebücher mittlerweile lese und höre, mit dem häufig fast schon zwanghaft positiven Grundton kann ich leider absolut nichts anfangen. Das war hier tatsächlich auch ...

Meine Meinung
So gerne wie ich Selbsthilfebücher mittlerweile lese und höre, mit dem häufig fast schon zwanghaft positiven Grundton kann ich leider absolut nichts anfangen. Das war hier tatsächlich auch mein einziger, dafür aber umso nervigerer Kritikpunkt, da jedes Wort, das auch nur entfernt einer Handlungsaufforderung gleichkam konsequent durch das Wort „dürfen“ ersetzt wurde. In Maßen kann das vielleicht befreiend oder motivierend wirken, mich hat es aber bereits nach ein paar Kapiteln sprachlich einfach massiv gestört.

Der Aufbau des Buches wirkt relativ willkürlich, da man kein besonderes Muster oder einen roten Faden zwischen den Fragen erkennen kann, auch wenn das in meinen Augen nicht grundsätzlich schlecht sein muss. Beim Hören war das nächste Kapitel so immer wieder eine Überraschung, wodurch man zwar nicht unbedingt zwischen den Fragen hin und her springen konnte, sich aber auch nicht durch Vorhersehbarkeiten hätte langweilen können.

Abgesehen davon fand ich es auch ganz nett, dass die Autorin das Hörbuch selbst eingesprochen hat. Die vielen persönlichen Anekdoten waren so nicht ganz so zusammenhanglos, auch wenn es in meinen Augen ein bisschen zu viele waren, um den Selbsthilfegedanken so wirklich zu unterstützen. Wem praktische Beispiele zur Veranschaulichung der Fragen in der Praxis wichtig sind, dem dürfte dieser Aspekt des Buches aber durchaus gefallen, denn genau diese Anekdoten nehmen einen Großteil jedes Kapitels ein.


Fazit
Auch wenn ich persönlich mit der zwanghaft positiven Tonalität in diesem Buch einfach nichts anfangen konnte, fand ich die Reflektionsansätze und Konter durchaus gelungen. Als Ansätze zur Selbstreflektion hinsichtlich der eigenen Triggerpunkte würde ich die Fragen daher durchaus empfehlen, schließlich muss man ja nicht in jeder Situation zwangsläufig so reagieren, wie es die Autorin hier in den Beispielen tut.

Dafür gibt es knappe vier Bücherstapel von mir.

Veröffentlicht am 11.02.2026

Leichter Cringe-Faktor trotz wichtiger Themen

The Heat is on – Something‘s Cooking Between Us
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Worum geht’s?
Eigentlich sollte FBI-Agent Dwight noch den erfolgreichen Abschluss seines letzten Falles genießen, als er auch schon in den nächsten Undercover-Auftrag geschickt wird. Er soll ein italienisches ...

Worum geht’s?
Eigentlich sollte FBI-Agent Dwight noch den erfolgreichen Abschluss seines letzten Falles genießen, als er auch schon in den nächsten Undercover-Auftrag geschickt wird. Er soll ein italienisches Restaurant als Koch infiltrieren, um eine mögliche Verbindung der Familie zur Mafia aufzudecken – macht die Rechnung dabei allerdings ohne dessen Tochter Julia, die Gefühle in ihm weckt, die es eigentlich gar nicht geben dürfte.


Meine Meinung
Eine Liebesgeschichte zwischen einem Undercover-Agenten und einer Verdächtigen ist ja eigentlich nichts Neues, auch wenn ich schon ewig kein Buch mit dieser Ausgangslage mehr gelesen habe. Trotzdem war ich neugierig auf die Umsetzung hier, denn obwohl mir der Name der Autorin zumindest etwas gesagt hat, waren meine Erwartungen eher etwas durchwachsen.

Zu Beginn der Handlung habe ich mich leider ziemlich schwer mit den Figuren und dem Spannungsaufbau getan, da ich das Grundgerüst der Geschichte zwar durchaus interessant fand, den Mafiaaspekt und vor allem das Verhalten der Charaktere etwas arg überzogen und nicht authentisch fand. Mit Klischees zu spielen kann zwar definitiv ein interessantes Stilmittel sein, hier kam mir aber von Beginn an einfach alles ein bisschen zu plötzlich und zu sehr drüber vor, um insbesondere die Figuren wirklich ernst nehmen zu können.

Im Laufe der Geschichte wurde das in meinen Augen auch nur bedingt besser, wobei mein Fokus insbesondere durch Protagonistin Julia immerhin ein bisschen abgelenkt wurde. Der durchaus ernstere Unterton, den ihre Geschichte zur Handlung beigetragen hat, hat mir gut gefallen, auch wenn sie selbst mir in ihrer Art zeitweise nur bedingt sympathisch war. Bewusst unnahbare Figuren muss man vermutlich einfach mögen, und da ich mich damit eher schwer tue, hatte ich auch mit Julia leider eher Probleme.

In der Kombination mit Dwight hat sie mir dennoch ganz gut gefallen, denn es gab immer wieder lustige Szenen, die mich über kleinere Längen oder die etwas unangenehm übertriebenen Passagen hinweggetröstet haben. Ein Highlight war die Geschichte deswegen zwar nicht für mich, abschalten konnte ich interessanterweise beim Lesen aber trotzdem extrem gut, was mich selbst schlussendlich sehr positiv überrascht hat.


Fazit
Auch wenn es mich stellenweise vor Fremdscham geschüttelt hat, fand ich die Geschichte insgesamt sehr unterhaltsam. Für mich war dieses Buch perfekt zum Abschalten, es gab Stellen zum Schmunzeln und gleichzeitig immer wieder einen ernsteren Unterton, was es mir schlussendlich leichter gemacht hat, eher großzügig über die etwas überzogenen Passagen hinweg zu sehen.

Dafür gibt es knappe vier Bücherstapel von mir.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.01.2026

Wichtiges Thema mit etwas Luft nach oben bei der Umsetzung

Da, wo ich dich sehen kann
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Worum geht’s?
Seit ihr Vater ihre Mutter umgebracht hat, ist im Leben der neunjährigen Maja nichts mehr so, wie es einmal war. Zwischen einem neuen Zuhause, einer neuen Schule und ihrem eigenen Gefühlschaos ...

Worum geht’s?
Seit ihr Vater ihre Mutter umgebracht hat, ist im Leben der neunjährigen Maja nichts mehr so, wie es einmal war. Zwischen einem neuen Zuhause, einer neuen Schule und ihrem eigenen Gefühlschaos ist sie völlig verloren – bis ihre Patentante Liv ihr die Sterne zeigt und Maja zum ersten Mal seit sehr langer Zeit etwas entdeckt, was sie sich nicht ganz so verloren fühlen lässt.


Meine Meinung
Das Thema Femizid hat immer wieder traurige Aktualität, was das Buch an sich zu einer wirklich wichtigen Lektüre macht. Die Umsetzung an sich hat mich auch wirklich berührt, ich wollte die Geschichte kaum aus der Hand legen und haben vor allem mit Maja sehr mitfühlen können.

Der Schreibstil war grundsätzlich sehr angenehm zu lesen, auch wenn er mir stellenweise ein wenig platt vorkam. Das war für mich vermutlich auch der Hauptgrund dafür, dass ich vor allem Majas Kapitel nicht ganz passend für eine Neunjährige fand, da mir die Ausdrucksweisen der Figuren insgesamt ein wenig zu ähnlich waren.

Die wechselnden Perspektiven haben mir wiederum sehr gut gefallen, da ich gerade diesen Punkt für eine der großen Stärken dieses Buches halte. Durch den langsamen Aufbau der unterschiedlichen Sichtweisen, Wissensstände und Bewältigungsstrategien fand ich die Tragödie wirklich authentisch aufgebaut, auch wenn es sicherlich Figuren gab, die weniger gut gelungen waren als andere.

Auch die Unterbrechungen der Erzählung durch Gerichtsgutachten oder Zeitungsartikel fand ich ansprechend, da sie durchaus spannende Einblicke „hinter die Kulissen“ eines solchen Prozesses erlaubt und gleichzeitig die reale Komponente der Geschichte betont haben. Insgesamt hatte ich so immer auch die realen Bezüge vor Augen, was mich nie ganz in die Fiktionsschiene hat abdriften lassen.


Fazit
Diese Geschichte hat mich auf jeden Fall sehr berührt, auch wenn es durchaus Stellen gab, die in meinen Augen noch etwas Luft nach oben bei der Umsetzung hatten. Nichtsdestotrotz finde ich das Thema unglaublich wichtig und insgesamt wirklich gut umgesetzt, weshalb das Buch definitiv jedem ans Herz legen möchte, der sich emotional in der Lage sieht, sich mit dem Thema Femizid auseinanderzusetzen.

Dafür gibt es vier Bücherstapel von mir.

Veröffentlicht am 08.01.2026

Spannendes Konzept für eine etwas ältere Zielgruppe

Schatten – Der Pakt (Schatten 1)
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Worum geht’s?
Um das Leben seiner besten Freundin Sara zu retten, wünscht sich Pete vom Weihnachtsmann, dass sie von ihrer unheilbaren Krankheit geheilt wird. Auf wundersame Weise wacht sie am nächsten ...

Worum geht’s?
Um das Leben seiner besten Freundin Sara zu retten, wünscht sich Pete vom Weihnachtsmann, dass sie von ihrer unheilbaren Krankheit geheilt wird. Auf wundersame Weise wacht sie am nächsten Morgen gesund auf – doch dafür bezahlt Pete mit seinem Schatten, den die beiden nun unbedingt zurückholen müssen.


Meine Meinung
Als Graphic-Novel-Fan war ich definitiv gespannt auf diese Geschichte, auch wenn ich sie jetzt im Nachhinein eher für eine etwas ältere Zielgruppe einordnen würde, als das die Altersempfehlung hier tut.

Die Grundidee der Geschichte hat mir wirklich gut gefallen, insbesondere weil erst im Laufe der Handlung klar wird, wie wichtig ein Schatten für einen Menschen eigentlich ist und was das für Charakter, Persönlichkeit und das Menschsein an sich bedeutet. Bei einem Buch, das ab einem Alter von zehn Jahren empfohlen wird, hätte ich tatsächlich nicht mit so viel Tiefgang gerechnet, weshalb ich durchaus positiv überrascht war. Auch die übergeordneten Themen wie Freundschaft, Nächstenliebe und Gemeinschaft fand ich durchaus gut umgesetzt, insbesondere wenn man bedenkt, wie reduziert eine Graphic Novel eigentlich mit Worten umgehen muss und was das für die Botschaften der Geschichte bedeutet.

Auch die Gestaltung an sich hat mir gut gefallen, wobei ich den durchaus nordischen Einschlag für Zehnjährige noch nicht ganz altersgerecht finde. Für etwas ältere Leseratten ist dieses Buch aber sicherlich spannend zu lesen, auch wenn man definitiv alle Bände lesen muss, um nicht an einem offenen und unbefriedigenden Ende hängen zu bleiben.


Fazit
Das eher offene Ende ist definitiv ein wenig frustrierend, weckt aber gleichzeitig Neugierde auf Band zwei der Reihe. Für die angegebene Altersgruppe finde ich das Buch noch nicht ganz passend, grundsätzlich haben mir Themen und Umsetzung aber ziemlich gut gefallen.

Dafür gibt es vier Bücherstapel von mir.