Profilbild von buchgestapel

buchgestapel

Lesejury Star
offline

buchgestapel ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit buchgestapel über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.02.2026

Leichter Cringe-Faktor trotz wichtiger Themen

The Heat is on – Something‘s Cooking Between Us
0

Worum geht’s?
Eigentlich sollte FBI-Agent Dwight noch den erfolgreichen Abschluss seines letzten Falles genießen, als er auch schon in den nächsten Undercover-Auftrag geschickt wird. Er soll ein italienisches ...

Worum geht’s?
Eigentlich sollte FBI-Agent Dwight noch den erfolgreichen Abschluss seines letzten Falles genießen, als er auch schon in den nächsten Undercover-Auftrag geschickt wird. Er soll ein italienisches Restaurant als Koch infiltrieren, um eine mögliche Verbindung der Familie zur Mafia aufzudecken – macht die Rechnung dabei allerdings ohne dessen Tochter Julia, die Gefühle in ihm weckt, die es eigentlich gar nicht geben dürfte.


Meine Meinung
Eine Liebesgeschichte zwischen einem Undercover-Agenten und einer Verdächtigen ist ja eigentlich nichts Neues, auch wenn ich schon ewig kein Buch mit dieser Ausgangslage mehr gelesen habe. Trotzdem war ich neugierig auf die Umsetzung hier, denn obwohl mir der Name der Autorin zumindest etwas gesagt hat, waren meine Erwartungen eher etwas durchwachsen.

Zu Beginn der Handlung habe ich mich leider ziemlich schwer mit den Figuren und dem Spannungsaufbau getan, da ich das Grundgerüst der Geschichte zwar durchaus interessant fand, den Mafiaaspekt und vor allem das Verhalten der Charaktere etwas arg überzogen und nicht authentisch fand. Mit Klischees zu spielen kann zwar definitiv ein interessantes Stilmittel sein, hier kam mir aber von Beginn an einfach alles ein bisschen zu plötzlich und zu sehr drüber vor, um insbesondere die Figuren wirklich ernst nehmen zu können.

Im Laufe der Geschichte wurde das in meinen Augen auch nur bedingt besser, wobei mein Fokus insbesondere durch Protagonistin Julia immerhin ein bisschen abgelenkt wurde. Der durchaus ernstere Unterton, den ihre Geschichte zur Handlung beigetragen hat, hat mir gut gefallen, auch wenn sie selbst mir in ihrer Art zeitweise nur bedingt sympathisch war. Bewusst unnahbare Figuren muss man vermutlich einfach mögen, und da ich mich damit eher schwer tue, hatte ich auch mit Julia leider eher Probleme.

In der Kombination mit Dwight hat sie mir dennoch ganz gut gefallen, denn es gab immer wieder lustige Szenen, die mich über kleinere Längen oder die etwas unangenehm übertriebenen Passagen hinweggetröstet haben. Ein Highlight war die Geschichte deswegen zwar nicht für mich, abschalten konnte ich interessanterweise beim Lesen aber trotzdem extrem gut, was mich selbst schlussendlich sehr positiv überrascht hat.


Fazit
Auch wenn es mich stellenweise vor Fremdscham geschüttelt hat, fand ich die Geschichte insgesamt sehr unterhaltsam. Für mich war dieses Buch perfekt zum Abschalten, es gab Stellen zum Schmunzeln und gleichzeitig immer wieder einen ernsteren Unterton, was es mir schlussendlich leichter gemacht hat, eher großzügig über die etwas überzogenen Passagen hinweg zu sehen.

Dafür gibt es knappe vier Bücherstapel von mir.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.01.2026

Wichtiges Thema mit etwas Luft nach oben bei der Umsetzung

Da, wo ich dich sehen kann
0

Worum geht’s?
Seit ihr Vater ihre Mutter umgebracht hat, ist im Leben der neunjährigen Maja nichts mehr so, wie es einmal war. Zwischen einem neuen Zuhause, einer neuen Schule und ihrem eigenen Gefühlschaos ...

Worum geht’s?
Seit ihr Vater ihre Mutter umgebracht hat, ist im Leben der neunjährigen Maja nichts mehr so, wie es einmal war. Zwischen einem neuen Zuhause, einer neuen Schule und ihrem eigenen Gefühlschaos ist sie völlig verloren – bis ihre Patentante Liv ihr die Sterne zeigt und Maja zum ersten Mal seit sehr langer Zeit etwas entdeckt, was sie sich nicht ganz so verloren fühlen lässt.


Meine Meinung
Das Thema Femizid hat immer wieder traurige Aktualität, was das Buch an sich zu einer wirklich wichtigen Lektüre macht. Die Umsetzung an sich hat mich auch wirklich berührt, ich wollte die Geschichte kaum aus der Hand legen und haben vor allem mit Maja sehr mitfühlen können.

Der Schreibstil war grundsätzlich sehr angenehm zu lesen, auch wenn er mir stellenweise ein wenig platt vorkam. Das war für mich vermutlich auch der Hauptgrund dafür, dass ich vor allem Majas Kapitel nicht ganz passend für eine Neunjährige fand, da mir die Ausdrucksweisen der Figuren insgesamt ein wenig zu ähnlich waren.

Die wechselnden Perspektiven haben mir wiederum sehr gut gefallen, da ich gerade diesen Punkt für eine der großen Stärken dieses Buches halte. Durch den langsamen Aufbau der unterschiedlichen Sichtweisen, Wissensstände und Bewältigungsstrategien fand ich die Tragödie wirklich authentisch aufgebaut, auch wenn es sicherlich Figuren gab, die weniger gut gelungen waren als andere.

Auch die Unterbrechungen der Erzählung durch Gerichtsgutachten oder Zeitungsartikel fand ich ansprechend, da sie durchaus spannende Einblicke „hinter die Kulissen“ eines solchen Prozesses erlaubt und gleichzeitig die reale Komponente der Geschichte betont haben. Insgesamt hatte ich so immer auch die realen Bezüge vor Augen, was mich nie ganz in die Fiktionsschiene hat abdriften lassen.


Fazit
Diese Geschichte hat mich auf jeden Fall sehr berührt, auch wenn es durchaus Stellen gab, die in meinen Augen noch etwas Luft nach oben bei der Umsetzung hatten. Nichtsdestotrotz finde ich das Thema unglaublich wichtig und insgesamt wirklich gut umgesetzt, weshalb das Buch definitiv jedem ans Herz legen möchte, der sich emotional in der Lage sieht, sich mit dem Thema Femizid auseinanderzusetzen.

Dafür gibt es vier Bücherstapel von mir.

Veröffentlicht am 08.01.2026

Spannendes Konzept für eine etwas ältere Zielgruppe

Schatten – Der Pakt (Schatten 1)
0

Worum geht’s?
Um das Leben seiner besten Freundin Sara zu retten, wünscht sich Pete vom Weihnachtsmann, dass sie von ihrer unheilbaren Krankheit geheilt wird. Auf wundersame Weise wacht sie am nächsten ...

Worum geht’s?
Um das Leben seiner besten Freundin Sara zu retten, wünscht sich Pete vom Weihnachtsmann, dass sie von ihrer unheilbaren Krankheit geheilt wird. Auf wundersame Weise wacht sie am nächsten Morgen gesund auf – doch dafür bezahlt Pete mit seinem Schatten, den die beiden nun unbedingt zurückholen müssen.


Meine Meinung
Als Graphic-Novel-Fan war ich definitiv gespannt auf diese Geschichte, auch wenn ich sie jetzt im Nachhinein eher für eine etwas ältere Zielgruppe einordnen würde, als das die Altersempfehlung hier tut.

Die Grundidee der Geschichte hat mir wirklich gut gefallen, insbesondere weil erst im Laufe der Handlung klar wird, wie wichtig ein Schatten für einen Menschen eigentlich ist und was das für Charakter, Persönlichkeit und das Menschsein an sich bedeutet. Bei einem Buch, das ab einem Alter von zehn Jahren empfohlen wird, hätte ich tatsächlich nicht mit so viel Tiefgang gerechnet, weshalb ich durchaus positiv überrascht war. Auch die übergeordneten Themen wie Freundschaft, Nächstenliebe und Gemeinschaft fand ich durchaus gut umgesetzt, insbesondere wenn man bedenkt, wie reduziert eine Graphic Novel eigentlich mit Worten umgehen muss und was das für die Botschaften der Geschichte bedeutet.

Auch die Gestaltung an sich hat mir gut gefallen, wobei ich den durchaus nordischen Einschlag für Zehnjährige noch nicht ganz altersgerecht finde. Für etwas ältere Leseratten ist dieses Buch aber sicherlich spannend zu lesen, auch wenn man definitiv alle Bände lesen muss, um nicht an einem offenen und unbefriedigenden Ende hängen zu bleiben.


Fazit
Das eher offene Ende ist definitiv ein wenig frustrierend, weckt aber gleichzeitig Neugierde auf Band zwei der Reihe. Für die angegebene Altersgruppe finde ich das Buch noch nicht ganz passend, grundsätzlich haben mir Themen und Umsetzung aber ziemlich gut gefallen.

Dafür gibt es vier Bücherstapel von mir.

Veröffentlicht am 03.01.2026

Dark Romance wie sie öfter mal sein sollte

He Sees You When You´re Sleeping
0

Worum geht’s?
Seit dem Unfalltod ihrer Eltern ist Weihnachten die schlimmste Zeit im Jahr für Schmuckinfluencerin Chloe. Als sie dann jedoch auf den fürsorglichen Feuerwehrmann Jack trifft, ist sie hin ...

Worum geht’s?
Seit dem Unfalltod ihrer Eltern ist Weihnachten die schlimmste Zeit im Jahr für Schmuckinfluencerin Chloe. Als sie dann jedoch auf den fürsorglichen Feuerwehrmann Jack trifft, ist sie hin und her gerissen – denn so nett wie Jack auch auf sie wirkt, eigentlich will sie viel lieber ihre dunkle Seite erkunden, von der niemand etwas ahnt.


Meine Meinung
Auch wenn ich das Genre Dark Romance durchaus interessant finde, haben mich die Tendenzen der Veröffentlichungen in letzter Zeit eher abgeschreckt und nicht begeistern können. Diesem Buch wollte ich jedoch trotzdem eine Chance geben, was ich nach dem Lesen auch nicht bereut habe.

Vorab schicken muss ich dabei, dass mein Exemplar eine noch unkorrigierte Fassung war, was man meiner Meinung nach beim Lesen auch gemerkt hat. Der Stil und vor allem die Übersetzung haben auf mich noch sehr unrund gewirkt, was aber hoffentlich durch Korrektorat und Lektorat noch behoben wird.

Abgesehen davon fand ich die Geschichte allerdings recht nett zu lesen, insbesondere weil der Spannungsaufbau für den Leser zwar subtil aber trotzdem vorhanden war. Da man gleichzeitig mehr als die Figuren weiß, kommt trotzdem keine Verwirrung auf, worauf die Geschichte eigentlich hinauslaufen wird, was mich hier allerdings nicht gestört hat.

An Jack fand ich tatsächlich am sympathischsten, wie reflektiert er mit der Tatsache umgegangen ist, dass er Chloe gestalkt hat. Seine Gewissensbisse fand ich sehr authentisch beschrieben, und auch wenn sein Verhalten absolut nicht akzeptabel war, fand ich seine Reflektionsfähigkeit sehr gelungen.

Chloe fand ich im Kontrast dazu fast schon etwas zu blass charakterisiert, da ich ihre Gefühle irgendwie kaum greifen konnte und gar nicht so sehr mit ihr mitgefiebert habe. Ein wenig befremdlich fand ich außerdem, dass sie praktisch jeden Mann, dem sie begegnet, als „Vanille“ einordnet, teils auch in Situationen, die diesen Gedankengang gar nicht primär nahegelegt haben. In gewisser Weise hat das zwar ihre innere Zerrissenheit illustriert, auf der anderen Seite fand ich es aber auch ziemlich befremdlich, praktisch völlig fremde Menschen so zu beurteilen. Auch ihre Aufmerksamkeit lässt sehr zu wünschen übrig, so merkt sie beispielsweise überhaupt nicht, dass ihr zerstörter Rauchmelder ersetzt wurde.

Was ich dann ehrlich gesagt nicht gelungen fand, war tatsächlich das Ende der Geschichte. Die ganze Situation mit Tyler ist meiner Meinung nach viel zu schnell viel zu sehr eskaliert, nur um dann innerhalb weniger Sekunden aus der Welt geräumt zu werden. Chloes Umgang mit der Situation und ihre daran anschließende Entscheidung in Bezug auf Jack fand ich so unglaubwürdig, dass ich diesen Part einfach ignorieren wollte, da ich mich schlichtweg über sie geärgert habe.


Fazit
Auch wenn das Ende für mich vergeigt war, hat mir die Geschichte insgesamt Spaß beim Lesen gemacht und meine Hoffnung in das Genre und seine Zukunft auf jeden Fall gestärkt. Auf Band zwei der Reihe bin ich daher durchaus neugierig, auch wenn das hier in Deutschland sicherlich noch einige Zeit dauern wird.

Dafür gibt es vier Bücherstapel von mir.

Veröffentlicht am 29.12.2025

Hochspannung mit verwirrendem Ende

Station 22. Wo bist du sicher?
0

Worum geht’s?
Seit Ida als kleines Mädchen entführt und gefangen gehalten wurde, musste sie nicht nur ihr altes Leben, sondern auch ihre Familie und ihre Identität hinter sich lassen. Doch auch in ihrem ...

Worum geht’s?
Seit Ida als kleines Mädchen entführt und gefangen gehalten wurde, musste sie nicht nur ihr altes Leben, sondern auch ihre Familie und ihre Identität hinter sich lassen. Doch auch in ihrem neuen Leben als Krankenschwester auf einer psychiatrischen Station kommt sie einfach nicht zur Ruhe – denn schon bald verschwinden Patientinnen von ihr, und der ungeheure Verdacht eines Wiedersehens mit ihrem Entführer lässt Ida einfach nicht mehr los.


Meine Meinung
Der Klappentext dieses Buches hat mich auf jeden Fall unglaublich neugierig gemacht, weshalb die Geschichte auch recht schnell auf meine Leseliste gewandert ist. Hundertprozentig überzeugt hat mich die Gesamtumsetzung dann allerdings doch nicht, auch wenn ich beim Zuhören wirklich gespannt auf die Auflösung der Geschichte hingefiebert habe.

Mit dem Einstieg bin ich noch recht gut zurecht gekommen, da die Grundstimmung auf mich von Beginn an eher düster und mysteriös gewirkt hat. Auch wenn die Hinführung zum ersten Verschwinden einen Augenblick gedauert hat, wollte ich daher auf jeden Fall wissen, wer der geheimnisvolle Unbekannte ist und was es mit Ida und ihren unterdrückten Erinnerungen auf sich hat.

Im weiteren Verlauf der Geschichte war ich mir dann jedoch häufig nicht sicher, wie sehr ich mich auf die Protagonistin als Erzählerin überhaupt verlassen konnte. Zu diesem Zeitpunkt bin ich zwar noch davon ausgegangen, dass das lediglich auf ihre PTBS zurückzuführen war, ein gewisses Maß an Verunsicherung ist bei mir so aber trotzdem immer wieder mitgeschwungen. Grundsätzlich wollte ich jedoch trotzdem gerne mit ihr mitfühlen, da zumindest meiner Meinung nach ihre Emotionen durchaus greifbar dargestellt wurden und sie mir auch als nicht ganz zuverlässige Erzählerin leid getan hat.

Was mich dann absolut unvorbereitet erwischt hat, war tatsächlich der Plottwist am Ende. Die Wendung an sich hat mich wirklich positiv überrascht, die Folge war dann allerdings, dass ich mir nicht mehr sicher war, ob ich die Geschichte überhaupt richtig verstanden habe. Diese Unsicherheit hat sich schlussendlich dann ein wenig unbefriedigend angefühlt, auch wenn ich durchaus


Fazit
Auch wenn mich das Ende die gesamte Geschichte hat in Frage stellen lassen, habe ich mich während des Hörens ziemlich gut unterhalten gefühlt. Ganz zufrieden war ich mit der Auflösung und der Ungewissheit zwar nicht, meiner Begeisterung hat das insgesamt aber keinen allzu großen Abbruch getan.

Dafür vergebe ich vier Bücherstapel.