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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.02.2026

Herzklopfen in Wimbledon

Match Point
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Flora steckt in einem Scherbenhaufen: Ihr wurde gekündigt und ihr Freund hat sie betrogen und zwar ausgerechnet mit ihrer Nachbarin. Um Abstand zu gewinnen und endlich konzentriert an ihrer Graphic Novel ...

Flora steckt in einem Scherbenhaufen: Ihr wurde gekündigt und ihr Freund hat sie betrogen und zwar ausgerechnet mit ihrer Nachbarin. Um Abstand zu gewinnen und endlich konzentriert an ihrer Graphic Novel zu arbeiten, plant sie einen Sommer in einem idyllischen Cottage außerhalb von Wimbledon, weit weg vom Trubel des berühmten Tennisturniers. Ihre eigene Wohnung vermietet sie für diese Zeit unter. Doch noch bevor die Reise los geht, stürzt das Dach ihres Cottages ein und plötzlich steht sie ohne Bleibe da. Die einzige Lösung: Sie muss kurzfristig wieder in ihre Wohnung zurück. Blöderweise wohnt dort bereits Kieran O’Sullivan, berüchtigter Tennisstar und Bad Boy der Saison, der sich weigert auszuziehen. Was als unfreiwillige Zweck-WG beginnt, ist von Streit, schlagfertigen Wortgefechten und jeder Menge Spannung geprägt – doch hinter Kierans mürrischer Fassade verbirgt sich mehr, als Flora zunächst ahnt.

Der Schreibstil von Katherine Reilly in „Match Point“ ist angenehm flüssig und modern, mit genau der richtigen Portion britischem Humor. Ich habe besonders geliebt, wie pointiert die Dialoge geschrieben sind. Die Schlagabtausche zwischen Flora und Kieran fühlen sich lebendig an: manchmal bissig, manchmal herrlich komisch, aber immer authentisch. Reilly schafft es, dass sich die Gespräche natürlich anfühlen und nicht konstruiert wirken. Gerade in den hitzigeren Szenen musste ich mehr als einmal schmunzeln.

Die Atmosphäre des Romans ist ein absolutes Highlight für mich. Dieses Spannungsfeld zwischen öffentlicher Aufmerksamkeit und dem Wunsch nach Rückzug wird meiner Meinung nach wunderbar eingefangen. Ich hatte beim Lesen permanent dieses sommerliche Gefühl: Erdbeeren mit Sahne, Sonnenschein, überfüllte Straßen und gleichzeitig das Bedürfnis nach einem ruhigen Rückzugsort.

Flora mochte ich sofort. Sie ist verletzlich, ohne schwach zu sein. Ihr Liebeskummer ist nachvollziehbar, aber sie definiert sich nicht darüber. Besonders schön fand ich ihren kreativen Kern. Ihre Arbeit an der Graphic Novel gibt ihr Profil und macht sie für mich greifbar. Sie hat Träume, Unsicherheiten und Ecken und Kanten. Ihre innere Entwicklung vom Rückzug nach dem Betrug hin zu neuem Selbstvertrauen ist für mich glaubwürdig erzählt.
Kieran hingegen ist zunächst der klassische Bad Boy: mürrisch, verschlossen, arrogant. Doch nach und nach bröckelt diese Fassade. Ich mochte, dass seine Verletzlichkeit nicht überdramatisch inszeniert wird, sondern sich langsam in kleinen Momenten zeigt. Seine öffentliche Rolle als gefeierter und gleichzeitig kritisch beäugter Sportler steht im starken Kontrast zu seinem privaten Ich. Gerade diese Diskrepanz fand ich spannend.

Was mir besonders gefallen hat, ist zudem, dass „Match Point“ trotz seiner Leichtigkeit auch ernstere Themen streift: öffentlicher Druck, Selbstzweifel, Vertrauensbruch, Neuanfang. Diese Aspekte verleihen der Geschichte mehr Tiefe, ohne sie zu beschweren. Es bleibt eine sommerliche, romantische Geschichte, aber eben keine oberflächliche.

Wenn ich einen kleinen Kritikpunkt nennen müsste, dann vielleicht, dass manche Wendungen vorhersehbar sind. Doch mich hat das beim Lesen überhaupt nicht gestört. Für mich lebt dieser Roman nicht von überraschenden Plot-Twists, sondern von der Chemie zwischen den Figuren – und die stimmt einfach.

Fazit

Insgesamt ist „Match Point“ von Katherine Reilly für mich die perfekte Mischung aus Humor, Herzklopfen und Sommer-Feeling und damit ein echtes Wohlfühlbuch mit zusätzlich emotionaler Tiefe.

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Veröffentlicht am 04.02.2026

Herzklopfen, Tiefgang und britische Eleganz

Knightsbridge United
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In "Knightsbridge United – Sidelined" von Marina Neumeier begleiten wir Rosie Chapman, die ihrem Traum ein gutes Stück nähergekommen ist: Sie arbeitet als Journalistin für ein bekanntes Boulevardmagazin. ...

In "Knightsbridge United – Sidelined" von Marina Neumeier begleiten wir Rosie Chapman, die ihrem Traum ein gutes Stück nähergekommen ist: Sie arbeitet als Journalistin für ein bekanntes Boulevardmagazin. Doch statt spannender Recherchen landet sie dort schnell auf dem Abstellgleis, wird belächelt und kaum ernst genommen. Eine unerwartete Begegnung auf einer Charity-Veranstaltung verändert jedoch alles. Lady Richmond, eine geheimnisvolle Gräfin, die seit Jahren über ihre geplatzte Hochzeit mit dem König von England schweigt, lädt Rosie auf ihr Anwesen in North Yorkshire ein. Dort erhält Rosie exklusiven Zugang zu Lady Richmonds Charity-Projekt – und die Aussicht auf ein Interview, das ihre Karriere verändern könnte.
Was Rosie jedoch nicht ahnt, auf dem Anwesen ist auch Trenton, Lady Richmonds Neffe. Fußballstar, Captain, verletzt, frustriert – und mit einer ausgeprägten Abneigung gegen JournalistInnen. Zwischen schlechter Laune, Wortgefechten und unausgesprochenen Verletzungen fliegen schnell nicht nur die Fetzen, sondern auch die Funken.

Ich bin unglaublich schnell wieder in die Geschichte hineingekommen. Das lag nicht nur daran, dass Marina Neumeiers Schreibstil nach Band 1 sofort wieder vertraut war, sondern auch daran, wie mühelos sie mich zurück in die Welt von „Knightsbridge United“ geholt hat. Schon nach wenigen Seiten hatte ich dieses „Nach-Hause-kommen“-Gefühl, das man nur bei Reihen hat, die man wirklich liebt. Band 1 mochte ich sehr, und genau deshalb habe ich mich riesig gefreut, erneut in dieses Universum einzutauchen und wurde absolut nicht enttäuscht.

Der Schreibstil ist angenehm flüssig, modern und an den richtigen Stellen emotional. Besonders gefallen hat mir, wie fein Marina Neumeier innere Konflikte zeichnet.
Rosies Gedankenwelt wirkt authentisch und nahbar: ihre Unsicherheit im Job, der Wunsch, endlich ernst genommen zu werden, ihr unerschütterlicher Ehrgeiz und zugleich der moralische Zwiespalt, in dem sie sich immer wieder befindet. Ich habe mich ihr sehr verbunden gefühlt, gerade weil sie mit all ihren Zweifeln und Widerständen so glaubwürdig und echt dargestellt wird.

Die Atmosphäre des Romans hat mich komplett abgeholt. Der Kontrast zwischen dem hektischen Londoner Boulevardjournalismus und der ruhigen, fast abgeschiedenen Kulisse des Anwesens in North Yorkshire ist wunderbar gelungen. Ich konnte mir die Landschaft, das Herrenhaus, die Charity-Veranstaltungen und diese ganz eigene, leicht aristokratische Stimmung lebhaft vorstellen. Es schwingt ständig etwas Geheimnisvolles mit – vor allem durch Lady Richmond, die für mich zu den spannendsten und zugleich sympathischsten Nebenfiguren zählt. Ihre herzliche, warme Art hat sie mir sofort nahegebracht, während ihre Vergangenheit neugierig macht und berührt. Ihre Geschichte ist gleichermaßen spannend wie emotional und verleiht dem gesamten Roman eine zusätzliche Tiefe.

Trenton ist ein typischer Love-Interest, aber im besten Sinne. Ja, er ist grumpy, verletzt, verschlossen, aber auch seine innere Zerrissenheit wirkt glaubwürdig. Seine Knieverletzung ist nicht nur ein äußeres Hindernis, sondern trifft ihn im Kern seiner Identität als Profisportler. Besonders mochte ich, dass sein Hass auf JournalistInnen nicht einfach nur ein Klischee bleibt, sondern nachvollziehbar begründet wird.
Die Dynamik zwischen ihm und Rosie lebt von scharfem Schlagabtausch, unterschwelliger Spannung und diesen kleinen Momenten, in denen man merkt, dass hinter der Fassade viel mehr steckt. Die Entwicklung ihrer Beziehung fühlt sich für mich organisch an, nicht überhastet, und genau das hat mich emotional sehr abgeholt.

Auch die Handlung insgesamt empfand ich als ausgewogen. Neben der Liebesgeschichte spielt Rosies beruflicher Weg eine zentrale Rolle und das fand ich richtig stark. Es geht um Selbstbehauptung, um Integrität im Journalismus, um die Frage, wie weit man für Erfolg gehen darf und will. Diese Themen geben dem Roman Gewicht und machen ihn für mich besonders.

Fazit

Für mich ist „Knightsbridge United – Sidelined“ von Marina Neumeier eine gelungene Fortsetzung, die mit Atmosphäre, starken Charakteren und emotionaler Tiefe überzeugt. Ich habe mitgefiebert, mitgelitten, geschmunzelt und mich immer wieder dabei ertappt, „nur noch ein Kapitel“ lesen zu wollen.

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Veröffentlicht am 21.01.2026

Spannung und Magie pur

The Ordeals
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Im Mittelpunkt von "The Ordeals" von Rachel Greenlaw steht Sophia de Winter, die durch einen mächtigen magischen Blutschwur an ihren Onkel gebunden ist. Dieser zwingt sie, ihre Fähigkeiten zu nutzen, um ...

Im Mittelpunkt von "The Ordeals" von Rachel Greenlaw steht Sophia de Winter, die durch einen mächtigen magischen Blutschwur an ihren Onkel gebunden ist. Dieser zwingt sie, ihre Fähigkeiten zu nutzen, um für ihn weitere Menschen zu „sammeln“. Für Sophia gibt es nur einen Ausweg: die magische Eliteuniversität Killmarth, deren uralte Schutzrunen stark genug sein sollen, den Blutschwur zu brechen. Doch um dort aufgenommen zu werden, muss sie eine Reihe gefährlicher und tödlicher Prüfungen – die sogenannten Ordeals – bestehen. Dafür verbündet sie sich mit Alden Locke, den sie früh kennenlernt und dem sie schnell vertraut. Schon bald wird jedoch klar, dass die Ordeals weit grausamer sind als erwartet und dass im Hintergrund eine viel größere, tiefere Bedrohung lauert, die alles zum Einsturz bringen könnte.

Der Schreibstil von Rachel Greenlaw ist für mich einer der größten Pluspunkte des Buches. Er ist flüssig, bildhaft und gleichzeitig sehr direkt, ohne überladen zu wirken. Besonders die Beschreibungen der Ordeals und der magischen Umgebung sind intensiv, teilweise brutal, aber immer so geschrieben, dass ich komplett in die Szenen eintauchen konnte. Die Atmosphäre ist durchgehend düster, angespannt und von einer unterschwelligen Bedrohung geprägt. Dieses Gefühl, dass jederzeit alles kippen kann, zieht sich konsequent durch das gesamte Buch und sorgt dafür, dass wirklich keine Langeweile aufkommt und ich das Buch in kürzester Zeit beendet habe.

Sophia als Protagonistin ist mir unglaublich schnell ans Herz gewachsen. Ihre innere Zerrissenheit, die Schuldgefühle wegen des Blutschwurs und ihr verzweifelter Wunsch nach Freiheit wirken authentisch und emotional nachvollziehbar. Zudem ist sie unglaublich stark - sowohl für sich als auch für ihre Freunde.
Alden Locke ist ebenfalls ein Charakter, den ich von Anfang an sympathisch fand – nicht perfekt, nicht überzeichnet, sondern mit Ecken, Kanten und eigener Geschichte.
Und auch die Nebencharaktere sind überraschend vielschichtig und bleiben nicht bloß Staffage für die Handlung, sondern tragen aktiv zur Spannung und Dynamik bei. Ich habe während der Ordeals nicht nur um Sophia und Alden gebannt, sondern auch um die anderen.

Die Handlung selbst ist extrem abwechslungsreich. Kaum glaubt man, das Prinzip der Ordeals verstanden zu haben, kommt wieder etwas Neues, Unerwartetes, Gefährlicheres. Jede Prüfung fühlt sich anders an, stellt andere Fähigkeiten in den Vordergrund und fordert die Charaktere sowohl körperlich als auch psychisch heraus.
Das Ende hat mich ehrlich gesagt emotional komplett erwischt. Es war heftig, schockierend und hat mich mit einem Kloß im Hals zurückgelassen. Ein Teil von mir hofft wirklich, dass es sich noch irgendwie wenden lässt. Denn wenn nicht, wäre das schlicht grausam und traurig. Gleichzeitig passt genau diese Konsequenz zur düsteren Grundstimmung des Buches und macht den Abschluss so wirkungsvoll.

Fazit

Alles in allem hatte ich unglaublich viel Spaß beim Lesen. "The Ordeals" von Rachel Greenlaw ist super spannend, nie langweilig, voller sympathischer Charaktere und überraschender Wendungen. Ich freue mich jetzt schon sehr auf Band 2 und kann es kaum erwarten, zu erfahren, wie es weitergeht. Vor allem nach diesem Ende, das mich einfach nicht loslässt.

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Veröffentlicht am 30.12.2025

Ein Roman, der unter die Haut geht

Was die Nacht nie vergisst
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In „Was die Nacht nie vergisst“ von Justine Pust wird Mona als Teilnehmerin der zweiten Staffel der Reality-TV-Show „Celebrity Cache“ ausgewählt. In Finnland tritt sie gemeinsam mit fünf anderen bei einer ...

In „Was die Nacht nie vergisst“ von Justine Pust wird Mona als Teilnehmerin der zweiten Staffel der Reality-TV-Show „Celebrity Cache“ ausgewählt. In Finnland tritt sie gemeinsam mit fünf anderen bei einer Reihe von Spielen an, bei der es um 100.000 Euro geht. Doch Mona ist nicht wegen Geld oder Ruhm dort. Ihre Freundin Fine nahm an der ersten Staffel teil und ist seitdem nicht mehr dieselbe. Mona ist überzeugt, dass hinter den Kulissen der Show etwas grundlegend falsch läuft. Um die Wahrheit aufzudecken, ist sie bereit, alle Risiken einzugehen. Doch kurz vor Drehbeginn begegnet sie Samu, aus einem Flirt wird eine Nacht und dann stellt sich heraus, dass auch er Teil der Show ist. Wie Mona verfolgt er eine eigene Mission, was Vertrauen, Nähe und Wahrheit von Beginn an unter Spannung setzt.

Justine Pusts neuester Roman hat mich nachhaltig getroffen. Es ist ein Buch, das unter die Haut geht, das sich festsetzt und lange, sehr deutlich nachhallt. Kein Buch, das man nach dem Lesen einfach beiseitelegt, sondern eines, das innerlich weiterarbeitet und Fragen aufwirft, die unbequem sind.
Als ich den Roman begonnen hatte, wurde mir schnell klar, dass es sich hier nicht um ein typisches New-Adult-Romance-Buch handelt. Zwar gibt es eine Liebesgeschichte, und ja, sie ist ein wichtiger Bestandteil der Handlung, doch sie wird klar von den prägnanten, ernsten Themen überlagert. Es geht um Machtmissbrauch, um Grenzüberschreitungen, um systematisches Schweigen und um Vertuschung. Dieses Buch berührt meiner Meinung nach nicht nur, es rüttelt wach. Es zeigt schonungslos, wie krass mit Frauen umgegangen wird und wie lange solche Strukturen funktionieren können, weil niemand hinsieht oder weil Wegsehen einfacher ist.

Der Schreibstil von Justine Pust ist dabei eindringlich, klar und emotional, ohne jemals pathetisch zu wirken. Sie schreibt nicht laut, sondern präzise und gerade dadurch entfaltet der Text seine Wirkung. Viele Szenen haben mich tief getroffen, weil sie nicht auf Schockeffekte setzen, sondern auf Realität. Auf das, was man sich nicht vorstellen kann oder möchte. Die Atmosphäre ist dabei durchgehend angespannt, stellenweise bedrückend, fast schwer, aber nie künstlich dramatisiert. Alles fühlt sich erschreckend real an.

Schon relativ früh hatte ich eine Ahnung davon, was mit Fine passiert sein könnte. Das „Was“ war denkbar, fast offensichtlich. Doch das „Wie“, das Ausmaß und all das, was nach und nach ans Licht kommt, war trotzdem schockierend. Und gleichzeitig nicht zu verleugnen. Genau das macht das Buch für mich authentisch: Diese Geschichte fühlt sich nicht konstruiert an, sondern wie ein Spiegel realer Zustände. Wie etwas, das jederzeit genau so passiert sein könnte – oder schon irgendwo passiert ist.

Die Figuren tragen diese Geschichte dabei mit enormer Glaubwürdigkeit.
Mona ist keine einfache, glatt geschriebene Protagonistin. Sie ist verletzlich, wütend, zweifelnd, stark und müde zugleich. Ihre innere Zerrissenheit war für mich jederzeit spürbar. Besonders berührt hat mich, wie ernst ihre Perspektive genommen wird, ohne sie zu romantisieren oder zu vereinfachen.
Samu wiederum ist für mich eine der angenehmsten Figuren des Buches. Ich mochte sehr, wie Mona und Samu sich angenähert haben: langsam, vorsichtig, respektvoll. Ihre Beziehung basiert nicht auf Drama, sondern auf Nähe, Vertrauen und echtem Zuhören. Man spürt die Verbindung zwischen ihnen, die leisen Momente, die Sicherheit. Samu ist für Mona da, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Er unterstützt sie, glaubt ihr und steht hinter ihrer Sache und ihrer Absicht – und genau das macht diese Liebesgeschichte für mich so authentisch. Sie dient nicht als Rettung, sondern als Stütze. Und trotzdem stand für mich eben nicht die Liebesgeschichte im Vordergrund, sondern die ernsten Themen, die dieses Buch behandelt.
Besonders fand ich auch, wie groß die Bedeutung der Nebenfiguren ist. Sie sind keine bloße Kulisse, sondern tragen entscheidend zur Handlung und zur emotionalen Tiefe des Buches bei. Jede dieser Figuren erfüllt eine wichtige Rolle, bringt neue Perspektiven ein und macht die Geschichte reicher, komplexer und glaubwürdiger.

Fazit

Für mich bleibt „Was die Nacht nie vergisst“ von Justine Pust vor allem ein Buch über Mut, über das Sichtbarmachen von Wahrheit und über strukturelle Ungerechtigkeit. Es ist kein leichtes Buch, kein klassischer Genre-Roman, sondern eine eindringliche, wichtige Geschichte, die aufwühlt und lange nachwirkt. Ein Buch, das weh tut – aber genau deshalb so notwendig ist.

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Veröffentlicht am 30.12.2025

eine gelungene Fortsetzung

A Spark of Time - Ein Treffen in den Highlands
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Im dritten Band der A-Spark-of-Time-Reihe „Ein Treffen in den Highlands“ von Kira Licht führt die Zeitreise die ProtagonistInnen nach Schottland, genauer gesagt in die geheimnisvollen und rauen Highlands ...

Im dritten Band der A-Spark-of-Time-Reihe „Ein Treffen in den Highlands“ von Kira Licht führt die Zeitreise die ProtagonistInnen nach Schottland, genauer gesagt in die geheimnisvollen und rauen Highlands des Jahres 1745 – eine Zeit voller politischer Unruhen, alter Clanstrukturen und latenter Gefahr. Dort sucht Collin MacLeod nach der sagenumwobenen Perle von Tortuga, einem Artefakt, dem außergewöhnliche Heilkräfte nachgesagt werden. Eingebettet in den rauen Alltag der Highlands beginnt sich zwischen Lilly und Collin eine unerwartete Nähe zu entwickeln. Was als Tarnung gedacht war, fühlt sich mit jeder gemeinsamen Szene realer an. Doch während Gefühle wachsen und Vertrauen entsteht, verdichten sich im Hintergrund die Hinweise darauf, dass ihre Maskerade brüchiger ist, als sie glauben. Die Zeit arbeitet gegen sie und je näher sie ihrem Ziel kommen, desto klarer wird, dass ein falscher Schritt alles zerstören könnte.

Ich habe „A Spark of Time – Ein Treffen in den Highlands“ von Kira Licht wieder einmal absolut geliebt. Es ist mittlerweile der dritte Band der Reihe, und genauso wie die beiden Vorgänger hat mich auch dieser Teil komplett in seinen Bann gezogen und zwar so sehr, dass ich das Buch innerhalb von zwei Tagen verschlungen habe. Ich war von der ersten Seite an wieder mitten in der Geschichte und bei den Charakteren, als wäre ich nie weg gewesen. Genau dieses Gefühl schätze ich an der Reihe besonders: Sie knüpft nahtlos an die vorherigen Bände an und fühlt sich gleichzeitig frisch und spannend an.

Der Schreibstil von Kira Licht ist für mich erneut ein großes Highlight. Er ist flüssig, emotional und unglaublich einnehmend. Nach jedem Kapitel dachte ich mir: „Nur noch ein Kapitel“ und dann wurden es doch noch eins und noch eins und noch eins. Die Geschichte entwickelt einen Sog, dem ich mich kaum entziehen konnte, weil immer genau im richtigen Moment neue Fragen, kleine Wendungen oder emotionale Momente auftauchen.

Ganz besonders begeistert hat mich zudem abermals die Atmosphäre. Die Kulisse der schottischen Highlands ist einfach großartig gewählt und so bildlich beschrieben, dass ich die Landschaft förmlich vor Augen hatte: die Weite, die Natur, diese leicht mystische, aber auch gefährliche Stimmung.

Und auch die Charaktere haben mich wieder vollkommen überzeugt. Die altbekannten Figuren mochte ich wie schon in den vorherigen Bänden sehr gern, und es hat sich richtig gut angefühlt, sie wiederzutreffen und ihre Entwicklung weiterzuverfolgen. Gleichzeitig hat mir Collin als neuer Charakter ausgesprochen gut gefallen. Ich fand ihn sehr passend für die Geschichte, gut ausgearbeitet und eine echte Bereicherung für das Ensemble. Seine Rolle fügt sich organisch ein und bringt neue Dynamik in die Handlung.

Fazit

Insgesamt ist dieser dritte Band für mich ein starkes, emotionales und atmosphärisches Weitererzählen der Reihe. Man merkt deutlich, dass hier alles aufeinander aufbaut und nichts zufällig wirkt. Nach dem Lesen bin ich nun umso gespannter auf Band 4: Wie wird es mit den ProtagonistInnen weitergehen? Welche Entwicklungen stehen noch bevor? Und natürlich vor allem: Was erwartet uns in Salem? Ich kann es kaum erwarten, dorthin zurückzukehren.

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