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Veröffentlicht am 08.04.2026

chaotisch witzige Geisterjagd

The Girls Ghostbusting Agency – Crazy Spooky Love
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Melody Bittersweet besitzt eine außergewöhnliche Gabe: Sie kann Geister sehen und mit ihnen sprechen. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Marina gründet sie deshalb die „Girls Ghostbusting Agency“, um ...

Melody Bittersweet besitzt eine außergewöhnliche Gabe: Sie kann Geister sehen und mit ihnen sprechen. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Marina gründet sie deshalb die „Girls Ghostbusting Agency“, um anderen Menschen bei übernatürlichen Problemen zu helfen.
Ihr erster großer Auftrag führt sie in ein altes Herrenhaus, in dem drei verstorbene Brüder festsitzen – gefangen durch eine ungelöste Familientragödie. Während Melody versucht, die Wahrheit hinter dem Tod des jüngsten Bruders aufzudecken und die Geister zu befreien, gerät sie nicht nur mit ihrem früheren Freund und Rivalen Leo Dark aneinander, sondern auch mit dem skeptischen Journalisten Fletcher Gunn, der sie für eine Hochstaplerin hält. Doch je tiefer sie in den Fall eintaucht, desto komplizierter werden nicht nur die Ermittlungen, sondern auch ihre Gefühle.

„The Girls Ghostbusting Agency“ von Josie Silver hat mich auf eine sehr eigene, charmante und überraschend vielschichtige Weise abgeholt.
Ich muss aber direkt zugeben: Der Schreibstil war für mich am Anfang wirklich gewöhnungsbedürftig. Er ist extrem humorvoll, sehr (selbst)ironisch und stellenweise fast schon ein bisschen „zu viel des Guten“. Ich habe anfangs ein paar Seiten gebraucht, um mich darauf einzulassen, weil die Erzählstimme so präsent und verspielt ist. Aber genau das hat sich dann als große Stärke herausgestellt. Sobald ich mich daran gewöhnt hatte, fand ich diesen Stil einfach großartig. Er macht das Buch unglaublich besonders, bringt so viel Witz und Charme mit und lockert die Geschichte auf eine ganz eigene Weise auf.

Die Atmosphäre ist dabei eine richtig gelungene Mischung: Einerseits haben wir diese leicht düstere, geheimnisvolle Geistergeschichte rund um das alte Herrenhaus und die drei Brüder, andererseits ist alles durchzogen von Humor, Schlagfertigkeit und skurrilen Momenten. Genau diese Balance hat mir richtig gut gefallen, weil das Buch dadurch nie schwer wirkt, obwohl es eigentlich auch um tragische Hintergründe und ungelöste Konflikte geht.

Was mich aber am meisten begeistert hat, waren die Charaktere. Ich fand sie wirklich absolut umwerfend und liebenswert und zwar jeden auf seine ganz eigene Art.
Besonders die „Crew“ der Ghostbusting Agency ist mir total ans Herz gewachsen: Melody als Protagonistin, die gleichzeitig stark, chaotisch und unglaublich witzig ist; Marina als beste Freundin, die immer da ist und einen schlagfertigen Kommentar auf der Zunge hat; und natürlich der anfangs etwas unsichere Praktikant Artie. Selbst Dinge wie das Auto Barb bekommen so viel Persönlichkeit, dass man sie einfach mögen muss. Die Figuren wirken alle so lebendig, natürlich und individuell, dass ich beim Lesen ständig schmunzeln musste.
Auch die Entwicklung der Charaktere hat mir sehr gefallen. Man merkt, wie sie an ihren Aufgaben wachsen, sich verändern und dabei trotzdem sie selbst bleiben. Es gibt so viele schräge, witzige und gleichzeitig authentische Figuren, dass das Lesen einfach Spaß macht.

Die Handlung rund um die Geisterbrüder fand ich ebenfalls richtig gelungen. Der Fall hatte genau die richtige Mischung aus Humor, Spannung und emotionalem Kern. Ich habe wirklich mitgefiebert und mir ständig Fragen gestellt: Wer hat Douglas wirklich ermordet? Wie hängt alles zusammen? Und wie lassen sich die Konflikte zwischen den Brüdern lösen?
Das Ganze war originell erzählt und hat mich bis zum Ende neugierig gehalten.

Die Liebesgeschichte – beziehungsweise das Zusammenspiel zwischen Melody, Fletcher und Leo – fand ich ebenfalls spannend. Ich habe das emotional auf jeden Fall gespürt und hatte auch relativ schnell meinen Favoriten. Gleichzeitig fand ich es aber richtig gut, dass dieser Aspekt nicht die gesamte Handlung dominiert hat. Die Romance ist da, sie ist wichtig und trägt zur Geschichte bei, aber sie drängt sich nicht in den Vordergrund. Der Fokus bleibt klar auf der Ghostbusting Agency, ihrer Entstehung und Entwicklung sowie auf dem ersten großen Fall und genau das fand ich sehr angenehm.

Fazit

Insgesamt war das Buch für mich zu keinem Zeitpunkt langweilig. Es hat mich konstant unterhalten, zum Schmunzeln gebracht, manchmal auch den Kopf schütteln lassen – im besten Sinne. Es ist witzig, charmant, ein bisschen verrückt und gleichzeitig spannend erzählt.
Ich kann auf jeden Fall sagen: Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Fall der Agency.

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Veröffentlicht am 08.03.2026

ein atmosphärisches Leseerlebnis voller Spannung und Eleganz

Pure Grace Academy (Band 1) - The Final Bow
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Nach dem plötzlichen Tod ihrer Mutter kehrt Aurelie an einen Ort zurück, den sie eigentlich nie wieder betreten wollte: die Pure Grace Akademie, die prestigeträchtige Ballettschule ihrer Familie in einem ...

Nach dem plötzlichen Tod ihrer Mutter kehrt Aurelie an einen Ort zurück, den sie eigentlich nie wieder betreten wollte: die Pure Grace Akademie, die prestigeträchtige Ballettschule ihrer Familie in einem ehrwürdigen Schloss nahe Paris. Vor Jahren hatte sie der Akademie den Rücken gekehrt, nachdem der Leistungsdruck ihrer Mutter und ein heftiger Streit sie dazu gebracht hatten, mit dem Ballett abzuschließen. Doch nun lassen ihr Zweifel keine Ruhe, denn Aurelie glaubt nicht, dass ihre Mutter wirklich Selbstmord begangen hat. Um die Wahrheit herauszufinden, taucht sie wieder in die Welt aus Disziplin, Ehrgeiz und Eleganz ein.
Dort begegnet sie auch Lucian wieder, ihrem ehemaligen besten Freund, der sie seit ihrem Weggang ignoriert und ihr nun mit eisiger Distanz begegnet. Zwischen ihnen liegt eine Vergangenheit voller ungeklärter Gefühle und trotzdem knistert es noch immer gewaltig.
Während Aurelie nach Hinweisen sucht, gerät sie immer tiefer in ein Geflecht aus Geheimnissen, Lügen und verdrängten Wahrheiten.
Schon nach wenigen Seiten war ich vollkommen in die Welt der Pure Grace Akademie hineingezogen.

Der Schreibstil von Jennifer Bright liest sich unglaublich flüssig und atmosphärisch. Die Autorin schafft es, Emotionen und Spannung miteinander zu verbinden, sodass sich die Geschichte gleichzeitig wie ein gefühlvoller New-Adult-Roman und wie ein kleines Mystery-Puzzle anfühlt.
Besonders gefallen hat mir, wie sie die Spannung langsam aufbaut. Stück für Stück entdeckt man gemeinsam mit Aurelie neue Hinweise, kleine Ungereimtheiten und versteckte Details, die zum Miträtseln einladen.

Ein weiterer großer Pluspunkt ist für mich definitiv die Ballett-Thematik. Ich fand die Einblicke in diese Welt unglaublich interessant. Man merkt, dass hier viel Recherche und Leidenschaft hineingeflossen ist. Zwar konnte ich mir unter manchen Fachbegriffen nicht immer direkt etwas vorstellen, aber genau dafür gibt es am Ende des Buches ein Register, das die Begriffe erklärt. Dadurch wirkte die Darstellung des Balletts sehr authentisch und greifbar. Man spürt den Ehrgeiz, den Druck, aber auch die Faszination, die dieser Sport auslösen kann.

Auch das Setting hat mich absolut begeistert. Die Akademie in diesem alten Schloss wirkt beeindruckend, elegant und elitär – genau so, wie man sich eine prestigeträchtige Ballettschule vorstellt. Diese Kulisse passt perfekt zur Geschichte. Gleichzeitig bringt das Setting automatisch eine gewisse mystische und geheimnisvolle Atmosphäre mit sich, die wunderbar zu Aurelies Suche nach der Wahrheit über den Tod ihrer Mutter passt. Die alten Gemäuer, die strengen Regeln und das Leben der Schüler innerhalb der Akademie erzeugen eine fast schon abgeschlossene Welt voller Geheimnisse.

Ein kleiner Kritikpunkt für mich war allerdings, dass wir relativ wenig von Paris außerhalb der Akademie sehen. Gerade weil Paris als Setting so unglaublich viel Atmosphäre bieten kann, hätte ich mir gewünscht, dass die Geschichte auch öfter außerhalb der Schule spielt. Ein paar mehr Schauplätze in der Stadt hätten das Ganze noch lebendiger gemacht. So konzentriert sich die Handlung fast vollständig auf die Akademie, wodurch der Ort theoretisch auch in einer anderen Stadt hätte liegen können. Das fand ich ein wenig schade, auch wenn die Akademie selbst sehr eindrucksvoll beschrieben ist.

Die Figuren haben mir ebenfalls sehr gut gefallen.
Aurelie ist eine Protagonistin, die ich sofort mochte. Sie ist zielstrebig, mutig und lässt sich von ihren Zweifeln nicht unterkriegen. Besonders schön fand ich ihre persönliche Entwicklung im Laufe der Geschichte. Nachdem sie das Ballett einst wegen des enormen Leistungsdrucks aufgegeben hat, entdeckt sie langsam wieder, warum sie es ursprünglich geliebt hat. Ihr Weg zurück zu dieser Leidenschaft fühlt sich sehr authentisch an und hat mir richtig gut gefallen.
Lucian fand ich als Charakter mindestens genauso spannend. Seine anfängliche Kälte gegenüber Aurelie wirft viele Fragen auf und sorgt für eine spürbare Spannung zwischen den beiden. Gleichzeitig merkt man schnell, dass hinter seiner distanzierten Art viel mehr steckt als nur verletzter Stolz. Besonders seine Entwicklung im Laufe der Geschichte hat mich beeindruckt. Der Konflikt mit seinem Vater und die Erwartungen, die auf ihm lasten, sind sehr nachvollziehbar dargestellt. Ein Highlight war für mich tatsächlich das Gespräch zwischen Lucian und seinem Vater gegen Ende. In diesem Moment bekommt man auch Einblicke in die Perspektive des Vaters und erkennt, dass hinter seinem Verhalten keine Boshaftigkeit steckt, sondern vor allem Trauer um Lucians Mutter und der Wunsch, das Beste für seinen Sohn zu wollen. Diese Szene hat den Charakter noch einmal deutlich vielschichtiger gemacht.
Zustätzlich tragen auch die Nebencharaktere dazu bei, dass sich die Welt der Akademie lebendig anfühlt. Sie bringen zusätzliche Perspektiven in die Geschichte und sorgen dafür, dass sich das Leben an der Schule realistisch und komplex anfühlt.

Die Beziehung zwischen Aurelie und Lucian hat mir ebenfalls sehr gefallen. Ihre gemeinsame Vergangenheit, die unausgesprochenen Gefühle und die unterschwellige Anziehung zwischen ihnen sorgen für viele emotionale Momente. Die Dynamik wirkt authentisch und entwickelt sich glaubwürdig.

Besonders gelungen fand ich außerdem den Suspense-Aspekt der Geschichte. Die Suche nach der Wahrheit über den Tod von Aurelies Mutter zieht sich wie ein roter Faden durch den gesamten Roman. Die Autorin streut immer wieder kleine Hinweise und Details ein, die erst später ihre Bedeutung entfalten. Dadurch bleibt die Spannung konstant hoch. Die Auflösung hat mich letztlich auch überzeugt, weil sie überraschend, aber gleichzeitig schlüssig war.

Fazit

Insgesamt hat mir „Pure Grace Academy – The Final Bow“ von Jennifer Bright wirklich sehr gut gefallen. Die Mischung aus Ballett-Setting, emotionaler Liebesgeschichte und spannender Geheimnissuche funktioniert hier richtig gut. Vor allem die Atmosphäre der Akademie, die glaubwürdigen Figuren und die vielen kleinen Wendungen haben das Buch für mich zu einem sehr fesselnden Leseerlebnis gemacht.

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Veröffentlicht am 21.02.2026

Ein Setting zum Verlieben

Mont Lacroix (Band 1) - Longing for Lelibeth
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Im Mittelpunkt der Geschichte steht Lelibeth Lacroix, die gemeinsam mit ihrem Vater das luxuriöse Berghotel Mont Lacroix führt und sich darauf vorbereitet, das Familienerbe eines Tages vollständig zu übernehmen. ...

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Lelibeth Lacroix, die gemeinsam mit ihrem Vater das luxuriöse Berghotel Mont Lacroix führt und sich darauf vorbereitet, das Familienerbe eines Tages vollständig zu übernehmen. Um das Hotel zukunftsfähig zu machen, möchte sie exklusive Events etablieren und erhält mit der Ausrichtung einer prestigeträchtigen Hochzeit die Chance, ihr Konzept zu beweisen. Dafür braucht sie dringend einen talentierten Floristen – und genau hier tritt Noah Benz in ihr Leben. Was Lelibeth nicht weiß: Noah arbeitet im Auftrag seines Vaters, dem Besitzer des konkurrierenden Hotels Goldberg, und soll das Mont Lacroix ausspionieren. Doch je mehr Zeit er im Hotel verbringt und je näher er Lelibeth kommt, desto stärker gerät sein Auftrag ins Wanken. Zwischen Loyalität, Schuldgefühlen und echten Gefühlen muss Noah eine Entscheidung treffen, die alles verändern könnte.

„Mont Lacroix - Longing for Lelibeth“ von Alexandra Flint hat mich positiv überzeugt. Der Autorin gelingt hier ein Auftakt, der sich weniger auf künstliches Drama verlässt, sondern vor allem von Atmosphäre, Figurenentwicklung und emotionaler Spannung lebt.

Was mich von der ersten Seite an gefesselt hat, war das Setting. Das Mont Lacroix ist nicht einfach nur ein Luxushotel, es fühlt sich wirklich wie ein lebendiger Ort an. Die Beschreibungen sind unglaublich bildlich: draußen der glitzernde Schnee, die winterlichen Berge, die klare Bergluft; innen warmer Luxus, altehrwürdiger Charme und gleichzeitig eine gemütliche, fast heimelige Stimmung. Ich hatte beim Lesen ständig das Gefühl, selbst durch die Flure dieses Schloss-Hotels zu gehen. Gerade dieser Kontrast aus exklusivem Ambiente und familiärer Wärme macht den Reiz des Settings aus.

Besonders positiv überrascht hat mich zudem das elitäre Umfeld. Oft sind Settings dieser Art ja von Intrigen, Zickereien oder überzogenem Konkurrenzdenken geprägt. Hier ist das ganz anders. Das Mont Lacroix strahlt zwar Prestige aus, aber ohne diese typische Giftigkeit. Die Mitarbeitenden, die Familie und das gesamte Umfeld wirken herzlich und loyal. Man spürt richtig, wie gut dort alles ineinandergreift – wie Zahnräder, die perfekt zusammenarbeiten. Dieses Gefühl von Zusammenhalt und Vertrauen hat mir unglaublich gut gefallen und dem Hotel fast etwas Märchenhaftes verliehen.

Der Schreibstil von Alexandra Flint liest sich sehr flüssig und angenehm. Sie verliert sich nicht in unnötigen Längen, nimmt sich aber genau dort Zeit, wo Emotionen oder Atmosphäre Raum brauchen. Besonders mochte ich die eingestreuten Zeitungsartikel. Das ist ein kleines Stilmittel, das der Geschichte zusätzliche Dynamik gibt und die Handlung realistischer wirken lässt, ohne den Lesefluss zu stören.

Die beiden Hauptfiguren haben für mich das Buch wirklich getragen.
Noah war für mich besonders spannend, weil sein innerer Konflikt so greifbar ist. Man merkt deutlich, wie sehr er zwischen dem Druck seines Vaters und seinem eigenen moralischen Kompass zerrieben wird. Seine Leidenschaft für die Floristik wirkt authentisch und verleiht ihm Tiefe. Ich mochte sehr, dass er kein klassischer Bad Boy ist, sondern jemand, der eigentlich einfach nur frei sein und seinen eigenen Weg gehen will.
Lelibeth hat mich ebenfalls überzeugt. Sie ist stark, verantwortungsbewusst und unglaublich fokussiert auf das Hotel – manchmal fast zu sehr. Man spürt die enorme Last, die auf ihren Schultern liegt, und gleichzeitig bewundert man, wie souverän sie damit umgeht. Besonders schön fand ich ihre Entwicklung im Laufe der Geschichte, in der langsam deutlich wird, dass sie lernen muss, auch Raum für sich selbst zu schaffen. Sie wirkt nie überzogen perfekt, sondern menschlich und nahbar.

Die Liebesgeschichte entwickelt sich ruhig, aber gefühlvoll. Sie basiert zwar auf einer problematischen Ausgangssituation, schließlich steht Noahs Geheimnis wie ein Damoklesschwert über allem, doch genau diese emotionale Spannung macht den Reiz aus. Ich konnte Noahs Zerrissenheit wirklich nachempfinden, was die romantischen Momente noch intensiver gemacht hat.

Wenn ich einen kleinen Kritikpunkt nennen müsste, dann vielleicht, dass das Tempo stellenweise eher ruhig ist. Wer sehr viel äußere Action erwartet, könnte das als langsam empfinden. Für mich hat es aber gut zur winterlichen, fast verträumten Atmosphäre gepasst.

Fazit

Insgesamt hat mich der erste Band der Mont Lacroix-Reihe „Longing for Lelibeth“ vor allem durch sein traumhaftes Setting, die warmherzige Hotel-„Familie“ und die emotional glaubwürdigen Hauptfiguren überzeugt. Ich habe mich im Mont Lacroix unglaublich wohlgefühlt und bin jetzt schon neugierig auf die Folgebände – besonders darauf, mehr über die Geschwister und ihre Geschichten zu erfahren.

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Veröffentlicht am 15.02.2026

Herzklopfen in Wimbledon

Match Point
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Flora steckt in einem Scherbenhaufen: Ihr wurde gekündigt und ihr Freund hat sie betrogen und zwar ausgerechnet mit ihrer Nachbarin. Um Abstand zu gewinnen und endlich konzentriert an ihrer Graphic Novel ...

Flora steckt in einem Scherbenhaufen: Ihr wurde gekündigt und ihr Freund hat sie betrogen und zwar ausgerechnet mit ihrer Nachbarin. Um Abstand zu gewinnen und endlich konzentriert an ihrer Graphic Novel zu arbeiten, plant sie einen Sommer in einem idyllischen Cottage außerhalb von Wimbledon, weit weg vom Trubel des berühmten Tennisturniers. Ihre eigene Wohnung vermietet sie für diese Zeit unter. Doch noch bevor die Reise los geht, stürzt das Dach ihres Cottages ein und plötzlich steht sie ohne Bleibe da. Die einzige Lösung: Sie muss kurzfristig wieder in ihre Wohnung zurück. Blöderweise wohnt dort bereits Kieran O’Sullivan, berüchtigter Tennisstar und Bad Boy der Saison, der sich weigert auszuziehen. Was als unfreiwillige Zweck-WG beginnt, ist von Streit, schlagfertigen Wortgefechten und jeder Menge Spannung geprägt – doch hinter Kierans mürrischer Fassade verbirgt sich mehr, als Flora zunächst ahnt.

Der Schreibstil von Katherine Reilly in „Match Point“ ist angenehm flüssig und modern, mit genau der richtigen Portion britischem Humor. Ich habe besonders geliebt, wie pointiert die Dialoge geschrieben sind. Die Schlagabtausche zwischen Flora und Kieran fühlen sich lebendig an: manchmal bissig, manchmal herrlich komisch, aber immer authentisch. Reilly schafft es, dass sich die Gespräche natürlich anfühlen und nicht konstruiert wirken. Gerade in den hitzigeren Szenen musste ich mehr als einmal schmunzeln.

Die Atmosphäre des Romans ist ein absolutes Highlight für mich. Dieses Spannungsfeld zwischen öffentlicher Aufmerksamkeit und dem Wunsch nach Rückzug wird meiner Meinung nach wunderbar eingefangen. Ich hatte beim Lesen permanent dieses sommerliche Gefühl: Erdbeeren mit Sahne, Sonnenschein, überfüllte Straßen und gleichzeitig das Bedürfnis nach einem ruhigen Rückzugsort.

Flora mochte ich sofort. Sie ist verletzlich, ohne schwach zu sein. Ihr Liebeskummer ist nachvollziehbar, aber sie definiert sich nicht darüber. Besonders schön fand ich ihren kreativen Kern. Ihre Arbeit an der Graphic Novel gibt ihr Profil und macht sie für mich greifbar. Sie hat Träume, Unsicherheiten und Ecken und Kanten. Ihre innere Entwicklung vom Rückzug nach dem Betrug hin zu neuem Selbstvertrauen ist für mich glaubwürdig erzählt.
Kieran hingegen ist zunächst der klassische Bad Boy: mürrisch, verschlossen, arrogant. Doch nach und nach bröckelt diese Fassade. Ich mochte, dass seine Verletzlichkeit nicht überdramatisch inszeniert wird, sondern sich langsam in kleinen Momenten zeigt. Seine öffentliche Rolle als gefeierter und gleichzeitig kritisch beäugter Sportler steht im starken Kontrast zu seinem privaten Ich. Gerade diese Diskrepanz fand ich spannend.

Was mir besonders gefallen hat, ist zudem, dass „Match Point“ trotz seiner Leichtigkeit auch ernstere Themen streift: öffentlicher Druck, Selbstzweifel, Vertrauensbruch, Neuanfang. Diese Aspekte verleihen der Geschichte mehr Tiefe, ohne sie zu beschweren. Es bleibt eine sommerliche, romantische Geschichte, aber eben keine oberflächliche.

Wenn ich einen kleinen Kritikpunkt nennen müsste, dann vielleicht, dass manche Wendungen vorhersehbar sind. Doch mich hat das beim Lesen überhaupt nicht gestört. Für mich lebt dieser Roman nicht von überraschenden Plot-Twists, sondern von der Chemie zwischen den Figuren – und die stimmt einfach.

Fazit

Insgesamt ist „Match Point“ von Katherine Reilly für mich die perfekte Mischung aus Humor, Herzklopfen und Sommer-Feeling und damit ein echtes Wohlfühlbuch mit zusätzlich emotionaler Tiefe.

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Veröffentlicht am 04.02.2026

Herzklopfen, Tiefgang und britische Eleganz

Knightsbridge United
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In "Knightsbridge United – Sidelined" von Marina Neumeier begleiten wir Rosie Chapman, die ihrem Traum ein gutes Stück nähergekommen ist: Sie arbeitet als Journalistin für ein bekanntes Boulevardmagazin. ...

In "Knightsbridge United – Sidelined" von Marina Neumeier begleiten wir Rosie Chapman, die ihrem Traum ein gutes Stück nähergekommen ist: Sie arbeitet als Journalistin für ein bekanntes Boulevardmagazin. Doch statt spannender Recherchen landet sie dort schnell auf dem Abstellgleis, wird belächelt und kaum ernst genommen. Eine unerwartete Begegnung auf einer Charity-Veranstaltung verändert jedoch alles. Lady Richmond, eine geheimnisvolle Gräfin, die seit Jahren über ihre geplatzte Hochzeit mit dem König von England schweigt, lädt Rosie auf ihr Anwesen in North Yorkshire ein. Dort erhält Rosie exklusiven Zugang zu Lady Richmonds Charity-Projekt – und die Aussicht auf ein Interview, das ihre Karriere verändern könnte.
Was Rosie jedoch nicht ahnt, auf dem Anwesen ist auch Trenton, Lady Richmonds Neffe. Fußballstar, Captain, verletzt, frustriert – und mit einer ausgeprägten Abneigung gegen JournalistInnen. Zwischen schlechter Laune, Wortgefechten und unausgesprochenen Verletzungen fliegen schnell nicht nur die Fetzen, sondern auch die Funken.

Ich bin unglaublich schnell wieder in die Geschichte hineingekommen. Das lag nicht nur daran, dass Marina Neumeiers Schreibstil nach Band 1 sofort wieder vertraut war, sondern auch daran, wie mühelos sie mich zurück in die Welt von „Knightsbridge United“ geholt hat. Schon nach wenigen Seiten hatte ich dieses „Nach-Hause-kommen“-Gefühl, das man nur bei Reihen hat, die man wirklich liebt. Band 1 mochte ich sehr, und genau deshalb habe ich mich riesig gefreut, erneut in dieses Universum einzutauchen und wurde absolut nicht enttäuscht.

Der Schreibstil ist angenehm flüssig, modern und an den richtigen Stellen emotional. Besonders gefallen hat mir, wie fein Marina Neumeier innere Konflikte zeichnet.
Rosies Gedankenwelt wirkt authentisch und nahbar: ihre Unsicherheit im Job, der Wunsch, endlich ernst genommen zu werden, ihr unerschütterlicher Ehrgeiz und zugleich der moralische Zwiespalt, in dem sie sich immer wieder befindet. Ich habe mich ihr sehr verbunden gefühlt, gerade weil sie mit all ihren Zweifeln und Widerständen so glaubwürdig und echt dargestellt wird.

Die Atmosphäre des Romans hat mich komplett abgeholt. Der Kontrast zwischen dem hektischen Londoner Boulevardjournalismus und der ruhigen, fast abgeschiedenen Kulisse des Anwesens in North Yorkshire ist wunderbar gelungen. Ich konnte mir die Landschaft, das Herrenhaus, die Charity-Veranstaltungen und diese ganz eigene, leicht aristokratische Stimmung lebhaft vorstellen. Es schwingt ständig etwas Geheimnisvolles mit – vor allem durch Lady Richmond, die für mich zu den spannendsten und zugleich sympathischsten Nebenfiguren zählt. Ihre herzliche, warme Art hat sie mir sofort nahegebracht, während ihre Vergangenheit neugierig macht und berührt. Ihre Geschichte ist gleichermaßen spannend wie emotional und verleiht dem gesamten Roman eine zusätzliche Tiefe.

Trenton ist ein typischer Love-Interest, aber im besten Sinne. Ja, er ist grumpy, verletzt, verschlossen, aber auch seine innere Zerrissenheit wirkt glaubwürdig. Seine Knieverletzung ist nicht nur ein äußeres Hindernis, sondern trifft ihn im Kern seiner Identität als Profisportler. Besonders mochte ich, dass sein Hass auf JournalistInnen nicht einfach nur ein Klischee bleibt, sondern nachvollziehbar begründet wird.
Die Dynamik zwischen ihm und Rosie lebt von scharfem Schlagabtausch, unterschwelliger Spannung und diesen kleinen Momenten, in denen man merkt, dass hinter der Fassade viel mehr steckt. Die Entwicklung ihrer Beziehung fühlt sich für mich organisch an, nicht überhastet, und genau das hat mich emotional sehr abgeholt.

Auch die Handlung insgesamt empfand ich als ausgewogen. Neben der Liebesgeschichte spielt Rosies beruflicher Weg eine zentrale Rolle und das fand ich richtig stark. Es geht um Selbstbehauptung, um Integrität im Journalismus, um die Frage, wie weit man für Erfolg gehen darf und will. Diese Themen geben dem Roman Gewicht und machen ihn für mich besonders.

Fazit

Für mich ist „Knightsbridge United – Sidelined“ von Marina Neumeier eine gelungene Fortsetzung, die mit Atmosphäre, starken Charakteren und emotionaler Tiefe überzeugt. Ich habe mitgefiebert, mitgelitten, geschmunzelt und mich immer wieder dabei ertappt, „nur noch ein Kapitel“ lesen zu wollen.

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