Platzhalter für Profilbild

Ziimtie

aktives Lesejury-Mitglied
offline

Ziimtie ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Ziimtie über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.03.2026

Die Anwältin der Toten

Die Totenklägerin
0

"Die Totenklägerin" hat mir wirklich super gut gefallen, ein sehr solider Krimi!

Im Fokus der Geschichte stehen Matilda und Jackie, die gemeinsam herausfinden möchten, ob Oma Resi ermordet wurde oder ...

"Die Totenklägerin" hat mir wirklich super gut gefallen, ein sehr solider Krimi!

Im Fokus der Geschichte stehen Matilda und Jackie, die gemeinsam herausfinden möchten, ob Oma Resi ermordet wurde oder nicht.
Die Beziehung der beiden zueinander war so schön und berührend. Matilda ist Rechtsanwältin und Trauerrednerin, als Außenseiterin im Dorf, keiner sozialen Ader und einer eher ruppigen Art trifft auf die clevere, neugierige und sture Jackie. im Laufe der Geschichte entwickelt sich aus anfänglicher Skepsis eine wertvolle Beziehung. Beide machen während der Geschichte eine deutliche Entwicklung durch. Was die beiden verbindet, aber auch durchmachen mussten, hat mich emotional berührt.
Matilda sieht sich selbst als Anwältin der Toten. Ihr geht es nicht darum, bei Trauerreden den Hinterbliebenen berührende Worte mitzuteilen. Sie spricht die Verstorbenen direkt an, erzählt ihre ehrliche Geschichte und scheut sich nicht davor, die Wahrheit auszusprechen, auch wenn diese überraschend oder gar schockierend sein kann.

Im Vordergrund der Story steht keine klassische Ermittlerarbeit wie bei anderen Krimis, sondern die Atmosphäre, der Ort, Dorfgeflüster, Beziehungen und Geheimnisse, die nach und nach ans Tageslicht kommen und aufdecken, was wirklich hinter Oma Resis Tod steckt.

Mir haben besonders die Dialoge und die teils doch etwas derbere Sprache gut gefallen. Besonders, dass Matilda vor Jackie kein Blatt vor den Mund nimmt und Dinge genauso ausspricht, wie sie sind, ohne etwas zu beschönigen.

Die Perspektivwechsel haben mich teilweise verwirrt. Manchmal habe ich eine Weile gebraucht, um zu verstehen, um wen es gerade geht (wenn es zum Beispiel gerade um Matildas Vergangenheit ging).
Wobei ich es ganz süß fand, dass manchmal sogar aus der Sicht des Katers erzählt wurde

Die Geschichte war alles in allem wirklich schön geschrieben, ich hatte viel Spaß beim Lesen und werde diesem Krimi gern weiterempfehlen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.02.2026

Die Zeitreisende

Das White Octopus Hotel
0

"Das White Octopus Hotel" ist ein Buch, das berührt, nachdenklich macht und man sich die ganze Zeit fragt: Was passiert hier gerade?

Wer Zeitreisen, emotionale Geschichten und Serien wie "Dark" mag, ist ...

"Das White Octopus Hotel" ist ein Buch, das berührt, nachdenklich macht und man sich die ganze Zeit fragt: Was passiert hier gerade?

Wer Zeitreisen, emotionale Geschichten und Serien wie "Dark" mag, ist bei diesem Buch an genau der richtigen Stelle.
Eine kleine "Warnung" zum Inhalt: Die Story ist verwirrend. Erzählt wird aus unterschiedlichen POVs und die Protagonistin reist in unterschiedliche Zeiten. Mit jedem Kapitel wird die Verwirrung größer, aber wer genau aufpasst, findet auch Stück für Stück Hinweise darauf, wie die Ereignisse und Personen genau zusammenhängen.

Zum Inhalt möchte ich nicht viel verraten, denn wie bereits erwähnt gibt es viele lose Fäden, die erst ganz am Ende ein großes Gesamtbild ergeben.

Wichtige Themen wie Trauerbewältigung, Schuld und Traumata spielen eine Rolle in diesem Buch.
Zudem spielt die Geschichte teils auch zur Zeit des ersten Weltkrieges, welches sehr emotional und ergreifend aufgenommen und aus der Sicht einer Figur geschildert wird.

Es gab hier und da mal etwas langatmigere Passagen und Wiederholungen, welche mir nicht so gut gefallen haben.
An manchen Stellen wirkte alles Geschehene wie ein einziger Fiebertraum, aber auch hier darf man nicht vergessen, dass sicherlich die Psyche der Protagonisten eine Rolle spielt und sich auch in der Schreibweise der Geschichte widerspiegelt.
Aber es hatte auch seinen Reiz, dieses Verschwimmen von Realität und Einbildung, von Vergangenheit und Gegenwart und das Erleben der teils sehr kryptischen Aussagen der Figuren, die auf viele Arten und Weisen gedeutet werden können.

Das Ende hat die meisten meiner Fragen beantwortet, lässt mich aber auch nachdenklich und etwas wehmütig zurück.
Die Geschichte ist so vieles - tragisch, erschreckend, melancholisch, verwirrend.

Wer nach einem besonderen Erlebnis und einer Geschichte sucht, die man so schnell nicht vergisst, sollte "Das White Octopus Hotel" auf jeden Fall lesen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.02.2026

Was bedeutet es wirklich, glücklich zu sein?

Happy Head
0

Jeder Mensch definiert Glück anders. Für den einen sind es zwischenmenschliche Beziehungen und Liebe. Für den anderen sind es Erfolg, Geld und Ansehen.
Im experimentellen Mental-Health-Programm "HappyHead" ...

Jeder Mensch definiert Glück anders. Für den einen sind es zwischenmenschliche Beziehungen und Liebe. Für den anderen sind es Erfolg, Geld und Ansehen.
Im experimentellen Mental-Health-Programm "HappyHead" bekommen Jugendliche die Chance, wahres Glück zu finden. Sie werden auf die Probe gestellt, werden mit ihren Ängsten und Schwächen konfrontiert und ihnen soll so der Weg zum glücklich sein geebnet werden.
Der Protagonist Seb erhält eine Einladung, an dem Programm teilzunehmen. Dort trifft er auf Finn, zu dem er sich mehr und mehr hingezogen fühlt. Schnell finden die beiden heraus, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht und die Challenges, denen sie sich dort stellen müssen, immer drastischer werden.

Mir hat das Buch wirklich gut gefallen. Der Schreibstil ist recht simpel gehalten, hier und da finden sogar recht humorvolle Dialoge ihren Platz. Ab und zu fand ich die Dialoge etwas zu gestellt und unauthentisch, aber das ist wirklich nur ein kleiner Kritikpunkt.
Der Spannungsbogen nimmt mehr und mehr zu und man fängt an mitzurätseln, was wirklich hinter "HappyHead" steckt.
Manches davon habe ich kommen sehen - anderes widerum nicht.

Es gibt zu Recht eine Content Note am Ende, denn es gibt durchaus Szenen, die einem sehr nahegehen können. Wer also Probleme u.a. mit Gewaltdarstellungen hat, sollte dies im Hinterkopf behalten.

Das Ende beinhaltet einen Cliffhanger und die Story ist definitiv noch nicht abgeschlossen.

Ich hatte viel Spaß mit dem Buch und freue mich schon auf den Folgeband "Dead Happy", der im Herbst diesen Jahres erscheinen soll.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.12.2025

Gefährliche Prüfungen voller Magie

The Ordeals
0

Das Buch wirkt hochwertig verarbeitet und wirkt sehr edel mit den schwarzen und goldenen Elementen.
Auf der Innenklappe vorne und hinten im Buch werden bereits die vier Pfeiler der Magie erklärt. Es gibt ...

Das Buch wirkt hochwertig verarbeitet und wirkt sehr edel mit den schwarzen und goldenen Elementen.
Auf der Innenklappe vorne und hinten im Buch werden bereits die vier Pfeiler der Magie erklärt. Es gibt Botanik, Alchemie, Maskerade und Illusion. Diejenigen, die über diese Magie verfügen werden Wirker genannt.

Die Protagonistin Sophia DeWinter ist eine Wirkerin, sie ist eine Illusionistin.
Sie lebt in Gefangenschaft bei ihrem Onkel, der nur der Sammler genannt wird. Als Kind musste sie einen Vertrag unterschreiben, der sie lebenslang an ihn bindet. Seit jungen Jahren muss Sophia Aufträge für ihn ausfüllen und ist durch ein Silberarmband gezwungen, in deiner Nähe zu bleiben.
Durch einen Zufall erfährt sie, wann und wo die nächsten Aufnahmeprüfungen für die Killmarth Academy stattfinden. Bei dieser Academy haben Wirker die Möglichkeit, Ordeals (also Prüfungen) abzuschließen und so als Student dort aufgenommen zu werden, um ihre Magie weiter auszubilden und zu stärken.

Schon bald muss Sophia sich mit tödlichen Gefahren auseinandersetzen und sich genau überlegen, wem sie vertraut, schließlich sind die Ordeals ein Wettkampf und die Plätze an der Academy begehrt - natürlich können nicht alle aufgenommen werden.
Es geht um Freundschaft, Täuschungen, tödliche Fallen und der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und dem, was zukünftig auf sie zukommt.
Auch eine Liebesgeschichte findet ihren Platz - es gibt auch ein paar spice Szenen.

Die Erzählweise habe ich als recht linear empfunden, es gab für mich wenig Überraschungen oder Wendungen. Eigentlich erst in den letzten paar Kapiteln gab es noch ein paar "Aha"-Momente. Allerdings auch welche, die nicht ganz überraschend für mich kamen.

Die Schreibweise an sich ist aber auf jeden Fall bildlich, es wird ausschließlich aus Sophias Sicht erzählt in der "Ich"-Perspektive. Es gibt viele innere Monologe, bei denen oftmals ihre Unsicherheit, aber auch ihr Kampfgeist und ihre Empathie eine Rolle spielen. Sie macht definitiv eine Entwicklung durch, was ich als sehr schön empfunden habe.
Sie ist generell eine sehr starke Protagonistin, die weiß, was sie will und alles dafür gibt, es zu erreichen.

Das Ende kommt recht abrupt, im Nachhinein habe ich aber gesehen, dass es noch einen Folgeband geben wird. Daher gibt es einen kleinen Cliffhanger am Ende, den ich aber nicht allzu schlimm fand. An sich habe ich die Story als abgeschlossen empfunden. Ich würde sogar fast sagen, dass mir, wenn mir das Buch nicht so gut gefallen hätte, ein wenig Ansporn gefehlt hätte, den Folgeband zu lesen, da ich wirklich nicht viele offene Fragen habe.

Aus den gegebenen Gründen vergebe ich 4,5 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.11.2025

Von der Muse geküsst

Palace of Ink & Illusions, Band 1 - Der Kuss der Muse
0

Das Cover ist total schön und zeigt die beiden durchaus attraktiven Protagonisten Liv und Flame. Der Farbschnitt zeigt (glaube ich) Eratos, einer der Musen, die eine zentrale Rolle in dem Buch spielen.
Als ...

Das Cover ist total schön und zeigt die beiden durchaus attraktiven Protagonisten Liv und Flame. Der Farbschnitt zeigt (glaube ich) Eratos, einer der Musen, die eine zentrale Rolle in dem Buch spielen.
Als witzige Anekdote in der Danksagung genannt: Sabine Schoder hat tatsächlich die Statue von Eratos geküsst und hat sich dafür auf Korfu im Achilleion an die Aufpasser vorbeigeschlichen - na wenn einen das nicht inspiriert, was dann?

Liv ist eine 18-jährige Ex-Kunststudentin, die erst kürzlich von der Uni geflogen ist und mithile eines Flaschendeckels an einem Autorenwettbewerb teilnimmt.
Dieser Wettbewerb stellt sich als magisches, aber auch düsteres und gefährliches Abenteuer dar. Noch im Flieger auf dem Weg nach Korfu trifft sie Flame und schon bald sprühen die ersten Funken zwischen den beiden.
Die Geschichte ist nur aus der Sicht von Liv erzählt.
Die Figuren haben mir sehr gut gefallen. Der Humor war wirklich erste Sahne.
Liv hat Sprüche auf Lager, die mich häufig haben schmunzeln lassen. Flame wirkte eher wie ein kleiner grumpy und hat nicht immer durchblicken lassen, wie er mit ihrem Humor klarkommt.
Die beiden hatten aber eine tolle Dynamik und ich hab die Entwicklung der Beziehung zueinander mit Spannung verfolgt.

Die Atmosphäre war wirklich dicht und der Schreibstil war so flüssig, dass ich komplett in die Story eintauchen konnte.
Die Idee, dass der Kuss der Musen Inspiration liefert, aber auch Gefahren birgt, fand ich klasse. Die Musen an sich hatten auch etwas unberechenbares und gefährliches an sich. Ich wusste nie, was als nächstes passiert, was ein großer Pluspunkt für mich ist. Es gab einige Wendungen, mit denne ich nicht gerechnet hätte.

Es geht durchaus auch mal heiß her in der Geschichte, aber ich fand den Spice nicht überwältigend oder deplatziert.
Manchmal gab es ein paar Zufälle, die eben nur in Büchern passieren, über die ich aber hinwegsehen kann, weil das Buch für mich im großen und ganzen wirklich gut gefallen hat.

Der Cliffhanger am Ende ist natürlich sehr fies. Es bleiben für mich extrem viele offene Fragen und werde nicht drumherum kommen, auch Band 2 zu lesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere