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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.02.2026

Die Zeitreisende

Das White Octopus Hotel
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"Das White Octopus Hotel" ist ein Buch, das berührt, nachdenklich macht und man sich die ganze Zeit fragt: Was passiert hier gerade?

Wer Zeitreisen, emotionale Geschichten und Serien wie "Dark" mag, ist ...

"Das White Octopus Hotel" ist ein Buch, das berührt, nachdenklich macht und man sich die ganze Zeit fragt: Was passiert hier gerade?

Wer Zeitreisen, emotionale Geschichten und Serien wie "Dark" mag, ist bei diesem Buch an genau der richtigen Stelle.
Eine kleine "Warnung" zum Inhalt: Die Story ist verwirrend. Erzählt wird aus unterschiedlichen POVs und die Protagonistin reist in unterschiedliche Zeiten. Mit jedem Kapitel wird die Verwirrung größer, aber wer genau aufpasst, findet auch Stück für Stück Hinweise darauf, wie die Ereignisse und Personen genau zusammenhängen.

Zum Inhalt möchte ich nicht viel verraten, denn wie bereits erwähnt gibt es viele lose Fäden, die erst ganz am Ende ein großes Gesamtbild ergeben.

Wichtige Themen wie Trauerbewältigung, Schuld und Traumata spielen eine Rolle in diesem Buch.
Zudem spielt die Geschichte teils auch zur Zeit des ersten Weltkrieges, welches sehr emotional und ergreifend aufgenommen und aus der Sicht einer Figur geschildert wird.

Es gab hier und da mal etwas langatmigere Passagen und Wiederholungen, welche mir nicht so gut gefallen haben.
An manchen Stellen wirkte alles Geschehene wie ein einziger Fiebertraum, aber auch hier darf man nicht vergessen, dass sicherlich die Psyche der Protagonisten eine Rolle spielt und sich auch in der Schreibweise der Geschichte widerspiegelt.
Aber es hatte auch seinen Reiz, dieses Verschwimmen von Realität und Einbildung, von Vergangenheit und Gegenwart und das Erleben der teils sehr kryptischen Aussagen der Figuren, die auf viele Arten und Weisen gedeutet werden können.

Das Ende hat die meisten meiner Fragen beantwortet, lässt mich aber auch nachdenklich und etwas wehmütig zurück.
Die Geschichte ist so vieles - tragisch, erschreckend, melancholisch, verwirrend.

Wer nach einem besonderen Erlebnis und einer Geschichte sucht, die man so schnell nicht vergisst, sollte "Das White Octopus Hotel" auf jeden Fall lesen!

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Veröffentlicht am 16.02.2026

Was bedeutet es wirklich, glücklich zu sein?

Happy Head
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Jeder Mensch definiert Glück anders. Für den einen sind es zwischenmenschliche Beziehungen und Liebe. Für den anderen sind es Erfolg, Geld und Ansehen.
Im experimentellen Mental-Health-Programm "HappyHead" ...

Jeder Mensch definiert Glück anders. Für den einen sind es zwischenmenschliche Beziehungen und Liebe. Für den anderen sind es Erfolg, Geld und Ansehen.
Im experimentellen Mental-Health-Programm "HappyHead" bekommen Jugendliche die Chance, wahres Glück zu finden. Sie werden auf die Probe gestellt, werden mit ihren Ängsten und Schwächen konfrontiert und ihnen soll so der Weg zum glücklich sein geebnet werden.
Der Protagonist Seb erhält eine Einladung, an dem Programm teilzunehmen. Dort trifft er auf Finn, zu dem er sich mehr und mehr hingezogen fühlt. Schnell finden die beiden heraus, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht und die Challenges, denen sie sich dort stellen müssen, immer drastischer werden.

Mir hat das Buch wirklich gut gefallen. Der Schreibstil ist recht simpel gehalten, hier und da finden sogar recht humorvolle Dialoge ihren Platz. Ab und zu fand ich die Dialoge etwas zu gestellt und unauthentisch, aber das ist wirklich nur ein kleiner Kritikpunkt.
Der Spannungsbogen nimmt mehr und mehr zu und man fängt an mitzurätseln, was wirklich hinter "HappyHead" steckt.
Manches davon habe ich kommen sehen - anderes widerum nicht.

Es gibt zu Recht eine Content Note am Ende, denn es gibt durchaus Szenen, die einem sehr nahegehen können. Wer also Probleme u.a. mit Gewaltdarstellungen hat, sollte dies im Hinterkopf behalten.

Das Ende beinhaltet einen Cliffhanger und die Story ist definitiv noch nicht abgeschlossen.

Ich hatte viel Spaß mit dem Buch und freue mich schon auf den Folgeband "Dead Happy", der im Herbst diesen Jahres erscheinen soll.

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Veröffentlicht am 28.12.2025

Gefährliche Prüfungen voller Magie

The Ordeals
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Das Buch wirkt hochwertig verarbeitet und wirkt sehr edel mit den schwarzen und goldenen Elementen.
Auf der Innenklappe vorne und hinten im Buch werden bereits die vier Pfeiler der Magie erklärt. Es gibt ...

Das Buch wirkt hochwertig verarbeitet und wirkt sehr edel mit den schwarzen und goldenen Elementen.
Auf der Innenklappe vorne und hinten im Buch werden bereits die vier Pfeiler der Magie erklärt. Es gibt Botanik, Alchemie, Maskerade und Illusion. Diejenigen, die über diese Magie verfügen werden Wirker genannt.

Die Protagonistin Sophia DeWinter ist eine Wirkerin, sie ist eine Illusionistin.
Sie lebt in Gefangenschaft bei ihrem Onkel, der nur der Sammler genannt wird. Als Kind musste sie einen Vertrag unterschreiben, der sie lebenslang an ihn bindet. Seit jungen Jahren muss Sophia Aufträge für ihn ausfüllen und ist durch ein Silberarmband gezwungen, in deiner Nähe zu bleiben.
Durch einen Zufall erfährt sie, wann und wo die nächsten Aufnahmeprüfungen für die Killmarth Academy stattfinden. Bei dieser Academy haben Wirker die Möglichkeit, Ordeals (also Prüfungen) abzuschließen und so als Student dort aufgenommen zu werden, um ihre Magie weiter auszubilden und zu stärken.

Schon bald muss Sophia sich mit tödlichen Gefahren auseinandersetzen und sich genau überlegen, wem sie vertraut, schließlich sind die Ordeals ein Wettkampf und die Plätze an der Academy begehrt - natürlich können nicht alle aufgenommen werden.
Es geht um Freundschaft, Täuschungen, tödliche Fallen und der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und dem, was zukünftig auf sie zukommt.
Auch eine Liebesgeschichte findet ihren Platz - es gibt auch ein paar spice Szenen.

Die Erzählweise habe ich als recht linear empfunden, es gab für mich wenig Überraschungen oder Wendungen. Eigentlich erst in den letzten paar Kapiteln gab es noch ein paar "Aha"-Momente. Allerdings auch welche, die nicht ganz überraschend für mich kamen.

Die Schreibweise an sich ist aber auf jeden Fall bildlich, es wird ausschließlich aus Sophias Sicht erzählt in der "Ich"-Perspektive. Es gibt viele innere Monologe, bei denen oftmals ihre Unsicherheit, aber auch ihr Kampfgeist und ihre Empathie eine Rolle spielen. Sie macht definitiv eine Entwicklung durch, was ich als sehr schön empfunden habe.
Sie ist generell eine sehr starke Protagonistin, die weiß, was sie will und alles dafür gibt, es zu erreichen.

Das Ende kommt recht abrupt, im Nachhinein habe ich aber gesehen, dass es noch einen Folgeband geben wird. Daher gibt es einen kleinen Cliffhanger am Ende, den ich aber nicht allzu schlimm fand. An sich habe ich die Story als abgeschlossen empfunden. Ich würde sogar fast sagen, dass mir, wenn mir das Buch nicht so gut gefallen hätte, ein wenig Ansporn gefehlt hätte, den Folgeband zu lesen, da ich wirklich nicht viele offene Fragen habe.

Aus den gegebenen Gründen vergebe ich 4,5 Sterne.

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Veröffentlicht am 30.11.2025

Von der Muse geküsst

Palace of Ink & Illusions, Band 1 - Der Kuss der Muse
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Das Cover ist total schön und zeigt die beiden durchaus attraktiven Protagonisten Liv und Flame. Der Farbschnitt zeigt (glaube ich) Eratos, einer der Musen, die eine zentrale Rolle in dem Buch spielen.
Als ...

Das Cover ist total schön und zeigt die beiden durchaus attraktiven Protagonisten Liv und Flame. Der Farbschnitt zeigt (glaube ich) Eratos, einer der Musen, die eine zentrale Rolle in dem Buch spielen.
Als witzige Anekdote in der Danksagung genannt: Sabine Schoder hat tatsächlich die Statue von Eratos geküsst und hat sich dafür auf Korfu im Achilleion an die Aufpasser vorbeigeschlichen - na wenn einen das nicht inspiriert, was dann?

Liv ist eine 18-jährige Ex-Kunststudentin, die erst kürzlich von der Uni geflogen ist und mithile eines Flaschendeckels an einem Autorenwettbewerb teilnimmt.
Dieser Wettbewerb stellt sich als magisches, aber auch düsteres und gefährliches Abenteuer dar. Noch im Flieger auf dem Weg nach Korfu trifft sie Flame und schon bald sprühen die ersten Funken zwischen den beiden.
Die Geschichte ist nur aus der Sicht von Liv erzählt.
Die Figuren haben mir sehr gut gefallen. Der Humor war wirklich erste Sahne.
Liv hat Sprüche auf Lager, die mich häufig haben schmunzeln lassen. Flame wirkte eher wie ein kleiner grumpy und hat nicht immer durchblicken lassen, wie er mit ihrem Humor klarkommt.
Die beiden hatten aber eine tolle Dynamik und ich hab die Entwicklung der Beziehung zueinander mit Spannung verfolgt.

Die Atmosphäre war wirklich dicht und der Schreibstil war so flüssig, dass ich komplett in die Story eintauchen konnte.
Die Idee, dass der Kuss der Musen Inspiration liefert, aber auch Gefahren birgt, fand ich klasse. Die Musen an sich hatten auch etwas unberechenbares und gefährliches an sich. Ich wusste nie, was als nächstes passiert, was ein großer Pluspunkt für mich ist. Es gab einige Wendungen, mit denne ich nicht gerechnet hätte.

Es geht durchaus auch mal heiß her in der Geschichte, aber ich fand den Spice nicht überwältigend oder deplatziert.
Manchmal gab es ein paar Zufälle, die eben nur in Büchern passieren, über die ich aber hinwegsehen kann, weil das Buch für mich im großen und ganzen wirklich gut gefallen hat.

Der Cliffhanger am Ende ist natürlich sehr fies. Es bleiben für mich extrem viele offene Fragen und werde nicht drumherum kommen, auch Band 2 zu lesen.

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Veröffentlicht am 12.11.2025

Packender Schweden-Krimi mit vielen Verdächtigten

Lügennebel
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"Lügennebel" ist der vierte Band der Are-Morde-Reihe.
Leider kenne ich tatsächlich die vorherigen Bände der Reihe nicht, wollte aber aufgrund der vielen positiven Stimmen zum Buch trotzdem mittendrin einsteigen, ...

"Lügennebel" ist der vierte Band der Are-Morde-Reihe.
Leider kenne ich tatsächlich die vorherigen Bände der Reihe nicht, wollte aber aufgrund der vielen positiven Stimmen zum Buch trotzdem mittendrin einsteigen, auch wenn ich das eigentlich nicht so gerne mache.

Das Buch beweist aber auf großartige Weise, dass man die vorherigen Teile gar nicht kennen muss und trotzdem eine gute Verbindung zu den Protagonisten und dem Plot aufbauen kann.
Manche Ereignisse aus der Vergangenheit werden kurz angerissen, damit auch Leser:innen wie ich die Zusammenhänge besser verstehen können, ohne zu sehr im Detail auf die vorherigen Bücher einzugehen. Das hat mir sehr gut gefallen. Man versteht auch so, wo die Ermittler Hanna, Daniel und Antom im Leben stehen, was sie beschäftigt und welche Erlebnisse sie miteinander verbindet bzw. in welcher Beziehung sie zueinander stehen.

Im eigentlichen Fokus des Plots steht aber natürlich das typische "Whodunit". Also es gibt eine Leiche und mehrere Personen geraten während der Ermittlungen unter Verdacht. Ich habe wirklich bis zum Schluss hin und her überlegt, wer der Täter oder die Täter sein könnten. Die Geschichte lädt zum Miträtseln ein und ich fand mehrere Personen verdächtig, was natürlich bei so einer Art von Buch immer positiv ist, damit der Spannungsbogen erhalten bleibt.

Der Schreibstil ist wunderbar flüssig und man merkt, dass die Autorin viel Wert auf Atmosphäre legt. Man hat quasi durch die Worte hindurch die Kälte gespürt und konnte sich bildlich die bergige Landschaft Schwedens vor Augen führen.

Ich fand die Figuren authentisch und ihre Handlungen nachvollziehbar, es wirkte alles schlüssig und logisch meiner Meinung nach.

Ich kann Lügennebel uneingeschränkt empfehlen, gerne auch an Leser:innen wie ich, die die anderen Teile der Reihe nicht kennen. Man findet auch so super in die Story rein. Ein Highlight für die kalte Jahreszeit!

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