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Veröffentlicht am 16.02.2026

Klassisch Julie Caplin

Ein Zuhause im Frühling
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Es ist wirklich ganz ungewohnt, ein Buch von Julie Caplin zu sehen, ohne eine bekannte Stadt oder Region im Titel vorzufinden. Wenn ich jedoch das Cover betrachte, ist die Ähnlichkeit zu ihren anderen ...

Es ist wirklich ganz ungewohnt, ein Buch von Julie Caplin zu sehen, ohne eine bekannte Stadt oder Region im Titel vorzufinden. Wenn ich jedoch das Cover betrachte, ist die Ähnlichkeit zu ihren anderen Romanen unverkennbar. Ich mag diesen optischen Wiedererkennungswert. Das Cover ist recht schlicht, aber dennoch ansprechend.

Der Inhalt ist ebenfalls so, wie man ihn von den bisherigen Romanen der Autorin gewöhnt ist. Ella kehrt erschöpft aus London zurück und lässt sich von ihren Eltern in ein abgelegenes Cottage bringen, das sie für ihre Patentante hüten soll. Sie steckt in einer Beziehungspause, fühlt sich ausgebrannt, bzw. als wäre sie gescheitert, und versucht verzweifelt, ihre Fassade aufrechtzuerhalten. Kaum angekommen, überrumpeln ihre Eltern sie mit einer weiteren Überraschung: Sie soll den Labrador Tess übernehmen, obwohl sie sich weder bereit noch fähig fühlt, Verantwortung zu tragen. Nachdem die Eltern abgefahren sind, bricht Ella in Tränen aus – die Ruhe des Dorfes, das leere Cottage und der Hund machen ihr bewusst, wie verloren sie sich fühlt. Aber so schlimm, wie sie es sich in dem kleinen Ort vorgestellt hat, ist es ganz und gar nicht.

Der Schreibstil ist warm, leicht und bildhaft. Julie Caplin schreibt humorvoll und realitätsnah, ich musste an einigen Stellen schmunzeln. Die Sprache ist alltagsnah und zugänglich, sodass ich mich beim Lesen schnell mit Ella identifizieren konnte. Bets ist ebenfalls ein sehr warmherziger Charakter, den ich im Verlauf des Romans ins Herz geschlossen habe. Die Handlung hält jetzt keinerlei große Überraschungen parat, jedoch habe ich damit auch nicht gerechnet. Wer einen Wohlfühlroman braucht, um Lust auf den Frühling zu bekommen und den Winter außen vor zu lassen, ist hier genau an der richtigen Adresse.

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Veröffentlicht am 02.10.2024

Absolut liebenswert!

Wohnverwandtschaften
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Den Roman "Laufen" von Isabel Bogdan fand ich grandios. Seitdem habe ich leider nichts mehr von ihr gelesen. Ich habe mich deshalb wahnsinnig auf "Wohnverwandschaften" gefreut.
Stilistisch gesehen hat ...

Den Roman "Laufen" von Isabel Bogdan fand ich grandios. Seitdem habe ich leider nichts mehr von ihr gelesen. Ich habe mich deshalb wahnsinnig auf "Wohnverwandschaften" gefreut.
Stilistisch gesehen hat mir der Stilmix in den Kapiteln total gefallen. Wobei ich auch verstehen könnte, wenn einem dies nicht so zusagt. Aber bei mir hat Isabel Bogdan damit voll ins Schwarze getroffen! Mal sind es Dialoge, dann wieder Schilderungen aus der Sicht einer Figur. Der Wechsel zwischen Dialog, Innerer Monolog und Erzählung spricht mich sehr an. Die Sprache gefällt mir ebenfalls. Mich hat lediglich die Jugendsprache von Constanze an einigen Stellen irritiert, das hat aus meiner Sicht so gar nicht zum Rest gepasst. Aber zu meinem Glück war das nur an ein paar wenigen Stellen der Fall. Die Lücken, die der Text lässt, wenn Jörg mit seiner fortschreitenden Demenz ein paar Wörter nicht mehr einfallen, passen perfekt ins Gesamtbild. Alles wirkt wahnsinnig authentisch.
Die charakteristische Schlichtheit des Covers finde ich wunderbar, das war bereits bei "Laufen" der Fall. Es passt wunderbar zum Inhalt des Romans.
Die vier Charaktere (Jörg, Anke, Murat und Constanze) könnten unterschiedlicher nicht sein, dennoch eint sie das Zusammenwohnen und letztlich passen sie ganz wunderbar zusammen.
Es ist ein Roman zum Lachen, Weinen, Nachdenken und Wohlfühlen! (Und viel zu kurz, ich war traurig, als ich fertig war. Andererseits war das Ende genau richtig.)

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Veröffentlicht am 29.08.2024

Nicholls hat es nochmal geschafft

Zwei in einem Leben
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Das Cover ist für mein Empfinden schlicht gehalten, was ich aber sehr ansprechend finde. Zuerst dachte ich beim Betrachten an zwei Münder, die sich für einen Kuss näherkommen. Erst im Verlauf des Romans ...

Das Cover ist für mein Empfinden schlicht gehalten, was ich aber sehr ansprechend finde. Zuerst dachte ich beim Betrachten an zwei Münder, die sich für einen Kuss näherkommen. Erst im Verlauf des Romans habe ich erkannt, dass es sich dabei auch um den Weg handeln könnte, den die beiden Protagonisten innerhalb des Romans zurücklegen.
Schön finde ich, dass das Cover auch auf dem Hardcover abgebildet ist, sodass man das Cover jederzeit zu sehen bekommt, auch wenn man den Schutzumschlag während des Lesens zur Seite legt.
Einzig die Farbkombination gefällt mir nicht ganz so gut. Das Rosa und Orange beißt sich für mein Empfinden. Ich hätte eher dazu tendiert, es schwarz-rosa zu halten. Aber da unterscheiden sich sicherlich die Geschmäcker - und das ist schließlich auch gut so!

Besonders herausstechend waren die außergewöhnlichen Kapitelüberschriften, meist ist man in Romanen ja nur Zahlen gewöhnt. Das fand ich richtig toll. Auch die liebevolle Gestaltung mit den Zitaten zu Beginn der einzelnen Teile und den Zeichnungen mochte ich sehr und finde ich sehr gelungen.

"Zwei an einem Tag" fand ich großartig und nachdem ich danach zu "Sweet Sorrow" gegriffen hatte, wurde ich für mein Empfinden herb enttäuscht. Diesen Roman habe ich nur mit Müh' und Not beendet. Das hat Nicholls mit "Zwei in einem Leben" aber wieder wettgemacht. Ich habe den Roman innerhalb von drei Tagen verschlungen und kräftig mit gefiebert, was Marnie und Michael aus der Wanderung machen.
Die Idee, die Handlung während einer Wanderung abspielen zu lassen, fand ich originell. So konnten viele tolle und humorvolle Dialoge entstehen.
Marnie und Michael sind mir als Protagonisten ans Herz gewachsen. Passend zu ihrem Lebensalter, nämlich 38 und 42, empfand ich ihre dargestellten Leben als realistisch und authentisch. Wenn in dem Alter Beziehungen zu Bruch gehen, haben die Menschen eben schon einige Erfahrungen gemacht und so fand ich es gut, dass es im Roman auch um die persönliche Entwicklung der beiden ging und nicht "nur" um die Entwicklung und Darstellung ihrer Liebesgeschichte.

Wer einsam ist, muss andere Menschen wieder in sein Leben lassen und das ist nicht immer einfach.
Eine klare Leseempfehlung für alle, die einen echten Nicholls lesen wollen!

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Veröffentlicht am 24.05.2024

Kurzweiliger, herzerwärmender Roman

The Happiness Blueprint
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Das Cover ist liebevoll gestaltet und der Farbschnitt sieht toll aus. Jedoch habe ich mir Klara, wie sie im Buch vorgestellt wird, anders vorgestellt, als die Figur auf dem Cover. Das passt für mich nicht ...

Das Cover ist liebevoll gestaltet und der Farbschnitt sieht toll aus. Jedoch habe ich mir Klara, wie sie im Buch vorgestellt wird, anders vorgestellt, als die Figur auf dem Cover. Das passt für mich nicht ganz so zusammen - Klara gefällt mir auf jeden Fall besser!
Beworben wird das Buch mir dem Slogan "Clever, witzig und skandinavisch-hyggelig: ein Roman mit Herz, Charme und Frauenpower!" Unter "hyggelig" hatte ich mir ein bisschen etwas anderes vorgestellt, in meinem Kopf musste ich sofort an "Das kleine Café in Kopenhagen" von Julie Caplin denken, weshalb ich die ganze Zeit auf eine ähnliche Stimmung gewartet habe, die aber nicht eintraf. Alles andere trifft dafür 100%ig zu und im Nachhinein habe ich absolut nichts vermisst.
Der Roman lässt sich gar nicht auf ein Thema begrenzen, es werden mehrere, sehr wichtige Themen angesprochen und allen wird auch für mein Empfinden ausreichend Raum eingeräumt. Was ich sehr schön finde! Nichts kam da zu kurz. Es geht jedenfalls nicht nur um eine reine Liebesgeschichte, nebenbei finden Themen wie Depression, Verlust, Tod, Trauer, Beziehungen und Autismus einen Platz.
Der Schreibstil ist angenehm locker und leicht, sodass man gleich mit den ersten Zeilen in die Geschichte eintaucht. Auch im weiteren Verlauf hat sich die Geschichte weiterhin locker leicht gelesen. Klara ist mir - genau so wie ein Paar Sneaker - sehr sympathisch. Ich habe mich gerne mit Klara auf die Reise zu ihren Eltern gemacht und sie dabei begleitet, wie sie die Firma ihres Vaters leitet. Bei der Leseprobe dachte ich mir: "Gewiss hält sie den ein oder andren Lacher für uns Leser*innen bereit." Und genau so war es, ich habe sie und ihre Art ins Herz geschlossen.
Das Buch habe ich ziemlich schnell gelesen, was immer ein gutes Zeichen ist, es hat mich gefesselt und den Alltag vergessen lasse - so mag ich das!

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Veröffentlicht am 21.06.2019

Da fehlen einem die Worte...

Was man von hier aus sehen kann
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Bereits während ich dieses Buch gelesen habe, habe ich mir die Frage gestellt, wie ich meine Leseerfahrungen in eine Rezension packen soll und auch nach der Lektüre mag mich dieses Unterfangen nicht so ...

Bereits während ich dieses Buch gelesen habe, habe ich mir die Frage gestellt, wie ich meine Leseerfahrungen in eine Rezension packen soll und auch nach der Lektüre mag mich dieses Unterfangen nicht so recht gelingen.
Ich bin verliebt in dieses Buch und mir fehlen die Worte, um deutlich zu machen, woran das liegt.
Die Geschichte lässt sich wohl am ehesten als simpel und skurril beschreiben. Sobald Selma von einem Okapi träumt, bibbert das ganze Dorf, denn das ist das Vorzeichen, dass jemand aus dem Dorf sterben wird. So auch relativ zu Beginn des Buches, als Selmas Traum das Dorf in einen absoluten Ausnahmezustand versetzt und alle auf den nächsten Todesfall warten. Der letzlich zwar den 24stündigen Zeitrahmen überschreitet, das Dorf aber umso härter trifft.
Hauptfigur ist eigentlich Luise, die zu verschiedenen Lebensabschnitten aus ihrem Leben im beschaulichen Dorf erzählt. Als Leser darf man also ihren Lebensweg begleiten.
Die Charaktere sind liebevoll ausgearbeitet, einen besonderen Narren habe ich am Optiker gefressen. Auf ganz zauberhafte Art und Weise werden alltägliche und absurde Dinge miteinander verknüpft, was zudem eine besondere Gabe des Optikers darstellt (man kann ihm zwei völlig unterschiedliche Dinge nennen, dennoch schafft er es, eine Verbindung zwischen ihnen herzustellen).
Die Wortwahl, der Fluss der Geschichte lässt sich einfach nur als besonders und außergewöhnlich beschreiben, unbedingt selbst lesen und sich ein Bild davon machen, denn wie mein Titel schon aussagt, fehlen mir hier einfach die Worte, die Mariana Leky sicherlich problemlos finden würde.
5 Sternen sind and dieser Stelle wirklich zu wenig!