Platzhalter für Profilbild

amena25

Lesejury Star
offline

amena25 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit amena25 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2016

Gnadenlos!

I Am Death. Der Totmacher (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller 7)
0

Nicole Wilson, eine Studentin in Los Angeles, die abends hin und wieder als Babysitterin für die Bennetts arbeitet, erlebt eine böse Überraschung. In der Küche trifft sie auf einen fremden Mann, der vorgibt, ...

Nicole Wilson, eine Studentin in Los Angeles, die abends hin und wieder als Babysitterin für die Bennetts arbeitet, erlebt eine böse Überraschung. In der Küche trifft sie auf einen fremden Mann, der vorgibt, Mark, ein Cousin der Familie zu sein. Er lässt Nicole sogar mit Mrs Bennett telefonieren, doch es stellt sich schnell heraus, dass es gar keinen Cousin Mark gibt...... Kurz darauf wird die brutal zugerichtete Leiche Nicoles in der Nähe des LA International Flughafens gefunden. In ihrem Rachen steckt eine Botschaft: Ich bin der Tod!
Nur kurze Zeit später wird eine weitere junge Frau ermordet. Der Täter ist offensichtlich wandelbar wie ein Chamäleon. Er erschleicht sich durch eine freundliche und sympathische Art das Vertrauen seiner Opfer, um sie anschließend absolut grausam zu foltern und zu demütigen. Der Profiler Robert Hunter und sein Partner Carlos Garcia nehmen die Ermittlungen auf. Obwohl das Vorgehen des Täters jedes Mal ein völlig anderes ist, wird schnell klar, dass es sich um denselben Täter handelt. Seine Botschaften richten sich zunehmend persönlich an Robert Hunter. Der Täter fordert ihn heraus, er als der ,,Beste unter den Besten“ soll sich beweisen. Hunter lässt sich auf dieses schreckliche Spiel ein, doch der Täter ist ihm bald sehr viel näher, als er vermutet.
Das Buch ist sehr spannend, allerdings auch verstörend. Die bis ins letzte schreckliche Detail beschriebenen Folterszenen und Verwundungen der Opfer finde ich stellenweise schwer erträglich. Diese abgrundtiefe Grausamkeit und Gewalt machen das Buch zwar zu einem echten Gänsehaut-Thriller, ist aber nichts für Zartbesaitete.
In sprachlicher Hinsicht stellt der Roman keine große Herausforderung dar. Manche Dialoge wirken etwas platt, und gerade die Reflexionen Hunters hätte ich mir etwas differenzierter gewünscht.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Zu brav

Schwarzer Lavendel (Ein-Leon-Ritter-Krimi 2)
0

Le Lavandou in der Provence: junge, blonde Frauen verschwinden. So auch Susan Winter, die zur Weinernte nach Le Lavandou gekommen war und nun von ihrer Zwillingsschwester Anna verzweifelt gesucht wird. ...

Le Lavandou in der Provence: junge, blonde Frauen verschwinden. So auch Susan Winter, die zur Weinernte nach Le Lavandou gekommen war und nun von ihrer Zwillingsschwester Anna verzweifelt gesucht wird. Bald fühlt sich auch Anna verfolgt.
Leon Ritter, deutscher Rechtsmediziner, arbeitet in der Pathologie des Krankenhauses in Hyères. Er wohnt bei Isabelle Morell, stellvertretende Polizeichefin, und ihrer 15-jährigen Tochter Lilou als Untermieter. Allerdings verbindet Leon mit Isabelle bald mehr als Freundschaft, und für Lilou ist er eine Art väterlicher Freund und Berater.
Von seiner Tante Odette erbt Leon Ritter einen Weinberg mit einem kleinen Haus, das „Le Lézard“ – die Eidechse. Ausgerechnet dort findet Lilou in einem kleinen Schuppen die mumifizierte Leiche einer Frau. Es handelt sich aber nicht um Susan Winter, sondern um eine junge Frau, die bereits vor vier Jahren verschwunden war. In der Leiche findet Ritter bei seinen Untersuchungen, nachdem er eine Vision hatte, eine Eidechse. Diese „mystischen Visionen“ finde ich eher merkwürdig und unnötig. Sie erinnern leider eher an TV-Serien, in denen Ermittler mit übersinnlichen Fähigkeiten auf Tätersuche gehen.
Ansonsten ist Leon Ritter ein sympathischer, eher gemütlicher Protagonist, der auch mal bei der Weinlese mithilft, einem guten Tropfen nicht abgeneigt ist und Radio Nostalgie hört. Allerdings ist Ritters freundliche, verständnisvolle Art auf Dauer auch etwas brav und langweilig. Zwar machen ihm die Erinnerungen an seine Frau Sarah, die er durch einen Flugzeugabsturz verloren hat, zu schaffen. Aber diese Momente wirken in der Handlung nicht nach. Etwas mehr Ecken und Kanten dürfte er als Hauptfigur haben. Auch die anderen Figuren sind recht eindimensional angelegt. Lilou ist die ständig zickige und bockige Fünfzehnjährige, Zerna, der Polizeichef, ist neidzerfressen und cholerisch. Auch die Verdächtigen erfüllen so manches Klischee. Pelletier, bei dem Susan Winter ein Pensionszimmer gemietet hatte, ist ein vorbestrafter Metzger und Lüstling, Dr. Ravier, der sich auffallend um Susan gekümmert hatte, fährt einen Porsche, ist aber hochverschuldet.....
Gute Unterhaltung, stellenweise aber zu vorhersehbar.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Unbequem und außergewöhnlich

Uebel unterwegs
0

Um nach Shanghai zu reisen, gibt es viele – bequeme – Möglichkeiten. Tina Uebel hat die unbequeme, außergewöhnliche gewählt. Sie reist mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf dem Landweg, um in Shanghai ein ...

Um nach Shanghai zu reisen, gibt es viele – bequeme – Möglichkeiten. Tina Uebel hat die unbequeme, außergewöhnliche gewählt. Sie reist mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf dem Landweg, um in Shanghai ein Stipendium anzutreten, und lernt so Land und Leute authentisch und unverfälscht kennen. Dazu gehört eine gehörige Portion Mut, Offenheit, Flexibilität und Schnoddrigkeit, was Tina Uebel offensichtlich besitzt, wie man schon nach den ersten Zeilen erkennen kann.
Ihre Reise führt sie über Bulgarien, die Türkei, den Iran, Turkmenistan, Usbekistan, Kasachstan bis nach China. Dabei liegen ihr weniger die Sehenswürdigkeiten und Kulturdenkmäler am Herzen, als vielmehr die Begegnung mit den Menschen. Denn: „Es gibt nichts Aufregenderes als Menschen.“ Diese Begegnungen sind teils lustig, teils herzlich, manchmal aber auch bedrückend. Auf den ersten Seiten des Buchs lässt Tina Uebel Iraner, Usbeken, Uiguren u.a. im Zug zu Wort kommen, die nicht frei reisen können und ihr Leben nicht so gestalten können, wie sie es gerne möchten. Auf die Frage dieser Leute, ob die Menschen in Deutschland glücklich sind, weiß Uebel keine Antwort. Allerdings erkennt sie – mit Demut und Dankbarkeit - ,welche Freiheit wir mit unserem deutschen Pass genießen. Neben lustigen Berichten und Anekdoten zur Reisevorbereitung, Visabeschaffung usw. gibt es einzelne Exkurse, z.B. über die Alternativtouristen, die sich so sehr vom verachteten Gruppentouristen abgrenzen wollen, dass sie in ihren Funktionsklamotten, mit Trekkingrucksack (hinten) und Day Pack (vorne) schon wieder völlig uniformiert daherkommen. Nachdenklicher ist z.B. ein Exkurs über die Angst, die hauptsächlich von denen geäußert wird, die gar nicht reisen, sondern daheim bleiben.
In kurzen, assoziativen Sätzen, mit vielen Gedankensprüngen, in teils flapsiger Sprache und mit viel Wortwitz beschreibt sie die Menschen, manchmal urkomische, aber auch bedrückende Situationen und sentimentale Momente. Der Stil ist unterhaltsam, auf Dauer aber auch etwas anstrengend. Als „Daheimgebliebene“, die die Reise ja nur bequem auf dem Papier verfolgt, hätte ich mir etwas mehr Fotos und vor Allem eine größere Schrift gewünscht.

Veröffentlicht am 18.02.2026

Über Helden und Antihelden

Minnesota
0


Minnesota, 2016: Ermittler Bob Oz ist seit dem Unfalltod seiner dreijährigen Tochter nicht mehr er selbst. Seine Ehe zerbricht, Kollegen und Freunde ziehen sich zurück, er verfällt mehr und mehr dem Alkohol. ...


Minnesota, 2016: Ermittler Bob Oz ist seit dem Unfalltod seiner dreijährigen Tochter nicht mehr er selbst. Seine Ehe zerbricht, Kollegen und Freunde ziehen sich zurück, er verfällt mehr und mehr dem Alkohol. Nur die Arbeit als Polizist hält ihn noch auf den Beinen. Als ein Waffenhändler angeschossen wird und die Spuren auf Lobo, einen seit Jahren untergetauchten Killer, hinweisen, verbeißt Bob Oz in den Fall, obwohl er suspendiert wurde. Der Täter führt offenbar einen Rachefeldzug gegen Drogenbosse, Unterstützer der Waffenlobby usw., doch wie passen diese Taten zu Lobo? Er hinterlässt immer wieder irreführende Spuren, trickst Kameras und die Polizei immer wieder geschickt aus. Als es Hinweise darauf gibt, dass der Täter einen Anschlag auf den Bürgermeister plant, eskaliert die Situation…..
Zu Beginn tat ich mich etwas schwer, sowohl mit dem Ermittler Bob Oz, der mehr als unsympathisch geschildert wird, als auch mit der Handlung, die durch sehr lange Gesprächspassagen nicht so recht in Gang zu kommen schien. Doch allmählich verknüpften sich die Handlungsfäden zu einem komplexen und dadurch immer spannender werdenden Ganzen. Details, die zu Beginn für mich zunächst nebensächlich und langatmig wirkten, wie z.B. die Gespräche bei dem Taxidermisten über das Ausstopfen von Tieren, bekamen allmählich einen tieferen Sinn, sodass ein schlüssiger Handlungszusammenhang entstand. Selbst der Antiheld Bob Oz wächst einem mit der Zeit ans Herz!
David Nathan liest mit ausdrucksstarker und angenehmer Stimme.

Veröffentlicht am 31.05.2024

Ganz nett

Dunkle Verwicklungen auf La Palma (Calderón und Rodriguez ermitteln 1)
0



Auf La Palma wird an einem abgelegenen Strand ein Mann tot aufgefunden und schon bald wird klar, dass er ermordet wurde. Es handelt sich offenbar um Alvaro Martinez handelt, der ein großes Hotelprojekt ...



Auf La Palma wird an einem abgelegenen Strand ein Mann tot aufgefunden und schon bald wird klar, dass er ermordet wurde. Es handelt sich offenbar um Alvaro Martinez handelt, der ein großes Hotelprojekt plante, das bei den Einheimischen und Umweltschützern sehr umstritten war,
Der Journalist Ben Rodriguez und seine Freundin, die Buchhändlerin Naira Calderon sind beide neugierig und beginnen zu ermitteln. Während Ben eher Journalistenrecherche betreibt, nutzt Naira ihre Quellen im Familien- und Freundeskreis. Außerdem kommt Ben zugute, dass der eigentlich zuständige Kommissar seine Gedanken und Ergebnisse gerne mit ihm bei einem Glas Wein teilt. So versuchen Ben und Naira auf ihre jeweils eigene Art herauszufinden, wer vom Tod Alvaro Martinez‘ am meisten profitiert und stoßen dabei auf mehrere Verdächtige.
Nebenbei erfährt man viel über Spezialitäten, interessante Traditionen und Gepflogenheiten der kanarischen Insel, was die Lektüre unterhaltsam macht. Allerdings dürfte die Krimihandlung gerne etwas spannender sein, damit das Buch vollauf überzeugen könnte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere