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Veröffentlicht am 19.02.2026

Historischer Krimi in Korea

Ein Kranich unter Wölfen
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1506 leidet ganz Korea unter einem tyrannischen Herrscher, er nimmt sich Frauen und Land nach Belieben, quält seine Mitmenschen und ergötzt sich am Leid anderer. Hinrichtungen und Misshandlungen sind an ...

1506 leidet ganz Korea unter einem tyrannischen Herrscher, er nimmt sich Frauen und Land nach Belieben, quält seine Mitmenschen und ergötzt sich am Leid anderer. Hinrichtungen und Misshandlungen sind an der Tagesordnung. Dieser Teil der Geschichte ist historisch korrekt und gut in die fiktionale Ergänzung eingebracht.

Bei Hof oder im Land zu überleben ist ein Balanceakt. Der Bruder des Königs ist von den Machtspielen nicht ausgenommen und er weiß dem Treiben kaum etwas entgegenzusetzen. Die siebzehnjährige Iseul gibt sich die Schuld an der Entführung ihrer Schwester durch den König, sie will sie befreien und riskiert dabei viel. Ihr unbedachtes Verhalten bringt häufig auch andere in Gefahr. Der Bruder des Königs und Iseul treffen aufeinander und versuchen zu helfen. Mit in dieses Geschehen ist eine Kriminalgeschichte eingebettet.

Die Kultur und Geschichte Koreas sind wie bei den Vorgängerromanen wieder gut in den Roman eingeflochten. Der brutale König ist authentisch dargestellt und seine Forderungen und Taten sind grauenhaft. Das Leid der Menschen ist spürbar.

Die Liebesgeschichte wäre m.E.n. nicht nötig gewesen, auch weil die weibliche Hauptrolle so wenig nachvollziehbar agierte und ich ihr wenig glauben konnte. Obwohl sie sich weiterentwickelt, legt sie ihre gefährliche Naivität nicht ab. Der Krimi ist gut in die Handlung integriert und hat nochmals einige interessante Aspekte eröffnet.

Insgesamt habe ich das Buch gerne gelesen, es bleibt aber hinter den Vorgängerromanen der Autorin zurück. Manche Verstrickungen wurden mir zu glatt aufgelöst. Die entführten Frauen, die bei Hof als Konkubinen gehalten wurden, sind zwar immer ein Teil der Geschichte, werden aber nicht weiter vorgestellt. Die Machtverhältnisse im Land und bei Hof und wie sie ich nach dem Sturz des Tyrannen entwickeln, hätte gerne etwas ausführlicher behandelt werden können. Viele interessante Figuren verschwanden wieder in der Versenkung.

Nicht das beste Werk der Autorin. Von mir gibt es 3,5 Sterne, die ich aufrunde, wo es nötig ist.

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Veröffentlicht am 17.01.2026

Medeas Schicksal

Medea
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Rosie Hewlett erzählt die Geschichte Medeas neu und mit eigenen Schwerpunkten. Viola Müller liest das Hörbuch mit einer Dauer von 14,3 Stunden engagiert vor.
Medea hat aufgrund ihrer Zauberkraft, die ...

Rosie Hewlett erzählt die Geschichte Medeas neu und mit eigenen Schwerpunkten. Viola Müller liest das Hörbuch mit einer Dauer von 14,3 Stunden engagiert vor.
Medea hat aufgrund ihrer Zauberkraft, die sie von einer Göttin als Geschenk erhielt, eine Sonderstellung in der Familie und später auch in der Gesellschaft. Leider wirkt sich dies nicht positiv aus: die Kräfte waren vielen willkommen, aber als Hexe wurde sie verachtet, sie führte ein einsames, zurückgezogenes Leben. Ihr Wunsch nach Liebe und Nähe erfüllt sich nicht.

So hilft sie bereitwillig Jason, einem jungen Krieger, der bei ihrem Vater auftaucht, um das goldene Vlies zu erobern. Aus Liebe zu ihm verliert sie die Loyalität zur Familie, tötet sogar den eigenen Bruder.
Jason weiß Medea geschickt zu manipulieren. Lange geht dies gut, sie steht dem Narzissten sehr naiv gegenüber, doch irgendwann überspannt er den Bogen. Sie rächt sich auf fürchterliche Weise mit einem Blutbad und tötet sogar die eigenen Kinder, für die sie keine Zukunft in der vorurteilsbehafteten Welt sieht. Danach besinnt sie sich auf ihre Kräfte und eigenen Ziele, die sie fortan durchsetzt. Aus der willfährigen Frau wird eine verletzte rachsüchtige Hexe, die tatsächlich über Leichen geht.
Das Schicksal Medeas wird gut deutlich, jedoch hat das Buch einige Längen, die trotz des guten Vortrags der Sprecherin etwas störten.
Der Lebensabschnitt an Jason´s Seite wird sehr ausführlich beschrieben, ebenso der Weg dorthin. Am Ende wird die Erzählperspektive gewechselt, das war nicht uninteressant, dennoch hätte ich auch hier gerne etwas über Medeas Gedanken erfahren. Dieser Bruch gefiel mir nur teilweise, auch das Ende erschien etwas überstürzt.
Von mir gibt es 3.5 Sterne, die ich aufrunde wo es nötig ist.

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Veröffentlicht am 11.11.2025

schwächendes Finale

Düsteres Tal
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Dies ist der letzte Teil der Trilogie um die Norwegerin Clara Lofthus. Dieser Band startet in Nairobi. Clara leitet hier ein Hilfsprojekt an einer Schule. Bei einem Terroranschlag während einer Veranstaltung ...

Dies ist der letzte Teil der Trilogie um die Norwegerin Clara Lofthus. Dieser Band startet in Nairobi. Clara leitet hier ein Hilfsprojekt an einer Schule. Bei einem Terroranschlag während einer Veranstaltung rettet sie die Kinder, dadurch wird sie in den Medien zur Heldin gekürt. Später kehrt sie nach Norwegen zurück und möchte wieder das politisches Amt der Justizministerin übernehmen. Doch ihre Vergangenheit droht sie einzuholen, sie war ja teils auf sehr illegalen Wegen unterwegs.
Durch den Trubel steht sie im Fokus und ein Podcaster beginnt zu recherchieren und in Claras Leben herumzustochern.

Es wird wieder aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, was für eine gewisse Lebhaftigkeit sorgt und dem Leser mehr Einblicke gewährt. Da Clara eine recht nüchterne Person ist, wird aus ihrer Sicht eher emotionslos berichtet. Ihr Universum dreht sich um sich selbst um die Verluste aus ihrer frühen Vergangenheit. Mich nahm die Geschichte diesmal nicht so gefangen, in der Mitte gab es einige Längen.Von mir gibt es 3,5 Sterne, die ich aufrunde wo es nötig ist.

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Veröffentlicht am 01.08.2025

die drei ??? im gesetzten Alter

Die Auferstehung
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Bei den drei ??? werde ich immer leicht etwas nostalgisch, daher war ich sehr gespannt auf dieses Buch. Die rund 450 Seiten waren aufgrund des guten Erzählstils flott zu lesen, wobei es schon einige Längen ...

Bei den drei ??? werde ich immer leicht etwas nostalgisch, daher war ich sehr gespannt auf dieses Buch. Die rund 450 Seiten waren aufgrund des guten Erzählstils flott zu lesen, wobei es schon einige Längen gerade im ersten und zweiten Drittel gab. Der Autor lässt sich Zeit mit der Entwicklung des Falls und widmet sich zunächst sehr ausführlich dem Leben der drei Protagonisten heute, die sich für viele Jahre trennten und nun wieder zusammenfinden. Das ist nicht uninteressant, hat aber eher wenig mit einem Krimi zu tun.

Eine junge Frau taucht aus dem Dschungel Brasiliens auf. Sieben Jahre hielt man sie für tot und nun ist sie wieder da. Ihr reicher Vater ist überglücklich, doch die Tante ist aus gutem Grund sehr skeptisch, sie beauftragt Justus Jonas mit der Identitätsklärung. Da er früher mit dem Vater befreundet war, gelingt ihm die Kontaktaufnahme leicht. Auch Peter und Bob geraten über ihre Arbeitgeber im weitesten Sinne an diesen mysteriösen Fall. So kreuzen sich die Wege der drei ??? nach vielen Jahre wieder.
Der Kriminalfall ist einfach gestrickt und wird schnell vorhersehbar. Mir fehlte es etwas an Wendungen. Das Wiedersehen mit Justus, Bob und Peter nach so vielen Jahren war für mich trotzdem schön. Ich empfehle das Buch für Fans der Serie auf jeden Fall. Aufgrund des einfachen Falls und einiger Längen gibt es von mir 3,5 Punkte, die ich aufrunde wo es nötig ist.

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Veröffentlicht am 06.04.2025

Charakterstudie einer Journalistin

Der Einfluss der Fasane
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In diesem Roman steht Hella Renata Karl im Mittelpunkt. Sie ist eine einflussreiche Feuilletonchefin einer großen Berliner Zeitung und hat sich einen gewissen Ruf und eine besondere Stellung in der Kulturszene ...

In diesem Roman steht Hella Renata Karl im Mittelpunkt. Sie ist eine einflussreiche Feuilletonchefin einer großen Berliner Zeitung und hat sich einen gewissen Ruf und eine besondere Stellung in der Kulturszene der Hauptstadt hart erarbeitet.
Vor einiger Zeit hat sie einen Artikel über den erfolgreichen Theaterintendanten Hochwerth verfasst, der daraufhin seinen Posten räumen musste. Der Mann war zwar umstritten, aber dennoch gefeiert. Mit der berechtigten Aufdeckung seines Machtmissbrauchs hat sie ihn entthront. Nun erfährt sie von seinem Suizid, den er in Sydney begangen hat, wohin er seine Frau, eine gefeierte Opernsängerin, begleitet hat. In einem unglücklich inszenierten Interview räumt sie ein, dass die Medien bzw. die Berichterstattung evtl. eine Mitschuld am Tod Hochwerths tragen. Daraufhin bricht ein Shitstorm los, der Hella einiges abverlangt und ihr Leben entscheidend beeinflusst.

Wir erfahren die Dinge aus ihrer Sicht, nehmen Anteil an ihren Gedanken. Sie sinniert über die berufliche Lage, auch privat läuft es nicht so gut, wie sie es sich wünscht. In Rückblenden erfährt man Hintergründe über Hellas Werdegang, die Kollegen und auch über Hochwerth. Hella ist eine Macherin, eine Kämpferin, die nicht bereit ist klein bei zu geben.

Sprachlich ist der Roman sehr gut gelungen, das Lesen macht Spaß, obwohl das wichtige Thema (Verantwortung der Presseberichterstattung) durch die Gedankenspiralen Hellas teils in den Hintergrund tritt.
Der Fall an sich birgt leider einige Ungereimtheiten.
Das sich die Kollegen so auf Hella stürzen, konnte ich nicht ganz verstehen. Ihre Zeitung wird nicht die einzige gewesen sein, die über den Skandal berichtet hat, insofern wirken die Schuldzuweisungen verlogen. Sie hat einen unerhörten Machtmissbrauch aufgedeckt, die Heiligsprechung des Toten und damit einhergehende Verurteilung einer einzelnen Journalistin erscheint mir unglaubwürdig. Tatsächlich empfand ich einige Umstände als fragwürdig, in diese Richtung hat jedoch kein Journalist Fragen gestellt (sehr untypisch), auch bei Hella fällt der sprichwörtliche Groschen erst spät. Ihre Nachforschungen ergeben ungeheuerliches. Hier gibt es zum Ende nochmals eine tolle Wendung.
Von mir gibt es 3,5 Sterne, die ich aufrunde wo es nötig ist.

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