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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2016

Gelungene Parodie auf die grassierende Flut der Ratgeberbücher

Sean Brummel: Einen Scheiß muss ich
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Bei dem neuesten Buch von Tommy Jaud handelt es sich um eine gelungene Parodie auf die immer noch grassierende Flut an Ratgeberbüchern, die den Buchmarkt seit Jahren überschwemmt.

Geschrieben ist das ...

Bei dem neuesten Buch von Tommy Jaud handelt es sich um eine gelungene Parodie auf die immer noch grassierende Flut an Ratgeberbüchern, die den Buchmarkt seit Jahren überschwemmt.

Geschrieben ist das Ganze aus der Sicht des Amerikaners Sean Brummel, der im Zuge eines kurzen Gefängnisaufenthaltes sein neues Lebensmotto ESMI (Einen Scheiß muss ich) entdeckt, es in der Folgezeit konsequent auf sein bisheriges Leben anwendet und damit sowohl beruflich als auch privat durchstartet.

Durch seinen Erfolg fühlt er sich berufen, die ganze Welt an seinen Erfolgen teilhaben zu lassen und von seinem Motto zu überzeugen. Und so hangelt er sich durch die einzelnen Themengebiete Gesundheit, Ernährung, Erfolg, Freizeit, Gesellschaft und schlußendlich dem Sinn des Lebens und nimmt die gängigen Lebensweisheiten aufs Korn, um sie mit einem überzeugenden Ausruf ESMI ins Gegenteil zu verkehren.

Das Niveau der einzelnen Beiträge schwankt ein wenig, einige Passagen geraten dann doch eher flach, der Autor hat es insgesamt aber doch geschafft, mir immer wieder ein Schmunzeln oder sogar ein herzhaftes Lachen zu entlocken.

Veröffentlicht am 25.06.2026

Spannender Abenteuerroman mit einer feinen Prise Mystery

Zeichen im Sand
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In diesem Roman schickt die Autorin Dany Matthes die beiden Archäologen Abby Jones und Colin Allister in ihr zweites Abenteuer und konnte mich dabei zwar nicht komplett überzeugen, unter dem Strich aber ...

In diesem Roman schickt die Autorin Dany Matthes die beiden Archäologen Abby Jones und Colin Allister in ihr zweites Abenteuer und konnte mich dabei zwar nicht komplett überzeugen, unter dem Strich aber doch gut und spannend unterhalten.

Für mich war es die erste Begegnung mit den beiden sympathischen Archäologen und ich hatte nicht das Gefühl, dass mir hier Vorkenntnisse aus dem ersten Band fehlen würden. Alle für das Verständnis erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Figuren und die eine oder andere Anspielung auf frühere Ereignisse in Gänze genießen und nachvollziehen zu können, empfiehlt es sich aber schon, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Der neue Leiter des ägyptischen Museums in Kairo hat Abby und Colin kaltgestellt und lässt sie nur noch alte Schriftrollen sortieren. Doch dann entdeckt Abby dabei einen alten Papyrus mit mysteriösen Schriftzeichen, die ihr seltsam bekannt vorkommen. Führen sie diese Zeichen erneut auf die Spur der Osirianer, denen sie vor einigen Jahren schon einmal begegnet sind ? Zusammen mit ihren Freund Hadi begeben sich Abby und Colin auf eine Suche, die sie von Ägypten über London bis nach Mexiko führen wird.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran. Zwischendurch gibt es aber auch immer wieder ruhige Phasen, die mit durchaus interessanten Beschreibungen zu Land und Leuten gefüllt werden, die eigentliche Geschichte aber doch etwas zu sehr ausbremsen. Am Ende eines packenden Showdowns, nach dem für die drei Hauptfiguren nichts mehr so sein wird wie zuvor, hatte ich zudem das Gefühl, es hier mit einer Art von „Übergangsroman“ oder einem überlangen Prolog für die nachfolgenden Bände zu tun zu haben. Irgendwie hat mich das Ende etwas unbefriedigt zurückgelassen, obwohl schlussendlich keine wesentlichen Fragen offenbleiben. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Charakteren in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen.

Wer auf spannende Abenteuerromane mit einer ordentlichen Portion Mystery steht, wird hier gut bedient und spannend unterhalten. Und trotz meiner Kritikpunkte ist die Neugierde auf die Fortsetzung bei mir durchaus geweckt.

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Veröffentlicht am 19.02.2026

Gemütlicher Krimi aus dem Bonn der 70er-Jahre

Heiße Nächte im alten Bonn
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In diesem eher gemütlichen historischen Kriminalroman entführt uns die Autorin Gudrun Leyendecker in das Bonn des Jahres 1974 und lässt dort eine Hobby-Ermittlerin in zwei mysteriösen Mordfällen ermitteln.

Als ...

In diesem eher gemütlichen historischen Kriminalroman entführt uns die Autorin Gudrun Leyendecker in das Bonn des Jahres 1974 und lässt dort eine Hobby-Ermittlerin in zwei mysteriösen Mordfällen ermitteln.

Als die Buchbinderin Clio eher zufällig auf einen mysteriösen Papierschnipsel mit kryptischem Inhalt stößt, ist ihre Neugierde sofort geweckt. Da die Polizei aber zunächst wenig Interesse an ihrem Fund zeigt, macht sie sich selbst ans Werk, Licht ins Dunkel zu bringen. Und tatsächlich gab es gerade erst zwei ungeklärte Todesfälle, die durchaus in Verbindung zu ihrem Fund stehen könnten. Kommissar Horst Wintertag ist von der unerwünschten Einmischung zwar genervt, macht aber gute Miene zum bösen Spiel, da ausgerechnet Clios Freundin Anna seine Traumfrau ist und er diese nicht verschrecken will.

Mit einem durchaus packenden Schreibstil treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran und lässt dabei das typische Lebensgefühl der 70er-Jahre vor unseren Augen auferstehen. Echte Spannung kommt dabei zwar erst beim Showdown auf, da die Ich-Erzählerin Clio eher über ihre Nachforschungen berichtet als uns Leser wirklich daran teilhaben zu lassen, die Geschichte punktet aber vor allem durch die stimmungsvolle Atmosphäre und die gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Geschickt baut sie dabei einige tatsächliche Ereignisse aus der damaligen Zeit in das Geschehen ein und sorgt so für eine stimmungsvolle Kulisse. Auch die Auflösung ist durchaus gelungen und lässt keine wesentlichen Fragen offen.

Wer auf historische Kriminalromane steht und es dabei eher gemütlich mag, wird hier gut bedient und unterhalten. In Sachen Spannung konnte mich das Buch allerdings nur bedingt überzeugen.

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Veröffentlicht am 09.09.2025

Solider Kriminalroman aus Südtirol

Teufel, tanz mit mir!
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In diesem Kriminalroman schickt die Autorin Simone Dark ihre beiden Ermittler Filippo Magnabosco und Carmela Pasqualina aus Bozen in ihren vierten Fall und konnte mich dabei leider nicht komplett überzeugen. ...

In diesem Kriminalroman schickt die Autorin Simone Dark ihre beiden Ermittler Filippo Magnabosco und Carmela Pasqualina aus Bozen in ihren vierten Fall und konnte mich dabei leider nicht komplett überzeugen. Dennoch bietet das Buch solide Krimiunterhaltung.

Für mich war es dabei die erste Begegnung mit den beiden Ermittlern und ich hatte nicht das Gefühl, dass mir hier Vorkenntnisse aus den ersten drei Bänden fehlen würden, auch wenn ich vielleicht nicht jede Anspielung auf vorherige Ereignisse direkt verstanden habe. Alle für das Verständnis erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören.

Nicht einmal auf ihrer eigenen Hochzeit werden Filippo und Carmela vom Verbrechen in Südtirol verschont. Als in einer Burgruine die Leiche eines jungen Mannes gefunden wird, können sich die beiden Ermittler nur noch schnell das Ja-Wort geben, bevor sie schon an den Tatort eilen. Die Mordmethode ähnelt einem alten Hexenritual und es mangelt auch nicht an Verdächtigen, einer davon ist sogar ein Nachfahre von Sigmund Freud.

Die Autorin verfügt über einen packenden Schreibstil und legt hier eine grundsätzlich gut aufgebaute Geschichte mit einigen überraschenden Wendungen vor. Zudem hat sie, wie das Literaturverzeichnis am Ende belegt, intensiv zum Thema der Hexenverfolgung und zu den drei Hexenmeistern aus Südtirol, die im Rahmen der Geschichte immer wieder auftauchen, recherchiert. Leider kommt dies aber auf den knapp über 200 Seiten des Buches nicht wirklich zum Tragen und wirkt so in der Summe ein wenig unausgegoren. Meiner Meinung wird hier einiges an Potential, dass in der Grundidee steckt, nicht genutzt. Die Hauptfiguren sind durchaus gut gezeichnet und vielschichtig angelegt, während es den Nebenfiguren doch so ein wenig an Tiefe fehlt. Im Showdown bekommen wir dann eine überraschende, aber dennoch schlüssige Auflösung präsentiert, die mich noch ein wenig mit dem Buch versöhnen konnte.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Spannender Kriminalroman aus dem Ruhrgebiet

Eric Holler: Blau und Weiß
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Mit diesem Kriminalroman legt der Autor Roman Just den zweiten Band der 2. Staffel und damit den insgesamt achten Band seiner Gelsenkrimi-Reihe um den Ermittler Eric Holler vor, einen ehemaligen CIA-Agenten, ...

Mit diesem Kriminalroman legt der Autor Roman Just den zweiten Band der 2. Staffel und damit den insgesamt achten Band seiner Gelsenkrimi-Reihe um den Ermittler Eric Holler vor, einen ehemaligen CIA-Agenten, der sich nun als Privatdetektiv in Gelsenkirchen niedergelassen hat. Dabei konnte er mich zwar nicht komplett überzeugen, unter dem Strich aber doch gut und spannend unterhalten.

Für mich war es die zweite Begegnung mit dem unkonventionellen Ermittler und ich hatte nicht das Gefühl, dass mir hier wesentliche Vorkenntnisse aus den weiteren Bänden der Reihe fehlen würden, auch wenn ich sicherlich nicht jede Anspielung auf vorangegangene Ereignisse direkt verstanden habe. Grundsätzlich werden aber alle für das Verständnis erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Zudem beginnt das Buch mit einer kleinen Rückblende auf den letzten Fall, bevor dann die neue Ermittlung in den Vordergrund rückt.

Diesmal lässt sich Eric Holler von Georg Himmelreich, dem neuen Kommissariatsleiter in Gelsenkirchen-Buer, zu einem riskanten Undercover-Einsatz überreden. Er soll sich in den Fanclub „Blau-Weiß-Schützenfest“ einschleusen, der im Verdacht steht, in allerlei kriminelle Aktivitäten verwickelt zu sein. Verbindungsbeamter soll sein alter Bekannter, der derzeit noch vom Dienst freigestellte Kriminalhauptkommissar Manfred Werthofen sein. Als bekennender Fan des FC Schalke 04 stellt die Aufgabe für Eric eigentlich kein großes Problem dar. Wenn er allerdings geahnt hätte, dass Himmelreich durchaus eigene Interesse mit dem Auftrag verbindet, hätte er vielleicht doch die Finger davongelassen.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und liefert am Ende eine schlüssige Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt. Während es ihm dabei schnell gelingt, Spannung aufzubauen, bleibt die Figurenzeichnung auf den 146 Seiten des Buches etwas auf der Strecke. Nur bei den wesentlichen Hauptfiguren gelingt es ihm, ihnen Kontur zu verleihen, die übrigen Protagonisten bleiben dagegen ziemlich schablonenhaft und es fehlt auch deutlich an Tiefe. Ein gelungenes Gimmick stellt der Aufbau des Buches dar, dass in vier Akte eingeteilt ist und in den jeweiligen Kapitelüberschriften Begriffe aus der Welt des Fußballs und der von klassischen Vereinen im Allgemeinen verwendet.

Trotz der angesprochenen Kritikpunkte bleibt unter dem Strich aber ein kurzweiliger Kriminalroman, der mit seinem doch vergleichsweise eher geringen Umfang eine ordentliche Portion Spannung für Zwischendurch liefert und sich gut an ein oder zwei Abenden weglesen lässt.

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