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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.09.2016

Spannender und überzeugender Hamburg-Thriller mit ungewöhnlicher Ermittlerin

eXXXtrem
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In diesem Thriller schickt die Autorin Svea Tornow zum zweiten Mal die Prostituierte Michelle als Ermittlerin rund um die Hamburger Reeperbahn in Rennen. Auch wenn man, wie ich, den ersten Band noch nicht ...

In diesem Thriller schickt die Autorin Svea Tornow zum zweiten Mal die Prostituierte Michelle als Ermittlerin rund um die Hamburger Reeperbahn in Rennen. Auch wenn man, wie ich, den ersten Band noch nicht gelesen hat, kann man dieses Buch auch ohne diese Vorkenntnisse problemlos lesen und verstehen.

Im Hamburger Rotlichtmillieu geht das Gerücht um, das mehrere junge Frauen verschwunden sind, um mit ihnen sogenannte Snuff-Movies, bei denen die Frauen vor laufender Kamera mißhandelt, gefoltert und getötet werden, zu drehen. Als ein alter Bekannter, deren Schwester verschwunden ist, Michelle um Hilfe bittet, nimmt sie die Ermittlungen auf.
Zeitgleich wird der Ex-Lebensgefährte Ihrer Mutter, von dem diese sich erst kürzlich getrennt hat, in seinem Haus getötet. Hat sich ihre Mutter für die erlittenen Mißhandlungen gerächt, oder ist das Motiv in den obskuren Geschäften des Mannes zu suchen ? Michelles alter Bekannter Paul und seine Partnerin Svenja von der Hamburger Kriminalpolizei nehmen die Ermittlungen auf stoßen auf Hinweise, die ebenfalls in Richtung Snuff-Movies deuten.

Das Buch überzeugt durch symphatische Charakter, eine ausgefeilte Geschichte und ein hohes Erzähltempo. Bei den Gewaltszenen wird allerdings nichts ausgespart, so das es für zarte Gemüter eher nicht zu empfehlen ist.
Wer aber an Thrillern der härteren Art Gefallen findet, wird hier bestens bedient und unterhalten.
Ich hoffe auf weitere Fälle mit Michelle, Paul & Co.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Nettelbeck gegen die Viererbande - ein weiterer überzeugender Auftritt des Berliner Ermittlers

Stumme Hechte
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In ihrem jetzt schon vierten Auftritt ermitteln Kommissar Martin Nettelbeck und sein Team vom Berliner LKA in einem Todesfall, dessen Opfer während einer Radtour mit 3 Freunden, die, wie auch das Opfer ...

In ihrem jetzt schon vierten Auftritt ermitteln Kommissar Martin Nettelbeck und sein Team vom Berliner LKA in einem Todesfall, dessen Opfer während einer Radtour mit 3 Freunden, die, wie auch das Opfer selbst, hohe Ämter bei der Polizei bekleiden, auf einem Zeltplatz aufgefunden wird. Liegt zunächst auch ein Selbstmord im Bereich des Möglichen, weisen die Ermittlungen dann doch sehr schnell in Richtung Mord. Liegt das Motiv in der Vergangenheit der 4 Polizisten, die auch die Viererbande genannt werden, oder eher in der Gegenwart ?
Als die Tochter seiner Lebensgefährtin verschwindet, muss Nettelbeck plötzlich an mehreren Fronten kämpfen ...

Wie schon bei den ersten Fällen rund um Martin Nettelbeck überzeugt der Autor auch hier wieder mit interessanten Charakteren, einer ausgeklügelten Story und mit viel Sinn fürs Detail, der wohl seiner Vergangenheit als Drehbuchautor und Regisseur für Fernsehfilme und -serien geschuldet ist. Durch die kurzen Kapitel, die aus jeweils unterschiedlichen Perspektiven geschrieben sind, ergibt sich zudem ein hohes Erzähltempo. All das ergibt ein insgesamt überzeugenes Gesamtbild und einen spannenden Krimi, den ich mit 4,5 von 5 Sternen bewerte.

Man muss dabei die ersten Bände nicht zwingend gelesen haben, um die Geschichte zu verstehen, alle erforderlichen Informationen zur Vorgeschichte der Hauptpersonen werden gut in das Geschehen eingebaut, ohne dabei den Lesefluß zu stören.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Gelungene Parodie auf die grassierende Flut der Ratgeberbücher

Sean Brummel: Einen Scheiß muss ich
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Bei dem neuesten Buch von Tommy Jaud handelt es sich um eine gelungene Parodie auf die immer noch grassierende Flut an Ratgeberbüchern, die den Buchmarkt seit Jahren überschwemmt.

Geschrieben ist das ...

Bei dem neuesten Buch von Tommy Jaud handelt es sich um eine gelungene Parodie auf die immer noch grassierende Flut an Ratgeberbüchern, die den Buchmarkt seit Jahren überschwemmt.

Geschrieben ist das Ganze aus der Sicht des Amerikaners Sean Brummel, der im Zuge eines kurzen Gefängnisaufenthaltes sein neues Lebensmotto ESMI (Einen Scheiß muss ich) entdeckt, es in der Folgezeit konsequent auf sein bisheriges Leben anwendet und damit sowohl beruflich als auch privat durchstartet.

Durch seinen Erfolg fühlt er sich berufen, die ganze Welt an seinen Erfolgen teilhaben zu lassen und von seinem Motto zu überzeugen. Und so hangelt er sich durch die einzelnen Themengebiete Gesundheit, Ernährung, Erfolg, Freizeit, Gesellschaft und schlußendlich dem Sinn des Lebens und nimmt die gängigen Lebensweisheiten aufs Korn, um sie mit einem überzeugenden Ausruf ESMI ins Gegenteil zu verkehren.

Das Niveau der einzelnen Beiträge schwankt ein wenig, einige Passagen geraten dann doch eher flach, der Autor hat es insgesamt aber doch geschafft, mir immer wieder ein Schmunzeln oder sogar ein herzhaftes Lachen zu entlocken.

Veröffentlicht am 19.02.2026

Gemütlicher Krimi aus dem Bonn der 70er-Jahre

Heiße Nächte im alten Bonn
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In diesem eher gemütlichen historischen Kriminalroman entführt uns die Autorin Gudrun Leyendecker in das Bonn des Jahres 1974 und lässt dort eine Hobby-Ermittlerin in zwei mysteriösen Mordfällen ermitteln.

Als ...

In diesem eher gemütlichen historischen Kriminalroman entführt uns die Autorin Gudrun Leyendecker in das Bonn des Jahres 1974 und lässt dort eine Hobby-Ermittlerin in zwei mysteriösen Mordfällen ermitteln.

Als die Buchbinderin Clio eher zufällig auf einen mysteriösen Papierschnipsel mit kryptischem Inhalt stößt, ist ihre Neugierde sofort geweckt. Da die Polizei aber zunächst wenig Interesse an ihrem Fund zeigt, macht sie sich selbst ans Werk, Licht ins Dunkel zu bringen. Und tatsächlich gab es gerade erst zwei ungeklärte Todesfälle, die durchaus in Verbindung zu ihrem Fund stehen könnten. Kommissar Horst Wintertag ist von der unerwünschten Einmischung zwar genervt, macht aber gute Miene zum bösen Spiel, da ausgerechnet Clios Freundin Anna seine Traumfrau ist und er diese nicht verschrecken will.

Mit einem durchaus packenden Schreibstil treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran und lässt dabei das typische Lebensgefühl der 70er-Jahre vor unseren Augen auferstehen. Echte Spannung kommt dabei zwar erst beim Showdown auf, da die Ich-Erzählerin Clio eher über ihre Nachforschungen berichtet als uns Leser wirklich daran teilhaben zu lassen, die Geschichte punktet aber vor allem durch die stimmungsvolle Atmosphäre und die gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Geschickt baut sie dabei einige tatsächliche Ereignisse aus der damaligen Zeit in das Geschehen ein und sorgt so für eine stimmungsvolle Kulisse. Auch die Auflösung ist durchaus gelungen und lässt keine wesentlichen Fragen offen.

Wer auf historische Kriminalromane steht und es dabei eher gemütlich mag, wird hier gut bedient und unterhalten. In Sachen Spannung konnte mich das Buch allerdings nur bedingt überzeugen.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.09.2025

Solider Kriminalroman aus Südtirol

Teufel, tanz mit mir!
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In diesem Kriminalroman schickt die Autorin Simone Dark ihre beiden Ermittler Filippo Magnabosco und Carmela Pasqualina aus Bozen in ihren vierten Fall und konnte mich dabei leider nicht komplett überzeugen. ...

In diesem Kriminalroman schickt die Autorin Simone Dark ihre beiden Ermittler Filippo Magnabosco und Carmela Pasqualina aus Bozen in ihren vierten Fall und konnte mich dabei leider nicht komplett überzeugen. Dennoch bietet das Buch solide Krimiunterhaltung.

Für mich war es dabei die erste Begegnung mit den beiden Ermittlern und ich hatte nicht das Gefühl, dass mir hier Vorkenntnisse aus den ersten drei Bänden fehlen würden, auch wenn ich vielleicht nicht jede Anspielung auf vorherige Ereignisse direkt verstanden habe. Alle für das Verständnis erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören.

Nicht einmal auf ihrer eigenen Hochzeit werden Filippo und Carmela vom Verbrechen in Südtirol verschont. Als in einer Burgruine die Leiche eines jungen Mannes gefunden wird, können sich die beiden Ermittler nur noch schnell das Ja-Wort geben, bevor sie schon an den Tatort eilen. Die Mordmethode ähnelt einem alten Hexenritual und es mangelt auch nicht an Verdächtigen, einer davon ist sogar ein Nachfahre von Sigmund Freud.

Die Autorin verfügt über einen packenden Schreibstil und legt hier eine grundsätzlich gut aufgebaute Geschichte mit einigen überraschenden Wendungen vor. Zudem hat sie, wie das Literaturverzeichnis am Ende belegt, intensiv zum Thema der Hexenverfolgung und zu den drei Hexenmeistern aus Südtirol, die im Rahmen der Geschichte immer wieder auftauchen, recherchiert. Leider kommt dies aber auf den knapp über 200 Seiten des Buches nicht wirklich zum Tragen und wirkt so in der Summe ein wenig unausgegoren. Meiner Meinung wird hier einiges an Potential, dass in der Grundidee steckt, nicht genutzt. Die Hauptfiguren sind durchaus gut gezeichnet und vielschichtig angelegt, während es den Nebenfiguren doch so ein wenig an Tiefe fehlt. Im Showdown bekommen wir dann eine überraschende, aber dennoch schlüssige Auflösung präsentiert, die mich noch ein wenig mit dem Buch versöhnen konnte.

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