Leben im 16. Jahrhundert nahe Münster
Am Fluss der ZeitenIn ihrem historischen Roman "Am Fluss der Zeiten" nimmt uns Ulrike Renk mit in das Münsterland auf den Hof Kalmule und lässt uns teilhaben am Leben der dort wohnenden Familie. Bei diesem Roman handelt ...
In ihrem historischen Roman "Am Fluss der Zeiten" nimmt uns Ulrike Renk mit in das Münsterland auf den Hof Kalmule und lässt uns teilhaben am Leben der dort wohnenden Familie. Bei diesem Roman handelt es sich um den ersten Teil der "Hof Kamule-Reihe". Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich sehr gut lesen. Die Handlungen der Protagonisten sind glaubwürdig und nachvollzuehbar.
Die Autorin beschreibt völlig unaufgeregt das Leben einer Bauernfamilie im 16. Jahrhundert. Sie beleuchtet das Leben der Menschen, die nicht eigenständig über ihr Leben bestimmen können, da sie nicht frei sind, nicht einmal frei entscheiden können sie, wenn sie heiraten wollen. Ihr Leben ist geprägt durch harte Arbeit und dem Wohlwollen der Grundeigentümer, die nach Lust und Laune über sie verfügen.
Das Zusammenleben mehrerer Generationen auf einem Hof ist nicht immer einfach. Da sind die Alten die nicht loslassen können und die Jungen, die noch viel lernen müssen. Nicht jeder möchte Bauer sein, sieht aber keine Möglichkeiten sich selbst zu verwirklichen, da dafür das Geld fehlt und eigentlich auch jede helfende Hand auf den Hof benötigt wird.
Geschichtlich korrekt wedergegeben ist das nach der Reformation in Münster errichtete Täuferreich und dessen Zerfall.
Bei mir hat die Autorin wenig Emotionen geweckt, so dass ich mich den handelenden Personen nicht nahe gefühlt habe. Nur ein einziger Mal habe ich mit der Protagonistin so richtig mitgelitten. Insgesamt hat mir der Spannungsbogen gefehlt und die Charaktere haben sich nicht wirklich weiterentwickelt.
Die Geschichte ist für meinen Geschmack etwas in die Länge gezogen, da hätte das eine oder andere gekürzt werden können.
Mein Fazit: Der Autorin ist ein solider Roman gelungen, der mich aber nicht wirklich überzeugt hat.