Berchtesgaden - Ein Teil deutscher Nachkriegsgeschichte
Berchtesgaden
Carolin Otto nimmt uns in ihrem gleichnamigen Roman mit nach Berchtesgaden und lässt uns teilhaben am Leben der Menschen kurz nach Beendigung des 2. Weltkrieges. Der Schreibstil ist flüssig und lässt ...
Carolin Otto nimmt uns in ihrem gleichnamigen Roman mit nach Berchtesgaden und lässt uns teilhaben am Leben der Menschen kurz nach Beendigung des 2. Weltkrieges. Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich sehr gut lesen. Leider ist er aber auch wenig bis völlig emotionslos, so dass ich zu den handelnden Personen keine Bindung aufbauen konnte,
Die Handlungen der Protagonisten sind in meinen Augen nicht immer stimmig und nachvollziehbar. Die Autorin hat zu viel gewollt und dabei den roten Faden aus den Augen verloren. Auch vermisse ich einen Spannungsbogen und eine Weiterentwicklung der Charaktere. Zum Teil liest sich der Roman wie ein Geschichtsbuch. Die wiedergegebenen geschichtlichen Ereignisse sind korrekt dargestellt. Den Zeitgeist hat die Autorin gut getroffen. Das reicht aber nicht für ein gutes Buch.
Interessant war es, die Ereignisse aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet zu sehen. Durch die verschiedenen Handlungsstränge, die leider nicht vertieft wurden und bei einigen habe ich mich gefragt: Was soll das?, ist die Tiefe komplett verloren gegangen. Vielleicht wäre es besser gewesen, sich auf Sophie und ihre Familie zu konzentrieren, da war genug Potential.
Schön wäre es gewesen, ein Personenverzeichnis zu haben, da die im Buch vorkommenden Personen doch sehr zahlreich sind.
Schön gestaltet ist das Cover. Zeigt es doch eine Frau in Kleidung und Frisur im Stil der 40iger Jahr, die ihren Blick auf die Berchtisgadener Berge richtet.
Am Ende bleiben viele Fragen offen. Da hat sich die Autorin eine Tür für eine Fortsetzung offengelassen.
Mich konnte der Roman leider nicht überzeugen. Mein Fazit: Weniger wäre mehr gewesen.