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Veröffentlicht am 13.03.2026

Aufbruch nach Amerika ...

Die englische Freundin
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Die englische Quäkerin wurde von der Liebe enttäuscht. Ihr Verlobter hat sie verlassen und das zu allem Übel auch noch für eine Frau, die nicht dieser etwas eigenwilligen Glaubensgemeinschaft angehört. ...

Die englische Quäkerin wurde von der Liebe enttäuscht. Ihr Verlobter hat sie verlassen und das zu allem Übel auch noch für eine Frau, die nicht dieser etwas eigenwilligen Glaubensgemeinschaft angehört. Die junge Honor fürchtet nun, dass sie ohne eigenes Verschulden an ihrem Heimatort mehr als nur ihr Gesicht verloren hat und will mit ihrer Schwester Grace – deren eigener Verlobter in Ohio auf sie wartet – einen Neuanfang wagen. Doch das Leben schlägt erneut unbarmherzig zu. Ihre Schwester stirbt, bevor sie den Verlobten überhaupt zu Gesicht bekommt. Nun ist guter Rat teuer aber da eine Rückkehr nach England außer Debatte steht, will Honor sich selbst durchschlagen in das fremde Quäkerdorf im fernen Amerika. Auf ihrer Odyssee lernt sie die etwas eigenwillige Belle kennen, die mit ihrem eigenen Geschäft aber mit beiden Füßen fest auf dem Boden steht. Als sich jedoch Graces Bruder Donovan, der als aggressiver Sklavenjäger seinen Lebensunterhalt verdient, in die unschuldige Honor verguckt, gerät ihre kleine Welt wieder ins Wanken. Sie muss sich ihren inneren Konflikte stellen und unweigerlich eine schwere Entscheidung treffen …
Immer wieder bin ich aufs Neue von dieser wunderbaren Autorin begeistert, die es schafft, jedem interessanten Thema, das sie anpackt, ein eigenes Gesicht, ja eine eigene Stimme zu geben. In „Die englische Freundin“ stellt sie das Leben in einer Quäkergemeinschaft in den Mittelpunkt aber auch das Thema Sklaverei nimmt gehörigen und verdienten Raum ein. Jeder, der sich mit diesen Themen schon einmal beschäftigt hat, wird sich hier wiederfinden, wird die Nöte und Sorgen der Menschen verstehen und sich vielleicht auch freuen, mit den „Freundinnen“ der Quäkergemeinschaft an dem ein oder anderen Quilt mitsticheln zu dürfen. Der Roman hat einen unheimlich Tiefgang ohne jemals wertend zu erscheinen. Die Figuren und die Landschaft sind bildhaft gezeichnet und lebendig dargestellt. Ich habe diesen leisen Roman sehr genossen.
Ich empfehle dieses Buch allen Fans von Tracy Chevalier und natürlich allen, die es werden wollen. Von mir gibt es mit fünf Sternen die volle Punktzahl verbunden mit einer von Herzen kommenden Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 05.03.2026

Bewegende Südtiroler Geschichte, die zu Herzen geht!

Töchter der verlorenen Heimat
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Schon lange nicht mehr hat mich ein Roman so berührt, wie es „Töchter der verlorenen Heimat“ getan hat, in dem es um die Geschichte zweier starker Frauen geht, denen es das Schicksal nicht immer leicht ...

Schon lange nicht mehr hat mich ein Roman so berührt, wie es „Töchter der verlorenen Heimat“ getan hat, in dem es um die Geschichte zweier starker Frauen geht, denen es das Schicksal nicht immer leicht gemacht hat. Johanna und Paula, Mutter und Tochter, verbindet eine gemeinsame Vergangenheit, die – nachdem der Großvater gestorben ist – nach Aufarbeitung förmlich schreit. Tochter Paula gelingt es schließlich ihre Mutter dazu zu überreden gemeinsam nach in die ehemalige Heimat Südtirol zu fahren, wo die Geschichte in den 1920er Jahren ihren Anfang nahm.

Der Roman entführt mich in abwechselnden Kapiteln in jeweils besagte 1920er/30er und die frühen 1960er Jahre, in denen ich Johanna und Paula näher kennenlernen darf. Johanna, die in Südtirol geboren und aufgewachsen ist, hatte es damals nicht leicht. Der frühe Tod ihrer Mutter zwingt sie in eine Rolle, die sie so für ihr eigenes Leben nicht geplant hatte. Sie, die so gerne Lehrerin geworden wäre, ist gezwungen am heimatlichen Hof zu schuften und somit nicht nur ihre eigenen Aufgaben, sondern auch die der Mutter zu übernehmen. Lehren darf sie heimlich dennoch ein wenig, denn die eigenen kleinen Geschwister werden von ihr in der Muttersprache unterrichtet, ein nicht ungefährliches Unterfangen. Als sie schließlich in dem Italiener Gianluca ihren Seelenverwandten gefunden zu haben glaubt, scheint ihr Seelenleben wieder ausgeglichen. Doch auch die Liebe zu ihm ist verboten und steht somit unter keinem guten Stern …

Viele Jahre später setzt sich die Tragödie der Mutter in ihrer Tochter Paula fort. Paula leidet unter den Hänseleien der Kinder wegen ihres südländischen Aussehens und auch die Tatsache, dass sie ihren Vater nie kennenlernen durfte, trägt nicht gerade zu ihrem Wohlbefinden bei. Die strebsame Paula aber beißt sich durch und wird schließlich Ärztin in einer Zeit, in der man es als Frau nicht leicht im Berufsleben hat. Weiterhin gegen sie gegen Häme und Vorurteile, was sie mehr als vorsichtig werden lässt, wenn es darum geht, ihr Herz zu öffnen …

Zwei Frauen, eine schmerzvolle Vergangenheit. Können die Beiden es schaffen, die Lügen und die Schuld aufzuarbeiten, ja vielleicht sogar zu vergeben und nach vorne zu schauen?

Eva Grübls Roman ist mehr als nur eine Geschichte. Er ist eine Geschichtsstunde vom Feinsten, der die Probleme Südtirols bis weit in die 70er Jahre in solch bewegender Form vermittelt, dass ich an den Seiten klebte und das Buch gar nicht mehr zur Seite legen wollte. Die Autorin schafft es, den sich aufbauenden Spannungsbogen stetig aufrecht zu erhalten und kreiert somit eine bild- und wortgewaltige Story, die mich tief bewegt hat. Fast wähnte ich mich selbst in Südtirol und Italien und konnte das verbissene Schweigen der Menschen aber auch die Sonne auf meiner Haut spüren, als ich mit Paula in den Süden fuhr. Von mir gibt es mit fünf wohlverdienten Sternen die absolute Bestnote verbunden mit einer uneingeschränkten Leseempfehlung. „Töchter der verlorenen Heimat“ verbindet Geschichte mit Gefühlen und einem Tiefgang, der mich auf jeder Seite aufs Neue überraschte. Ich freue mich sehr auf weitere Lektüre aus der Feder Eva Grübls und werde mein Bücherregal bis dahin mit allen von mir bisher ungelesenen Büchern der Autorin füllen. Danke schön für ein Leseerlebnis der Extraklasse!

Veröffentlicht am 27.02.2026

Nichts für zarte Nerven ...

Warum sie sterben musste
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Der Kriminalroman „Warum sie sterben musste“ von Linn Lornsen weckte schon durch seinen interessanten Titel meine Neugier. Und „Warum sie sterben musste“ ist natürlich auch die Frage, der sich der Kommissar ...

Der Kriminalroman „Warum sie sterben musste“ von Linn Lornsen weckte schon durch seinen interessanten Titel meine Neugier. Und „Warum sie sterben musste“ ist natürlich auch die Frage, der sich der Kommissar – früherer Rechtsmediziner – Dr. Ivo Beddenbrook und seine Kollegin Cinzia Rix stellen müssen. „Sie“ ist die Abiturientin Carolin Hau, die während einer dramatischen Sturmflut erhängt an einem Brückenpfeiler tot im Wasser aufgefunden wird. Der damals verdächtigte Henrik, ein vermeintlicher Stalker Carolins, gerät schnell ins Visier der Ermittler, worauf er spurlos verschwindet. Fünfzehn Jahre später wird ebendieser Henrik selbst während einer Sturmflut ermordet im Wasser aufgefunden. Der damalige Fall wird wieder aufgerollt und mit Henriks Tod in Verbindung gebracht. Schnell werden Ungereimtheiten aufgedeckt, die die Ermittler im Dunkeln tappen lassen. Doch nach und nach verbinden sich die Puzzleteile zu einem großen Ganzen und dunkle Machenschaften kommen ans Tageslicht, die alle involvierten Parteien bald erschaudern lassen …

Die Autorin schafft es auf bewundernswerte Weise den Spannungsbogen durch den ganzen Roman hindurch hochzuhalten und ließ mich förmlich an den Seiten kleben. Zugegeben, es ist kein Buch, das man mal eben so nebenher weg lesen kann, denn die Vielzahl an Akteuren sowie die Handlungen, die auf einigen verschiedenen Zeitebenen stattfinden, verlangen ihrer Leserschaft einiges an Konzentration ab. Aber einmal eingetaucht, fand ich mich in einem atmosphärisch dichten Thriller wieder, den ich schwer aus der Hand legen konnte. Sehr zu meiner Freude informierte uns die Autorin in einer Leserunde bereits darüber, dass es einen weiteren Teil rund um das Ermittlerteam Beddenbrock und Rix geben wird, auf den ich mich heute schon freue. Nun möchte ich aber erstmal für diesen ersten Band mit fünf Sternen die wohlverdiente Bestnote vergeben und eine Empfehlung an alle Thriller Leser oder solche, die es werden wollen, aussprechen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.02.2026

Gnadenlose Ausbeutung verbunden mit einem mutigen Kampf dagegen ... Empfehlung!

Das Haus in Charlottenburg
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Mit dem neuesten Roman aus der Feder der Autorin Beate Sauer, die mir bereits durch ihre Fernsehschwestern-Trilogie bestens bekannt ist, darf ich mich diesmal auf eine etwas längere Zeitreise begeben. ...

Mit dem neuesten Roman aus der Feder der Autorin Beate Sauer, die mir bereits durch ihre Fernsehschwestern-Trilogie bestens bekannt ist, darf ich mich diesmal auf eine etwas längere Zeitreise begeben. Beim Aufschlagen des Buchs finde ich mich im späten 19. Jahrhundert wieder, und bin ganz überwältigt von dem Lärm und dem Gestank der Großstadt Berlin. Die Millionenstadt ist gerade im vorletzten Jahrhundert so sprunghaft angewachsen, dass die große Wohnungsnot eigentlich niemanden mehr überraschen kann. Auch die Protagonistin Elise, eine junge ehrgeizige Schneiderin, und ihre Familie sind davon betroffen, bekamen sie doch bereits am eigenen Leib zu spüren, was es heißt, einem skrupellosen Miethai zum Opfer zu fallen. Doch Elise kämpft für sich und ihre Familie, auch wenn sie in der Baronin Rienäcker eine gnadenlose Gegnerin hat, die sich zunächst als Gönnerin tarnt. Als sie schließlich den jungen Architekten Johann kennen und lieben lernt, wird auch ihre eigene Motivation entfacht, sich in der Immobilienbranche für mehr Gerechtigkeit einzusetzen. Noch ahnt sie nicht, wie mächtig ihre Gegner wirklich sind …

Beate Sauer schafft es mit ihrem Roman „Das Haus in Charlottenburg“ auch in mir den Gerechtigkeitssinn zu wecken. Gespannt hänge ich beim Lesen an den Lippen der guten und der bösen Charaktere und lassen mich entführen in eine vergangene Zeit. An der ein oder anderen Stelle hätte ich mir noch ein wenig mehr Informationen zum genossenschaftlichen Bauen gewünscht, dennoch möchte ich für diese spannende Story, die mich das Buch in Rekordzeit verschlingen ließ, mit fünf funkelnden Sternen die Bestnote vergeben. Es hat mir viel Spaß gemacht, in die Berliner Geschichte eintauchen zu dürfen und mit Elise und Johann durch die Berliner Gassen zu wandeln. Von mir gibt es eine dicke Empfehlung für das Buch, dem ich viele neugierige und interessierte Leser wünsche.

Veröffentlicht am 17.02.2026

Mit der Glasbläserei auf einer besonderen Zeitreise ....

Das Geheimnis der Glasmacherin
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Was für einen außergewöhnlichen Roman mir die Autorin Tracy Chevalier mir mit „Das Geheimnis der Glasmacherin doch präsentiert hat – ich bin ganz verzaubert in diese Geschichte.

Der Klappentext, den ich ...

Was für einen außergewöhnlichen Roman mir die Autorin Tracy Chevalier mir mit „Das Geheimnis der Glasmacherin doch präsentiert hat – ich bin ganz verzaubert in diese Geschichte.

Der Klappentext, den ich – ich gestehe – nur überflogen habe, machte mich glauben, dass es sich um eine Geschichte in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts handelt, die sich um eine junge Glasmacherin dreht. Weit gefehlt, denn sie ist so viel mehr! Sie beginnt tatsächlich im Jahr 1468 auf Murano und die Tochter des Glasmachermeisters steht bald im Mittelpunkt. Orsola, so heißt die junge Frau, kämpft nach dem unerwarteten Tod ihres Vaters um den Weiterbestand seines Betriebs und somit auch um das Überleben ihrer Familie. Obwohl es eigentlich den Männern vorbehalten ist als Glasbläser zu arbeiten, lernt sie heimlich die Perlenherstellung und trägt damit erheblich zur Rettung ihrer Familie bei …

So weit, so gut. Das wirklich Spannende an diesem Roman ist jedoch, dass Orsola zwar ganz normal älter und von ihren Lieben begleitet wird, gemeinsam machen sie jedoch eine Reise durch die Zeit und kommen schließlich in unserer eigenen Gegenwart an. Die Autorin lässt ihre Leserschaft in verschiedene Epochen Venedigs und Muranos eintauchen, lässt die Rossos unter anderem die Pest, Napoleons Herrschaft und sogar die Corona Pandemie überstehen, bis sie schließlich im hier und jetzt gelandet sind. Noch nie habe ich eine derartige Idee umgesetzt in Form einer spannenden Romanzeitreise gelesen und bin ganz begeistert! Der Roman ist eine Liebeserklärung an Murano, die Kunst der Glasbläserei und eine Hommage an mutige Frauen, die sich nicht durch Konventionen einschränken lassen. Tracy Chevalier hat mir viele aufregende Hörstunden geschenkt und dafür meiner Ansicht nach die absolute Bestnote verdient. In der venezianischen Sonne funkelnde fünf Sterne und eine absolute Lese- bzw. Hörempfehlung schenke ich ihr dafür. Sie ist wirklich eine sehr vielseitige und außergewöhnliche Autorin! Ich freue mich schon auf viele weitere Bücher von ihr.