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Veröffentlicht am 01.03.2026

Das Geheimnis von Neuwerk

Fünf Fremde
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An einem stürmischen Herbsttag legt die Fähre zur Nordseeinsel Neuwerk ab. Bevor die Passagiere nach der ungemütlichen Fahrt ihr Ziel erreichen, stürzt eine der Reisenden ins eiskalte Wasser. Glücklicherweise ...

An einem stürmischen Herbsttag legt die Fähre zur Nordseeinsel Neuwerk ab. Bevor die Passagiere nach der ungemütlichen Fahrt ihr Ziel erreichen, stürzt eine der Reisenden ins eiskalte Wasser. Glücklicherweise können ein beherzter Passagier und die Crew die Verunglückte vorm Ertrinken retten. Die turbulente Reise endet zur Erleichterung aller Beteiligten sicher im Hafen. Noch ahnt niemand, was fünf von ihnen auf der Insel erwartet.

Romy Fölck hat mit „Fünf Fremde“ einen atmosphärischen Thriller geschrieben, der über die übliche Verbrecherjagd hinausgeht. Mich hat die Erzählung weitgehend überzeugt und gut unterhalten.

Die beinah ertrunkene Journalistin Sinje Bianchi kommt nach Neuwerk, um einen lokalen Cold Case für ihr neues Buch zu nutzen. Kommissarin Annika Lindt hat gleich mehrere Gründe, ihre Heimatinsel zu besuchen. Da ist zum einen ihre Mutter Hedda, die immer weiter in die Demenz versinkt, dann der marode Zustand ihrer Ehe, die seit dem Auszug des Sohnes, einer WG ähnelt und schließlich ihre sich rapide verschlechternde Gesundheit. In dieser Situation besucht sie Charlotte, eine alte Freundin Heddas. Angeblich wurde sie schriftlich eingeladen. Aber Annikas Mutter kann schon lange keine Briefe mehr schreiben und doch scheint die Nachricht an Charlotte von Hedda zu stammen. Sie alle und zwei weitere Besucher sind mit dem grausamen Verbrechen verbunden, das zum spurlosen Verschwinden des dreizehnjährigen Janosch vor 30 Jahren führte. Noch weiß keiner, dass ihre Rückkehr akribisch und langfristig geplant wurde ...

Romy Fölcks Sprache ist flüssig und bildhaft, sie schafft es mühelos, eine zunehmend düstere Atmosphäre zu schaffen. Die klaustrophobe Lage wegen des Unwetters trägt dazu bei und lässt die Spannung mit jeder neuen Wendung steigen. Durch die Rückblicke ist zunehmend verständlich, worum es geht. Das Lokalkolorit ist gut in die Geschichte integriert.

„Fünf Fremde“ wird auf zwei Zeitebenen, 1995 und in der Gegenwart, erzählt. Die Perspektiven wechseln zwischen mehreren Personen, sodass die Ereignisse aus verschiedenen Blickwinkeln berichtet werden. Die Protagonisten agieren nachvollziehbar und erscheinen glaubwürdig. Fast jeder von ihnen verbirgt ein Geheimnis und keiner hat mit der Vergangenheit abgeschlossen. Nur die akribische Vorarbeit des Täters hat mich nicht in allen Teilen überzeugt, bspw. sind Medikamente selten optisch identisch.

Der Thriller, der mehr auf die Psyche abzielt, als blutig zu sein, hat mich gut unterhalten. Am Ende wird die Situation aufgeklärt, der Täter, den ich dieses Mal nicht erraten habe, wird entlarvt. Ich fand es sehr erkenntnisreich zu lesen, wie ein traumatisches Erlebnis alle Beteiligten und ihre Familien noch jahrzehntelang beeinflusst. Zurück bleibt ein schales Gefühl, das besagt, dass kein Cold Case jemals endgültig ungeklärt zu den Akten gelegt werden sollte.

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Veröffentlicht am 26.02.2026

Mord auf hoher See

Trügerisches La Rochelle
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Clément Chevalier verbringt seinen freien Samstag mit harter körperlicher Arbeit, denn er hilft seinem Schwager Bertrand beim Säubern und Wenden der schweren Austernsäcke. Doch bald stört sein Handy und ...

Clément Chevalier verbringt seinen freien Samstag mit harter körperlicher Arbeit, denn er hilft seinem Schwager Bertrand beim Säubern und Wenden der schweren Austernsäcke. Doch bald stört sein Handy und ruft ihn zu einem ungeklärten Todesfall. Der ungewöhnliche Schauplatz des möglichen Verbrechens: Das riesige Errichterschiff „Rochefort“, von dem aus Windräder installiert werden. Ein Schnellboot der Polizei bringt den Kommissar und sein Team zum Tatort, da Kommandant Vignaud Helikopterflüge nur im äußersten Notfall genehmigt. Das Ziel ist bald erreicht. Doch wie an Bord kommen? Mittels eines waghalsigen Manövers, das nur ein Teil seiner Kollegen mitmacht, gelangt Chevalier auf das Schiff, das nicht im Wasser liegt, sondern auf sechs hohen Stelzen steht. So schwierig wie der Tatort zu erreichen war, so kompliziert gestalten sich die Ermittlungen.

Jean-Claude Vinet schickt seinen Commissaire Chevalier im vierten Fall auf ein Installationsschiff für einen Offshore-Windpark. Der originelle Tatort verleiht dem Verbrechen eine zusätzliche Facette. Nachdem ich mich mit der Technik des überraschenden Settings vertraut gemacht hatte, ein Video erwies sich in meinem Fall als sehr hilfreich, wurde ich spannend unterhalten.

Wie kam der unbeliebte Sicherheitsbeauftragte Alain Poyet ums Leben? War es ein Unfall, Mord oder Totschlag? Der schwer erreichbare Schauplatz des Todesfalls birgt auch einen Vorteil: Schnell ist klar, dass nur einer der 73-köpfigen Besatzung an Bord der Täter sein kann, den Chevalier mittlerweile sucht. Denn Poyet starb nicht durch einen Unfall.

Die Sprache des Autors ist eingängig und facettenreich. Der Leser lernt nicht nur Aufbau und Funktion eines Installationsschiffes kennen, auch die Diskussion über die Vor- und Nachteile von Windkraft gegenüber Atomenergie und ihre Akzeptanz in der Bevölkerung werden thematisiert.

Die Charaktere sind für mich überzeugend. Da ich auch die anderen Fälle von Commissaire Chevalier gelesen habe, waren sie mir schon vertraut. Für Neueinsteiger in die Serie erweist sich das Namensverzeichnis am Ende des Krimis als hilfreich. Für sie wird der Start in die Reihe auch dadurch erleichtert, dass der Werdegang Chevaliers, seine Vergangenheit, seine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) sowie seine private Situation, kurz erklärt werden. Der Kommissar ist ein Familienmensch, der aber auch für sein Team da ist, hier für seine Kollegin Sophie und deren Sohn. Chevaliers Privatleben lockert die Ermittlungen auf, ohne dass es zu viel Raum einnimmt.

Die Tätersuche erweist sich schwierig trotz des abgeschotteten Schauplatzes. Verschiedene Verdächtige und Motive geraten in den Fokus der Ermittler und werden wieder verworfen. Die Überprüfung der Kameras vor Ort ist zeitaufwändig, aber wenig ergiebig und die Befragung der Crew erweist sich als zäh. Die misstraut Außenstehenden und hält zusammen. Der Arbeitgeber und Eigner der „Rochefort“ erweist sich als fragwürdig. Nicht nur wird versucht, das Gutachten zur Schuldfrage bei einem Arbeitsunfall massiv zu manipulieren, die Arbeiter werden auch ohne ihr Wissen ausgespäht

Am Ende wird der Fall gelöst, der für mich überraschende, aber durchaus überzeugende Mörder gefasst. Die Ermittlungen, die zu einem guten Teil, aber nicht nur, auf der „Rochefort“ stattfanden, haben mich gefesselt. Die Spannung blieb bis zum Abschluss der Ermittlungen bestehen. Das spezielle Setting und seine, für mich, bedrückende, düstere Atmosphäre tragen zum Reiz des Krimis entscheidend bei. Als Gegenpol wird das Lokalkolorit von La Rochelle, seine Bewohner, die schöne Landschaft, das leckere Essen etc. gut eingefangen. Ein paar Fragen am Rande bleiben offen, so zur geheimnisvollen Vergangenheit von Cléments Mutter oder zum fragwürdigen Umgang des unbeliebten Kommandanten Vignaud. Aber auch ohne diese Mini-Cliffhanger bliebe ich der Reihe weiterhin treu.

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Veröffentlicht am 20.02.2026

Mord ist ihr Hobby

Alpenmord und Almgedudel
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Die Brunners machen Urlaub im schönen Tirol. Die 4-köpfige Familie besteht aus Vater Franz, der als Allgemeinarzt arbeitet, der Lehrerin Brigitte und ihren Kindern, Max und Rebecca. Wie sie da aus ihrem ...

Die Brunners machen Urlaub im schönen Tirol. Die 4-köpfige Familie besteht aus Vater Franz, der als Allgemeinarzt arbeitet, der Lehrerin Brigitte und ihren Kindern, Max und Rebecca. Wie sie da aus ihrem nostalgischen VW-Oldtimerbus steigen, wirken sie wie das Klischee einer Musterfamilie. Dafür spricht auch, dass die sechzehnjährige Tochter und ihr zwei Jahre älterer Bruder die Ferien freiwillig mit den Eltern verbringen. Mit der Wahl des Quartiers hat Brigitte voll ins Schwarze getroffen, denn die Pension Mili entpuppt sich als wahres Idyll. Auch die Speckknödel der Pensionswirtin munden vorzüglich. Der anschließende Verdauungsspaziergang in die Tiefenbachklamm offenbart eine wunderschöne Landschaft, die zur Erholung einlädt. Alles ist einfach perfekt - bis auf die Leiche, die mausetot am Fuß der Schlucht liegt.

Was anderen den Urlaub gründlich vermiesen würde, lässt diese Familie aufblühen. Wie wir erfahren, interessieren sich alle vier sehr für Mord. Das geht vom Erfinden skurriler Todesfälle als Ratespiel bis hin zum Nachspielen von Verbrechen im Rahmen eines Krimidinners. Sozusagen als Experten zweifeln die Brunners das Urteil der Polizei - bedauerlicher Unfall! - an. Fallstudien mit einem selbstgebauten Dummy bestätigen ihre These: Der Tote in der Tiefenbachklamm wurde ermordet! Bedauerlicherweise interessiert sich die Polizei nicht im Geringsten für die Erkenntnisse der „verrückten Wiener.“ Was bleibt ihnen also übrig?

Was jetzt folgt, ist ein wahres Feuerwerk an taktischen Ermittlungsschritten. Dabei scheut Familie Brunner kein Opfer. Ob der Umzug von der kuschligen Pension ins sterile Luxushotel eines Verdächtigen oder die erste Teilnahme an einer Demonstration, die Wiener Amateurermittler sind dabei. Tatsächlich wird ihre Liste an möglichen Motiven und Tätern schnell länger, was zu teilweise skurrilem, aber immer kreativem Vorgehen führt. Wirklich erstaunlich, was die Brunners alles ans Licht bringen. Leider geraten unsere Spürnasen durch ihre Beharrlichkeit in tödliche Gefahr. Ein rasanter Showdown zu ihrer Rettung beginnt. Werden die Brunners überleben?

Der Autor Tim Eckhaus hat die Gruppe der Amateurdetektive um eine toughe Familie erweitert, deren Fähigkeiten sich trefflich ergänzen. Vater Franz bringt die anatomischen Fachkenntnisse mit, während Mutter Brigitte einen McGyver dank ihrer handwerklichen Fähigkeiten alt aussehen lässt. Sohn Max ist für die Sparten Sport und Charme zuständig und Tochter Rebecca punktet als menschliche „Wikipedia“. Eckhaus schreibt flüssig und humorvoll. Als Österreicher kennt er die Vorbehalte seiner Landsleute gegenüber den Einwohner ihrer Hauptstadt und spart nicht an entsprechenden Spitzen. Auch das Lokalkolorit kommt nicht zu kurz. Die schöne Landschaft und die köstliche einheimische Küche werden ausdrücklich gewürdigt.

Am Ende werden unsere Hobbyermittler aus ihrer misslichen Lage befreit und der Täter gefasst. Bis zum Schluss hat mich dieser Cosy Crime vergnüglich und kurzweilig unterhalten. Der Krimi kommt mit erfreulich wenig Gewalt aus und ist trotzdem spannend. Da „Alpenmord und Almgedudel“ der Auftaktband für eine neue Reihe ist, kann ich mich auf das nächste Abenteuer der Brunners freuen. Ich bin schon gespannt, in welche landschaftlich schöne Region mich Tim Eckhaus dann entführt.

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Veröffentlicht am 18.02.2026

So geht Krimi ...

Die Witwe
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Gerade noch kämpft Detective Sergeant Washington Poe vor Gericht um sein Heim, eine Schäferhütte in Herdwick Croft, als er plötzlich zu einem dringenden Fall gerufen wird. Ein Hubschrauberpilot, der beim ...

Gerade noch kämpft Detective Sergeant Washington Poe vor Gericht um sein Heim, eine Schäferhütte in Herdwick Croft, als er plötzlich zu einem dringenden Fall gerufen wird. Ein Hubschrauberpilot, der beim bevorstehenden internationalen Handelsgipfel akkreditiert war, wurde brutal in einem geheimen Bordell in Carlisle ermordet. Ein Fall, der so gar nicht in Poes Aufgabenbereich passt. An seiner Seite ermittelt, wie gewohnt, die Analytikerin Tilly Bradshaw. Bald ergänzt die toughe FBI-Agentin Melanie Lee, die den Sicherheitsstandard für den kommenden Gipfel überprüfen soll, das Team. Während der DS noch die Lage analysiert, stellt sich heraus, dass auch der MI 5 bei diesem Fall mitspielt. Wie immer, wenn Geheimdienste involviert sind, ist alles viel komplizierter als zunächst vermutet.

„Die Witwe“ ist der vierte Fall, in dem der britische Autor M. W. Craven sein Team DS Poe und Tilly Bradshaw ermitteln lässt. Auch dieses Verbrechen erweist sich als so vielschichtig wie seine drei Vorgänger. Nichts ist hier so, wie es vordergründig aussieht oder erwartet wird.

Es ist zum Verzweifeln. Niemand weiß, wie der Tote an den Tatort gekommen ist. Wieso war ihm, dem Ortsfremden, diese sehr diskrete Location überhaupt bekannt? Auch als Poe eine Unregelmäßigkeit am Schauplatz des Mordes auffällt, was Konsequenzen nach sich zieht, und der MI 5 endlich mit ein paar Informationen herausrückt, bringt das die Ermittlungen nicht entscheidend weiter. Einmal mehr ist es Tilly, die auf Zusammenhänge stößt, die sonst niemand entdeckt hätte. Indem sie Schicht um Schicht des Falls wie bei einer Zwiebel ablösen, gelangen Poe und seine Kollegin schließlich bis zu den Hintergründen des aktuellen Verbrechens. Die Spur führt in die Vergangenheit, zum Krieg in Afghanistan. Trotz aller Behinderungen, einiger Finten und mehreren raffinierten Manövern kann Poe den Täter stellen. Aber ist er wirklich derjenige, der die Strippen zieht?

Cravens Charaktere konnten mich einmal mehr überzeugen. Der sture DS Poe erweist sich erneut als schwieriger Untergebener, der große Probleme mit Verboten und Machtspielen hat. „Ein Ausgestoßener, aber zu nützlich, um ihn abzuschaffen.“ So sieht er sich und darin ähnelt er der FBI-Agentin Lee. Einmal mehr kann er sich auf die hochintelligente Tilly verlassen, die ein Computergenie und eine hundertprozentig loyale Kollegin, ja Freundin, ist. Allmählich entwickelt sie mehr soziale Kompetenz und falls es schwierig für sie wird, greift Poe ein. DI Flynn fehlt dieses Mal leider und die von mir sehr geschätzte Rechtsmedizinerin Estelle Doyle treffen wir nur kurz. Der Geheimdienstchef Alastar Locke entspricht den Vorstellungen und schafft es dennoch, Poe zu verblüffen.

Craven schreibt flüssig und lässt immer wieder den trockenen britischen Humor aufblitzen. Der für diesen Fall wichtige militärische Hintergrund und das entsprechende Vokabular erscheint zunächst gewöhnungsbedürftig, wird aber gut erklärt. Was auch dem Umstand geschuldet sein mag, dass der Autor selbst 10 Jahre lang in der Britischen Armee war.

Bei diesem Fall ist die Ausgangslage anders als bei seinen Vorgängern. Hier wird kein Serienmörder gejagt, sondern vordergründig soll gesichert werden, dass der geplante internationale Gipfel gefahrlos stattfinden kann. Als Poe und Bradshaw eine Spur in eine ganz andere Richtung verfolgen, schaltet sich prompt der Geheimdienst ein. Letztlich wird der Fall trotzdem aufgeklärt. Die Geschichte entwickelt sich in eine völlig andere Richtung als ich ursprünglich erwartet habe. Für mich war es spannend zu lesen, was Tilly und der Täter an technischen Tricks und Knowhow drauf haben. Obwohl ich kein PC Analphabet wie Poe bin, gab es für mich einiges Neues zu entdecken. Der Spannungsbogen hält bis zuletzt und sorgt für fesselnde Unterhaltung. Poe macht in seiner persönlichen Agenda in der „Witwe“ kaum Fortschritte. Allerdings könnte sich ein neu gewonnener Kontakt künftig als nützlich erweisen.

Ich bin inzwischen ein großer Fan der Poe-Reihe von M. W. Craven und wurde auch dieses Mal nicht enttäuscht und anregend unterhalten. Allerdings hätte ich mir einen anderen Buchtitel gewünscht, der dem Original „Dead Ground“ näher kommt.


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Veröffentlicht am 17.02.2026

Kann Eyra siegen?

Die Prinzen des Winters
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Mit "Eisfeuer-Die Prinzen des Winters" dem 5. Teil ihrer Reihe, läutet K. T. Steen das spannende Finale ihrer Saga ein. Die Gefährten wollen Eyras Plan zur Befreiung Estraoras erfolgreich umsetzen. Doch ...

Mit "Eisfeuer-Die Prinzen des Winters" dem 5. Teil ihrer Reihe, läutet K. T. Steen das spannende Finale ihrer Saga ein. Die Gefährten wollen Eyras Plan zur Befreiung Estraoras erfolgreich umsetzen. Doch dabei haben sie ihre Rechnung ohne die Götter gemacht ... Schon nach wenigen Seiten war ich wieder mitten im Geschehen und wurde von der facettenreichen Handlung bis zur letzten Seite gefesselt.

Während Eyra weiterhin den Krieg gegen die Schneeelfen vorbereitet, um ihren Schwur zu halten und Emberis, den Gott der Feuerwesen zu täuschen, begeben sich Lazar, seine Brüder, Patricia und Eyras Schwester Fayette auf den beschwerlichen Weg zur Quelle der Magie. Ihr Plan ist unverändert, sie wollen die Edelsteine vernichten und damit die Kontrolle von Emberis, Nevalis, Reena und Veridion über die Völker brechen. Nur so können sie ihre Welt Estraora befreien und für dauerhaften Frieden sorgen. Über der gefährlichen Expedition schwebt unheilvoll die finstere Prophezeiung von Madame Moryena, dass die Zerstörung der Edelsteine die Leben der drei Eisprinzen kosten wird. Doch von wem stammt diese schreckliche Drohung? Von guten oder bösen Kräften? Trotz der möglichen Todesgefahr reisen die Gefährten unbeirrt ihrem Schicksal entgegen. Werden sie ihr Leben riskieren? Oder gibt es eine Alternative?

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive von Eyra, Fayette und Patricia erzählt. Die häufigen Wechsel vergrößern den Blickwinkel und erhöhen zusätzlich die Spannung. K. T. Steen schreibt gewohnt flüssig, bilderreich, gelegentlich humorvoll und immer fantasievoll. Sie schafft stets eine Atmosphäre, die den Lesenden berührt. Mal düster, mal gefährlich oder emotional, aber immer fesselnd. Manche Wendungen sind weniger überraschend, doch dann folgen wieder unvorhersehbare Entwicklungen, sodass niemals Langeweile oder auch nur Gewöhnung auftritt.

Der rasante Showdown erweist sich als finales Highlight. Meine Erwartungen an das Ende der Geschichte wurden mehr als erfüllt. Sie ist ein würdiger Abschluss für den Kampf um den Frieden und die Freiheit von Estraora.

Ich bin begeistert von der vielgesichtigen, diversen, farbenfrohen und fantastischen Welt, die K.T. Steen mit Mirilor geschaffen hat. Die spannenden Abenteuer, die die Protagonisten meistern mussten, haben mich durchweg gut unterhalten. Lediglich ein paar kleine Längen im Mittelteil … aber das ist Jammern auf höchstem Niveau. Insgesamt ist die Eisfeuer-Saga ein Feuerwerk aus Magie, Freundschaft, Abenteuer und Romantik.

Ich bin sehr gespannt, welche Geschichte uns die Autorin als nächste aus der Welt von Mirilor erzählen wird. Im Nachwort weist sie darauf hin, dass sie ein paar „Ostereier“ in der Reihe versteckt hat. Sehr gut! Ich bin schon gespannt darauf. Sehr gern würde ich meine Lieblinge aus der Saga, die possierliche Schneeamsel Theo und den brummigen Drachen Belgor wieder treffen.
4,5 von 5 Sternen

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