Nichts für meine schwachen Nerven!
Das Beste sind die Augen"Das Beste sind die Augen" handelt von der Studentin Ji-won, deren Vater die Familie verlässt, weshalb ihre Mutter sich einen neuen Mann sucht. Dieser heißt George und ist absolut widerlich. Er fetischisiert ...
"Das Beste sind die Augen" handelt von der Studentin Ji-won, deren Vater die Familie verlässt, weshalb ihre Mutter sich einen neuen Mann sucht. Dieser heißt George und ist absolut widerlich. Er fetischisiert Ji-won, ihre Schwester und ihre Mutter, was einfach nur furchtbar zu lesen ist. Und dann ist da noch Ji-wons Kommilitone Geoffrey, ein perfomative male, wie es im Buche steht, der sich zu einem richtigen Psychopathen entwickelt. Weil all das viel zu viel wird und Ji-won sich ständig Georges Blick ausgesetzt fühlt, entwickelt sie obsessive Gewaltfantasien, in denen sie seine blauen Augen verspeist. Nach und nach eskaliert sie völlig...
Ich mag female rage und weird girl fiction eigentlich sehr gerne, aber hier war mir das alles too much. Jede Figur in dieser Geschichte ist absolut furchtbar und niemand macht in irgendeiner Weise eine Charakterentwicklung durch. Ich mag Bücher, in denen Frauen langsam den Verstand verlieren, aber bei Ji-won habe ich nicht das Gefühl, dass das ein Prozess ist, dessen sie sich bewusst ist. Ich verstehe, woher Ji-wons Gewaltfantasien kommen, kann sie nachvollziehen und fand sie an manchen Stellen angebracht (was ihrer Familie angetan wird, ist wirklich furchtbar), jedoch gingen sie mir zu weit. Auch die Auflösung am Ende hat mir nicht gefallen. Hinzu kommen die Body-Horror/Kannibalismus Aspekte. Es wird sehr detailliert beschrieben, wie Ji-won Augen isst, wie sie sich im Mund anfühlen und wie sie schmecken, was ich sehr eklig und Übelkeit erregend fand.
Alles in allem habe ich mich beim Lesen des Buches sehr unwohl gefühlt, trotz der Tatsache, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte (diese Sogwirkung hat dafür gesorgt, dass ich es nicht abgebrochen habe). Das Buch behandelt ein wichtiges Thema, nämlich die Fetischisierung von ostasiatischen Frauen und Klassismus, allerdings werden diese schweren Themen in eine noch schwerere Handlung eingewoben. "Das Beste sind die Augen" war daher nichts für meine schwachen Nerven, was ich anhand des Klappentextes und des Covers eigentlich hätte wissen können (aber ich war halt doch neugierig). Ich kann mir allerdings vorstellen, dass Horrorfans hier voll auf ihre Kosten kommen.