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Veröffentlicht am 22.02.2026

Nichts für meine schwachen Nerven!

Das Beste sind die Augen
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"Das Beste sind die Augen" handelt von der Studentin Ji-won, deren Vater die Familie verlässt, weshalb ihre Mutter sich einen neuen Mann sucht. Dieser heißt George und ist absolut widerlich. Er fetischisiert ...

"Das Beste sind die Augen" handelt von der Studentin Ji-won, deren Vater die Familie verlässt, weshalb ihre Mutter sich einen neuen Mann sucht. Dieser heißt George und ist absolut widerlich. Er fetischisiert Ji-won, ihre Schwester und ihre Mutter, was einfach nur furchtbar zu lesen ist. Und dann ist da noch Ji-wons Kommilitone Geoffrey, ein perfomative male, wie es im Buche steht, der sich zu einem richtigen Psychopathen entwickelt. Weil all das viel zu viel wird und Ji-won sich ständig Georges Blick ausgesetzt fühlt, entwickelt sie obsessive Gewaltfantasien, in denen sie seine blauen Augen verspeist. Nach und nach eskaliert sie völlig...

Ich mag female rage und weird girl fiction eigentlich sehr gerne, aber hier war mir das alles too much. Jede Figur in dieser Geschichte ist absolut furchtbar und niemand macht in irgendeiner Weise eine Charakterentwicklung durch. Ich mag Bücher, in denen Frauen langsam den Verstand verlieren, aber bei Ji-won habe ich nicht das Gefühl, dass das ein Prozess ist, dessen sie sich bewusst ist. Ich verstehe, woher Ji-wons Gewaltfantasien kommen, kann sie nachvollziehen und fand sie an manchen Stellen angebracht (was ihrer Familie angetan wird, ist wirklich furchtbar), jedoch gingen sie mir zu weit. Auch die Auflösung am Ende hat mir nicht gefallen. Hinzu kommen die Body-Horror/Kannibalismus Aspekte. Es wird sehr detailliert beschrieben, wie Ji-won Augen isst, wie sie sich im Mund anfühlen und wie sie schmecken, was ich sehr eklig und Übelkeit erregend fand.

Alles in allem habe ich mich beim Lesen des Buches sehr unwohl gefühlt, trotz der Tatsache, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte (diese Sogwirkung hat dafür gesorgt, dass ich es nicht abgebrochen habe). Das Buch behandelt ein wichtiges Thema, nämlich die Fetischisierung von ostasiatischen Frauen und Klassismus, allerdings werden diese schweren Themen in eine noch schwerere Handlung eingewoben. "Das Beste sind die Augen" war daher nichts für meine schwachen Nerven, was ich anhand des Klappentextes und des Covers eigentlich hätte wissen können (aber ich war halt doch neugierig). Ich kann mir allerdings vorstellen, dass Horrorfans hier voll auf ihre Kosten kommen.

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Veröffentlicht am 22.03.2024

Sehr oberflächlich…

Promised - Die zwei Königreiche
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Einige Wendungen haben mir gut gefallen, aber im großen Ganzen ist dieses Buch sehr vorhersehbar und das nicht auf die gute Art. Die Handlung wirkt sehr konstruiert, gekünstelt und nicht wirklich logisch. ...

Einige Wendungen haben mir gut gefallen, aber im großen Ganzen ist dieses Buch sehr vorhersehbar und das nicht auf die gute Art. Die Handlung wirkt sehr konstruiert, gekünstelt und nicht wirklich logisch. Dazu kommen dann eindimensionale Charaktere, zu denen ich keine Emotionen hab, sie waren mir schlichtweg gleichgültig. Das fand ich schade, weil die Charaktere normalerweise das sind, was mich am Lesen hält, mit denen ich mitfühlen will. Stellenweise haben sie sich auch einfach nur peinlich verhalten und ich hatte einen großen Cringe-Faktor beim Lesen. Leider gar nicht meins. Das Ende erscheint mir logisch und ich finde es sehr gut, es wurde jedoch künstlich hinausgezögert.

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Veröffentlicht am 19.03.2026

Verstörende Darstellung des Male Gaze

Die Selbstmord-Schwestern
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Ich habe dieses Buch gelesen, weil ich Weird Girl Fiction mag und „Die Selbstmord-Schwestern“ als Klassiker in diesem Bereich ist. Das kann ich leider nicht nachvollziehen. Die Lektüre hat mich zwar gefesselt, ...

Ich habe dieses Buch gelesen, weil ich Weird Girl Fiction mag und „Die Selbstmord-Schwestern“ als Klassiker in diesem Bereich ist. Das kann ich leider nicht nachvollziehen. Die Lektüre hat mich zwar gefesselt, mir aber überhaupt nicht gefallen.

Wir begleiten die fünf Lisbon Schwestern durch das „Jahr der Selbstmorde“, in dem nacheinander alle fünf Teenagerinnen Suizid begehen. Erzählt wird diese Geschichte aus der Sicht der Nachbarsjungen, die diese armen Mädchen obsessiv stalken. Das war extrem widerlich. Zu keinem Zeitpunkt wurde sich ernsthaft mit dem Leid der Lisbon Schwestern befasst, sondern es ging die ganze Zeit nur um die Faszination dieser Jungen. Es geht nicht um die Schwestern als Menschen, sondern nur um sie als begehrenswerte Objekte, deren Leid fetischisiert wird. Dieser male gaze, der dazu beiträgt, dass sich die Schwestern für den Suizid entscheiden, hat mich sehr wütend gemacht, aber vermutlich ist er auch bezeichnend für die Gesellschaft.

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