Ein fesselnder Pageturner mit Urlaubsfeeling
Die FincaInhalt: Seit ein paar Monaten arbeitet Rosi als Haussitterin: Sie fliegt um den Globus, passt auf Häuser der abwesenden Eigentümer auf und schreibt dabei Texte über die bereisten Orte. Doch bei ihrem aktuellen ...
Inhalt: Seit ein paar Monaten arbeitet Rosi als Haussitterin: Sie fliegt um den Globus, passt auf Häuser der abwesenden Eigentümer auf und schreibt dabei Texte über die bereisten Orte. Doch bei ihrem aktuellen Job ist etwas schief gelaufen: Es erwarten sie dort nicht die Eigentümer, sondern Fabian, ein junger Mann, der behauptet, ebenfalls als Haussitter engagiert worden zu sein. Da keiner von den beiden das Feld räumen möchte, ziehen sie wohl oder übel gemeinsam ein - auch wenn sie sich gegenseitig nicht so wirklich geheuer sind. Als Rosi nachts Geräusche hört und Fabian schwört, dass diese nicht von ihm stammen, ahnt sie, dass irgendetwas mit der Vinca nicht stimmt…
Persönliche Meinung: “Die Vinca” ist ein Thriller von Kirsten Nähle. Er spielt auf Mallorca, sodass - bei aller Spannung - auch stellenweise Urlaubsfeeling aufkommt. Erzählt wird die Handlung wechselweise aus den beiden personalen Perspektiven der Haussitter Rosi und Fabian, die mit ihren Gefühlen und Eigenheiten lebendig dargestellt werden. Spannung entsteht innerhalb der Handlung direkt auf mehreren Ebenen: So beginnt der Thriller zunächst mit einem rätselhaften Prolog, in der eine “Sie” von einer ihr bekannten Person festgehalten wird - wobei lange offen ist, wer die im Prolog auftretenden Figuren sind. Die Haupthandlung um Rosi und Fabian in der Vinca changiert zwischen Kammer- und Vexierspiel, bei dem man als Lesender nie so genau weiß, wem man tatsächlich trauen kann. Was die beiden Figuren umtreibt und welche Geheimnisse sie verbergen, wird dabei in einem sehr schönen Tempo entfaltet. Dazu kommt noch ein weiterer Spannungsmoment: Früh wird klar, dass Rosi und Fabian nicht die Einzigen sind, die Zugang zur Villa haben. Durch diese drei Aspekte ist die Spannungskurve in “Die Vinca” permanent hoch, sodass man den Thriller kaum beiseite legen kann (dazu trägt übrigens auch der sehr flüssig zu lesende und anschauliche Schreibstil von Kirsten Nähle bei). Bei aller Spannung kommt allerdings auch die Ernsthaftigkeit nicht zu kurz. Ohne zu viel spoilern zu wollen: Im Laufe der Handlung werden mehrere wichtige Themen berührt, die die Gegenwartsgesellschaft umtreibt. Insgesamt ist “Die Vinca” ein fesselnder Pageturner - perfekt als Strand- oder Poollektüre, wenn es im Urlaub mal nervenaufreibender zugehen soll.