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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.02.2026

Seltsam ehrlich, herzzerreißend echt!

Seltsame Sally Diamond
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𝐖𝐎𝐑𝐔𝐌 𝐆𝐄𝐇𝐓 𝐄𝐒?
Was würdest du tun, wenn dein Vater stirbt und seine letzten Worte lauten: „Bring mich einfach mit dem Müll raus“?
Für Sally Diamond ist die Antwort klar:
Sie tut genau das.
Sally ist anders, ...

𝐖𝐎𝐑𝐔𝐌 𝐆𝐄𝐇𝐓 𝐄𝐒?
Was würdest du tun, wenn dein Vater stirbt und seine letzten Worte lauten: „Bring mich einfach mit dem Müll raus“?
Für Sally Diamond ist die Antwort klar:
Sie tut genau das.
Sally ist anders, sie nimmt alles wörtlich, versteht weder Sarkasmus noch Ironie und lebt in einer Welt, in der die Zwischentöne der Menschen für sie oft ein unlösbares Rätsel darstellen.
Doch der Tod ihres Vaters ist erst der Anfang eines emotionalen Erdbebens.
Als die Polizei vor der Tür steht und die Medien sich auf die „seltsame“ Frau stürzen, beginnt eine Reise in eine Vergangenheit, die dunkler und grausamer ist, als Sally es sich in ihren kühnsten Träumen hätte vorstellen können.
Ein Roman über Identität, tiefsitzende Traumata und die Frage, ob man jemals wirklich frei von seiner Kindheit sein kann.

𝐖𝐀𝐒 𝐌𝐈𝐑 𝐆𝐔𝐓 𝐆𝐄𝐅𝐈𝐄𝐋:
• Sprachliches Chamäleon: Der Schreibstil ist nicht nur super leichtfüßig und flüssig, er passt sich auch perfekt dem jeweiligen Charakter an.
• Sally: Ihre neurodiversen Züge sind so authentisch und sympathisch gezeichnet, dass man sie sofort ins Herz schließt. Oft dachte ich: „Hach, es müsste mehr Menschen geben, die ihr Herz so trocken auf der Zunge tragen.“ Sie ist einfach sie selbst, mit all ihren Stärken und Schwächen, ganz ohne den Hintergedanken, wie andere das werten könnten. Diese Unmittelbarkeit ist einfach herrlich ehrlich.
• Wichtige Repräsentation: Es war so spannend, einen authentischen Einblick in ein Leben auf dem autistischen Spektrum zu bekommen.
• Ehrliche Trauma-Bewältigung: Das Buch beschönigt nichts. Es zeigt schmerzhaft real, dass Trauma nicht aufhört, nur weil das akute Grauen vorbei ist. Wie Kindheitserfahrungen die Identität und das Vertrauen bis ins Erwachsenenalter prägen, ist hier meisterhaft und tiefgründig aufgearbeitet.
• Bittersüße Realität: Auch wenn das Ende mich zwiegespalten zurücklässt, fand ich es stark, dass kein künstliches "Friede-Freude-Eierkuchen-Finale" erzwungen wurde.
Die Botschaft ist klar: Trauma prägt Leben, aber Vertrauen ist lernbar.

𝐖𝐀𝐒 𝐌𝐈𝐑 𝐖𝐄𝐍𝐈𝐆𝐄𝐑 𝐆𝐔𝐓 𝐆𝐄𝐅𝐈𝐄𝐋:
• Ernüchternder Realismus: So authentisch das Ende auch ist, es ist eben auch hart und bedrückend. Als Leser hofft man immer auf das perfekte Happy End für alle, aber das Leben schreibt leider oft andere Geschichten.
• Der Hype-Fluch: Durch die extremen Lobeshymnen im Netz waren meine Erwartungen gigantisch. Es war für mich zwar ein wirklich gutes Buch, aber vielleicht bin ich durch andere, noch belastendere Lektüre schon etwas zu abgehärtet, um es als mein persönliches „Lebenshighlight“ zu bezeichnen.

𝐅𝐀𝐙𝐈𝐓:
Eine absolute Leseempfehlung mit 4,25 von 5 Sternen!
Wer „awkward“ Charaktere liebt und einen tiefgründigen Blick hinter die Kulissen menschlicher Traumata werfen will, kommt an dieser Geschichte nicht vorbei.
Besonders Fans von psychologisch dichten Romanen, die eine authentische und ungeschönte Stimme suchen, werden Sally Diamond lieben.

  • Einzelne Kategorien
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  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.02.2026

Thriller-Pflichtlektüre - Old but Gold

Die Blutlinie
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𝐖𝐎𝐑𝐔𝐌 𝐆𝐄𝐇𝐓 𝐄𝐒?
In „Die Blutlinie“ geht es um die FBI-Agentin Smoky Barrett, die nach einem schweren persönlichen Schicksalsschlag zurück in den Dienst kehrt.
Ihre beste Freundin wurde grausam ermordet ...

𝐖𝐎𝐑𝐔𝐌 𝐆𝐄𝐇𝐓 𝐄𝐒?
In „Die Blutlinie“ geht es um die FBI-Agentin Smoky Barrett, die nach einem schweren persönlichen Schicksalsschlag zurück in den Dienst kehrt.
Ihre beste Freundin wurde grausam ermordet und der Täter, der sich selbst „Jack Junior“ nennt, behauptet, ein direkter Nachfahre von Jack the Ripper zu sein.
Er beginnt ein krankes Spiel mit Smoky, bei dem sie an ihre absoluten Grenzen gehen muss, um ihn und seine „Blutlinie“ zu stoppen.

𝐖𝐀𝐒 𝐌𝐈𝐑 𝐆𝐔𝐓 𝐆𝐄𝐅𝐈𝐄𝐋:
• Die Ich-Perspektive: Das hat mir hier richtig gut gefallen, man fühlt sich durch die tiefen Einblicke in Smokys Gedankenwelt, als wäre man mittendrin im Geschehen.
• Der Spannungsaufbau: Es dauerte nicht lange, bis es spannend wurde, denn schon am Anfang wird man direkt in das blutige Geschehen reingerissen. Gänsehaut pur!
• Der Einstieg: Man braucht nicht erst 100 Seiten oder mehr, bis es losgeht, was den Lesefluss extrem steigert.

𝐖𝐀𝐒 𝐌𝐈𝐑 𝐖𝐄𝐍𝐈𝐆𝐄𝐑 𝐆𝐔𝐓 𝐆𝐄𝐅𝐈𝐄𝐋:
• Hier gibt es eigentlich kaum etwas auszusetzen, außer dass man für diesen Thriller definitiv starke Nerven braucht, da er sehr intensiv und stellenweise wirklich brutal ist.

𝐅𝐀𝐙𝐈𝐓:
Muss man gelesen haben!
Ich kann mir vorstellen, dass sich dieses Buch perfekt für eine Leseflaute eignet, da es sofort packend ist.
Eine klare Empfehlung für alle Thriller-Fans, die es gerne etwas härter mögen.
Ich bin gespannt auf die weiteren Bände der Reihe um Smoky Barrett.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.06.2026

Stell dir vor, dein schlimmster Fall beginnt von vorne.

Der Kruzifix-Killer (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller 1)
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𝐖𝐎𝐑𝐔𝐌 𝐆𝐄𝐇𝐓 𝐄𝐒?
Ein Serienkiller wird gefasst, verurteilt und hingerichtet.
Fall abgeschlossen, oder?
Was aber, wenn Jahre später plötzlich eine Leiche auftaucht, die alle Merkmale seiner grausamen Handschrift ...

𝐖𝐎𝐑𝐔𝐌 𝐆𝐄𝐇𝐓 𝐄𝐒?
Ein Serienkiller wird gefasst, verurteilt und hingerichtet.
Fall abgeschlossen, oder?
Was aber, wenn Jahre später plötzlich eine Leiche auftaucht, die alle Merkmale seiner grausamen Handschrift trägt.
Für Robert Hunter bedeutet das nicht nur die Jagd auf einen brutalen Mörder, sondern auch die Konfrontation mit einem Fall, den er längst abgeschlossen glaubte.
Denn wie soll man jemanden jagen, der eigentlich tot sein müsste?

𝐖𝐀𝐒 𝐌𝐈𝐑 𝐆𝐔𝐓 𝐆𝐄𝐅𝐈𝐄𝐋:
• Packender Einstieg: Schon die ersten Seiten haben mich komplett abgeholt. Die Entführungsszene rund um Garcia sorgt sofort für Nervenkitzel und wirft mehr Fragen auf, als sie beantwortet. Genau so muss für mich ein Thriller beginnen, keine langen Vorreden, sondern direkt mitten hinein ins Geschehen.
• Dynamisches Ermittler-Duo: Die Chemie zwischen dem unnahbaren, von Schlaflosigkeit geplagten Profiler Hunter und dem dynamischen Familienmensch Garcia geben der Story genau den richtigen Vibe. Der Austausch der beiden bietet einen perfekten Gegenpol zur ansonsten extrem düsteren Story.
• Schonungslos und intensiv: Chris Carter hält sich mit Details nicht zurück. Die Verbrechen sind brutal, verstörend und teilweise wirklich schwer zu ertragen. Genau das sorgt aber auch für ein intensives Kopfkino und macht die Bedrohung des Killers jederzeit greifbar.
• Spürbare Fachkenntnis: Man merkt, dass Carter weiß, worüber er schreibt. Die Ermittlungen, die psychologische Tiefe und die detailreiche Fallarbeit wirken so authentisch, dass die Geschichte noch viel glaubwürdiger und bedrückender wird.

𝐖𝐀𝐒 𝐌𝐈𝐑 𝐖𝐄𝐍𝐈𝐆𝐄𝐑 𝐆𝐔𝐓 𝐆𝐄𝐅𝐈𝐄𝐋:
• Die Frauen-Frage: Mal ehrlich, wo sind sie? In diesem Buch tauchen Frauen fast ausschließlich als Opfer, als Angehörige oder in Verbindung mit Prostitution auf. Keine Ermittlerin, keine Gerichtsmedizinerin, keine Polizeichefin. Das hat mich in einem modernen Thriller wirklich gestört.
• Der Täter aus dem Nirgendwo: Das ist schwer zu erklären ohne zu spoilern, aber ich versuch es trotzdem. Chris Carter nimmt sich viel Zeit zig Verdächtige bis ins kleinste Detail zu durchleuchten, nur um am Ende jemanden aus dem Hut zu zaubern, auf den man schlicht nicht kommen konnte, nicht weil der Twist so clever ist, sondern weil die entscheidenden Puzzleteile nie wirklich auf dem Tisch lagen. Wenn man als Leser gar keine echte Chance hat selbst auf die Lösung zu kommen, fühlt sich das am Ende leider ein bisschen unbefriedigend an. Grundsätzlich liebe ich Enden, die mich überraschen, aber nur, wenn ich danach zurückblättern kann und denke: "Natürlich, das war doch die ganze Zeit da!" Hier blätterte ich zurück und dachte nur: "Wann war das nochmal?"

𝐅𝐀𝐙𝐈𝐓:
Alles in allem ist "Der Kruzifix-Killer" für mich ein solider und lesenswerter Thriller, auch wenn der riesige Hype um das Buch vielleicht ein kleines bisschen übertrieben ist.
Wer zarte Nerven hat, sollte wegen der extremen Brutalität definitiv Abstand nehmen, aber für Fans von harter, psychologischer Kost ist dieser Reihenauftakt ein echter Pflichttitel, vor allem um die Hintergründe und das Kennenlernen von Hunter und Garcia von Anfang an mitzuerleben.
Trotz der ärgerlichen Schwächen bei der Auflösung und den fehlenden weiblichen Figuren bin ich dennoch gespannt auf die Folgebände, die ja angeblich noch besser werden sollen.

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Veröffentlicht am 02.06.2026

Wo die Insel schweigt, spricht die Vergangenheit

Vega Varg – Das Schweigen der Insel
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𝐖𝐎𝐑𝐔𝐌 𝐆𝐄𝐇𝐓 𝐄𝐒?
Ein vermeintlich harmloser Teambuilding-Trip im Schärengarten wird zum absoluten Horrortrip, als eine Osloer Maklergruppe über eine grausam zugerichtete Leiche stolpert.
Tot, mit verrenktem ...

𝐖𝐎𝐑𝐔𝐌 𝐆𝐄𝐇𝐓 𝐄𝐒?
Ein vermeintlich harmloser Teambuilding-Trip im Schärengarten wird zum absoluten Horrortrip, als eine Osloer Maklergruppe über eine grausam zugerichtete Leiche stolpert.
Tot, mit verrenktem Kiefer, mitten im Schilf.
Für Polizistin Vega Varg bricht in diesem Moment eine Welt zusammen, denn der Tote ist kein Fremder, sondern Fredde, ein Junge aus ihrer dunkelsten Vergangenheit.
Alte Wunden reißen auf, ein unaufgeklärter Mord von 1998 fordert plötzlich seinen Tribut und hinter der vermeintlich idyllischen Inselkulisse wird schnell klar, dass auf dieser Insel niemand ohne Sünde ist.

𝐖𝐀𝐒 𝐌𝐈𝐑 𝐆𝐔𝐓 𝐆𝐄𝐅𝐈𝐄𝐋:
• Düstere und packende Kulisse: Die Atmosphäre der schwedischen Kosterinseln kam einfach grandios rüber und ich fühlte mich beim Lesen direkt an diesen rauen, salzigen und ungemütlichen Ort versetzt.
• Vega Varg als Ermittlerin: Endlich mal keine 0815-Ermittlerin, wie man sie sonst ständig in Krimis vorgesetzt bekommt. Sie ist herrlich tough, eigenbrötlerisch und bringt ihre ganz eigenen, unkonventionellen Problemchen mit.
• Konstante Spannungskurve: Die Story hat mich mit ihren geschickt gesetzten Zeitsprüngen zwischen Gegenwart und Vergangenheit so an den Seiten gefesselt, dass ich mir ständig dachte: "Nur noch ein Kapitel, ich muss unbedingt wissen, wie es weitergeht!"
• Tolles Finale: Am Ende wurden alle wichtigen losen Fäden, bei denen man zwischendurch dachte, sie hätten gar nichts miteinander zu tun, zu einem perfekt passenden Gesamtbild verwoben.

𝐖𝐀𝐒 𝐌𝐈𝐑 𝐖𝐄𝐍𝐈𝐆𝐄𝐑 𝐆𝐔𝐓 𝐆𝐄𝐅𝐈𝐄𝐋:
• Zäherer Mittelteil: Obwohl das Buch direkt mit einer Leiche und der großen Frage nach dem "Warum" startet, plätschert die Haupthandlung rund um den toten Fredde zwischendurch ein bisschen dahin, weil die Rückblenden viel Raum einnehmen, aber Durchhalten lohnt sich, denn das letzte Drittel reißt alles wieder raus.
• Ein bisschen zu viel Drama: Für meinen Geschmack war das Beziehungsdickicht am Ende etwas überladen, es spielten für mich einfach ein paar zu viele Affären, Geheimnisse und Drogen auf einmal eine Rolle.

𝐅𝐀𝐙𝐈𝐓:
Insgesamt ist das Buch ein absolut solider Schwedenkrimi, der mit seiner grandiosen Atmosphäre und einer erfrischend anderen Ermittlerin punktet.
Das spannende Finale macht definitiv Lust auf mehr und lässt mich neugierig auf die kommenden Bände zurück.
Eine ganz klare Leseempfehlung für alle Fans von atmosphärischen, skandinavischen Spannungsromanen, die Lust auf tiefgründige Charaktere und komplexe Geheimnisse haben.

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Veröffentlicht am 31.05.2026

Rubinrot, Feuer und ein Mann, der Träume in Glas gießt

Träume aus Feuer
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𝐖𝐎𝐑𝐔𝐌 𝐆𝐄𝐇𝐓 𝐄𝐒?
Brandenburg, Ende des 17. Jahrhunderts. Johannes Kunckel ist Alchemist, Glasmacher und Visionär.
Ein Mann, der das Unmögliche möglich machen will.
Auf der Pfaueninsel, die ihm der preußische ...

𝐖𝐎𝐑𝐔𝐌 𝐆𝐄𝐇𝐓 𝐄𝐒?
Brandenburg, Ende des 17. Jahrhunderts. Johannes Kunckel ist Alchemist, Glasmacher und Visionär.
Ein Mann, der das Unmögliche möglich machen will.
Auf der Pfaueninsel, die ihm der preußische König schenkt, versucht er etwas herzustellen, woran andere gescheitert sind: Glas in leuchtendem Rubinrot.
Doch wer von der Gunst eines Herrschers abhängt, lebt immer auch auf schmalem Grat.
Florian Illies erzählt diese Geschichte mit einer Sprache, die selbst wie Glas wirkt, klar, funkelnd und zerbrechlich zugleich.

𝐖𝐀𝐒 𝐌𝐈𝐑 𝐆𝐔𝐓 𝐆𝐄𝐅𝐈𝐄𝐋:
• Der Schreibstil: Illies schreibt so bildhaft und lebendig, dass man die Hitze der Öfen regelrecht spürt. Jeder Satz sitzt, kein Wort ist verschwendet, das ist handwerkliche Perfektion auf höchstem Niveau!
• Die Landschaftsbeschreibungen: Die Pfaueninsel wird so wunderschön lebendig, dass man meint, selbst durch das Grün zu spazieren und den Frühling erwachen zu fühlen. Illies malt mit Worten wie andere mit Pinseln.
• Die Glasherstellung: Ein Handwerk, über das man kaum etwas weiß, und plötzlich kann man nicht mehr aufhören, darüber nachzudenken. Illies macht diese faszinierende Welt greifbar und ich hätte stundenlang mehr davon lesen können.
• Kunckel als Figur: Sympathisch, klug, taktisch und trotzdem irgendwie aufrichtig. Man ist sofort auf seiner Seite und fiebert mit ihm mit.
• Die Entschleunigung: In einer Welt, die ständig hetzt, ist dieses Buch wie ein tiefer Atemzug. Es nimmt sich Zeit, zieht einen rein und lässt einen für ein paar Stunden einfach ankommen. Absolut wohltuend!

𝐖𝐀𝐒 𝐌𝐈𝐑 𝐖𝐄𝐍𝐈𝐆𝐄𝐑 𝐆𝐔𝐓 𝐆𝐄𝐅𝐈𝐄𝐋:
• Die Kürze: Der Stoff hätte locker für einen doppelt so langen Roman gereicht und man merkt es. Kaum hat man sich richtig eingelebt, ist es auch schon vorbei.
• Die Distanz: Durch den leicht retrospektiven Erzählton bleibt man als Leserin manchmal einen kleinen Schritt außerhalb des Geschehens. Emotional packt es einen nie ganz so, wie es mit mehr Unmittelbarkeit könnte.

𝐅𝐀𝐙𝐈𝐓:
Klein im Format, groß im Eindruck.
Dieses Buch ist ein absolutes Lesevergnügen für alle, die atmosphärische, sprachlich brillante Literatur lieben und sich für Geschichte begeistern können, ohne dabei einen klassischen Wälzer lesen zu wollen.
Wer Freude an historischen Stoffen hat, die lebendig und zugänglich erzählt werden, ist hier genau richtig.
Florian Illies landet für mich mit diesem Büchlein einen echten Treffer und ich werde definitiv mehr von ihm lesen.

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