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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.05.2026

Ein starkes Werk - immer wieder

Yesteryear
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Es geht um eine Influencerin, aber keine von denen, die man gemeinhin kennt und die Lippenstifte und trendige Sneaker anpreisen - nur zum Beispiel. Nein, Natalie Heller Mills führt mit ihrer ständig wachsenden ...

Es geht um eine Influencerin, aber keine von denen, die man gemeinhin kennt und die Lippenstifte und trendige Sneaker anpreisen - nur zum Beispiel. Nein, Natalie Heller Mills führt mit ihrer ständig wachsenden Familie ein Farmerleben der traditionellen Art, bei dem sie sich als Strippenzieherin einsetzt. Auf dem Hof gibt es Nannys und eine Produzentin, die die Familie stets in Szene setzen soll.

Alles wird natürlich hergestellt und bearbeitet - oder zumindest so dargestellt, alle haben sich lieb und der Podcast ist ein absoluter Hit! Gelingt es Natalie, ihre heile Welt aufrecht zu erhalten oder sogar noch weiter auszubauen? Für sich und für andere?

Ein Roman, der einerseits sehr modern, andererseits wieder total rückständig ist (natürlich mit Absicht). Genauso, wie die Vereinigten Staaten von Amerika auf mich wirken. Wird das Rückständige das Moderne überlagern, sogar auslöschen, zumindest, was Natalie und ihre Familie angeht?

Ein Roman, der aus meiner Sicht nicht so ganz und vor allem nicht durchgehend hält, was er verspricht. Ich bin mir aber sicher, dass die Autorin Caro Claire Burke ihren Vorsätzen und Zielen beim Verfassen des Romans treu geblieben ist!

Veröffentlicht am 07.05.2026

Familiäre Abgründe

Der Fjord
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Ein gut geschriebener, dabei sehr typischer Thriller, der folgende Themen behandelt, die aus meiner Sicht in sehr vielen Werken dieser Art vorkommen: die Reichen und Schönen, die Kluft zwischen ihnen und ...

Ein gut geschriebener, dabei sehr typischer Thriller, der folgende Themen behandelt, die aus meiner Sicht in sehr vielen Werken dieser Art vorkommen: die Reichen und Schönen, die Kluft zwischen ihnen und den anderen Schichten, Neid und Eifersucht, Familiäre Ränke diverser Art und eine tatsächlich überraschende Auflösung.

Die Engländerin Amelia ist verzweifelt: ihre jüngere Schwester Rose ist seit Monaten verschwunden. Das Schlimme: die letzte Begegnung beider Schwestern endete im Streit.

Da die letzte Spur von Rose den Kontakt zu Lawrence Fowley, einem in Norwegen ansässigen Milliardär belegt, versucht Amelia über dessen Verwandtschaft dorthin zu kommen: im Frühsommer findet stets ein großes, mehrtägiges Fest auf dessen Grundstück statt und sie beginnt eine Beziehung mit dessen Cousin Ford, um als dessen Begleitung daran teilzunehmen.

Dort angekommen, scheint alles noch deutlich luxuriöser und prachtvoller, als Amelia es sich irgend vorgestellt hatte und zudem äußerst verwirrend: es sterben einige Menschen vor Ort - sowohl Gäste als auch Personal - doch es wird dennoch weiter gefeiert, ohne dass etwas passiert wäre.

Amelia beginnt dem auf eigene Faust nachzugehen und vor allem das Personal zu befragen und spürt, dass so einiges im Argen ist. Die wahren Zusammenhänge allerdings sind vollkommen anders, als sie es sich hätte vorstellen können.

Ein Thriller, der außer dem unerwarteten Ende nicht meinem Geschmack entsprach. Zu sehr wurden die üblichen Klischees bemüht, zu wenig originelle Volten begegneten mir im Verlauf der Lektüre. Nein, Sarah Goodwin wird wohl nicht eine meiner Lieblingsautorinnen werden, auch wenn viele andere Leser ausgesprochen begeistert sind!

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 01.03.2026

Lässt sich auf kein Genre festlegen

Der unsichtbare Elefant
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Ist es ein Krimi? Ein historischer Roman? Oder eine Art Psychogramm? Oder doch eine Familiengeschichte?

Nun, aus meiner Sicht hat es von jedem etwas und es werden auch noch Elemente weiterer ...

Ist es ein Krimi? Ein historischer Roman? Oder eine Art Psychogramm? Oder doch eine Familiengeschichte?

Nun, aus meiner Sicht hat es von jedem etwas und es werden auch noch Elemente weiterer Genres, die dem jeweiligen Leser vertraut sind, sichtbar. Autor Max A. Edelmann lässt sich auf nichts festlegen und präsentiert statt dessen eine ebenso originelle wie tragische Handlung um den vermeintlichen Selbstmord des Rechtsanwaltes Thomas Siebenmorgen an seinem Arbeitsplatz, einer großen Kanzlei in Düsseldorf.

Seine Kollegin María wird Zeugin seines Todes - es ist ein Sturz - und ist sich sicher, dass Thomas im letzten Moment umgedacht hatte und zurücktreten wollte. War also Fremdeinwirkung im Spiel?

María versucht, den Dingen auf den Grund zu gehen, doch sie ist nicht die Einzige. Viktor, Mitarbeiter eines in der Firma eingesetzten Kriseninterventionsteams und zuständig für diesen Fall, verfolgt den Fall ebenso wie Simon, ein junger Anwalt aus dem Münchner Büro der Kanzlei, der vom Vorgesetzten darauf angesetzt wurde.

Interessant ist, dass diese drei keineswegs als Gegenspieler auftreten, sie begegnen sich zunächst eher zufällig, teilen dann aber ihre Eindrücke und Schlussfolgerungen.

Zudem dringt der Roman tief in die Vergangenheit der Gegend - Düsseldorf und dem Niederrhein - ein, vor allem auf der Suche nach der Vergangenheit von Thomas' Familie, wir begegnen aber auch Joseph Beuys sowohl in erwartetem als auch unerwartetem Kontext.

Ein eindringlicher Roman, dessen Lektüre für mich ausgesprochen lohnenswert war, den ich mir aber erobern musste - gerade zu Beginn bei der Einführung von Setting und Personal stieß ich auf ziemliche Längen, zudem war es zeitweilig recht verwirrend, die Handlung etwas zu dicht, das Personal etwas zu zahlreich. Insgesamt jedoch ein origineller, vielseitiger und auch anregender Lesestoff, der nicht für jeden taugt, aber hoffentlich viele Freunde finden wird. Ich werde ihn jedenfalls weiterempfehlen!

Veröffentlicht am 26.02.2026

Eine Geschichte von Gewalt - und von Ohnmacht

Gelbe Monster
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Charlie ist verliebt. Immer noch, obwohl Valentin ihr schon zum zigsten Mal - und diesmal endgültig - signalisiert hat, dass es aus mit ihnen ist. Dass er einfach nicht mehr kann.

Denn Charlie ...

Charlie ist verliebt. Immer noch, obwohl Valentin ihr schon zum zigsten Mal - und diesmal endgültig - signalisiert hat, dass es aus mit ihnen ist. Dass er einfach nicht mehr kann.

Denn Charlie fühlt sich mit ihm - und mehr noch in den Zeiten, wenn sie ohne ihn ist, ohne ihn sein muss - oft ohnmächtig. Und diese Ohnmacht, diese Machtlosigkeit führt bei ihr zu Gewalt. Zu Gewalt gegenüber Valentin, auch anderen gegenüber - aber vor allem zu Gewalt gegen sich selbst.

Wir kennen Menschen wie Charlie seit Jahren: aus vielen Geschichten über Eifersucht, über Gewalt in der Beziehung, über Macht und Ohnmacht. Doch geht es in diesen fast immer um die von Männern ausgehenden Emotionen und deren Folgen.

Hier ist es anders - Valentin hat es überhaupt nicht mit Gewalt, dann schon eher mit Ohnmacht, aber ganz anders als seine Freundin. Er lässt sie immer wieder zurückkommen.

Doch ist dies nicht seine, sondern ganz klar Charlies Geschichte - eine darüber, ob und wie man sich in den Griff bekommt, wenn man doch eigentlich ganz und gar verloren ist.

Eine Geschichte, die mich über weite Teile nicht erreichte, war sie doch ganz weit weg von meinen eigenen Emotionen, meinem Verständnis von Beziehung und auch von meiner Generation. Dennoch verstehe ich, dass dies ein wichtiger, auch innovativer Roman ist.