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Veröffentlicht am 26.03.2018

Gelugenes Finale

Der Glanz der Dunkelheit
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Endlich kommt es zum finalen vierten Buch. Das Warten hatte ein Ende und ich wurde nicht enttäuscht.

Am Cover konnte man schon sehen, dass es diesmal für Lia ernst wurde. Sie musste ihre Stärke zeigen ...

Endlich kommt es zum finalen vierten Buch. Das Warten hatte ein Ende und ich wurde nicht enttäuscht.

Am Cover konnte man schon sehen, dass es diesmal für Lia ernst wurde. Sie musste ihre Stärke zeigen und nicht nur eine Herrscherin sondern auch eine Kämpferin sein. Und die Prophezeiung war gnädig mit uns und mit den Darstellern. Ohne zu viel zu verraten, so war es doch ein Ende, welches einem Happy End schon sehr nahe kommt.

Aber vorher muss noch der ein oder andere Feind besiegt, der ein oder andere Kampf ausgefochten werden und auch in Sachen Liebe läuft nicht alles so rund und leicht, wie die jungen Leute es sich wünschen würden.

Der einzige Kritikpunkt war dann auch, dass der Showdown fast ein bisserl kurz gehalten war und der endgültlige Sieg schnell errungen. Wenn man bedenkt, dass es ja vier Bücher gedauert hat, dann hatte ich hier doch noch etwas dramatischere und längere Auseinandersetzungen erwartet.

Eine empfehlenswerte Reihe und die Autorin hat einfach einen schönen, eingängigen Erzählstil.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Atmosphäre
  • Figuren
  • Handlung
  • Spannung
Veröffentlicht am 13.03.2018

bitte mehr davon

Der Mann, der nicht mitspielt
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Hardy Engel, ein deutscher Einwanderer, versucht in den goldenen Zwanzigern des letzten Jahrhunderts sein Glück als Schauspieler in Hollywood. Da aber der Erfolg auf sich warten lässt, beginnt er als Detektiv ...

Hardy Engel, ein deutscher Einwanderer, versucht in den goldenen Zwanzigern des letzten Jahrhunderts sein Glück als Schauspieler in Hollywood. Da aber der Erfolg auf sich warten lässt, beginnt er als Detektiv zu arbeiten. Gleich seine ersten beiden Fälle sind kompliziert und kollidieren alsbald miteinander. Der bekannte Darsteller Fatty Arbuckle wird verdächtigt, am Tod des kleinen Starletts, Virgina, Schuld zu sein. Durch seine hartnäckigen Nachforschungen entlarvt Hardy nach und nach die Traumfabrik als korrupten, von Drogen, Sex und Erpressung beherrschten Sumpf, in dem die mächtigen Studiobosse fast alles tun, um ihre Schauspieler zu schützen und ihren guten Ruf so lange wie möglich zu erhalten.

In Zeiten von MeeTo und Harvey Weinstein ist dem Autor, Chrisof Weigold, ein historischer Krimi geglückt, der überraschend aktuell und realistisch rüberkommt. Dabei schreibt er in bester Crime-noir-Manier und man hat Hardy als einen Detektiv vor Augen, der, ähnlich den Helden von Raymond Chandler, wie Humphrey Bogart in einer düsteren schwarz-weißen Welt agiert. Seine Sekretärin Pepper ist charismatisch, jung, wunderschön und schwer durchschaubar. Seine Auftraggeber geraten bald ebenfalls unter den Verdacht in die Geschichte verwickelt zu sein. Korrupte Polizisten versuchen Hardy aus dem Verkehr zu ziehen. Einen weiteren Mord an einem mutmaßlichen Zeugen kann Hardy nicht verhindern. Er wird angegriffen, unter Druck gesetzt, verfolgt und auf falsche Fährten gelockt.

Mir hat die Geschichte gut gefallen. Der Erzählstil passt hervorragend zu Ort, Zeit und Handlung. Hardy ist ein starker Charakter. Hollywood und seine Abgründe werden durch viele reale Persönlichkeiten untermauert. Da fährt schon mal ein Buster Keaton im Auto vorbei oder ein Charlie Chaplin ist auf der Suche nach einer neuen minderjährigen Ehefrau. In der Mitte hatte das Buch die ein oder andere kleine Länge aber am Ende macht das das Finale wieder wett.

Mein Fazit: Ein guter Serienauftakt. Ich hoffe, dass Hardy tatsächlich bald wieder ermittelt und ich könnte mir tatsächlich auch eine Verfilmung sehr gut vorstellen.

Veröffentlicht am 07.03.2018

staubtrocken erzählt

Die Rache der Polly McClusky
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„Die Rache der Polly McClusky“ von Jordan Harper ist ein typischer hardboiled Krimi. Der Ganove Nate und seine Tochter sind auf der Flucht vor anderen Ganstern, die sie kalt machen wollen. Aber die beiden ...

„Die Rache der Polly McClusky“ von Jordan Harper ist ein typischer hardboiled Krimi. Der Ganove Nate und seine Tochter sind auf der Flucht vor anderen Ganstern, die sie kalt machen wollen. Aber die beiden wissen sich zu wehren. Dabei wird aus der Elfjährigen innerhalb kürzester Zeit eine vollwertige Unterstützung des Vaters im Kampf gegen die Überzahl der hartgesottenen Gegner. Die Kleine schreckt zur Selbsterhaltung bald auch vor Mord nicht mehr zurück. Das alles wird auf überspitzt-brutale und kühle Weise erzählt.

Wenn man an der Geschichte Spaß haben möchte, muss man den Verstand ein bisserl in die Ecke schieben und darf sich nicht daran stören, dass Polly sich nicht kindgerecht verhält und die beiden mehr als einmal unverschämtes Glück haben. Der Erzählstil ist staubtrocken und unterkühlt. Ich mag so etwas sehr gerne.

Es ist ein Roadmovie mit hohem Tempo. Kompromisslos agieren Nate und seine Tochter, wobei sie tatsächlich noch Zeit finden eine enge Vater-Kind-Beziehung aufzubauen. Unterhaltsam und spannend.

Veröffentlicht am 06.03.2018

einfühlsam und unterhaltsam

Die andere Schwester
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„Die andere Schwester“ von Kristin Hannah ist eine Neuauflage des 2006 bereits erschienen Romans „Wer die Liebe wagt“. Das war für mich kein Problem, denn dieses Buch kannte ich noch nicht. Warum man allerdings ...

„Die andere Schwester“ von Kristin Hannah ist eine Neuauflage des 2006 bereits erschienen Romans „Wer die Liebe wagt“. Das war für mich kein Problem, denn dieses Buch kannte ich noch nicht. Warum man allerdings den Titel ändern musste und so einige Käufer verärgert hat, kann ich nicht nachvollziehen. Außerdem versucht der Verlag an den großen Erfolg „Die Nachtigall“ anzuschließen, in dem er die Cover-Gestaltung darauf abgestimmt hat. Rein inhaltlich hat diese Geschichte aber absolut gar nichts mit dem großen Erfolgsroman zu tun. Mir war das alles vorher bewusst, so dass ich hier keine große Enttäuschung erleben musste. Es handelt sich hier um einen Gegenwartsroman ohne historische Bezugspunkte. Genauer gesagt um eine Familien- und Liebesgeschichte.

Was mir gefallen hat, war zum einen der wohlvertraute Erzählstil der Autorin. Sie lässt sich Zeit für ihr Charaktere, versucht die Familienkonstellationen genau zu beschreiben und enthüllt erst nach und nach die Verletzungen und Verhärtungen, die die Seelen der Darsteller erlitten haben. Dramatisch und traurig fand ich hier, dass vor allem die Mutter der beiden erwachsenen Schwestern ein so egozentrischer und emphatieloser Mensch ist. Auf die daraus resultierende Kindheit und Jugend reagieren die beiden Schwestern Claire und Meghan sehr unterschiedlich. Während die eine ein besonders liebevoller und familienbezogener Mensch wird, ist die andere zu einer Karrierefrau herangewachsen, die ihre Verletzlichkeit hinter einer rauen Oberfläche verbirgt und unfähig scheint, längere Liebesbeziehungen einzugehen oder auch nur ein normales Familienleben zu pflegen.

Zum anderen lässt Kristin Hannah die beiden Schwestern erst mal gründlich miteinander und umeinander ringen, bevor die verhärteten Fronten langsam aufbrechen. Das ist sicherlich nicht neu aber wird unterhaltsam und einfühlsam erzählt. Wie auch in der „Nachtigall“ findet sie teilweise sehr berührende Worte für die Sprachlosigkeit aber auch für die ersehnte Nähe der Darsteller mit- und zueinander. Es handelt sich also auf jeden Fall um ein Frauenbuch, denke ich. Der Handlungsbogen ist relativ vorhersehbar. Lediglich einer der männlichen Nebendarsteller bietet Potential für Überraschungen und auch ein paar Tränen sind da miteinzuplanen. Sicherlich nicht ihr bestes Buch, aber ich habe es gerne gelesen.

Veröffentlicht am 16.02.2018

solide

Schlüssel 17
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Ein Schlüssel mit der Zahl 17 verbindet zwei Todesfälle und auch die Schwester von Mordermittler Tom Babylon ist vor über 20 Jahren mit genauso einem Schlüssel verschwunden. Dies verschweigt er allerdings ...

Ein Schlüssel mit der Zahl 17 verbindet zwei Todesfälle und auch die Schwester von Mordermittler Tom Babylon ist vor über 20 Jahren mit genauso einem Schlüssel verschwunden. Dies verschweigt er allerdings gefließentlich als er den aktuellen Mordfall an einer evangelischen Pfarrerin übernimmt.

Mit „Schlüssel 17“ startet die neue Krimireihe von Marc Raabe. Ich hatte vor Jahren mal seinen Erstling gelesen den Autor aber dann wieder aus den Augen verloren. Raabe schreibt routiniert und setzt die üblichen Kniffe des Genres ein, um den Spannungspegel hochzuhalten. Dazu gehören unter anderem verschiedene Erzählperspektiven und kurze Kapitel mit einigen Cliffhangern. Auch sind alle Hauptdarsteller, also auch die Psychologin und der leitende Ermittler, mit mehr oder weniger großen psychischen Altlasten unterwegs, wodurch ihre Handlungen auch mal beeinflusst werden und nicht immer ganz Regelkonform mit den Statuten des Polizeiapparates sind.

Marc Raabe hat einen actionreichen unterhaltsamen Krimi abgeliefert, der das Genre zwar nicht neu erfindet aber durchaus zu unterhalten weiß. Solide 4 Sterne.