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Kobina

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.03.2025

Spannende Einblicke in nicht so spannender Story

Between Your Memories
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Nachdem ich den ersten Band primär wegen des hübschen Covers gekauft habe, war ich angenehm überrascht von der Geschichte.
Normalerweise ist einfache Romance nicht mein Genre, aber hier hat sie mich wirklich ...

Nachdem ich den ersten Band primär wegen des hübschen Covers gekauft habe, war ich angenehm überrascht von der Geschichte.
Normalerweise ist einfache Romance nicht mein Genre, aber hier hat sie mich wirklich gefesselt.
Das ist vermutlich unter anderem dem geschuldet, dass es für mich (eine Person, die sehr deutsch aussieht) sehr interessant und leider auch schockierend war, den Alltagsrassismus entgegengebracht zu bekommen, den die Own Voice Autorin in ihrer Dilogie beschreibt. Reviews, die diese Erfahrungen bestätigen, machen mich zusätzlich sprachlos. Und zeigt, wie viel mehr wir hiervon brauchen, damit uns Nicht-Betroffenen die schwierige Lage deutlicher in Bewusstsein rückt und eines Tages vielleicht auch diese Form von Rassismus versiegen kann.
Die Liebesgeschichte selbst fand ich ganz nett, wenn auch teilweise sehr anstrengend. Nói ist zwar mit seiner Umgebung geschlagen, davon abgesehen aber VIEL zu perfekt, um wirklich interessant zu sein. Es war zu jedem Zeitpunkt sehr vorhersehbar, was er als nächstes tun wird, womit bei seinem Charakter kein wirkliches Interesse bei mir aufkam. Er wirkte unecht und langweilig.
Kalima konnte das zu einem guten Teil wieder ausgleichen. Ja, auch sie war anstrengend - aber auf eine andere, natürliche Art. Vielleicht ist es als Außenstehende:r nicht immer spannend gewesen, zu lesen, dass sie sich selbst mal wieder für nicht gut genug hielt; aber genau diese Reaktionen waren erfrischend real und nachvollziehbar.
Unterschwellig hoffe ich, dass die ganzen Nebencharaktere, denen wir insbesondere in Island begegnet sind, womöglich eines Tages ein SpinOff kriegen werden. Eventuell mit ein paar mehr Hintergründen der isländischen Kultur? Wobei natürlich die bisher präsentierten Kulturen durch den Own Voice-Part an Stärke gewonnen haben.
Die Sprechenden waren großartig. Ihr Tempo war angenehm aufeinander abgestimmt. Oft passiert ist, dass bei einer weiblichen Erzählerin und einem männlichen Erzähler letzterer furchtbar langsam spricht, sodass man zwischen ihren Parts die Geschwindigkeit ständig verändern muss. Hier war das nicht der Fall und man konnte es mit einer Einstellung problemlos durchhören.

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Veröffentlicht am 28.03.2025

Alt und neu zugleich

Starling House
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Als "Starling House" damals erschien, hatte ich gerade "A Study in Drowning" gelesen und war somit sehr begeistert von der Vorstellung, direkt noch ein Buch über ein Haus mit einem vererbten Geheimnis ...

Als "Starling House" damals erschien, hatte ich gerade "A Study in Drowning" gelesen und war somit sehr begeistert von der Vorstellung, direkt noch ein Buch über ein Haus mit einem vererbten Geheimnis zu lesen. Wie das Leben allerdings so spielt, kam ich lange nicht dazu. (Das wirklich unansehnliche englische Cover hat da leider ebenfalls zu beigetragen. Ich bin sehr froh, dass die deutsche Ausgabe ein Anderes erhalten hat.)
Umso mehr freute ich mich, als ich zur Weihnachtszeit 2024 einen eARC erhielt.
Ich hatte keine hohen Erwartungen an das Buch - hätte aber ruhig welche haben können, denn es hat sehr viel Freude bereitet, es zu lesen. Es war eine klassische Haunted House-Story mit nicht ganz so klassischen Details. Wie zum Beispiel, dass beide Hauptcharaktere nicht makellos und wunderschön sind, so wie sie es sonst in Geschichten immer sind - insbesondere, wenn es sich dabei um ein (zukünftiges) Paar handelt. Allerdings hat die Autorin hier es etwas übertrieben. Nicht etwa, dass sie "zu hässlich" sein, sondern schlichtweg mit der ständigen Wiederholung der gleichen optischen Aspekte. Insbesondere die schiefen Zähne der Protagonistin erhielten überproportional viel Aufmerksamkeit vom lyrischen Ich.
Der Plot ist so, wie man es bei einem solchen Buch erwarten würde und damit sehr solide. Auch die Abbildung verschiedener Personengruppen fügte sich sehr natürlich und für eine Kleinstadt angemessen ein.
Meine einzige Kritik geht an die Übersetzung. Diese war nicht schlecht, aber noch durchaus ausbaufähig. Ab und an wurden Wörter falsch verwendet (z.B. "daddeln"), was aber selten genug vorkam, dass es nur ein kleiner Stolperstein und kein größeres Ärgernis war.

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Veröffentlicht am 28.03.2025

Andere Richtung als erwartet

The Cruelest Mercy
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Zunächst einmal: Das Cover. Mein Gott, dieses Cover! Schon das englische Design hat mich begeistert, aber die deutsche Variante? Perfektion. Das einheitliche Farbschema, die Atmosphäre, die es ausstrahlt ...

Zunächst einmal: Das Cover. Mein Gott, dieses Cover! Schon das englische Design hat mich begeistert, aber die deutsche Variante? Perfektion. Das einheitliche Farbschema, die Atmosphäre, die es ausstrahlt – einfach ein Traum für jedes Bücherregal.

Inhaltlich bleibt The Cruelest Mercy der faszinierenden Welt und dem einzigartigen Magiesystem treu, die bereits im ersten Band überzeugt haben. Die Prämisse für Band 2 ist vielversprechend, und die meisten Charaktere fügen sich großartig in die Geschichte ein – mit einer entscheidenden Ausnahme: Zahru.

Wenn ich sie im ersten Band schon als naiv und einfältig empfand, dann hat sich das hier nur bedingt gebessert. Ihre Unschuld schlägt in eine fast schon obsessive Sturheit um, und es ist schwer, ihr beim gefühlt unvermeidbaren Selbstzerstörungstrip zuzusehen. Wenn man auf Villain Origin Storys steht, könnte das trotzdem spannend sein – für mich war es allerdings oft eher anstrengend.
Gleiches gilt für Jet, der mich ebenso wenig begeistern konnte. Bei ihm lag es nur bedingt an Obsession und eher an einer dem gegenüberstehenden moralischen Überlegenheit, die einen ständig die Augen verdrehen lässt. (Wobei Zahru die auch öfters hat...)

Trotzdem fand ich es spannend, wie sich ihre Beziehung zu Jet entwickelt. Auch wenn ich mit beiden Charakteren struggle, gefällt mir die Art und Weise, wie ihre Dynamik geschrieben ist. Sie wirkt sehr echt und realistisch.


Trotz meiner Frustration mit Zahru freue ich mich auf das große Finale. Die Ausgangslage für Band 3 verspricht wieder eine fantastische Prämisse, und ich bin gespannt, wie sich alles auflösen wird. Ich hoffe nur, dass Zahru bis dahin einen Entwicklungssprung macht – oder die Geschichte den Mut hat, sie konsequent in eine dunklere Richtung zu führen.

Fazit: The Cruelest Mercy bleibt trotz einer anstrengenden Protagonistin ein erheiterndes Leseerlebnis. Wer die Welt und Story von Band 1 mochte, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen!

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Veröffentlicht am 27.02.2026

Vorsicht! SciFi statt Fantasy

To Cage a Wild Bird
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"To Cage a Wild Bird" ist der erste Band der "Divided Fates"-Reihe von Brooke Fast.
ACHTUNG: Leider hat das Marketing bei diesem Buch massiv versagt. Es handelt sich hierbei NICHT um Fantasy oder Romantasy. ...

"To Cage a Wild Bird" ist der erste Band der "Divided Fates"-Reihe von Brooke Fast.
ACHTUNG: Leider hat das Marketing bei diesem Buch massiv versagt. Es handelt sich hierbei NICHT um Fantasy oder Romantasy. Wir haben hier einen dystopischen Science Fiction-Roman, in dem Romance vorkommt. Am ehesten lässt es sich tatsächlich mit "The Hunger Games" vergleichen (in Bezug auf das Genre, nicht in Bezug auf die Handlung).

Genau diese enttäuschte Erwartungshaltung war es auch, die mich am Anfang lange hat brauchen lassen, bis ich in das Buch gefunden habe. Versteht mich nicht falsch, es ist an sich ein sehr gut geschriebenes Buch, aber wenn ich gewusst hätte, in was für einem Genre es tatsächlich spielt, hätte ich es zu einem gänzlich anderen Zeitpunkt bzw. in einer anderen Stimmung gelesen. Wenn man jedoch mit der Erwartung rangeht, hier einfach eine mögliche Dystopie der Zukunft zu lesen, wird man vermutlich sehr viel Spaß haben.

Zudem: Selbst wenn es eine Fantasy-Geschichte gewesen WÄRE, wäre es wohl keine Romantasy gewesen, denn der Plot wäre auch 1zu1 so passiert, selbst wenn die beiden einander nicht unwiderstehlich gefunden hätten - nur mit weniger Augenrollen.

Die Geschichte selbst ist sehr kurzweilig und man fliegt ab einem gewissen Punkt förmlich durch die Seiten. Mir war sie sogar ein bisschen zu kurzweilig; die Beziehungen der Charaktere unter einander gingen teilweise etwas zu schnell, auch wenn die Figuren selbst sehr schön gezeichnet waren. Ich hätte mir gewünscht, dass dieses Buch in zwei geteilt worden wäre und somit alles etwas mehr Raum bekommen hätte. Auch die Zeit der Protagonistin als Kopfgeldjägerin war deutlich zu kurz für die Rezipierenden. Natürlich spielt der Hauptplot im Gefängnis, trotzdem hätte ich mir mehr als nur ein paar Seiten für den Status gewünscht, der später ihre gesamte Wahrnehmung beeinflusst.

Ein großes Lob muss an die Übersetzerin Bettina Ain ausgesprochen werden. Das Buch las sich, als wäre es ursprünglich auf Deutsch verfasst worden, was man heutzutage leider nicht mehr oft hat. Zudem ist es ihr gelungen, so unaufdringlich zu gendern, dass mir erst nach einer Weile auffiel, dass sie inklusiv schreibt. Absolutes Musterbeispiel von Sprachverwendung!

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Veröffentlicht am 05.02.2026

Zwischen Pantheons und Beziehungsdramen

Loki − Her Twisted Heart
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Eigentlich hatte mich der Klappentext von „Loki“ nicht besonders angesprochen, aber das Setting in der nordischen Mythologie hat mich dann doch zu sehr gereizt. Joke’s on me: Es bleibt nämlich nicht beim ...

Eigentlich hatte mich der Klappentext von „Loki“ nicht besonders angesprochen, aber das Setting in der nordischen Mythologie hat mich dann doch zu sehr gereizt. Joke’s on me: Es bleibt nämlich nicht beim nordischen Pantheon, sondern es kommt ein wilder Mix aus griechischer und römischer Gottheiten dazu. Das war... gewöhnungsbedürftig. Für mich fühlte es sich eher nach einem Wust als nach einem klaren Konzept an.

Besonders anstrengend fand ich die Liebesentwicklung. Harlow und Loki kennen sich gefühlt zwei Tage, und von jetzt auf gleich gibt es bei Harlow den ersten "Ich will nicht, dass wir uns wieder trennen!"-Gedanken. Das wirkte auf mich extrem gerusht. Gleiches gilt für das erste Mal: keinerlei Zweifel, keine Unsicherheiten, alles sofort perfekt – puh. Das nahm der Beziehung für mich jede Glaubwürdigkeit.
Hinzu kommt, dass man den Großteil des Buches fast ausschließlich mit Harlow und Loki in trauter Zweisamkeit verbringt. Das wurde für mich schnell ermüdend, vor allem, weil außerhalb dieser Dynamik die Welt echt spannend ist.

Eine der stärksten Ideen des Buches ist für mich beispielweise Harlows Abstammung. Wer ihr Vater ist, bleibt lange ein Rätsel und wird erst im Verlauf der Geschichte aufgelöst – und damn, auf die Herkunft hab ich Bock. Ich hoffe sehr, dass ihr Vater im zweiten Band eine größere Rolle spielt und diese familiären Verbindung noch ausgearbeitet wird, denn das hat enormes Potenzial.

Insgesamt hatte „Loki“ für mich starke Ansätze und interessante Ideen, die aber unter einer sehr fokussierten Zweisamkeit, einer überhasteten Liebesgeschichte und einem etwas chaotischen Mythologie-Mix leiden.

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