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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.05.2026

Nordseefeeling mit verschenktem Potenzial

Nordwindworte
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Nach dem wundervoll geschriebenen „Küstenrauschen“ hatte ich mich sehr auf das neue Buch von Marieke Hansen gefreut – und wurde leider ein bisschen enttäuscht.

Dabei hat mir das Setting von „Nordwindworte“ ...

Nach dem wundervoll geschriebenen „Küstenrauschen“ hatte ich mich sehr auf das neue Buch von Marieke Hansen gefreut – und wurde leider ein bisschen enttäuscht.

Dabei hat mir das Setting von „Nordwindworte“ wirklich gut gefallen. Mila kehrt nach einer gescheiterten Beziehung zurück in ihre alte Heimat an die Nordsee und übernimmt den Buchladen ihres Vaters. Dort trifft sie auf Peer, der in dem Ort einen Film drehen möchte – ausgerechnet während des geplanten Büchersommers. Konflikte und Ärger sind damit natürlich vorprogrammiert. Themen wie Liebe, Selbstfindung, Freundschaft, alte Bekanntschaften und die Leidenschaft für Bücher bieten eigentlich viel Potenzial.

Die Atmosphäre an der Küste ist wieder wunderbar eingefangen. Beim Lesen fühlt man sich direkt an die Nordsee versetzt und bekommt sofort Lust, ans Meer zu fahren. Der Schreibstil liest sich angenehm leicht und flüssig.

Leider blieb die Handlung für mich diesmal oft zu oberflächlich und vorhersehbar. Viele Geschichten/ Konflikte wurden angerissen, aber nicht wirklich vertieft oder konsequent zu Ende erzählt. Manche Fragen blieben offen und einige Figuren wirkten auf mich nicht ganz nachvollziehbar – besonders Pia, deren Verhalten ich eher überdreht fand zmund nicht verstehen konnte, woher die alte Feindschaft kommt. Auch ein Auftauchen von Milas Ex-Partner hätte für etwas mehr Spannung sorgen können, kommt aber nicht.

Insgesamt lässt sich das Buch zwar gut lesen und die Grundidee ist wirklich schön, aber im Vergleich zu „Küstenrauschen“ wirkte die Geschichte auf mich nicht ganz ausgereift. Trotzdem ein netter Wohlfühlroman für zwischendurch – nur leider ohne die Tiefe, die ich mir erhofft hatte.

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Veröffentlicht am 27.02.2026

Erwartungen nicht ganz erfüllt – solide, aber etwas zäh

Was ist in meinem Alter sonst noch üblich?
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Das Buch behandelt ein sehr sensibles Thema: Liebe, Nähe und Selbstfindung in der Lebensmitte. Die Autorin gibt Erika und Jan viel Raum, ihre Gefühle nach einer Affäre zu erkunden und die Gespräche beim ...

Das Buch behandelt ein sehr sensibles Thema: Liebe, Nähe und Selbstfindung in der Lebensmitte. Die Autorin gibt Erika und Jan viel Raum, ihre Gefühle nach einer Affäre zu erkunden und die Gespräche beim Paartherapeuten sind besonders gut umgesetzt. Die Darstellung von Verzweiflung, inneren Konflikten und Reflexionen ist realistisch und nachvollziehbar.
Dennoch konnte mich das Buch nicht vollständig fesseln. Erika bleibt oft in ihren Gedankenschleifen gefangen und die Handlung wirkt stellenweise statisch.
Mir fehlt ein klarer Epilog oder ein spürbarer Fortschritt – vieles bleibt unentschieden, und die Geschichte tritt für meinen Geschmack zu lange auf der Stelle. Trotz der präzisen, gefühlvollen Sprache und der tiefen Einblicke in das Älterwerden konnte ich emotional nicht vollständig an Erika herankommen.

Wer eher nach leisen Zwischentönen und Reflexionen sucht, wird hier fündig. Wer Spannung oder klare Entwicklungen erwartet, könnte enttäuscht werden.

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Veröffentlicht am 10.02.2026

Schöne Gestaltung, aber inhaltlich blass

How to Talk to Yourself
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Das Cover des Buches hat mich sofort angesprochen. Es ist ein Softcover: dominant in Pistaziengrün, mit foliertem Titel in Lachs- und Rosétönen und einer sehr angenehmen Haptik. Auch die Innengestaltung ...

Das Cover des Buches hat mich sofort angesprochen. Es ist ein Softcover: dominant in Pistaziengrün, mit foliertem Titel in Lachs- und Rosétönen und einer sehr angenehmen Haptik. Auch die Innengestaltung ist durchgängig stimmig – Pistazienfarbe und Schwarz ziehen sich konsequent durch das Buch. Kleine Übungen und Erklärungskacheln lockern den ansonsten blockartig gesetzten Text auf und sorgen optisch für Abwechslung.
Inhaltlich ist das Buch klar strukturiert: Nach einer Einleitung folgen vier Teile („Hör dir selbst zu“, „Sprich mit dir selbst“, „Verzeih dir selbst“ und „Sei freundlich zu dir selbst“), abgeschlossen durch Nachwort und Dank. Die Autorin Ro Mitchell war mir vorher völlig unbekannt. Laut Klappentext ist sie eine britische Content Creatorin – mehr erfährt man über sie allerdings kaum.
Leider konnte mich der Inhalt nicht wirklich abholen. Mir fehlten neue Erkenntnisse und vor allem positive, motivierende Energie. Das Buch wirkt stark autobiografisch: Die Autorin verarbeitet vor allem ihre eigenen Erfahrungen und stellt ihr persönliches Erleben in den Vordergrund. Das ist grundsätzlich nicht negativ, allerdings fehlt mir dafür ein klareres Bild von ihr und ihrem fachlichen Hintergrund. Bis zum Ende weiß ich eher, was sie durchgemacht hat und wie es ihr heute damit geht – aber nicht, warum ich ihren Ansatz als allgemeingültig oder besonders fundiert betrachten sollte. Viele ihrer Beispiele lassen sich nicht ohne Weiteres auf andere Menschen übertragen.
Ein Kapitel beschäftigt sich mit dem Umwandeln negativer Glaubenssätze in positive. Die Umwandlung „Ich bin hässlich“ zu „Ich bin nicht hässlich“ überzeugt mich nicht. Statt einer Verneinung hätte es eine echte positive Aussage gebraucht, zum Beispiel „Ich bin schön“. Nur ein „nicht“ davorzusetzen, fühlt sich wenig wirksam an. Die Grundidee ist zwar sinnvoll, aber nicht neu und in der Umsetzung für mich zu oberflächlich.
Insgesamt fand ich das Buch beim Lesen eher langweilig und stellenweise ausufernd. Zum Thema Selbstzweifel und Selbstvertrauen gibt es deutlich stärkere und inspirierendere Motivationsbücher. How to Talk to Yourself ist nett gestaltet, bleibt inhaltlich für mich aber blass.

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Veröffentlicht am 05.01.2026

Manchmal ist weniger mehr

Blonder wird's nicht
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Im Mittelpunkt der Geschichte steht Maja, eine alleinerziehende Mutter, die ihren eigenen Friseursalon führt. Ihr Sohn Willi steckt in der typischen Teenager-Null-Bock-Phase, während ihr Partner Robin ...

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Maja, eine alleinerziehende Mutter, die ihren eigenen Friseursalon führt. Ihr Sohn Willi steckt in der typischen Teenager-Null-Bock-Phase, während ihr Partner Robin in den schwierigeren Momenten keine große Unterstützung bietet. Die einzige wirklich hilfreiche Figur ist ihre Tante Ruth, die normalerweise an der Amalfiküste lebt und plötzlich in Majas Leben auftaucht. Sie bringt die 17-jährige Olga mit, die Maja ausbilden soll – eine Entscheidung, die sich als problematisch herausstellt. Olga ist nicht nur übermäßig blondiert, sondern sorgt auch für Chaos, als sie in ihrem Friseursalon ein Missgeschick bei einem Kunden anrichtet, der daraufhin mit einer Klage droht.

Die Handlung wird zunehmend dramatischer, als Willi in echte Gefahr gerät. Maja kann sich glücklicherweise auf ihre treuen Kunden und den guten Freund Jeremy verlassen, die ihr zur Seite stehen. Insgesamt ist die Geschichte spannend und fesselnd erzählt – ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Doch auch wenn der Schreibstil typisch für Ellen Berg ist, fühlte sich die Handlung stellenweise zu überladen an.

Die verschiedenen Nebenstränge, wie etwa die Begegnung mit der Russenmafia oder die naive Clique, die sich mit Gangsterbossen anlegt, erscheinen in meinen Augen zu unrealistisch und übertrieben. Die Polizei, die in vielen Momenten völlig ahnungslos ist, trägt auch nicht wirklich zur Glaubwürdigkeit bei. Ich fand es schade, dass diese Elemente die eigentliche Geschichte eher verwässert haben.

Ein weiteres Minus war der Epilog, der nur vier Tage nach den Ereignissen des Buches spielt. Ein bisschen mehr Raum für einen Ausblick, wie es mit den Charakteren, vor allem mit Willi und Olga, weitergeht, hätte dem Ende gutgetan.

Fazit: Ein unterhaltsames Buch, das spannend erzählt wird, aber leider durch übertriebene Handlungsstränge und unrealistische Elemente die Glaubwürdigkeit verliert. Wer die typische Ellen-Berg-Stimmung mag, wird trotzdem seinen Spaß haben, aber ich persönlich war am Ende etwas enttäuscht.

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Veröffentlicht am 26.11.2025

Unterhaltsam, aber manchmal zu makaber

Du mich auch
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In „Du mich auch“ von Ellen Berg dreht sich alles um Rache – und um drei Freundinnen, die sich nach 25 Jahren beim Abitur-Jubiläum wiedersehen. Zunächst präsentieren Evi, Beatrice und Katharina sich gegenseitig ...

In „Du mich auch“ von Ellen Berg dreht sich alles um Rache – und um drei Freundinnen, die sich nach 25 Jahren beim Abitur-Jubiläum wiedersehen. Zunächst präsentieren Evi, Beatrice und Katharina sich gegenseitig ihre scheinbar perfekten Leben: Evi als Hausfrau und Mutter, Beatrice erfolgreich im kreativen Bereich und Katharina als Staatssekretärin. Doch je mehr Alkohol fließt, desto ehrlicher werden die Gespräche – und schnell zeigt sich, dass alle drei von ihren Partnern hintergangen oder gedemütigt wurden.

Gemeinsam schmieden sie schließlich mehr oder weniger gewagte Rachepläne. Die daraus entstehenden Geschichten sind oft herrlich unterhaltsam, mit einem Hauch Spannung und einer ordentlichen Portion Kreativität. Manchmal ging mir das Ganze jedoch etwas zu weit: Abführmittel, Schlaftabletten und diverse Intrigen – das war mir stellenweise zu makaber.

Besonders schön fand ich die Entwicklung von Evi, die vom unscheinbaren Entlein zur selbstbewussten Frau wird, die es faustdick hinter den Ohren hat. Allerdings bleiben am Ende ein paar Fragen offen. So kann ich mir zum Beispiel kaum vorstellen, dass der Finanzberater Hubert, der sich durchaus Chancen bei Evi ausgerechnet hat, nicht doch ein Hintertürchen offengelassen hätte. Auch sonst erinnert die Geschichte ein wenig an den Film „Der Club der Teufelinnen“.

Für meinen Geschmack war alles etwas zu schnell auserzählt und an einigen Stellen übertrieben – aber insgesamt bietet der Roman leichte, kurzweilige Unterhaltung.Charmant, chaotisch, etwas übertrieben

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