Wieso wollen immer mehr Frauen den Trad-Wife-Lifestyle leben?
HeimatWieso wollen immer mehr Frauen den Trad-Wife-Lifestyle leben?
Eine Erklärung dafür liefert Hannah Lühmann in ihrem neuesten Roman „Heimat“
In der Geschichte begeleiten wir die Jana - 2-fache Mutter ...
Wieso wollen immer mehr Frauen den Trad-Wife-Lifestyle leben?
Eine Erklärung dafür liefert Hannah Lühmann in ihrem neuesten Roman „Heimat“
In der Geschichte begeleiten wir die Jana - 2-fache Mutter und schwanger mit dem dritten Kind.
Jana ist vor kurzem mit ihrem Mann Noah in neu Neubaugebiet gezogen und hofft sich dort eine Heimat für ihre Familie aufbauaen zu können.
Dort lernt sie auch die 5-fache Mutter Karolin kennen, die schnell zu Janas Vorbild wird. Karolin meistert ihren Job als Full-Time Mum bravurös und das nicht zuletzt deswegen, weil sie eben keine Doppelbelastung mit Job und Familie allein auffangen muss, und weil ihr Mann - Clemens - das nötige Kleingeld nach Hause bringt. Nachteile? Gibt es nicht… Oder?
Janas komplette Weltsicht scheint sich im Laufe des Romans in diesem Mikrokosmos aus Neubausiedlung und Trad-Wifes komplett zu verändern.
Unter anderem auch durch den sozialen Druck, der von den anderen Müttern auf sie ausgeübt wird und ihr permanent suggeriert, dass ihr Umgang mit den Kindern eigentlich nur schädlich sei. Mum Guilt incoming…
Das Buch spricht auch darüber, wie schnell Menschen in gewisse Kreise hineingeraten können, bspw. durch die enge ideologische Verknüpfung des Trad-Wife-Daseins mit der rechten Szene. Allerdings steht das nicht im Vordergrund der Story.
Es zeigt außerdem, wie Menschen anfangen nur das zu sehen, was sie sehen wollen und dass sie, selbst wenn ihnen etwas seltsam vorkommt, eher geneigt sind wegzugucken um ihr eigenes Weltbild zu bestätigen.
Lühmanns Schreibstil würde ich als einfach und flüssig bezeichnen, was das Buch leicht zugänglich macht. Ich persönlich habe es an einem Tag gelesen und konnte es auch nicht aus der Hand legen.
Einziger Kritikpunkt für mich: Das Ende war mir persönlich zu abrupt. 100 Seiten mehr hätten der Geschichte meiner Meinung nach ganz gut getan. Aber das ist wahrscheinlich Geschmackssache und fällt für mich nicht allzu sehr ins Gewicht.
Insgesamt habe ich „Heimat“ sehr gerne gelesen und mich in die Welt der Trad-Wifes und der Mom-Guilt entführen lassen. Es war ein unangenehmer Spiegel, den sich unsere Gesellschaft öfter mal vor die Nase halten sollte!