Magie, Macht und verpasste Chancen
Kingdom of crystal HeartsIn Brillant ist das Leben hart, wenn man nicht zum reichen Adel gehört. Elodie hat schon früh ihre gesamte Familie verloren und muss sich nun alleine durchschlagen. Getrieben von dem Wunsch nach Rache, ...
In Brillant ist das Leben hart, wenn man nicht zum reichen Adel gehört. Elodie hat schon früh ihre gesamte Familie verloren und muss sich nun alleine durchschlagen. Getrieben von dem Wunsch nach Rache, gibt sie sich bei einem Turnier zu Ehren des Prinzen als Adelige aus, um gemeinsam mit anderen Rebellen einen Weg zu finden, die Königin zu stürzen. Doch dann kommt alles anders: Ihre Tarnung fliegt auf, und sie wird gezwungen, den magielosen Prinzen Rafe dabei zu unterstützen, den Thron zu besteigen.
Der angenehme und flüssige Schreibstil erleichtert den Einstieg in die Geschichte erheblich. Elodie war mir von Anfang an sympathisch, da sie eine authentische Protagonistin ist, in die man sich gut hineinversetzen kann. Allerdings merkt man ihr oft ihr junges Alter an, da sie teilweise sehr stur handelt, ohne die Konsequenzen ihres Handelns zu bedenken. Auch Rafe fand ich als Charakter spannend. Er hat sich bewusst dafür entschieden, seine Stimme nicht zu nutzen, und obwohl er in der Welt der Adeligen aufgewachsen ist, hatte er keine leichte Kindheit. Durch sein Schweigen gestaltet sich die Entwicklung zwischen den beiden allerdings etwas schwerfällig. Zwar war es beeindruckend zu sehen, wie sehr Rafe im Verlauf der Geschichte wächst, doch die Anziehung zwischen ihm und Elodie kommt für mich zu kurz. Die Handlung zieht sich zwischendurch leider auch etwas in die Länge, wodurch die Spannung leidet. Anstatt weiterer Trainingssessions oder Szenen, in denen nicht viel passiert, hätte ich mir ein ausführlicheres Worldbuilding gewünscht. Sowohl die Magie als auch die generelle Welt werden eher nur angerissen, hier hätte es für mich gerne mehr Tiefe geben dürfen. Außerdem muss ich zugeben, dass das Genre für mich nicht ganz passt: Es ist zwar eine Romantasy, doch in meinen Augen ist kaum etwas wirklich „darkes“ vorhanden.
Eine Geschichte mit sympathischen Figuren und spannendem Ansatz, die aber in Sachen Worldbuilding, Romantik und Spannung deutliche Schwächen zeigt und daher nur teilweise überzeugen kann.