Profilbild von coala

coala

Lesejury Star
offline

coala ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit coala über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.03.2026

Ein Kuss, der alles verändert

Kissed by the Quarterback
0

Eigentlich wollte Kimberly nur ein normales Date genießen, bis die Kiss-Cam plötzlich auf sie gerichtet ist. Ihr Begleiter reagiert jedoch nicht, und ausgerechnet Easton Watts, Star-Quarterback der New ...

Eigentlich wollte Kimberly nur ein normales Date genießen, bis die Kiss-Cam plötzlich auf sie gerichtet ist. Ihr Begleiter reagiert jedoch nicht, und ausgerechnet Easton Watts, Star-Quarterback der New York City Skyliners und bester Freund ihres Bruders, springt ein. Der spontane Kuss der beiden bleibt nicht unbemerkt und geht kurz darauf viral. Um ihre Karrieren zu schützen, bleibt ihnen nur eine Lösung: Sie müssen der Öffentlichkeit vorspielen, ein Paar zu sein, zumindest bis zum Super Bowl. Doch während die beiden versuchen, ihre Beziehung überzeugend zu inszenieren, geraten alte Gefühle, neue Emotionen und jede Menge Chaos ins Spiel.

Kissed by the Quarterback ist eine unterhaltsame Sports-Romance, die sich leicht und schnell lesen lässt. Der Schreibstil von Katie McLane ist lebendig, humorvoll und sehr dynamisch, wodurch man schnell in die Geschichte eintaucht. Die Kapitel wechseln zwischen Kimberly und Easton, was einen guten Einblick in ihre Gedanken und Gefühle ermöglicht. Vor allem der schlagfertige Humor und die Wortgefechte zwischen den beiden sorgen dabei immer wieder für amüsante Momente. Kimberly überzeugt als starke, selbstständige Protagonistin, die für ihre Karriere kämpft und sich nicht so leicht unterkriegen lässt. Easton wirkt zunächst wie der typische grobe Football-Star, zeigt jedoch schnell auch eine weichere Seite, die ihn sympathisch macht. Die Liebesgeschichte entwickelt sich zwar recht flott und bleibt insgesamt eher leicht, dennoch funktioniert die Dynamik zwischen den beiden gut. Der Fake-Dating-Aspekt bringt zusätzliche Spannung in die Handlung, auch wenn er stellenweise etwas mehr Raum hätte bekommen können. Der Football selbst spielt eher eine Nebenrolle und dient hauptsächlich als Hintergrund für die Geschichte, sodass man auch ohne Sportwissen problemlos in die Handlung findet.

Eine humorvolle, kurzweilige Sports-Romance mit sympathischen Figuren und viel Schlagabtausch. Eine gute Wahl, wenn man eine leichte, unterhaltsame Liebesgeschichte mit Football-Setting sucht.

Veröffentlicht am 09.03.2026

Gefährliche Faszination hinter perfekten Fassaden

Limerence
0

Das Elite-Internat Lionswood Prep scheint nach außen perfekt: Reichtum, Einfluss und glänzende Zukunftsperspektiven. Für die Stipendiatin Poppy bedeutet der Alltag dort jedoch vor allem Anpassung und Vorsicht, ...

Das Elite-Internat Lionswood Prep scheint nach außen perfekt: Reichtum, Einfluss und glänzende Zukunftsperspektiven. Für die Stipendiatin Poppy bedeutet der Alltag dort jedoch vor allem Anpassung und Vorsicht, denn sie darf sich keinen Fehler leisten. Als ein Mitschüler tot aufgefunden wird, glaubt Poppy nicht an einen Unfall. Ihr Verdacht fällt schnell auf Adrian Ellis, den gefeierten Vorzeigeschüler der Schule. Doch je näher sie der Wahrheit kommt, desto stärker gerät sie selbst in ein gefährliches Spiel aus Geheimnissen, Macht und Anziehung.

Limerence startet stark und zieht seien Leser sofort in die Handlung hinein. Der frühe Todesfall sorgt für Spannung und schafft eine düstere Atmosphäre, die perfekt zum Internatssetting passt. Hinter der glänzenden Fassade von Lionswood Prep offenbart sich schnell eine Welt voller Intrigen, Geheimnisse und moralischer Grauzonen. Poppy ist eine interessante Protagonistin. Ihr sarkastischer Blick auf ihre Umgebung, ihre Unsicherheit als Stipendiatin zwischen reichen Mitschülern und ihre Angst, alles zu verlieren, machen sie zu einer greifbaren Figur. Gleichzeitig zeigt sich im Laufe der Geschichte, dass auch sie mehr verbirgt, als zunächst sichtbar ist. Adrian bleibt lange schwer zu durchschauen. Seine Mischung aus Charme, Kontrolle und dunklen Andeutungen sorgt für eine intensive Dynamik zwischen den beiden Figuren und diese moralische Gegensätzlichkeit verleiht der Geschichte eine besondere Spannung. Die Beziehung zwischen Poppy und Adrian entwickelt sich eher langsam und wirkt weniger wie eine klassische Liebesgeschichte als wie ein psychologisches Machtspiel. Anziehung, Misstrauen und Manipulation liegen hier oft sehr nah beieinander. Doch trotz des starken Einstiegs verliert die Handlung im Mittelteil stellenweise etwas an Tempo udn einige Aspekte, insbesondere rund um den mysteriösen Todesfall, treten zeitweise in den Hintergrund. Auch wer eine sehr explizite Dark Romance erwartet, könnte überrascht sein, da die düsteren Elemente eher durch Charaktere und moralische Konflikte entstehen. Der Schreibstil selbst ist jedoch modern und flüssig, sodass man zügig durch die Handlung kommt.

Limerence ist ein atmosphärischer Auftakt voller Geheimnisse, moralischer Grauzonen und gefährlicher Anziehung. Das Elite-Internat als Schauplatz und die komplexen Figuren sorgen für eine spannende Grundlage, auch wenn die Geschichte stellenweise etwas an Spannung verliert. Trotz kleiner Schwächen bleibt ein fesselnder Reihenstart, der neugierig auf die Fortsetzung macht.

Veröffentlicht am 09.03.2026

Schatten über der Goldenen Stadt

House of War and Bone - Die Goldene Stadt 2
0

Mit House of War and Bone setzt Leia Stone ihre Fantasyreihe rund um die geheimnisvolle Goldene Stadt fort. Die Geschichte knüpft direkt an das dramatische Ende des ersten Bandes an. Fallon hat versehentlich ...

Mit House of War and Bone setzt Leia Stone ihre Fantasyreihe rund um die geheimnisvolle Goldene Stadt fort. Die Geschichte knüpft direkt an das dramatische Ende des ersten Bandes an. Fallon hat versehentlich ihre Kräfte mit Ariyon vertauscht und ihn damit ins Reich der Toten geschickt. Während Ariyon dort ums Überleben kämpft, versucht Fallon verzweifelt einen Weg zu finden, ihn zurückzuholen, bevor er sich endgültig in einen Nachtwandler verwandelt.

Die Fortsetzung erweitert die Welt der Reihe deutlich. Vor allem die Geschichte der drei Häuser der Goldenen Stadt rückt diesmal stärker in den Fokus und verleiht dem Worldbuilding zusätzliche Tiefe. Gleichzeitig wird das Setting spürbar düsterer als im ersten Band, was gut zur Situation der Figuren passt. Fallon steht im Zentrum der Handlung und muss sich mit mehreren Herausforderungen gleichzeitig auseinandersetzen. Diese Vielzahl an Konflikten sorgt zwar für viele interessante Ideen, lässt die Handlung jedoch stellenweise auch etwas überladen wirken. Erzählt wird die Geschichte dabei abwechselnd aus der Perspektive von Fallon und Ariyon. Besonders Fallons Kapitel prägen den Roman, während Ariyons Abschnitte Einblicke in seine Kämpfe im Land der Toten geben. Diese Perspektivwechsel sorgen für Spannung, auch wenn Ariyons Erlebnisse teilweise noch intensiver hätten ausgearbeitet werden können. Ein echtes Highlight bleibt aber erneut Fallons Rabe Yanric. Mit seinem frechen Charakter und den humorvollen Kommentaren bringt er immer wieder Leichtigkeit in die ansonsten eher düstere Atmosphäre und sorgt für einige der unterhaltsamsten Momente der Geschichte. Der Schreibstil ist wieder gewohnt leicht und flüssig, was besonders gut Zielgruppe passt. Die Handlung selbst wirkt stellenweise etwas sprunghaft, da mehrere Handlungsstränge parallel vorangetrieben werden und nicht alle Entwicklungen gleich viel Raum bekommen.

Eine fantasievolle und spannende Fortsetzung mit interessanten neuen Einblicken in die Welt der Goldenen Stadt. Trotz kleiner Schwächen im Erzählfluss überzeugt der Roman mit starken Figuren, einem düsteren Setting und vielen neuen Geheimnissen. Der Band macht auf jeden Fall neugierig auf das große Finale der Trilogie.

Veröffentlicht am 02.03.2026

Fragen, die bleiben und Antworten, die zu spät kommen

Pepper
0

In Pepper erzählt Nils Mohl eine leise, zugleich intensive Coming-of-Age-Geschichte über Identität, Familie und die Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Im Mittelpunkt steht die 17-jährige Pepper, die ihren Vater ...

In Pepper erzählt Nils Mohl eine leise, zugleich intensive Coming-of-Age-Geschichte über Identität, Familie und die Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Im Mittelpunkt steht die 17-jährige Pepper, die ihren Vater nie kennengelernt hat und beschließt, diese Lücke endlich zu füllen. Mit einem roten Notizbuch voller Fragen macht sie sich auf die Suche nach einem Mann, der ihr fremd ist und ihr doch fehlen könnte.

Ruhig, poetisch und manchmal fast nachdenklich tastend begleitet der Roman Pepper auf ihrem emotionalen Weg. Durch eine direkte Ansprache an den Vater vermittelt die Erzählung eine zudem eine große Nähe und macht die innere Zerrissenheit der Protagonistin gut spürbar. Zwischen Hoffnung, Unsicherheit und vorsichtiger Neugier entsteht dadurch ein feinfühliges Porträt einer jungen Frau, die verstehen möchte, wo sie hingehört. Pepper selbst wirkt authentisch und vielschichtig. Ihre Entscheidungen sind nicht immer rational, aber nachvollziehbar. Sie werden getragen von ihren tiefen Sehnsucht nach Antworten. Gerade diese Mischung aus Stärke und Verletzlichkeit macht sie greifbar. Auch Kimme, der Vater, bleibt bewusst kantig und unperfekt. Die Annäherung zwischen beiden verläuft dabei leise und manchmal unbeholfen, aber ist genau dadurch glaubwürdig. Besonders stark ist zudem die ungewöhnliche Figurenkonstellation rund um die Altherren-WG und das Altersheim. Die Begegnungen zwischen Generationen bringen Wärme, Humor und nachdenkliche Momente in die Handlung und geben der Geschichte eine eigene Farbe. Gleichzeitig bleiben einzelne Nebenfiguren sowie familiäre Konflikte stellenweise etwas im Hintergrund, wodurch manche emotionale Entwicklung schneller abgeschlossen wirkt, als erwartet. Tagebucheinträge und musikalische Elemente strukturieren den Roman zusätzlich und unterstreichen die melancholische Grundstimmung. Dadurch entsteht ein sehr stimmungsvolles Leseerlebnis, das weniger von der Handlung selbst und eher von innerer Entwicklung getragen wird.

Ein sensibler, nachhallender Jugendroman über das Erwachsenwerden und die Frage, ob Herkunft das eigene Leben bestimmt. Mit poetischer Sprache, authentischen Figuren und einer bittersüßen Atmosphäre erzählt Nils Mohl eine Geschichte, die eher leise berührt als laut überrascht.

Veröffentlicht am 02.03.2026

Zwischen Ehrgeiz und Herzklopfen

Doppeltreffer
0

Mit Doppeltreffer bringt Sibi M. Siber frischen Wind in das Genre der Sports Romance. Statt Profifußball oder Highschool-Drama steht hier der Hochschulsport im Mittelpunkt, genauer gesagt das Florettfechten. ...

Mit Doppeltreffer bringt Sibi M. Siber frischen Wind in das Genre der Sports Romance. Statt Profifußball oder Highschool-Drama steht hier der Hochschulsport im Mittelpunkt, genauer gesagt das Florettfechten. Im Zentrum der Geschichte stehen Kate, ehrgeizig und zielstrebig mit klarer Olympia-Vision, und Amelie, ihr ehemaliges Idol, das dem Leistungssport längst den Rücken gekehrt hat. Zwei Frauen, zwei Lebensentwürfe und und eine Begegnung, die alles ins Wanken bringt.

Vor allem die große Leidenschaft für den Fechtsport ist spürbar im Roman. Trainingsabläufe, Turniere und taktische Details werden mit viel Fachwissen und Hingabe geschildert. Das verleiht der Geschichte Authentizität und hebt sie angenehm von oberflächlichen Sportkulissen ab. Gleichzeitig kann diese Detailtiefe stellenweise aber auch etwas herausfordernd sein, gerade ohne Vorkenntnisse. Manchmal fehlt ein kleiner Anker, um jede Bewegung oder jeden Fachbegriff sofort einordnen zu können. Abseits der sportlichen Ebene entfaltet sich jedoch eine feinfühlige, glaubwürdige Liebesgeschichte. Das erste Aufeinandertreffen von Kate und Amelie verläuft alles andere als harmonisch. Stolz, Enttäuschung und unterschiedliche Weltanschauungen sorgen für Reibung, doch genau daraus entsteht eine intensive Dynamik. Dies wird auch schön deutlich in den klar unterschiedlichen Erzählstimmen der beiden Protagonistinnen und beide bekommen dadurch eine schöne Charaktertiefe. Die Annäherung beider geschieht langsam, fast vorsichtig, und wirkt dadurch umso echter. Kate überzeugt mit ihrem Ehrgeiz und ihrer klaren Zielstrebigkeit, während Amelie mit ihrer inneren Zerrissenheit und dem Versuch, sich außerhalb des Sports neu zu definieren, besonders berühren kann. Beide Figuren besitzen Ecken, Kanten und eigene Konflikte. Manche Spannungen werden am Ende zwar etwas schnell aufgelöst, doch insgesamt bleibt die emotionale Entwicklung nachvollziehbar. Ein weiteres Highlight ist zudem das Setting. Erfurt als Hochschulstandort bringt eine angenehme Abwechslung ins Genre, fernab der üblichen Großstadtklischees. Die Liebe zur Stadt und kleine Details wie kulinarische Vorlieben verleihen der Geschichte zusätzliche Authentizität.

Eine leidenschaftliche, nerdige und zugleich gefühlvolle Sapphic Sports Romance, die den Hochschulsport ins Rampenlicht stellt. Mit viel Herz für das Fechten, zwei starken Persönlichkeiten und einer langsam wachsenden Liebesgeschichte trifft der Roman emotional ins Ziel, auch wenn die sportliche Details teilweise etwas zu ausführlich sind.