Platzhalter für Profilbild

Enzian

Lesejury Profi
offline

Enzian ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Enzian über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.03.2026

Im Moor

Moorland. Die Zwillinge
0

Die Zwillinge Nike und Jana verschwinden nach einem Ausflug ins Moor spurlos. An der Suche nach den beiden beteiligen sich zahlreiche Bewohner des nahe gelegenen kleinen Ortes. Die Suche bleibt ...

Die Zwillinge Nike und Jana verschwinden nach einem Ausflug ins Moor spurlos. An der Suche nach den beiden beteiligen sich zahlreiche Bewohner des nahe gelegenen kleinen Ortes. Die Suche bleibt zunächst erfolglos. Später taucht eine Kamera auf, mit Bildern der Zwillinge auf ihrem TikTok-Kanal. Kommissarin Malia Gold, einst selbst in der Gemeinde wohnhaft, übernimmt den Fall.

Das düster gestaltete Cover stimmt so richtig auf diesen Thriller ein. Andreas Winkelmann hat mit dem ersten Band seiner neuen Moorland-Reihe erneut ein kriminalistisches Meisterwerk geschaffen.

Mit Kommissarin Malia Gold schickt der Autor eine engagierte, wenn auch an sich selbst zweifelnde Persönlichkeit, ins Rennen. Malia war 15 Jahre nicht mehr in ihrer Heimat, immer irgendwie selbst auf der Flucht. Sie hat Probleme mit ihrer Mutter Ruth, deren Lösung ihr angesichts der vermissten Zwillinge keine Zeit lässt. Der Fall verlangt die gesamte Aufmerksamkeit sowie Erfahrung der Kommissarin.

Der Autor überzeugt in gewohnter Weise von der ersten Seite an durch Spannung. Er zeichnet eine so unheimliche und düstere Atmosphäre der Moorlandschaft sowie des gesamten Geschehens, dass die Kälte und Einsamkeit sofort in das Bewusstsein des Lesers gerät. Zudem hat Andreas Winkelmann interessante Charaktere geschaffen. Dazu zählt neben Malia und ihren Kollegen vor allem ihre Mutter Ruth, die das Moor so gut kennt, wie kein anderer Bewohner des Ortes.

Zweifel und Vorurteile der Bewohner gegenüber Menschen, die erst vor kurzem in den Ort gezogen sind, nehmen auch einen Raum ein. Es ist aber gerade der Zugezogene, der nach und nach Malias Vertrauen gewinnt und sich aktiv in den Fall einbringt. Der Autor erzählt aus verschiedenen Perspektiven der unterschiedlichen Figuren, was die Spannung zusätzlich steigert. Er baut sehr viele Wendungen ein, die atemlos machen. Ich konnte den Thriller kaum aus der Hand legen. Es handelt sich um einen grandiosen Pageturner, für den ich fünf Sterne vergebe und eine deutliche Leseempfehlung ausspreche.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.01.2026

Die Flutwelle

Grenzfall – Ihr Grab in den Fluten
0

Auf der deutschen und österreichischen Seite der Alpen, in der Grenzregion Karwendel, hat ein heftiges Unwetter zu Stürmen und Überflutungen geführt. In der Folge wurden Häuser zerstört und Menschen ...

Auf der deutschen und österreichischen Seite der Alpen, in der Grenzregion Karwendel, hat ein heftiges Unwetter zu Stürmen und Überflutungen geführt. In der Folge wurden Häuser zerstört und Menschen sind tot oder werden vermisst. Als in einer Schlucht ein Toter gefunden wird, stellt sich schnell heraus, dass der Mann ermordet wurde. Die deutsche Oberkommissarin Alexa Jahn nimmt die Ermittlungen auf. Währenddessen wird ihr österreichischer Kollege, Chefinspektor Bernhard Krammer, mit dem Verschwinden einer Frau konfrontiert. Beide ermitteln nicht nur angesichts des Unwetters in einer kritischen Situation.

Eine dunkle Gebirgslandschaft sowie ein reißender Fluss, das Cover passt bestens zum Inhalt des Krimis und stimmt darauf ein.

Der Prolog beginnt sehr spannend – eine einsame Frau befindet sich in ihrem Wohnmobil in einer beängstigenden Situation. Anna Schneider schildert diese Lage so authentisch, dass ich Gänsehaut bekommen habe. Der Krimi verläuft in der Folge spannend und sehr temporeich weiter. Sämtliche Schauplätze und die mit dem Unwetter verbundenen Situationen sind so authentisch beschreiben, dass ich mich darin hineinversetzen konnte.

Nicht nur für die sympathischen deutsch-österreichischen Ermittler Alexa und Bernhard bricht mit der Flutkatastrophe, einem Mordopfer sowie vermissten Personen eine arbeitsreiche Zeit an. Die Hilfsbereitschaft von Einsatzkräften und Zivilpersonen ist angesichts der Katastrophe groß, was die Autorin eindrucksvoll schildert. Die Mordermittlung läuft trotz der schwierigen Umstände schnell an. Anna Schneider hat familiäre Probleme, Gewalt gegen Frauen und deren dramatische Folgen detailliert zum Ausdruck gebracht.

Naturgewalten und die daraus resultierenden Auswirkungen nehmen einen breiten Raum ein und deprimieren. Insgesamt ist es der Autorin perfekt gelungen, mehrere Kriminalfälle miteinander zu verbinden. Das Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und bestens unterhalten. Ein spannender Krimi mit starken Figuren, dafür vergebe ich gerne fünf Sterne und spreche eine Leseempfehlung aus.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.01.2026

Zwischenzeit

Oxen. Interregnum
0

Geheimdienstchef Axel Mossmann bittet Niels Oxen und Margrethe Frank um Hilfe. Er hat Hinweise darauf, dass der zerschlagen geglaubte Geheimbund Danehof vor dem Wiederaufbau steht. Mossmann bleibt ...

Geheimdienstchef Axel Mossmann bittet Niels Oxen und Margrethe Frank um Hilfe. Er hat Hinweise darauf, dass der zerschlagen geglaubte Geheimbund Danehof vor dem Wiederaufbau steht. Mossmann bleibt nicht viel Zeit, da er nur vorübergehend den Geheimdienst leiten darf. Niels, Margrethe sowie Polizistin Sally stehen im Laufe der Ermittlungen vor einigen Rätseln. Sie gelangen nicht voran, zudem kommt es zu weiteren tödlichen Zwischenfällen.

Bereits das düster gestaltete Cover lässt Schlüsse auf den Inhalt des Buches zu. Nachdem ich bereits den Vorgängerroman "Pilgrim" mit Begeisterung gelesen habe, wurde ich auch von dem neuen Thriller des Autors Jens Henrik Jensen nicht enttäuscht. Hier geht es neben skrupellosen politischen Machtspielen im eigenen Land auch um Einflüsse fremder Regierungen.

Dem Autor gelingt es meisterhaft, zahlreiche Wendungen einzubauen, so dass die Lektüre nie langweilig wird. In den einzelnen Kapiteln kommen die verschiedenen Protagonisten abwechselnd zu Wort. Haben der Mord an einem dänischen Generalstaatsanwalt und einem chinesischen Studenten miteinander zu tun? Außerdem kommen weitere Menschen ums Leben.

Ich hatte mich schon für Niels gefreut, dass er endlich mehr Zeit für seinen Sohn Magnus erübrigen kann, als Mossmann ihn mit der neuen, vom Danehof ausgehenden Gefahr konfrontiert. Wieder kommt das nicht einfache Privatleben von Niels und Margrethe nicht zu kurz. Die Balance zwischen den persönlichen Bereichen der beiden und ihrer Arbeit gelingt dem Autor perfekt. Die bewährten Ermittler Niels, Margrethe und Sally erhalten bei diesem Fall tatkräftige Unterstützung von der engagierten Polizistin Dajana Djukic.

Skrupellose politische Machtspiele sowie der Einfluss fremder Mächte – das von Jens Henrik Jensen aufgegriffine Thema erscheint mir leider nicht völlig realitätsfremd. Authentische Charaktere, eine fesselnde und temporeiche Handlung, ich habe mich mit diesem brillanten Politthriller bestens unterhalten gefühlt. Ich vergebe fünf Sterne und spreche eine unbedingte Leseempfehlung aus.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.12.2025

Harte Nachkriegszeit

Die weiße Nacht
0

Der Nachkriegswinter des Jahres 1946 in Berlin ist hart – Kälte, Hunger und Tod bestimmen das Leben der Menschen. Die junge Fotografin Lou Faber durchstreift Berlin auf der Suche nach geeigneten ...

Der Nachkriegswinter des Jahres 1946 in Berlin ist hart – Kälte, Hunger und Tod bestimmen das Leben der Menschen. Die junge Fotografin Lou Faber durchstreift Berlin auf der Suche nach geeigneten Fotomotiven, die sie an Zeitschriften verkauft. Zufällig entdeckt sie im Schnee eine weibliche Leiche. Lou findet es merkwürdig, dass die Hände der Toten gefaltet sind. Kriminalkommissar Alfred König leitet die Ermittlungen. Bald wird auch mit Hilfe von Lous Fotos klar, dass es sich um Mord handelt. Es soll nicht bei der einen Toten bleiben. Die Verdachtsmomente weisen zurück in die finstere Vergangenheit der NS-Zeit.

Das ebenso schlicht wie ansprechend gestaltete Cover hat mich neugierig auf das Buch gemacht. Viel brauchte es dazu nicht, denn Anne Stern zählt seit langem zu meinen Lieblingsautorinnen. Mit Begeisterung habe ich von ihr die Reihe um die Hebamme „Fräulein Gold“ gelesen. Mit dem Roman „Die weiße Nacht“ ist Anne Stern ein grandioser Auftakt zur neuen Krimiserie gelungen.
Die Autorin beschreibt die Atmosphäre im Berlin des Nachkriegswinters 1946/1947 so atmosphärisch dicht und zielsicher, dass der Leser das Gefühl hat, dabei zu sein. In dem präzise formulierten Plot geraten verschiedene Milieus miteinander in Berührung. Anne Stern hat vielschichtige, beeindruckende Charaktere geschaffen. Da sind die Jugendlichen Gerti und Justus, eigentlich noch fast Kinder. Beide sind trotz ihrer Jugend mit allen Wassern gewaschen und mit dem Schwarzmarkthandel bestens vertraut. Eine andere Möglichkeit, in dieser harten Zeit zu überleben, bleibt ihnen nicht. Der einäugige Kommissar Alfred und die Fotografin Lou können auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein. Doch nicht nur ihre schwere Vergangenheit in Nazideutschland schweißt sie zusammen, sondern auch der unbedingte Wille, den oder die Täter zu finden. Aber auch das Privatleben der sympathischen Hauptprotagonisten kommt nicht zu kurz.
Anne Stern ist nicht nur ein sehr lesenswerter Krimi gelungen, sondern zugleich ein lebendiges, historisches Zeitporträt. Ich habe mich bestens unterhalten gefühlt, vergebe für diesen Krimi fünf Sterne und spreche eine unbedingte Leseempfehlung aus.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.11.2025

Tödlicher Skiurlaub

Lügennebel
1

Eine Gruppe junger Leute verbringt Winterferien im romantischen, aber auch eiskalten Bergdorf Åre. Die sechs Studenten sind befreundet und wohnen in einem noblen Ferienhaus. Auf ihrer Feier fließt ...

Eine Gruppe junger Leute verbringt Winterferien im romantischen, aber auch eiskalten Bergdorf Åre. Die sechs Studenten sind befreundet und wohnen in einem noblen Ferienhaus. Auf ihrer Feier fließt reichlich Alkohol und am nächsten Morgen liegt eine junge Frau aus der Gruppe tot im Schnee. Nun verdächtigt jeder jeden, mit der Freundschaft scheint es vorbei zu sein. Dennoch wagen sie sich an riskante Skiabfahrtmanöver. Bis plötzlich alles aus dem Ruder läuft.

Das mystisch gestaltete Cover lässt einige Vermutungen zu und hat mich sofort in Bann gezogen. Der ersehnte vierte Teil der schwedischen Krimi-Queen Viveca Sten um das sympathische Ermittlerduo Hanna Ahlander und Daniel Lindskog ist endlich da. Sie müssen den Tod einer jungen Frau aufklären, wobei am Anfang noch von einem Unfall und nicht von Mord ausgegangen wird. Doch die Anzeichen hierfür verdichten sich im Laufe der Ermittlungen. Nicht nur einige der Freunde geraten in Verdacht, sondern auch Einwohner des kleinen Ortes. Die Autorin hat mit der Gruppe junger Studenten interessante und sehr authentische Charaktere gezeichnet. Ich habe mir sofort Sorgen um die schüchterne Fanny gemacht. Sie scheint eine Außenseiterin in der Gruppe zu sein.Wie immer versteht es Viveca Sten meisterhaft, atemlose Spannung zu erzeugen.Dazu tragen die wechselnden Erzählperspektiven entscheidend bei. Wie immer bildet die Kulisse der eisigen Winterlandschaft eine passende Atmosphäre. Auch das Privatleben der sympathischen Ermittler, wozu neben Hanna und David auch Anton und Ruffe gehören, spielt eine Rolle. Wobei die Erlebnisse von Hanna aus meiner Sicht einen etwas zu breiten Raum einnehmen. Der Thriller war insgesamt an Dramatik nicht zu überbieten. Ich habe mich bestens unterhalten gefühlt, vergebe fünf Sterne und spreche eine Leseempfehlung aus.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere