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Veröffentlicht am 04.03.2026

bittersüße Zeitreise in die Dynastie Joseon

Prinzessin der tausend Diebe – Chosen
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Der zweite Band der Diologie Prinzessin der 1000 Diebe handelt von Jia. Der zickigen Schwester im ersten Band. Um den Cliffhanger im ersten Band zu verhindern, reist Jia in der Zeit zurück, um die Zeit ...

Der zweite Band der Diologie Prinzessin der 1000 Diebe handelt von Jia. Der zickigen Schwester im ersten Band. Um den Cliffhanger im ersten Band zu verhindern, reist Jia in der Zeit zurück, um die Zeit zu verändern. Die dämonenartigen Monster sind ein scheinbar lebendig gewordenes Kunstwerk des Malers Sin Yun-Bok. Wird sie es schaffen?

Wie schon im ersten Teil, entführt uns die Autorin Thea Hong nach Südkorea oder besser gesagt in das alte Seoul. Ich liebe ihre plastische Sprache und so war ich schnell in der Zeit. Die Monster sind wieder gut beschrieben und es kommen die einen oder andern Gruselfaktoren mit rein. Kommen wir zu der Protagonistin. Jia reist in eine Zeit zurück, in der Frauen noch an den Herd gehörten. Sie verkleidet sich als Mann und es kommt zu vielen großartigen Momenten. Ich liebte ihr Temperament, ihre Fürsorge und dass sie wirklich erfuhr, was ist Glück und Freundschaft. Ihr Love-Interest ist wirklich zuckersüß und ich mochte ihn von der ersten Sekunde an. Auch er ist temperamentvolle, liebenswürdig und geheimnisvoll. Die Geschichte ist bis zum Ende doch recht logisch aufgebaut und sie hat ein abgeschlossenes Ende.
Sehr cool fand ich, die viele kleinen Szenen, die Jia widerfahren sind und sie immer sympathischer werden ließ. Sie nahm uns mit, auf ihrer Entdeckung von Freundschaft, Emanzipation und ihrer ersten Liebe und wurde als doch recht reife, junge Frau dargestellt.


Ich fand das K-Drama fantastisch, weil es sich zum einen auf eine wahre Begebenheit stützt, uns ins historische Korea entführt und Jia eine unfassbar großartige Reise zu sich selbst macht. Auch liebe ich es, weil am Ende der Geschichte viele Enden, welche mir gar nicht bewusst waren, dass es sie gibt, aufgelöst wurden und das Ende realistisch und nicht zu zuckersüß war.

Jeden dem der erste Band nicht gefallen hat, gibt den zweiten Band eine Chance, er ist es wirklich wert!

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  • Fantasy
Veröffentlicht am 15.02.2026

facettenreiche Geschichte über den Mut, Rechtschaffenheit und Traditionen (Hörbuch)

The Poet Empress
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Bevor ich kurz zu dem Buch eingehe, zwei Punkte was bei mir oft Verwunderung und auch Ärger hervorgerufen haben. Dieses Buch wird absolut falsch vermarktet, es ist nämlich KEIN Jugendbuch und KEIN klassisches ...

Bevor ich kurz zu dem Buch eingehe, zwei Punkte was bei mir oft Verwunderung und auch Ärger hervorgerufen haben. Dieses Buch wird absolut falsch vermarktet, es ist nämlich KEIN Jugendbuch und KEIN klassisches Romantasy und ab 14 finde ich arg bedenklich. Wenn man das Buch wo einordnen möchte, dann am ehesten in das epische, historische Dark-Fantasy mit einem heilsamen Ende.


Die Geschichte spielt in einem asiatischen Setting zur Azalee-Dynastie. Die Protagonistin ist Bauerstochter und durch ihren Mut und großem Herzen, wird sie als Konkubine mit an den Kaiserhof genommen. Sie lernt die Sprache der Konkubinen und merkt schnell, dass sie anders ist. Sie hat nicht das Bedürfnis bepflanzt zu werden und es kommt zum kleinen oder großen Skandal, als sie als Gemahlin erwählt wird.


Ab jetzt zieht die Spannung an und man taucht als Hörerin in die Welt von Intrigen, Macht, Manipulation und Hoffnung ein. Wie im Klappentext angegeben, geht ein großer Teil der Geschichte um das Herzseelengedicht. Ein Stilmittel, was ich einerseits mochte und mir andererseits das Herz bluten ließ. Denn ich fragte mich oft, kann Macht einen wirklich so grausame Dinge tun lassen? Ich war fassungslos und wütend und schockiert und am Ende auch traurig. Mehr Details kann ich nicht geben, ohne zu spoilern, aber nur so viel, die Triggerwarnung spoilert meiner Meinung nicht.


Johanna Zehendner gibt der Hauptprotagonistin ihre Stimme und schafft es die Emotionen dieser sehr intensiv zu transportieren. Sie unterstützt von Jesse Grimm und Oliver E. Schönfeld.

Fazit: Wer tiefgründige Geschichten im asiatischen Setting mag über eine mutige junge Frau, Traditionen, Hoffnung und Macht, der ist hier richtig. Das Buch hallt nach und lässt einen oft fassungslos als Leser stehen, um in nächsten Moment wider einzufangen und wie im Wind mitzutragen.

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Veröffentlicht am 11.01.2026

extrem atmosphärische Dark Arkademia meets Suspense meets Slow Burn Love Story

The Ordeals
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Wenn ich ehrlich bin, dann weiß ich dieses Mal nicht, wie ich dieses Buch beschreiben soll und es gibt nur 5 Sterne.

Das Cover, genauer gesagt der Schutzumschlag, zeigt eindrucksvoll die ...

Wenn ich ehrlich bin, dann weiß ich dieses Mal nicht, wie ich dieses Buch beschreiben soll und es gibt nur 5 Sterne.

Das Cover, genauer gesagt der Schutzumschlag, zeigt eindrucksvoll die Killmarth Academy und wirkt durch die schwarz-goldene Folierung ausgesprochen edel. Auch das Buch selbst mit seinem schwarzen Farbschnitt und den goldenen Ornamenten der Magieklassen, Sterne und Golddruck auf dem Buchdeckel ist ein wahres Schmuckstück. Besonders faszinierend ist die Haptik: weich, warm und einfach zum Verlieben. Hier wurde spürbar viel Mühe investiert, sodass allein die Gestaltung schon fünf Sterne verdient.

Es gibt kein Glossar im klassischen Sinne, sondern die Magiklassen bekommt jeder seine eigene Seite.

Doch eine schöne Aufmachung reicht nicht, wenn die Handlung nicht überzeugt – und genau hier wurde ich positiv überrascht. Von der ersten Seite an war ich gefesselt und bin nur so durch die Geschichte geflogen. Die Spannung in der Geschichte wird zum einen durch die Ordeals immer wieder aufgebaut, aber auch durch den fantastischen Aufbau der Atmosphäre und sehr viele kleine überraschende Momente. Die Beschreibungen sind so lebendig, dass ich förmlich den Wind in meinen Haaren spüren konnte. Die Welt selbst ist eine faszinierende Mischung aus Steampunk und Fantasy, logisch durchdacht und ohne erkennbare Schwächen.
Hier ein großes Lob an die Übersetzerin.

Im Zentrum steht Sophia De Winter, eine Protagonistin mit genau der richtigen Mischung aus Zweifel, Stärke, Einfallsreichtum und Magie. Nichts wirkt übertrieben, alles ist stimmig. Auch der Love-Interest hebt sich angenehm von gängigen Klischees ab: keine blauen Augen, kein Daueraufenthalt im Fitnessstudio, kein übertriebener Retter komplex. Stattdessen ein authentischer Charakter mit kleinen, glaubwürdigen Eigenheiten, die ihn lebendig wirken lassen. Die Nebenfiguren sind ebenso sorgfältig gezeichnet – charmant, authentisch oder, wenn verdächtig, stets mit nachvollziehbarer Begründung.

Klar es gibt Schnittpunkte zu den klassischen Romantasy, trotz allem sind genau die viele Kleinigkeiten im Verhalten der Charaktere, welche die Geschichte zu was besonderen reifen lässt.


Kurz zum Spice. Er ist faktisch nicht vorhanden. Die Spannung der beiden Main-Charaktere ist von erstem Moment an spürbar und trotz allem entwickelt sich das ganze langsam und endet dann am Ende nicht in seitenlangen ausufern, sondern genau das, was ich am tollsten finde - nämlich der nettesten Nebensache der Welt.


Fazit:

Es ist für mich ein Jahreshighlight und ich bin echt gespannt, wie das Buch noch getoppt werden soll. Die Gestaltung des Buches ist wunderschön. Die Story ist durchdacht mit authentischen Figuren und einem Spannungsbogen von der ersten bis zur letzten Seite. In der Story liegt der Schwerpunkt bei den Prüfungen und schafft damit so eine gute Spannung, dass ich echt das Buch nicht beenden wollte, nur weil ich nicht aus der Geschichte gehen wollte.

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Veröffentlicht am 06.12.2025

Komplexer, atmosphärischer, mystischer Einstieg in die Triologie

Der Weg des ewigen Winters
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Was passiert, wenn der Sänger Niilo Sevänen der Melodic-Death-Metal-Gruppe Insomnium beschließt, seiner zweiten Leidenschaft, dem Schreiben, zu frönen? Das durfte ich vorab für Lesejury lesen und mich ...

Was passiert, wenn der Sänger Niilo Sevänen der Melodic-Death-Metal-Gruppe Insomnium beschließt, seiner zweiten Leidenschaft, dem Schreiben, zu frönen? Das durfte ich vorab für Lesejury lesen und mich selbst überzeugen. In der Recherche zu dem Buch konnte man nachlesen, dass die Reihe auf dem 40-minütigen Song Winter Gates basiert. Zu diesem Song gibt es eine Kurzgeschichte, welche während der Pandemie nun um aktuell drei Bände erweitert wurde.

Der erste Band ist Der Weg des ewigen Winters und genau das ist er: ein erstes Eintauchen in die Welt sowie das Kennenlernen der Charaktere. Die Charaktere starten an zwei verschiedenen Orten. Ein Handlungsstrang wird von Theophanu getragen, was vielleicht zu einer Irritation führen kann, da die historischen Eckdaten in das fantastische Setting übertragen werden. Ich persönlich bin nicht so firm mit den historischen Zahlen und fand die Geschichte um Theophanu und ihren „Gast“ sehr spannend. Vor allem, weil das im Grunde die Ruheparts im Buch waren. In diesem Teil erfährt man etwas über die Anfangszeit des Winters und begleitet die Kaiserin auf der Suche nach ihrem Sohn. Im ersten Buch ist es noch der Nebenstrang, der angeteasert, aber nicht zu Ende erzählt wurde – fast wie ein langgezogener Cliffhanger.

Kommen wir zur Hauptgeschichte

Halla und ihr Pflegeonkel Orpheus müssen aus Konstantinopel fliehen. Warum, das erschließt sich nicht ganz – nur, dass seltsame Gestalten versuchen, das Kind zu fangen und jeden töten, der ihnen in die Quere kommt.

Auf der Flucht bekommen sie undurchsichtige Verbündete und werden immer wieder mit Figuren aus der Fantasy/Mythologie konfrontiert. Die Flucht durch die verschneite Mittelmeerregion ist spannend, atmosphärisch, und ich flog nur so durch die Seiten.

Ich muss sagen: Das war etwas, was ich an dem Buch absolut schätzte – die düstere, mystische Atmosphäre und ein Spannungsbogen, der nie nachließ. Auch die Winterwelt wurde eher als menschenfeindlich denn als angenehm, still und freundlich beschrieben. Ich war noch nie in Finnland, aber ich stelle mir die Winter dort genauso vor.

Auch dieser Teil teasert viele Punkte an. Manche Schnittpunkte zur Nebengeschichte erscheinen im ersten Band, aber viele Fragen bleiben noch offen.

Es ist mutig, und ich vermute fast, hier wird auf literarischer Ebene ein 40-minütiges Lied komponiert. Denn das ist etwas, was ich die gesamte Zeit über gefühlt habe: Die jetzt noch losen Stränge verfolgen einen Plan – und vor allem einen, der sicher in den nächsten Bänden erklärt wird.

Fazit

Ein Roman, der sich grob an historischen Eckpfeilern orientiert, aber vor allem von den fantastischen Elementen lebt. Die Geschichten und die Flucht sind durchgängig spannend. Viele Fragen werden im ersten Band noch nicht vollständig erklärt, was bei mir eher zum Hinfiebern auf den nächsten Band führt – und das finde ich wirklich genial. Vor allem die Atmosphäre: Es ist wirklich oft sehr kalt

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Veröffentlicht am 22.11.2025

heftige leise Zwischentöne um die Tochter von... und den Sohn von...

The Pumpkin Spice Latte Disaster (Lower Whilby 1)
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Fünf Sterne, warum:
Ich bin kein Freund von Sternen, denn sie sind nie greifbar und gut messbar. Die Story hat ihre fünf Punkte verdient, weil die Zwischentöne der Story deep sind. Die Charaktere erscheinen ...


Fünf Sterne, warum:
Ich bin kein Freund von Sternen, denn sie sind nie greifbar und gut messbar. Die Story hat ihre fünf Punkte verdient, weil die Zwischentöne der Story deep sind. Die Charaktere erscheinen im ersten Blick oberflächlich, aber auf den zweiten sind sie es nicht. Es sind warmherzige, empathische Menschen, die ihre Geschichte haben. Ich liebe beide Sprecher, denn sie verleihen den beiden Figuren Wärme und am Ende es wird im Buch auch Force of habit verwiesen. Avery ist die Protagonistin vom ersten Band der Breaking the waves Reihe von Kristina Moringer und diese Connection finde ich mega.

Lower Whilby ist ein konservatives Dörfchen/Kleinstadt mit einen Buchladen, einen Tante-Emma-Laden, ein Pub und halt das Cafè. James, gesprochen von Leonard Hohm, verliebt sich in diesen Ort und vor allem die Abgeschiedenheit. Denn er ist der Sohn von einem berühmten Brit-Pop Pärchen, das viel von ihren Skandalen und öffentlichen Liebesdramas lebte. James sucht Ruhe und übernimmt das Cafè und gehört fest zum Bestandteil des Ortes. Jude gesprochen von Sarah Dosel kommt für die Hochzeit ihrer Schwester Olive wieder in den Ort. Durch unerwartete Umstände bleibt Jude länger und nimmt die Stelle bei James an. Nicht ohne Hintergedanken, denn sie lebt von ihrem Musik-Podcast über Rockmusik. Nur ist Jude die Tochter von dem Hausarzt und im Dorf ‘bekannt’ für ihre wilde Art und ihre Rebellion. Wertschätzung, Anerkennung und Toleranz sind gegenüber von Jude zu Beginn eher Mangelware. Nur ist in Dörfer genauso wie in der Glimmerwelt. Oft ist mehr Schein als Sein.

Und genau hier knüpft die positive Seite des Buches an. Jude, hat eine Geschichte zu erzählen, die erst ab ca. der Hälfte des Hörbuchs ihre komplette Tragweite offenbart. Ich litt und fühlte mit der Protagonistin mit und ich konnte unfassbar gut verstehen, warum sie zu Beginn eher in der ‘Opferrolle’ steckte, was der er eine oder andere hier beschrieb. Aber um es mit einem Zitat aus dem Buch zu beschreiben “Alles, was nicht ins Bild passt, muss ausradiert werden und ich war die Radierfussel leid...”. und dieses Gefühl bekam Jude von sehr frühem Kindesalter in verschiedenen Situationen immer wieder vorgesagt und am Ende hat das Dorf mit ihrem Bild tragisch versagt. Mit dieser Vorgeschichte ist Jude eine großartige, bewundernswerte Frau geworden.

Die Zwischentöne werden von Sarah Dosel richtig gut vorgetragen und von wegen dahinplätschern und nebenbei zu hören. Ich war an bestimmten Stellen echt wütend auf die Umgebung und sooo froh, dass am Ende Jude ihr Happy End bekam.

James, war so das Gegenteil zu Jude, der ruhende Pol. Der auch eine Geschichte hatte, denn es gibt ein Familiengeheimnis, welches nie an die Öffentlichkeit kommen sollte. Er ist misstrauisch und hat auch seine Geschichte. James ist aber nicht nur der ruhende Pol, er ist eindeutig unterv** und ja er hat eine liebenswerte Seite, aber herrje, dieses körperliche Beschreiben, war mir an manchen Stellen, dann doch fast zu viel. Bei ihn hat es die Dialoge mit Penn, seinen Aushilfskellner wieder rausgerissen. Ich liebte die Frotzeleien der beiden und die Stimme von Leonard Hohm – das hat vieles wieder Wett gemacht.

In diesem Buch werden viele traumatische Ereignisse langsam und retrospektivisch rangegangen und aus dem Grund auf die Trigger Warnung verzichtet. Mich hat es etwas nachdenklich gemacht und ich war an der einen oder anderen Stelle trotz der Oberflächlichkeit doch geschockt. Es kann auch an der Beiläufigkeit der Erwachsenen liegen oder das mir besondere Kinder immer sehr am Herzen liegen, keine Ahnung, aber es ist leider ein Punkt, der mich doch nachdenklich stimmte.

Die Gründe für die fünf Sterne hab ich eingangs schon erwähnt.

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