Düsteres Moor
Moorland. Die ZwillingeWer hätte gedacht, dass es zwischen Andreas Winkelmann und mir mal so matchen würde. Seine Thriller lese ich seit ein paar Jahren mit mal etwas mehr, größtenteils insgesamt aber eher normaler Begeisterung. ...
Wer hätte gedacht, dass es zwischen Andreas Winkelmann und mir mal so matchen würde. Seine Thriller lese ich seit ein paar Jahren mit mal etwas mehr, größtenteils insgesamt aber eher normaler Begeisterung. Dann ging auf einmal die Post ab. Winkelmanns Himmelreich-Reihe hat mir zuletzt zwei Highlights im Cozy Crime-Genre beschert. Jetzt startet Winkelmann auch noch eine neue Thriller-Reihe – und die hat natürlich auch sofort meine Neugier geweckt. MOORLAND: DIE ZWILLINGE hat sich direkt mal unglaublich vielversprechend angehört. Trotzdem habe ich versucht, meine sehr hohen Erwartungen etwas zu zügeln, um nicht enttäuscht zu werden. Aber von Enttäuschung konnte bei diesem Reihenauftakt nun wirklich keine Rede sein.
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Darum geht’s: Die Zwillinge Jana und Nike betreiben einen erfolgreichen TikTok-Kanal. Als sie eines abends nicht von einer Fotosession im Moor zurückkehren, wird kurzerhand eine Suchaktion gestartet. Kommissarin Malia Gold, die ihren ersten Arbeitstag in Moorbach hat, wird mit dem Fall gleich ins heiße Wasser geworfen. Und sie muss nicht nur das Geheimnis um die Schwestern klären, sondern sich schneller als ihr lieb ist, auch noch ihrer eigenen Vergangenheit stellen…
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Viele Bücher locken aktuell mit grandioser Aufmachung und enttäuschen dann inhaltlich. Umso schöner, wenn das mal anders ist. Der MOORLAND-Reihenauftakt kann nicht nur mit äußerlichen Werten überzeugen. Winkelmanns Thriller hält, was Titel und Klappentext versprechen. Der Thriller rechtfertigt die grandiose Gestaltung nicht nur, er hat sie sich tatsächlich verdient.
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MOORLAND: DIE ZWILLINGE ist ein Einstieg in eine neue Thrillerserie, wie man ihn sich als Leser*in wünscht. Winkelmann überzeugt hier in allen Belangen. Wie ist das mit dem berühmten ersten Satz in Büchern? Der lautet in diesem Fall: „Der Nebel schluckte alles, aber nicht diese Schreie.“ Oookayyy, gib‘ mir mehr davon! Und Winkelmann? Hat weiter abgeliefert. Allem voran begeistert das titelgebende Setting. Das Moor ist bildhaft und sehr faszinierend beschrieben. Düster, geheimnisvoll und atmosphärisch hat es mich angelockt und verschlungen. Hinzu kommen dann noch sehr interessante und gut gezeichnete Charaktere mit einer ganz besonderen Dynamik untereinander. Und schließlich hat die Story ein Spannungslevel, das sehr hoch ist und sich keine Durchhänger erlaubt. Die Spannung flacht tatsächlich keine Sekunde ab, sondern zieht genau an den richtigen Stellen sogar noch an. Das Finale ist einfach nur rasant. Und wenn wir schon über den ersten Satz geredet haben, lasst uns auch über den letzten sprechen: „Aber eines steht fest: Es geht weiter.“ Ja und keine Frage, dass ich dann wieder dabei bin!
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Fazit: Danke, Andreas Winkelmann für diesen gelungenen Reihenauftakt! MOORLAND: DIE ZWILLINGE ist ein Thriller, der das Prädikat „Pageturner“ verdient, weil er mich von Anfang bis Ende, im Groben wie auch im Detail begeistert hat. Davon möchte ich gerne mehr!