Irre... gut!
Guilty PleasureZuletzt habe ich mich öfter darüber geärgert, dass wir in Thrillern gerade sehr viel Einheitsbrei mit immer wiederkehrenden Settings und Handlungsmotiven vorgesetzt bekommen. Und genau in dem Moment kreuzt ...
Zuletzt habe ich mich öfter darüber geärgert, dass wir in Thrillern gerade sehr viel Einheitsbrei mit immer wiederkehrenden Settings und Handlungsmotiven vorgesetzt bekommen. Und genau in dem Moment kreuzt GUILTY PLEASURE von Linda Schipp meinen Weg und hat mich wider Erwarten umgehauen.
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Hotel Guilty Pleasure ist ein Luxusresort, in dem die elitären Gäste besondere Gelüste ausleben können. So scheint es zunächst. Es könnte aber alles auch ganz anders sein…
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Es geht also wieder in ein Luxushotel an einem exotischen Ort. Das ist aber auch schon das Einzige, was GUILTY PLEASURE mit anderen Destination-Thrillern gemeinsam hat. Die Story kommt von Anfang an zwar seltsam, gleichzeitig aber auch faszinierend daher und entwickelt sich dann absolut abgefahren und durchgeknallt… im positiven Sinne. Ich bin jedenfalls voll auf die Story angesprungen.
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Ich bin mehr oder weniger unwissend in den Thriller gestartet und war zunächst eher skeptisch. GUILTY PLEASURE hat bei mir Anlaufzeit gebraucht. Ich musste mich erst mal zwischen fünf undurchschaubaren Perspektiven und sehr seltsamen Sequenzen zurechtfinden. Trotzdem war da dieser unbestreitbare Lese-Sog. Und dann ist plötzlich der Knoten bei mir geplatzt und ich konnte das Buch keine Sekunde mehr aus der Hand legen. Dabei konnte ich für keine der handelnden Personen Sympathien entwickeln, geschweige denn, mich mit ihnen identifizieren. Mitfiebern konnte ich trotzdem mit ihnen. Ich habe es genossen, dass in dieser Geschichte nichts ist, wie es scheint. Ein Twist jagt den nächsten. Manchmal sind mir sogar sämtliche Gesichtszüge entgleist.
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GUILTY PLEASURE ist wie ein Film vor meinem inneren Auge abgelaufen. Der Thriller ist nicht alltäglich. Wer sich mal auf etwas anderes einlassen kann und will, ist hier bestens aufgehoben. Dass es teilweise recht drastisch und auch sehr brutal wird, hat mich nicht gestört. Es gibt aber sogar eine Content-Warnung, was für das Genre ja ziemlich ungewöhnlich ist. Auf jeden Fall ist es kein einfacher Sommer-Sonne-Thriller, wie das Cover vermuten lässt. Dieser Thriller ist anders – und genau das hat mir so gut gefallen.