Ein absolutes Lesehighlight
Fäden des GlücksDas Cover finde ich sehr einladend: Vor einer Holzwand steht ein Tisch mit einem alten Stuhl, darauf eine alte Nähmaschine und unendlich viel Nähzubehör. Über dem Titel sind kleine Zeichnungen typischer ...
Das Cover finde ich sehr einladend: Vor einer Holzwand steht ein Tisch mit einem alten Stuhl, darauf eine alte Nähmaschine und unendlich viel Nähzubehör. Über dem Titel sind kleine Zeichnungen typischer Nähutensilien wie Schere, Maßband, Nadel, Faden und Knöpfe zu sehen – insgesamt sehr stimmig und atmosphärisch.
In der Geschichte geht es um Karla, die ihren Job als Unternehmensberaterin verloren hat und von der Großstadt Frankfurt nach Lüttenbüh reist, um sich um ihr Erbe – ein altes Gutshaus – zu kümmern. Ihr Plan ist klar: schnell renovieren und dann verkaufen. Doch sie steht vor einigen Herausforderungen: jahrelanger Schmutz, alte Möbel, Rohrbrüche und ein völlig verwildertes Grundstück.
Ausgerechnet ihre alte große Liebe Rasmus steht ihr dabei zur Seite. Gleichzeitig fühlt sie sich in Lüttenbüh immer wohler, begegnet neuen Menschen und taucht in alte Geschichten ein, die ihr ans Herz wachsen. Doch dabei werden auch alte Wunden wieder aufgerissen.
Die Autorin Marit Warncke war mir bisher unbekannt, aber dieses Buch hat mich vollkommen überzeugt. Ich habe es förmlich verschlungen! Die Geschichte ist sehr bildhaft erzählt, der Schreibstil angenehm flüssig und unglaublich authentisch. Besonders beeindruckt hat mich, wie gut ich mich in Karla hineinversetzen konnte – ihre Verzweiflung, ihre Hoffnung und ihre wiederentdeckte Leidenschaft fürs Nähen waren beim Lesen richtig spürbar.
Die Handlung wird aus Karlas Sicht erzählt, ergänzt durch Rückblicke in die Zeit 13 Jahre zuvor. Diese Wechsel haben mir besonders gut gefallen, da sie die Vergangenheit lebendig machen und ihren Einfluss auf die Gegenwart zeigen.
Das zunächst etwas ungewöhnlich wirkende Tagebuch aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs fügt sich im Verlauf wunderbar in die Geschichte ein und rundet sie stimmig ab.
Für mich war klar: Das wird nicht mein letztes Buch der Autorin sein. Sie schreibt mit so viel Gefühl, dass man die Geschichte kaum aus der Hand legen kann. Besonders gefreut habe ich mich auch über das gelungene Ende. Und als schönes Extra gibt es am Schluss sogar noch eine Anleitung für ein Kissen – perfekt für alle Nähbegeisterten🧵