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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.05.2026

Ehrlich, unterhaltsam und voller Wiedererkennung

Bin in der Lebensmitte. Komme klar.
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Dieses Buch hat mich von Anfang an abgeholt. Ich habe es regelrecht verschlungen, weil ich mich in vielen Gedanken und Alltagssituationen sofort wiedergefunden habe. Die Autorin schreibt direkt, humorvoll ...

Dieses Buch hat mich von Anfang an abgeholt. Ich habe es regelrecht verschlungen, weil ich mich in vielen Gedanken und Alltagssituationen sofort wiedergefunden habe. Die Autorin schreibt direkt, humorvoll und angenehm ehrlich – nie belehrend, sondern eher wie eine kluge Freundin, mit der man auf dem Sofa sitzt und über das Leben spricht.

Besonders gefallen haben mir die Themen rund um Lebensmitte, Selbstoptimierung, Freundschaften, Konsum und Älterwerden. Viele Aussagen sind mir im Kopf geblieben, zum Beispiel der Gedanke, dass jeder seinen eigenen Weg finden muss und man nicht nach der Schablone anderer leben sollte. Auch die Beobachtungen zu Besitz, Entscheidungsstress und Beziehungen fand ich sehr treffend.

Trotz der nachdenklichen Themen liest sich das Buch leicht und unterhaltsam. Viele Erinnerungen an Musik, Kindheit und frühere Zeiten haben bei mir sofort Bilder ausgelöst und mich oft schmunzeln lassen.

Auch das moderne, auffällige Cover passt perfekt zum Buch. Für mich eine rundum gelungene Mischung aus Humor, Ehrlichkeit und Lebensnähe.

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Veröffentlicht am 28.04.2026

nordisch, charmant, spannend

Ostsee, Klönschnack und ein Mord - Anni Gade und die Fördemorde
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Nachdem ich bereits Band 3 („Möwen, Seegang, falsche Fährte“) gelesen hatte und total begeistert von Anni Gade war, wollte ich unbedingt auch den Reihenanfang kennenlernen – und wurde nicht enttäuscht. ...

Nachdem ich bereits Band 3 („Möwen, Seegang, falsche Fährte“) gelesen hatte und total begeistert von Anni Gade war, wollte ich unbedingt auch den Reihenanfang kennenlernen – und wurde nicht enttäuscht. Schon das Cover versprüht echtes Küstenflair: Flensburg im Hintergrund, ein Steg, Möwen – ruhig, einladend und absolut stimmig zur Geschichte.
Der Einstieg gelang mir angenehm leicht. Der Schreibstil ist flüssig, locker und gleichzeitig sehr bildhaft, sodass ich mich schnell mitten im Geschehen wiedergefunden habe. Besonders schön ist die warme, fast schon heimelige Atmosphäre, die sich durch das gesamte Buch zieht – Klönschnack inklusive.
Die Handlung nimmt Fahrt auf, als Anni während einer Stadtführung einen Streit zwischen zwei Männern beobachtet. Kurz darauf verschwinden beide – und während der Brauereichef Erik Jebsen wieder auftaucht, allerdings ohne Erinnerungen, wird Michael Blumberg wenig später tot aufgefunden. Spätestens hier entwickelt sich eine spannende Krimihandlung, die nach und nach immer mehr Facetten zeigt.
Die Ermittlungen, an denen auch der ehemalige Hamburger Kommissar Jan Christiansen und sein Kollege Hannes Boysen beteiligt sind, bringen Dynamik in die Geschichte. Besonders gut gefallen hat mir, wie Anni immer wieder – eher zufällig und aus ihrer neugierigen Art heraus – wichtige Hinweise liefert. Das wirkt nie konstruiert, sondern passt wunderbar zu ihrer Figur.
Überhaupt sind die Charaktere ein großes Plus des Buches. Anni ist sympathisch, aufmerksam und angenehm authentisch. Auch die Nebenfiguren sind lebendig gezeichnet und bringen mit ihren Beziehungen, kleinen Geheimnissen und persönlichen Geschichten zusätzliche Tiefe hinein. Themen wie Nachbarschaft, Freundschaft, Familie, aber auch Betrug und Korruption werden geschickt miteinander verwoben, ohne überladen zu wirken.
Die Spannung baut sich eher ruhig, aber konstant auf. Es ist kein rasanter Thriller, sondern ein klassischer Küstenkrimi, der von Atmosphäre, Figuren und den zwischenmenschlichen Verstrickungen lebt. Genau diese Mischung macht für mich den Reiz aus.
Das Ende ist schlüssig und rund. Ein sehr gelungener Auftakt, der Lust auf mehr macht.
Insgesamt ein charmanter, atmosphärischer Küstenkrimi mit liebenswerten Figuren und einer stimmigen Geschichte – perfekt für alle, die nordische Settings und spannende, aber zugleich warme Krimis mögen. Band 2 steht bei mir definitiv schon auf der Liste 🙂

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Veröffentlicht am 26.03.2026

Ein absolutes Lesehighlight

Fäden des Glücks
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Das Cover finde ich sehr einladend: Vor einer Holzwand steht ein Tisch mit einem alten Stuhl, darauf eine alte Nähmaschine und unendlich viel Nähzubehör. Über dem Titel sind kleine Zeichnungen typischer ...

Das Cover finde ich sehr einladend: Vor einer Holzwand steht ein Tisch mit einem alten Stuhl, darauf eine alte Nähmaschine und unendlich viel Nähzubehör. Über dem Titel sind kleine Zeichnungen typischer Nähutensilien wie Schere, Maßband, Nadel, Faden und Knöpfe zu sehen – insgesamt sehr stimmig und atmosphärisch.
In der Geschichte geht es um Karla, die ihren Job als Unternehmensberaterin verloren hat und von der Großstadt Frankfurt nach Lüttenbüh reist, um sich um ihr Erbe – ein altes Gutshaus – zu kümmern. Ihr Plan ist klar: schnell renovieren und dann verkaufen. Doch sie steht vor einigen Herausforderungen: jahrelanger Schmutz, alte Möbel, Rohrbrüche und ein völlig verwildertes Grundstück.
Ausgerechnet ihre alte große Liebe Rasmus steht ihr dabei zur Seite. Gleichzeitig fühlt sie sich in Lüttenbüh immer wohler, begegnet neuen Menschen und taucht in alte Geschichten ein, die ihr ans Herz wachsen. Doch dabei werden auch alte Wunden wieder aufgerissen.
Die Autorin Marit Warncke war mir bisher unbekannt, aber dieses Buch hat mich vollkommen überzeugt. Ich habe es förmlich verschlungen! Die Geschichte ist sehr bildhaft erzählt, der Schreibstil angenehm flüssig und unglaublich authentisch. Besonders beeindruckt hat mich, wie gut ich mich in Karla hineinversetzen konnte – ihre Verzweiflung, ihre Hoffnung und ihre wiederentdeckte Leidenschaft fürs Nähen waren beim Lesen richtig spürbar.
Die Handlung wird aus Karlas Sicht erzählt, ergänzt durch Rückblicke in die Zeit 13 Jahre zuvor. Diese Wechsel haben mir besonders gut gefallen, da sie die Vergangenheit lebendig machen und ihren Einfluss auf die Gegenwart zeigen.
Das zunächst etwas ungewöhnlich wirkende Tagebuch aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs fügt sich im Verlauf wunderbar in die Geschichte ein und rundet sie stimmig ab.
Für mich war klar: Das wird nicht mein letztes Buch der Autorin sein. Sie schreibt mit so viel Gefühl, dass man die Geschichte kaum aus der Hand legen kann. Besonders gefreut habe ich mich auch über das gelungene Ende. Und als schönes Extra gibt es am Schluss sogar noch eine Anleitung für ein Kissen – perfekt für alle Nähbegeisterten🧵

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Veröffentlicht am 18.03.2026

Vom Funktionieren zum Aufwachen – eine Geschichte, die unterhält und gleichzeitig zum Nachdenken bringt

Von Spaß war nie die Rede
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Auch dieses Buch reiht sich optisch wunderbar in die Reihe der Romane von Ellen Berg ein. Das Cover hat einen hohen Wiedererkennungswert und passt perfekt zu den anderen Büchern der Autorin. Zu sehen ist ...

Auch dieses Buch reiht sich optisch wunderbar in die Reihe der Romane von Ellen Berg ein. Das Cover hat einen hohen Wiedererkennungswert und passt perfekt zu den anderen Büchern der Autorin. Zu sehen ist ein Mann, der entspannt auf einer Parkbank sitzt und Tauben füttert, während eine Frau auf einer anderen Bank scheinbar davon schwebt. Ein schönes Sinnbild für das Thema der Geschichte und für die innere Reise der Hauptfigur.

Im Mittelpunkt steht Fee, Anfang 40, Mutter von zwei Kindern und Ehefrau eines erfolgreichen, sportbegeisterten Oberarztes. Nebenbei arbeitet sie in Teilzeit als Assistentin beim Hautarzt. Ihr Alltag ist komplett durchgetaktet: Familie, Haushalt, Job – und für alle da sein. Fees größtes Problem ist, dass sie einfach nicht Nein sagen kann. Sie versucht es allen recht zu machen, kümmert sich aufopferungsvoll um alles und jeden. Nur eine Person kommt dabei viel zu kurz: sie selbst.

Doch irgendwann wird ihr alles zu viel. Fee beginnt, ihr Leben zu hinterfragen – und führt dabei einen ganz besonderen Dialog: mit ihrem inneren Kind. In Briefen und Gesprächen setzt sie sich mit ihren eigenen Bedürfnissen auseinander und beginnt langsam zu erkennen, was sie eigentlich wirklich will.

Beim Lesen gab es für mich viele Aha-Momente. Gerade das Thema Care-Arbeit steht hier stark im Fokus. Viele Frauen werden sich in Fees Situation wiedererkennen: immer funktionieren, sich um alles kümmern und die eigenen Wünsche hinten anstellen. Genau diese alltäglichen Situationen beschreibt die Autorin sehr treffend und nachvollziehbar.

Der Wendepunkt beginnt mit einem Familienurlaub, der für Fee zu einer Art Neustart wird. Während ihr Ehemann mit der „neuen“ Fee zunächst gar nicht zurechtkommt, reagieren die Kinder ganz anders. Die Veränderungen bringen Bewegung in die Familie und lassen neue Dynamiken entstehen.

Der Schreibstil ist wie gewohnt locker, leicht und sehr unterhaltsam. Das Buch lässt sich wunderbar lesen und man fliegt förmlich durch die Seiten. Gleichzeitig steckt in der Geschichte überraschend viel Tiefe. Zwar spielen auch ein paar esoterische Elemente eine Rolle, die letztlich den Anstoß für Fees Veränderung geben – obwohl sie selbst damit zunächst wenig anfangen kann –, doch insgesamt wirkt die Entwicklung sehr stimmig.

Besonders gefallen hat mir, dass das Buch nicht nur unterhält, sondern auch zum Nachdenken anregt. Themen wie Selbstfürsorge, Rollenbilder und persönliche Grenzen werden hier auf eine zugängliche und gleichzeitig sehr reflektierte Weise aufgegriffen.

Für mich gehört dieses Buch definitiv zu den besten, die ich bisher von Ellen Berg gelesen habe. Eine warmherzige, kluge und zugleich sehr unterhaltsame Geschichte über das eigene Leben, Mut zur Veränderung und darüber, dass es nie zu spät ist, sich selbst wieder wichtiger zu nehmen.

Insgesamt ein großartiger Roman mit viel Humor, Herz und Tiefgang – klare 5 von 5 Sternen. ⭐⭐⭐⭐⭐

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Veröffentlicht am 06.03.2026

Zum Schmunzeln, Nachdenken und gelegentlichen Selbst-Ertappen

Achtsam jammern
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Dieses Buch hat mich von der ersten Seite an abgeholt. Schon das Vorwort zeigt, wie viel Bedeutung in scheinbar harmlosen Redewendungen steckt – und wie automatisch wir oft jammern, ohne es bewusst zu ...

Dieses Buch hat mich von der ersten Seite an abgeholt. Schon das Vorwort zeigt, wie viel Bedeutung in scheinbar harmlosen Redewendungen steckt – und wie automatisch wir oft jammern, ohne es bewusst zu merken. Besonders gefallen hat mir der Wechsel zwischen den beiden Autorinnen, der das Lesen lebendig und nahbar macht. Die Mischung aus Humor, Alltagssituationen und fundierten Gedanken sorgt dafür, dass man sich immer wieder selbst ertappt – manchmal schmunzelnd, manchmal nachdenklich. Das Buch zeigt sehr schön, dass Jammern durchaus ein Ventil sein kann, aber auch schnell zur Gewohnheit wird und unsere Wahrnehmung beeinflusst. Gleichzeitig bleibt der Ton nie belehrend. Stattdessen laden viele Beispiele und Denkanstöße dazu ein, das eigene Verhalten zu reflektieren.

Auch das Cover passt wunderbar zum Inhalt: auffällig, humorvoll und mit einem Augenzwinkern gestaltet. Das Huhn darauf wirkt zunächst einfach nur witzig – begleitet einen aber gedanklich tatsächlich durch das ganze Buch und passt perfekt zum Thema. Am Ende gibt es praktische Tipps, wie man aus der Jammerschleife herauskommen kann – alltagstauglich und motivierend.

Fazit: Für mich eine sehr gelungene Mischung aus Leichtigkeit und Tiefgang. Ein Buch, das zum Nachdenken anregt – und das ich mit einem Lächeln geschlossen habe.

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