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Veröffentlicht am 06.03.2026

exzellent charakterisierte Figuren

Einatmen. Ausatmen.
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Marlene ist ein Erfolgsmensch, Effizienz und berufliches Weiterkommen sind ihr einziger Lebensinhalt. Das Zwischenmenschliche bleibt dabei auf der Strecke. So bringen sie leichte Denkanstöße von Alex Graw, ...

Marlene ist ein Erfolgsmensch, Effizienz und berufliches Weiterkommen sind ihr einziger Lebensinhalt. Das Zwischenmenschliche bleibt dabei auf der Strecke. So bringen sie leichte Denkanstöße von Alex Graw, dem Coach ihres von Vorstand aufgedrückten Achtsamkeitsseminars, gleich am ersten Tag aus dem Gleichgewicht. Sie flieht aus der Diskussion, denn an ihren Kern, ihre Gefühle lässt sie niemanden heran. Im Buch spricht der Autor von äußerem und inneren Erfolg. Der äußere, das sind die Zahlen, die Ergebnisse. Das beherrscht Marlene uneingeschränkt. Beim inneren soll man sich fragen, wie geht es mir damit, was macht das mit mir? Aber genau diese Fragen lässt Marlene nicht zu, sie bleiben unbeantwortet. Ganz allmählig und ohne Druck von außen lernt auch Marlene in sich hineinzuhören. Die ländliche Gegend, die Nähe zur Natur sind einfach dafür geschaffen. Marlene, jahrelang kopfgesteuert, fängt hier im Brandenburgischen an aus dem Bauch heraus zu agieren. Manchmal, ohne dass sie lange darüber nachdenkt. Unaufdringliche Helfer auf diesem Weg sind die offenherzige Kerstin und der Hausmeister, der seine krebskranke Mutter pflegt.
Am Anfang des Buchs habe ich sehr viel Ähnlichkeit zwischen Marlenes und meinem Verhalten festgestellt. Bin ich wirklich so schlimm, waren meine Gedanken. Irgendwie hat mich das nachdenklich gestimmt. Aber was Marlene schafft …..
Wie der Autor die unterschiedlichen Charaktere, den stillen Hausmeister, die 14jährige Umweltaktivistin, die von zu Hause weggelaufen ist, und natürlich Marlene, deren einziger Lebensplan beruflicher Erfolg ist, in diesem Buch als sehr unterhaltsame aber auch zum Nachdenken anregende Geschichte verbindet, hat mir sehr gut gefallen. Sie hat mich beim Lesen zur Selbstreflektion gebracht. Von mir gibt’s 4 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 06.03.2026

starke Frau zwischen Sehnsucht und Pflicht

Der Gesang der See
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Kristiane lebt auf einer kleinen Fischer-Insel an der Westküste Norwegens. Ihr Vater ist Lotse, Fischer und betreibt auch etwas Landwirtschaft um die Familie zu ernähren. Sehr eindrucksvoll beschreibt ...

Kristiane lebt auf einer kleinen Fischer-Insel an der Westküste Norwegens. Ihr Vater ist Lotse, Fischer und betreibt auch etwas Landwirtschaft um die Familie zu ernähren. Sehr eindrucksvoll beschreibt Trude Teige, wie karg die Landschaft und damit das Leben der Inselbewohner ist und wie sehr sie von den Wetterbedingungen abhängig sind. Aber nun ist nicht nur der Vater, sondern auch Kristianes Ehemann bei einem Sturm uns Leben gekommen. Als Papa-Kind weiß sie was auf dem Hof und auch auf dem Meer zu tun ist. Sie kennt alle Handgriffe. Aber das Lotsenmandat, das zuletzt ihr Ehemann innehatte, darf nicht an eine Frau vergeben werden. Das heißt, sie muss sich kurzfristig einen Mann suchen, der diesen Job übernimmt. Sonst geht die Lotsen-Nummer an einen anderen Mann und eine andere Familie im Ort und Kristiane hatte doch auf dem Sterbebett ihrem Vater versprochen sich um alles zu kümmern. Oft war ich beeindruckt, wie Kristiane bei Auseinandersetzungen den Gesprächspartnern Paroli geboten hat. Egal ob Mann oder Frau. Klar war das oft impulsiv und ohne an die Auswirkungen zu denken, aber gleichzeitig hat es mir auch die Kraft, die in dieser Frau steckt und die Empathie bei Ungerechtigkeiten deutlich gemacht. Trotzdem waren meine Gefühle gegenüber Kristiane zwiegespalten. Auf der einen Seite hat sie wie ein Mann um den Erhalt des Lotsenhofs gekämpft. Wie sie sich, ihre Ängste überwindend, gegenüber der Männerwelt durchsetzt, alle Achtung. Auf der anderen Seite gibt sie, trotz ihrer neuen Eheschließung, der Sehnsucht nach einem anderen Mann nach, was so gar nicht zu ihrem Verantwortungsgefühl passt.
Das Buch hat mich kurzweilig unterhalten und mir Einblicke in eine völlig andere Zeit und Lebensweise gegeben. Von mir gibt’s 4 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 06.03.2026

interessante Figuren bringen die Spannung

Das Camp
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Camp Donkerbloem ist ein heruntergekommener Campingplatz in den Ardennen. Doch das soll sich jetzt ändern. Nachdem Wout Meertens, Besitzer einer heruntergekommenen Kölner Bar, ihn für einen Schnäppchenpreis ...

Camp Donkerbloem ist ein heruntergekommener Campingplatz in den Ardennen. Doch das soll sich jetzt ändern. Nachdem Wout Meertens, Besitzer einer heruntergekommenen Kölner Bar, ihn für einen Schnäppchenpreis gekauft hat, ist sein bester Freund, Tayfun Akyd, dort als Verwalter tätig. Erstmals hat Tayfun das Gefühl am richtigen Platz zu sein, wenn da nicht die Sehnsucht nach Frieda wäre…
Eines voran: diesen zweiten Band sollte man nur lesen, wenn man den ersten kennt. Denn hier trifft man auf alte Bekannte, auf altes Misstrauen und Hass, die bereits im ersten Teil ihren Ursprung haben. Noch immer will jemand, den der Autor wohlweißlich den Mörder oder Killer nennt, Frieda Stahnke aus dem Verkehr ziehen. Als brillante Ermittlerin ist sie einfach für die aktuellen Geschäfte, die sein Auftraggeber vorhat, zu gefährlich. Dabei ist Frieda gerade jetzt neben der Spur, wirft man ihr doch, dank fingierter Spuren, mehrere Verbrechen vor.
Ich empfand in diesem Teil Tayfun und Wout als die zentralen Figuren sehr gut beschrieben. Es hat mir gefallen, wie der Autor ihr Wesen, ihre Motivationen und auch ihre Reaktionen entwickelt hat. Gerade Tayfun, dieser ehemalige Boxer mit einem Herz aus Butter hatte es mir angetan. Kein Wunder, dass auch Frieda seine empathische Art zu schätzen weiß. Leider fand ich in diesem Teil der Trilogie aber die einzelnen Handlungsebenen, Camp, Köln, Hamburg, Lausitz, etwas losgelöst voneinander. Aber spannend war es auf jeden Fall, so dass ich 4 Lese-Sterne gebe.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

kann ich uneingeschränkt empfehlen

Die Totenklägerin
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Matilda ist kein leicht verträglicher Typ. Sie hat dunkle Geheimnisse, lässt ungern jemanden hinter ihre Fassade blicken und doch schafft es die 12jährige Jackie ihr näher zu kommen. Sie ist es, die ihr ...

Matilda ist kein leicht verträglicher Typ. Sie hat dunkle Geheimnisse, lässt ungern jemanden hinter ihre Fassade blicken und doch schafft es die 12jährige Jackie ihr näher zu kommen. Sie ist es, die ihr schwere schwer ersparten 50 Euro einsetzt, damit Matilda sich den Tod von Oma Resi näher ansieht. Sie glaubt nicht, dass Oma Resi einfach so gestorben ist. Natürlich nimmt Matilda das Geld von Jackie nicht, aber trotzdem versucht sie näheres über die alte Dame und ihr Ableben herauszubekommen.
Unter der Lüge, Oma Resi hätte mit ihr vereinbart, dass sie die Trauerrede bei ihrer Beerdigung hält, beginnt sie mehr und oft weniger erfolgreich Antworten zu finden.
Anfangs habe ich mich mit Matilda als Hauptfigur schwergetan. Sie war mir zu abweisend, wenig strukturiert, von Sozialkompetenz ganz zu schweigen. Aber das hat sich mit Lesefortschritt immer mehr verbessert. Denn ihrem Abweisen von Nähe und ihrer schroffen Art verbirgt sie nicht nur die Erfahrungen einer schwierigen Kindheit, ist in ihrem Kern trotzdem allem ein herzlicher Kern. Vor allem ist sie aber eines: nicht auf den Mund gefallen und auch wenn der Graf von Reuth, der reichste Unternehmer des Ortes, sie offen anfeindet, bietet sie gekonnt Paroli. Überzeugt hat mich das Buch schlussendlich mit Matildas Trauerrede am Grab von Oma Resi. Gekonnt wirft Matilda hier Fragen auf, sät Zweifel und kommt der Wahrheit sehr nahe ohne direkt anzuklagen. Wirklich super gemacht. Insgesamt gibt’s von mir 4 Lese-Sterne.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

spannungsgeladenes Lesevergrügen

Giftiger Grund
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Nach fast sieben Jahren kommt Joran aus dem Jugendknast. Am Entlassungstag holt sein Vater ihn ab, bringt ihn in die elterliche Wohnung. Doch hier kommt es gleich zum ersten Eklat. Auch Jorans Job- und ...

Nach fast sieben Jahren kommt Joran aus dem Jugendknast. Am Entlassungstag holt sein Vater ihn ab, bringt ihn in die elterliche Wohnung. Doch hier kommt es gleich zum ersten Eklat. Auch Jorans Job- und Wohnungssuche laufen alles andere als glatt. In seiner Verzweiflung kehrt Joran zur Tankstelle, die er damals mit seinen beiden Freunden überfallen hat, zurück, um das damals dort versteckte Geld zu holen. Heute ist die Tankstelle ein Lost Place. Ein Ort, der auch andere, wenn auch aus gänzlich anderen Gründen, angezogen hat….
Der Autor macht diesen Lost Place am Priusring zum zentralen Punkt der Handlung. Hier lernen sich Charu, Edda und Joran kennen. Und jeder der drei hat seine eigene Geschichte. Besonders hatte es mir Edda angetan. Immer wieder habe ich mich gefragt, warum dieses 10jährige Mädchen nachts diesen dunklen, kalten verlassenen Ort aufsucht. Wie schlimm muss ihr Zuhause sein, wenn sie nachts immer wieder an diesen unwirtlichen Ort flieht.
Mich hat es sehr spannend unterhalten zu erfahren, die Geschichte der drei zu erfahren. Kapitelweise und durch die Überschrift leicht einzuordnen erzählt jeder der drei in Ich-Form seine Gründe diesen Ort aufzusuchen. Dabei lässt der Autor aber immer genug Geheimnisse offen, um die Spannung aufrecht zu halten. Schlussendlich kommt es zum Finale, dem letzten Treffen am Priusring das völlig aus dem Ruder läuft. Da nimmt der Krimi nochmal richtig an Fahrt auf. Ja, es bleibt spannend bis zum Schluss und ich kann dieses Buch allen Krimi-Fans uneingeschränkt empfehlen. Von mir gibt’s 4 Lese-Sterne.

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