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Veröffentlicht am 08.03.2026

von der Liebe zum Inselleben

Die Bücherfrauen von Listland. Der Duft des Strandhafers
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Anna ist wieder zurück auf Listland und weitet die Suche nach Fenjas Schwester Martje weiter aus. Beide wollen Martje endlich finden und in den Kreis der Familie zurück führen. Endlich!
Und nicht nur Martje ...

Anna ist wieder zurück auf Listland und weitet die Suche nach Fenjas Schwester Martje weiter aus. Beide wollen Martje endlich finden und in den Kreis der Familie zurück führen. Endlich!
Und nicht nur Martje soll gefunden werden; auch die Liebe möchte endlich einen Weg in Annas Herz finden.

Das Cover zeigt eine leicht verwitterte Holzbank in den Dünen. Mit Blick auf das Ufer, das Meer, den unendlichen Himmel und seinen Bewohnern. Fast gelingt es mir, das Lied der Möwen zu hören und mir den Wind um die Nase streichen zu lassen. Ich liebe dieses Coverbild, da es mich zum Träumen und verweilen einlädt!

Voller Freude und Neugierde ließ ich mich von Gabrielle Engelmann zurück auf die Insel Sylt entführen. Die Autorin schildert sie Umgebung mit soviel Liebe, Intensität und bildlich, dass ich mich ohne Probleme dorthin versetzen konnte. Ich liebe das Gefühl auf den Nordseeinseln zu sein und Gabriella Engelmann gelang es spielend, mich dorthin zu bringen. Und dies mit einer unglaublichen Leichtigkeit und Intensität, dass ich mich zwischen den Seiten und den Dünen förmlich verlor.
Voller Spannung verfolgte ich die Suche von Fenja und Anna nach Martje. Zwei starke und bodenständige Frauen, deren Leben ich gerne weiter verfolgen würde. Denn in der kurzen Zeit sind sie mir ans Herz gewachsen, da sie Ruhe und Stärke ausstrahlen auch wenn es in ihnen nicht so aussieht.

Während die beiden Martje suchen, wird in einem weiteren Erzählstrang Martjes Leben geschildert. Ebenfalls kraftvoll, gleichzeitig jedoch verloren. Beide Stränge streben unausweichlich aufeinander zu, was mein Herz zum Klopfen brachte. Familie gehört einfach zusammen, egal wie das Leben spielt!

Ich kann gar nicht sagen, welcher Erzählstrang und welcher damit einhergehender Charakter mir besser gefallen hat. Mich mehr fesselt und begeistert. Die schlichte Antwort: Keiner.
Beide Schwestern sind stark und wild wie die Nordsee. Und gleichzeitig beständig.

Mein Fazit

Mich haben die Bücherfrauen begeistert und gut unterhalten! Eine spannende Geschichte in einer Umgebung, die man einfach lieben muss!

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Veröffentlicht am 23.02.2026

er ist gekommen

Messias
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Er ist gekommen, um die Menschheit von Krieg, Terror und Gewalt zu befreien.
Er ist gekommen, um die Menschheit ins Paradies zu führen.
Er ist gekommen, um über vier Milliarden Menschen zu knechten unter ...

Er ist gekommen, um die Menschheit von Krieg, Terror und Gewalt zu befreien.
Er ist gekommen, um die Menschheit ins Paradies zu führen.
Er ist gekommen, um über vier Milliarden Menschen zu knechten unter dem Deckmantel, der Erlöser zu sein.
Er ist gekommen, um zu bleiben...

Das Cover ist in einem blutigen Rot gehalten. Eine schwarze Hand thront über allem, an den Fingerkuppen Angelhaken. Angelhaken, um Menschen zu ködern und sie ganz nach dem eigenen Willen wie Marionetten tanzen zu lassen. Ich finde es in seiner Schlichtheit sehr gut zum Inhalt des Buches gewählt. Auch, oder gerade weil der biblische Bezug damit besonders gegeben ist:

Als nun Jesus am Galiläischen Meer entlangging, sah er zwei Brüder, Simon, der Petrus genannt wird und Andreas, seinen Bruder; die warfen ihre Netze ins Meer; denn sie waren Fischer. Und er sprach zu ihnen: Folgt mir nach; ich will euch zu Menschenfischern machen! (Matthäus 4,18 und 4,19)

Andreas Brandhorst hat mich gefesselt mit seinem neuen Roman! In gewohnt spannendem Schreibstil mit Tiefgang und Finesse spielte er mit meinen Wünschen, Sehnsüchten und Hoffnungen. Auf interessante Art und Weise! Auf eine Weise, die ich unterhaltsam und gleichzeitig nachdenklich stimmend fand.
Zu Beginn des Buches ließ ich mich einfach treiben und war gefangen in Andreas Brandhorst Science Fiction Welt: Eine außerirdische Macht, oder gar der Messias ist auf die Erde gekommen, um der Menschheit Frieden und Heilung zu bringen. Der Gedanke ist so unfassbar schön! Doch welche Konsequenzen stecken wirklich hinter dem Weltfrieden und wenn keiner mehr krank wird? Glückseligkeit?
Echt jetzt? Nicht nur ich habe meine Zweifel, sondern auch die Mächtigsten der Welt. Sie heuern einen Serienkiller an, um den Messias zu beseitigen.

Für mich besonders spannend und nahbar wurde das Buch für mich durch die Einzelschicksal, die dieses globale Ereignis auslöste. Ob es ein Wissenschaftler war, oder eine Astronautin, der Papst oder besagter Auftragskiller. Alles sind am Ende des Tages ganz normale Menschen, die ihren Träumen nachhängen. Träumen, die plötzlich zum Greifen nah scheinen und doch einen mehr als faden Beigeschmack aufweisen. Der Verlust geliebter Mensch, der Verlust von Macht oder gar der Verlust von sich selber.

Das alles und noch viel mehr, schildert Andreas Brandhorst in seinem Buch, das mich mehr bewegte und zum Nachdenken anregte, als ich für möglich gehalten hätte! Wünsche und Träume, die plötzlich nicht nur zum Greifen nah sind, sondern erfüllt werden! Du musst nur den einen Schritt machen und alles aufgeben, an das du bisher geglaubt hast und einem neuen Gott folgen!

Mein Fazit

Für mich ist Messias ein Buch für Zweifler, für Augenverschließer, für Hoffnungsvolle und einfach für Menschen, die gute Unterhaltung mit Tiefgang zu schätzen wissen! Ein Buch voller atemraubender Spannung, Kopfkino pur und gewohnter Brandhorst-Qualität.
Einfach super!

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Veröffentlicht am 18.02.2026

wer anderen eine Grube gräbt

Das Signal
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Bei einem schweren Unfall hat Vio ein Bein verloren. Ihre Ehemann Adam kümmert sich rührend um seine Frau und engagiert sogar eine Pflegerin. Doch schnell wird Vio klar, dass Otilia nicht nur ihre Pflegerin ...

Bei einem schweren Unfall hat Vio ein Bein verloren. Ihre Ehemann Adam kümmert sich rührend um seine Frau und engagiert sogar eine Pflegerin. Doch schnell wird Vio klar, dass Otilia nicht nur ihre Pflegerin ist, sondern ihre Gefängniswärterin, die sie auf Schritt und Tritt überwacht.
Zum Glück gibt es noch ihre Freundinnen Romy und Marit, die Vio ein wenig Glück in den Alltag bringen.

Das Cover zeigt einen unbezwingbaren, gewundenen Treppenaufgang, der in die Unendlichkeit zu führen scheint. Der Pfeil einer Positionsbestimmung prangt unerreichbar in der Mitte. Ich finde es gut zu Titel und Inhalt des Buches gewählt, da es Vios Hilflosigkeit zeit, aber auch den Tracker, den sie heimlich nutzt.

Ursula Poznanski hat mal wieder einen spannenden und mitreißenden Roman geschrieben, der mir den Atem stocken lässt. Sie schildert Vio und ihren Kampf zurück ins Leben anschaulich und bewegend. Ich habe sie bewundert und mich immer wieder gefragt, woher sie die Kraft nimmt, weiter zu machen! Nach so einem Schicksalsschlag - ein Bein verlieren und fast verschüttet zu werden in einem Weinkeller - würde ich vor Angst beben. Doch Vio ist ein anderes Kaliber. Sie will unbedingt! Diese Kraft ist einfach grandios!
Doch nicht nur um sich zurück ins Leben zu kämpfen. Vio möchte nicht irgendein Leben, sondern ihr Leben und würde dafür viel tun. Sehr viel. Selbst ihrem Mann, ihrer Freundin und ihrer Pflegerin Tracker unterjubeln, um ihren Alltag zu tracken. Sie zu beobachten. Wie eine Spinne in ihrem Netz, beobachtet Vio die Schritte ihre Mitmenschen, jederzeit bereit, zuzuschlagen.

So sehr ich sie für ihren Lebenswillen bewunderte, noch viel mehr bewunderte ich sie für ihren unbeugsamen Willen, das zu bekommen, was sie möchte. Ursula Poznanski gelang es mal wieder meisterlich, das harmlose Opfer umzukehren. Leichte Zweifel beschlichen mich, die sich im Laufe des Buches verfestigten. Bald schon saß ich nicht mehr von Mitleid zerfließend vor dem Geschriebenen, sondern mit atemloser Spannung! Was steckt dahinter? Wer steckt hinter den Geschehnissen? Unfassbar spannend!

Ich liebe die Charaktere von Ursula Poznanski einfach! Denn keiner ist so, wie er zu Beginn des Buches scheint. Wie sie das immer wieder macht, weiß ich nicht, aber es ist einfach grandios!
Was ich ebenfalls beeindruckend finde, das Buch spielt in einem örtlich ganz begrenzten Raum und hat eigentlich nur fünf Protagonisten. Und trotzdem - oder gerade deswegen - geht mir die Spannung unter die Haut.

Für mich ist Das Signal mal wieder ganz großes Kopfkino!

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Veröffentlicht am 15.02.2026

blutiger Horror vom Feinsten

Das gierige Haus
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In einer ganz normalen Straße steht ein ganz normales Haus. Von außen zumindest. Der Garten etwas verwahrlost, das Gebäude leicht verfallen; wie ein Haus eben aussieht, wenn keiner mehr darin wohnt.
In ...

In einer ganz normalen Straße steht ein ganz normales Haus. Von außen zumindest. Der Garten etwas verwahrlost, das Gebäude leicht verfallen; wie ein Haus eben aussieht, wenn keiner mehr darin wohnt.
In dem verlassen McIntry Haus lebt keiner, weil es seinen Bewohnern das Leben nimmt. Auf brutale Art und Weise. Auf sehr brutale Art und Weise. Wer seinen Fängen entkommt, ist gezeichnet ein Leben lang.

Das Cover zeigt ein typisch amerikanisch Haus: Mehrstöckig, aus Holz und irgendwie verwinkelt. Das Haus erstrahlt in einem blutigen Rotton und mittendrin ein Sprung. Wie wenn ich es durch eine kaputte Scheibe betrachten würde. Ich finde es unheimlich und deswegen sehr gut zum Inhalt des Buches gewählt.

Christina Henry hatte mich von der ersten Seite ihres Buch an ihrer Gewalt. Ich fühlte mich förmlich gefangen zwischen ihren Seiten und las mich in einen gruseligen Blutrausch, der mich einfach nicht mehr los lassen wollte. Die Autorin hat einen wahnsinnig intensiven, packenden und schnellen Schreibstil, der mich einfach begeisterte! Christina Henry versteht es meisterhaft, eine gruselige Stimmung aufzubauen, die mich fesselte.
Besonders gut fand ich, wie sie die Geschichte des Hauses erzählte. Aus der aktuellen Zeit mit vielen Rückblicken und ein langsamer Gang ins Heute. Sie unterstrich damit, wie die grauenvollen Vorgänge anwuchsen, das Entsetzen sich verfestigte und sich tief in das Holz und die Umgebung einbrennen konnte. Aber auch in die Seele der Anwohner, die einfach nicht vergessen können und wollen, was das Böse in dem Gemäuer schon alles angerichtet hat.

Vor allem Jessie spielt eine Hauptrolle. Sie gehört nicht nur zu den Menschen, die direkt von der Brutalität des Hauses betroffen ist, sondern scheint auch in sein Innerstes blicken zu können. Der Verlust ihrer Familie zerstört sie nicht, sondern stärkte sie. Jessie sieht sich als Hüterin an. Als jemand der warnt, der erzählt und auf die Geschehnisse aufpasst. Als das Haus nach einer langen Ruhephase das Morden wieder aufnimmt, erklärt Jessie ihm den Kampf. Von der Beobachterin, zur Täterin!

Ich liebe die Figur von Jessie! Christina Henry ist hier ein Protagonist der besonderen Art gelungen! Vom verängstigten Kind zur aufmüpfigen Jugendlichen, zur besonnen Erwachsenen. Alle Lebenszeiten durfte ich hautnah miterleben und Jessie wachsen sehen. Körperlich und geistig. Stets konnte ich ihre Handlungen nachvollziehen und begleitete sie in die tiefen Abgründe des perfiden Horror.

Mein Fazit
Buch nicht schräg halten! Sonst läuft Blut raus!
Mich hat es von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und begeistert! Ganz großes Kino!

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Veröffentlicht am 11.02.2026

Um-Erziehung

Happy Head
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Die Jugend ist antriebslos.
Die Jugend ist frustriert.
Die Jugend ist deprimiert.
Die Jugend leidet.

Endlich gibt es das Mental-Health-Programm HappyHead, in dem die Jugendlichen wieder auf Spur gebracht ...

Die Jugend ist antriebslos.
Die Jugend ist frustriert.
Die Jugend ist deprimiert.
Die Jugend leidet.

Endlich gibt es das Mental-Health-Programm HappyHead, in dem die Jugendlichen wieder auf Spur gebracht werden. Für verzweifelte Eltern und gescheiterte Kinder. Ein Ausweg! Die Teilnahme ist verpflichtend.

Während die Eltern hoffen, beten und bangen, ihren Kindern etwas Gutes zu tun, beginnt für die Jugendlichen ein schierer Horror-Trip! Scheitern wird bestraft. Gewinnen hingegen belohnt. Auch wenn diese Belohnung einen merkwürdigen Beigeschmack aufweist.

Das Cover ist in schwarz gehalten. Es zeigt einen metallisch blauen grinsenden Smiley, der nach hinten raus in einen Totenkopf verläuft. Ich finde das Coverbild wunderbar zu Titel und Inhalt gewählt, da es die vordergründige Freude und das versteckte Grauen widerspiegelt.

Josh Silver hat einen interessanten, spannenden und sehr flüssig zu lesenden Roman geschaffen! Ich habe jede Seite förmlich verschlungen und das Buch in einem Rutsch gelesen. Nicht nur der Schreibstil hat mich begeistert, sondern auch die Idee, die in dem Buch steckt.
Auf der einen werden aktuelle Probleme in den Vordergrund gestellt: Die Vereinsamung der Jugendlichen durch Social Media, dass die virtuelle Welt einen immer größeren Stellenwert einnimmt und die reale Kommunikation zwischen Gleichaltrigen schwerer und schwieriger wird.
Und auf der anderen Seite die Hilfestellungen. Doch der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert; selten hat ein Sprichwort so gut gepasst! Während Dr. Stone, die Leiterin des Mental-Health-Programm einzig Hilfe im Blick hatte, übernehmen ihre Mittarbeiter Schritt für Schritt das HappyHead Programm. Aus Hilfe wird Qual, Leid und pure Dominanz.

Erschreckend realistisch schildert Josh Silver nicht nur die Teilnehmer, sondern auch die Umgebung. Ich konnte mich ohne Probleme nach Schottland und in die Anlage des Programms hineinversetzen. Voller Spannung und Interesse verfolgte ich die Ankunft von Seb und den anderen Teilnehmern. Ich finde es immer wieder packend zu beobachten, wie vermeidlich schwache Charaktere zu Helden mutieren. Auch wenn ihnen dies nicht bewusst ist und sie eher intuitiv zu handeln scheinen. Gerade die Stillen und Zurückhaltenden bergen einen schier unbeugsamen Willen, den es heraus zu kitzeln lohnt.
Und die vermeintlich starken gehen sang und klanglos unter. Oder auch schon mal mit viel Getöse.

Ich habe jeden Charakter des Autors schätzen gelernt! Jeder, selbst kleine Randfiguren wurden authentisch geschildert und ich konnte eine Verbindung zu ihnen aufbauen. Ob es an dem spannenden Erzählstil lag oder daran, dass ich das Buch an einem Tag gelesen habe, ich vertauschte gedanklich keinen der Protagonisten.

Mein Fazit

Ein starker und packender Roman! Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht und freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung!

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